Hallo,
Zu Beginn des Winters hatte ich in der Bucht ein Zeiss Standard 18 für relativ wenig Geld erworben.
Leider stellte sich beim genaueren Hinsehen heraus, dass es stark verschmutzt war – auf den ersten Blick war das nicht sofort ersichtlich. Doch bei näherer Inspektion wirkte es, als hätte sich eine braune Masse über Teile des Mikroskops ergossen.
Zunächst vermutete ich altes, verharztes Öl. Da sich die Substanz jedoch leicht mit warmem Wasser entfernen ließ, handelte es sich offensichtlich um etwas zuckerhaltiges. Die klebrigen Ablagerungen waren in zahlreiche Ritzen und Spalten eingedrungen.
Außerdem war der Feintrieb zu locker eingestellt, während der Grobtrieb dagegen zu schwergängig war.
So war ich gezwungen, das Ding vollkommen zu zerlegen:
20241104_223846.jpg
Neben dem üblichen Werkzeug haben mir nun folgende beiden Tools geholfen:
Keine Ahnung wie dieses Gerät wissenschaftlich heißt, gibt es aber im Baumarkt:
20241104_225538.jpg
Vorallem wenn diese Schraube total fest sitzt:
20230829_223423.jpg
Das andere Werkzeug (im Foto links unten) lässt sich über die Suche nach "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" auf
ebay, temu, ... usw finden.
20250113_233025 (1).jpg
Die Restaurierung hat sich über mehrere Wochen hingezogen, ich hatte nicht immer Zeit.
Nun erstrahl es im neuen Glanz und ich arbeite wirklich gerne damit:
20250512_202406.jpg
LG
Leo
Abend Leo,
Glückwunsch zum Mut und der geglückten Reparatur.
Es ist ein Standard RA, kein Standard 18. Die Triebe sind wohl auch etwas anders konstruiert.
Grüße
Peter
Hallo Peter,
natürlich ist es ein RA, danke für die Korrektur.
LG
Leo
Das Teil nennt sich Steckschlüssel. :)
Und wenn du öfter Mikroskope/Optik reparierst, wirst du den "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" bald entsorgen und was Richtiges kaufen.
Ging mir jedenfalls so, weil sich die Schrauben an dem Teil ständig lösen, man dadurch abrutscht und Kratzer verursacht.
Und die mitgelieferten Spitzen sind zu weich und für Stirnlöcher unbrauchbar.
ZitatUnd wenn du öfter Mikroskope/Optik reparierst, wirst du den "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" bald entsorgen und was Richtiges kaufen.
Ging mir jedenfalls so, weil sich die Schrauben an dem Teil ständig lösen, man dadurch abrutscht und Kratzer verursacht.
Und die mitgelieferten Spitzen sind zu weich und für Stirnlöcher unbrauchbar.
Da bin ich aber erleichtert, dass es mir nicht allein so ging! Was wäre aber denn so das Richtige?
Zitat von: MiR in Mai 13, 2025, 08:36:57 VORMITTAGDa bin ich aber erleichtert, dass es mir nicht allein so ging! Was wäre aber denn so das Richtige?
Nummer 1:
https://shop.archaeometallurgie.de/produkt/lens-wrench-ews-mk2-schlitzmutternschluessel-verstellbar/
Nummer 2:
https://amzn.eu/d/8sx12je
Hallo erstmal,
das von Thomas vorgeschlagene Werkzeug #1 ist definitiv der Favorit! Ich hatte damals das erste Modell erworben und jetzt die verbesserte Neuauflage in Gebrauch. Ich würd´s nie wieder hergeben!
Grüße
Wolfgang
#2 ist auch wichtig.
An Wochenende war der Stirnlochschlüssel am Zeiss Citoval im Einsatz.
Hallo Leo,
Glückwunsch zum Erwerb und der gelungenen Überholung.
Ich zerlege momentan ein IM35 aus in seine Einzelteile, werde dann hier berichten.
Hallo Thomas,
#2 sieht zwar wunderschön aus (ich habs auch hier) taugt aber nicht für wirklich festsitzende Teile.
Die Platte am Lomo Rundtisch sitzt grundsätzlich bombenfest. Dummerweise ist das Teil auch noch aus Zinkdruckguß. Damit hab ich die Stifte von #2 geschlachtet. Ich benutze jetzt einen stinknormalen Stirnlochschlüssel aus dem Werkzeugladen, mit dem hab ich bis jetzt noch fast alles losgekriegt. Hat mich 5€ gekostet.
Grüße
Wolfgang
Lieber Wolfgang,
ich finde das Werkzeug #2 sehr gut, denn die einschraubbaren Einsätze kann man sich selbst fertigen wenn einmal einer abbricht. Ich benutze dazu einfache M5 Schrauben deren Kopf ich schlanker drehe und setze harte Zylinderstifte ein. Funktioniert bestens! Grundsätzlich braucht man natürlich beide Werkzeuge. Für tiefliegende Schraubringe mit Schlitzen, wie sie bei Optiken häufig vorkommen, ist Bastians Werkzeug Gold wert!
Interessant übrigens, dass auch Du die eine große Rändelschraube bei Bastians Werkzeug durch eine normale Imbus-Schraube ersetzt hast - dann kann man die Klingen näher zusammenschieben. Verbesserung aus der praktischen Erfahrung oder: "zwei Doofe, ein Gedanke" ;D :) ;D :)
Hier Originaleinsätze, die ich für kleine Löcher dünner geschliffen habe (oben) und Eigenbau-Einsätze (unten):
20250513_123451.jpg
Herzliche Grüße, Olaf
Hallo Olaf,
Dein Können in allen Ehren, aber für derlei fehlen mir Werkzeug und Geschick :-(
Ich hatte versucht Ersatzeinsätze zu bekommen; im Werkzeuggeschäft war das dann die Lachnummer.
liebe Grüße
Wolfgang
Zitat von: olaf.med in Mai 13, 2025, 12:44:46 NACHMITTAGSInteressant übrigens, dass auch Du die eine große Rändelschraube bei Bastians Werkzeug durch eine normale Imbus-Schraube ersetzt hast
Also in meinem Set waren auch zwei Inbusschrauben dabei.
Danke für die Verbesserungsvorschläge und Tipps.
Stimmt - beim "Professional DSLR Camera Lens Repair Spanner" habe ich mich auch schon geärgert
über die Schrauben die sich lösen.
Fürs nächste Mikroskop werde ich mir das bessere Werkzeug besorgen.
Der Steckschlüssel heißt wissenschaftlich genau genommen "Rohrsteckschlüssel" (gerade ergoogled).
Damit konnte ich die Mutter (nicht Schraube - Danke Peter für die Korrektur ;) ) lösen, was mir mit
einem Ringschlüssel nicht gelungen ist. Mit dem Rohrsteckschlüssel ist es wesentlich einfacher
entsprecht Druck zu halten während versucht wird die Schraube zu drehen.
LG
Leo
Die entsprechende Größe nannte man auch "Zündkerzenschlüssel". Kannte jeder Schrauber am Moped oder Auto....
Grüße
Martin