Hallo zusammen,
ich versuche immer mal wieder, das Wachsen von Mikrokristallen als Video aufzuzeichnen. Ein paar Ergebnisse aus der Vergangenheit sind hier auf YT (https://www.youtube.com/@Mikrokristalle) zu sehen.
Nun dauert das Wachsen, je nach Substanz, teilweise recht lange. Was tun?
Eine Möglichkeit wäre, den Objektträger direkt unter dem Mikroskop zu erhitzen.
Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an meine Beiträge zum Kühltisch und den Experimenten dazu, z.B. hier: Sternentstehung unter dem Mikroskop (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48417.0)
Von meinen Versuchen mit dem Kühltisch hatte ich noch einige Materialreste übrig, u. a. ein Peltierelement mit einem Loch in der Mitte. Da Peltierelemente ja nicht nur kühlen können, sondern auch heizen, war schnell eine Lösung gefunden.
Die Basis bildet ein Objektträger, um den kleinen Aufbau, wie gewohnt, auf dem Tisch fixieren zu können. Auf diesen habe ich mit doppelseitigem Klebeband eine 3 mm-Kupferplatte geklebt. Die Kupferplatte hat für das Durchlicht ein Loch von 10 mm. Darauf habe ich mit einem Wärmeleitpad das Peltierelement fixiert. Das ist alles.
Den Objektträger mit der zu erhitzenden Substanz oder Lösung lege ich einfach auf das Peltierelement.
Die Stromversorgung erfolgt über ein Labornetzteil, bei 4V erhitzt sich der OT schon auf 100 °C, genug, um unter dem Deckglas Wasser zum Kochen zu bringen.
Man sollte bei allen Versuchen auf die Objektive achten! Das gilt besonders auch für Sublimationsversuche. Funktioniert aber gut, z.B. mit Benzoesäure.
Für viele Zwecke sind die 100 °C schon zu viel, aber man kann ja die Spannung reduzieren.
Heiztisch-1.jpg
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Wenn man von der hohen Temperatur schnell wieder herunterkommen will, genügt es, die Spannung umzupolen. Umkehrschub sozusagen. In einer Minute sind wir dann bei unter 7°C.
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Ohne Objektträger
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Mit aufgelegtem Objektträger
Natürlich ist der Aufbau keine hochpräzise Angelegenheit.
Die Kupferplatte erwärmt sich bei längerem Betrieb, da sie ja nicht extra gekühlt wird. Nach 10 Minuten Heizbetrieb habe ich an der Platte 40 °C gemessen. Pole ich die Anschlüsse des Peltierelements um, kühlt sich das Peltierelement recht schnell ab, allerdings wird die Kupferplatte dann bis zu 55 °C warm.
Da die Kupferplatte über Klebepads auf einem OT sitzt, erhitzt sich der Mikroskoptisch aber kaum. Für Versuche, die jeweils ein paar Minuten dauern, ist das gewiss kein Problem.
Die Temperatur lässt sich grob über die Spannung einstellen:
3V (ca. 2,7 W) etwa 70° C
4V (4,5 W) gut 100 °C
Man könnte eine Temperaturtabelle mit groben Werten aufnehmen oder eine Kurve. Vielleicht mache ich das noch, aber Wärmebildkamera und Temperaturfühler (k-Type) liefern bisher gute Ergebnisse.
Außerdem wären noch gewisse Temperaturdifferenzen zwischen dem Peltierelement mit dem Loch und der beobachtbaren Kreisfläche des Objektträgers zu berücksichtigen.
Zum Schluss noch ein Bild von Bittersalz, das während der ersten Versuche entstanden ist.
Bittersalz 8.1 AL-DF BB= 2,0 mm_1.jpg
Viele Grüße
Michael
Hallo Michael,
schöne Idee mit dem Heiztisch, logisch mit dem Peltierelement umgesetzt.
Womöglich musst Du dann wieder eine gleichmäßigere Wasser-Kühlung installieren, die aus der Eiszeit. ;D
LG Frank
Hallo Frank,
na ja, kann man machen. Ich muss mal sehen, wie oft und wie lange ich die Heizplatte brauche. Mit Videos habe ich noch nicht angefangen.
Optimieren kann ich dann immer noch. Das Kühlequipment steht ja noch im Keller bereit :)
Hier noch zwei Bilder von den ersten Versuchen - Eisen(III)-nitrat und unter Deckglas sublimierte Benzoesäure.
Eisennitrat 5 DL RF BB=2,1 mm_1.jpg
Benzoesäure 11 AL-HF BB= 2,0 mm_1.jpg
Viele Grüße
Michael