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Hallo Michael,
wenn die Objektive einen Einstellring für die Glasdicke haben, kannst du auch einfach von unten durch den Objektträger mikroskopieren, ansonsten gehen nur schon fest eingetrocknete Einschlussmittel mit normalen Objektiven kopfüber.
Einen einfachen Halter kann man sich aus Pappe schneiden oder 3d-Drucken.
Bei den normalen Öl Objektiven könntest du selbst einen Ring um die Linse anbringen um ein Ablaufen des Öls zu verhindern, eine Sauerei wird das aber wahrscheinlich trotzdem werden.
Die gängigen Kondensoren mit geringem NA für Inversmikroskope sind auch meist nur bis 40x Objektiv ausgelegt, darüber leidet die Leistung.
Bin mir nicht ganz sicher, aber für den Hoffman's Modulationskontrast müssen die Objektive zu dem Kondensor passen, ob das bei dem Inversmikroskop für das 100er passt ist anzuzweifeln.
Viele Grüße
Kay
Really no problem on a modern frame ;)
We tend to kit the edge of spring loaded front lenses of oilimmersion objectives with acrylate kit to avoid oil creeping in, but with a bit of care and not to thin an immersion oil, it is not strictly necessary.
Best, René
Hallo Michael
zu 1. Eventuell gibt es ein Platten zum einlegen mit einer kleinen Öffnung für normale Objekträger als Zubehör.
Ich kenn das von einem Nikon so. Sonst kann man sich sowas sicher selbst bauen. Dauerpräparate sind kein Problem.
Abe auch Frischpräparate mit Wasser halten problemlos durch die Adhäsion mit dem Deckglas nach unten.
zu 2. Mit Öl muss man fix sein, dass es nicht runterläuft, dann ist es kein Problem. Also Öl drauf und dann gleich Objektträger so daß er Kontakt zum Öl hat. Man kann auch das Öl auf das Deckglas machen und dann schnell umdrehen und auflegen. Auch Wasserimmersion geht. Ist nicht ganz so kritisch.
Man kann so einen Ring bauen. Eventuell einen dünnen passenden Dichtungsring aufkleben ?
Das Sortiment von Leica kenne ich nicht so, aber Nikon hat Ölobjektive die werkeseitig so einen Rand haben, damit kein Öl runterläuft. Sinnvoll ist da aber dann auch ein passender Kondensor. Und es muss baulich möglich sein den auch weit genug abzusenken, wegen Arbeitsabstand.
zu 3 kann ich leider nichts sagen
Hallo Zusammen,
Ich glaube da wird eine Wissenschaft aus einem Thema gemacht das eigentlich keine ist🙂
Bei der Ölimmersion Klassisch wird ja auch der Kondensor geölt. also hat man ja eh schon die sauerrei unten und oben und beim Inversen hat man hald die Sauerei Oben und unten ;).
Lg Daniel
Hallo,
mit einer entsprechenden 180 Grad Verschraubung (ähnlich der "Deckenhalterung" für Beamer) könnte man das Ölproblem auch lösen. ;D
A-Unbenannt-1.jpg
Zum Hoffman'schen Modulationskontrast: Ich hatte ein komplettes Set mit Objektiven bis zum 40er Objektiv. Ich war von den Bildern wenig begeistert und fand, dass die einfache Schiefe Beleuchtung überlegen ist. Deshalb habe ich das Set abgegeben.
Komischerweise wird hier im Forum auch nie von langfristigem Einsatz mit diesem Kontrastverfahren berichtet.
Gruß
Peter
Hallo zusammen,
hier hatte ich einmal den Selbstbau eines Objektträgerhalters für den Gleittisch am Zeiss-West-IM35 mit einfachen Bormitteln beschrieben:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35802.msg261732#msg261732
Analoges ist sicher auch für andere Mikroskope denkbar.
Hallo Michael,
es gibt von Leica einen Halter, der für diverse Petrischalen UND Objektträger einstellbar ist. Ich habe ihn an meinem DMIL. Ich bin allerdings der Ansicht, dass das DMIL sich keinesfalls als Ersatz für ein aufrechtes Mikroskop eignet. Schon deshlab, weil es keinen Kondensor für höhere Aperturen gibt. Das DMIL ist für so etwas einfach nicht ausgelegt! Natürlich gibt es von allen Hersteller auch Inversmikroskope für hochaperturige Objektive mit Immersionsmedium, aber das DMIL ist eben dafür nicht vorgesehen.
Ob sich ein Objektiv mit so geringem Arbeitsabstand wie ein 100er oder 63er überhaupt vernünftig einschwenken lässt oder am Tisch anstößt, wäre zudem noch zu prüfen. Ich fürchte, das geht beim DMIL nicht, könnte ich aber mal überprüfen.
Tatsächlich ist das Herumgepansche mit Öl auf den Objektiven am Inversmikroskop eine Sache, die man man nur machen sollte, wenn man wirklich ein Inversmikroskop dazu benötigt. Viele Objektive, die so verwendet wurden, sind innen ölgeflutet und damit irgendwann ein Fall für die Tonne. Ich habe mal bei Sebastian hess im Labor geshen, dass er dort kleine Stoff-Haargummis um das erste Element des Objektivs gelegt hat, die heruntersabberndes Öl aufsaugen.
Nach meinem Empfinden ist das alles nix Halbe sund nix Ganzes, wenn Du mit dem DMIL wie mit einem aufrechten Mikroskop arbeiten möchtest.
@Daniel: Das sehe ich nicht so wie Du. Die meisten Mikroskopiker immergieren auch bei der Verwendung von 63oder oder 100er-Objektiven den Kondensor n i c h t !
Herzliche Grüße
Peter
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Hallo Michael,
an meinem Olympus CK2 nutze ich auch manchmal Objektträger, aber wie schon gesagt schaue ich von unten durch den Objektträger und passe bei 20x und 40x die Glasdicken-Korrektur auf den Objektträger an.
Ölobjektive machen da meiner Meinung nach nur wenig Sinn.
Viele Grüße
Kay
Zitat von: Peter V. in Mai 20, 2025, 11:51:33 VORMITTAGHallo Michael,
Ob sich ein Objektiv mit so geringem Arbeitsabstand wie ein 100er oder 63er überhaupt vernünftig einschwenken lässt oder am Tisch anstößt, wäre zudem noch zu prüfen. Ich fürchte, das geht beim DMIL nicht, könnte ich aber mal überprüfen.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
In der Bedienungsanleitung steht "Es sind alle Mikroskopobjektive ab der Vergrößerung 2.5 bis 100 verwendbar.
Alle Objektive aus dem DM L und DM R Programm mit Gewinde 25 mm sind kompatibel".
Das Leica Objektiv PL Fluotar L 63x/0.7 CORR PH2 kann man mit dem Leica DM IL verwenden. Auch Phasenkontrast funktioniert einwandfrei.
Mit den Objektiven C Plan 63x/0.75 und N Plan 100x/1.25 OIL z.B. bin ich nicht zurecht gekommen.
Viele Grüße,
Bernhard G.
Moin!
Ich möchte mich nicht in Eure Diskussion mischen, aber wenn da jemand ganz grundsätzlich sagt, dass an einem Inversmikroskop hochvergrößernde Immersionsobjektive schlecht oder garnicht einsetzbar seien, dann möchte ich da doch etwas zu schreiben.
Dies entspricht keinesfalls der aktuellen Arbeitsweise der bio-medizinischen Forschung. Hier ist heute das Inversmikroskop das Gerät der Wahl, mit dem nahezu alles was an Fragestellungen auftaucht bearbeitet werden kann. Das gilt insbesondere für die Arbeit mit lebenden Zellen. Zu diesem Zweck haben Zellkultur-Schälchen und -Platten deckglasähnliche Böden und Objektträger werden so gedreht, dass mit dem Deckglas, auf dem die zu untersuchenden Zellen aufwachsen, zum Objektiv hin beobachtet wird.
Das wird auch mit Objektiven bis hin zum 100x/1,46 Imm. durchgeführt. Diese extrem hochaperturigen Objektive haben zudem Korrekturfassungen, an denen trotz Immersion sowohl die Deckglasdicke als auch die Arbeitstemperatur berücksichtigt werden kann und muss. Dazu werden in Abhängigkeit von der Arbeitstemperatur (23°C / 30°C / 37°C) von den Herstellern unterschiedliche Öle angeboten sowie Immersionsmittel die in ihren optischen Eigenschaften auf die unterschiedlichen Einbettmedien oder Wasser optimiert sind.
Ob allerdings das günstige 08/15 Öl vom Hersteller namenlos das richtige Immersionsmedium dafür ist, weiß ich nicht. Ich habe so etwas nie benutzt, möchte es aber bezweifeln. Schon weil nicht zehn- oder gar hunderttausende € ausgegeben werden, um höchstleistungsfähige Mikroskope zu erwerben um dann genau das an Auflösungsleistung, um das es bei der ganzen Sache geht, durch ein wahrscheinlich nicht perfekt abgestimmtes Immersionsmedium zu verschenken.
Wenn jemand behauptet, dass sich an einem inversen Mikroskop mit einem Immersionsobjektiv nicht gescheit arbeiten lässt, dann fehlt ihm schlicht Erfahrung und Übung, das ist alles. Der ganze oben beschriebene Aufwand wird ganz bestimmt nicht betrieben weil es kaum praktikabel, schlecht handhabbar und außerdem unnötig ist.
Tatsache ist allerdings auch dass man, wenn man meint nicht für zwei Pfennige über sein eigenes Tun nachdenken zu müssen, und buchstäblich monatelang immer nur Öl auf die Objektive gibt ohne auch nur einmal einen Gedanken darüber zu verschwenden wo denn wohl das ganze Öl bleibt welches auf die Objektive geschmiert wird, dann nicht nur ein Objektiv sondern ein ganzes Mikroskop mit seinem Innenleben derart versauen kann dass man es im Grunde nur noch in die Tonne werfen kann. Weil bereits unter dem Mikroskop eine Öllache steht und innen im Mikroskop aber auch nahezu alles gründlichst versaut und teilweise vom Öl angelöst ist was sich darin befindet. Dies ist kein angenommener theoretischer GAU, sondern selbst erlebtes Grauen.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang
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Hallo Wolfgang,
Puh....genau diese Diskussion hatten wir schon vor zwei oder drei Jahren, als einem Neuling(!), der noch nie ein Mikroskop besessen hat, sogar direkt der Kauf eines Inversmikroskops angeraten wurde, was in meinen Augen eine geradezu trumpeske Empfehlung war - sprich, genau so grotesk wie die Politik und die Entscheidungen des besagten Präsidenten.
Mir ist absolut klar, dass das Imnversmikroskop d a s Mikroskop ist, mit dem heutzutage in der Zellbiologie alle mikroskopischen Fragestellungen gelöst werden, auch und gerade mit hochauflösenden Immersionsobjektiven. Auch in der Hobbymikroskopie tauchen vereinzelt inverse Mikroskopie mit Immersionsobjektiven und DIC auf, z.B. Axiovert oder IM35. Reblaus hatte ein solches Mikroskop (ich meine, ein Axiovert) ebenso Sebastian Hess noch zu Studentenzeit (IM35) und auch auch in seinem Labor (Sebastian ist ja mittlerweile Professor und Institutsleiter im Darmstadt) ist für die Forschung an Protisten und Algen ein Iversmikroskop (ein inverser Axio Imager) das Arbeitspferd.
Du weißt aber besser als ich, dass in der Zellbiologie andere Bedingungen herrschen und üblicherweise mit speziellen Kulturschalen mit Deckglasboden etc. gerarbeitet wird und nicht mit Objektträgern, einer Wasserschicht und einem Deckglas wie beim klassischen Tümpeln. Aber auch das geht natürlich, nur ist das doch im Handling umständlicher als an einem aufrechten Mikroskop. Und es muss eben auch "achtsamer" mit dem Gerät umgegangen werden, eben wegen der Panscherei. Ich überlege gerade, wie umständlich es wäre, bei einem Inversmikroskop noch mit einem Filterpapier zur Schichtdickenreduzierung Wasser abzusaugen.
Warum also sollte man sich das alles als Hobbyist antun (auch wenns geht)? Aber jeder Jeck ist bekanntlich anders und wer NUR mit einem Inversmikroskop arbeiten möchte, kann das selbstvertsändlich tun.
Hinzu kommt, dass das Mikroskop entsprechend ausgerüstet sein muss, was die Konstruktion des Tisches und des Objektführers angeht. Einfache Inversmikroskope aus dem Routinelabor erfüllen oft nicht die Voraussetzungen.
Das habe ich alles nur zu bedenken gegeben.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Sourdough in Mai 31, 2025, 20:00:35 NACHMITTAGSZielobjekte werden Wasserorganismen sein.
Zellkultur ist nichts für Rentner ohne Labor.
Hallo Michael,
Solange die Vergrößerungen, die man für Beobachtung durch den Boden einer Petrischale verfügbar hat, ausreichen, ist das alles problemlos. Bei > 25x wird es zunehmend komplizierter. Entweder geht die Auflösung in die Knie, oder man braucht Gefäße mit Deckglas als Boden. Die funktionieren bei stärkeren Vergrößerungen aber auch nur, wenn sich das zu beobachtende Objekt direkt am Boden befindet. Bei Zellkulturen ist das der Regelfall, bei Wasserlebewesen eher nicht.
Alles nicht so einfach.
Viele Grüße
Alexander
Hallo Wolfgang,
natürlich kann man auch hochaperturige Objektive an Inversmikroskopen nutzen, dafür benötigt man aber einen geeigneten Kondenser, Spezialobjektive und ein Inversmikroskop welches dafür geeignet ist, ohne guten Grund wird kaum jemand die irren kosten für so ein System ausgeben wenn er nicht auch andere Möglichkeiten hat.
Viele Grüße
Kay
Zitat von: Peter V. in Mai 31, 2025, 20:22:52 NACHMITTAGSHallo Wolfgang,
Puh....genau diese Diskussion hatten wir schon vor zwei oder drei Jahren, als einem Neuling(!), der noch nie ein Mikroskop besessen hat, sogar direkt der Kauf eines Inversmikroskops angeraten wurde,
O.K. Peter, dann einigen wir uns doch darauf, dass das entsprechend eingerichtete Inversmikroskop zwar in der biologischen Mikroskopie ein im Grunde ideales Mikroskop für die meisten denkbaren Anwendungen auf diesem Gebiet ist und auch als solches allgemein benutzt wird, jedoch der Umgang damit etwas Erfahrung, Übung und Sachverstand erfordert. Damit ist es nicht unbedingt das richtige Gerät für den Einstieg in die Liebhabermikroskopie. Insofern gebe ich Dir vorbehaltlos Recht. Ein solches Gerät wäre dann sozusagen etwas für nach der Versetzung in die 3.oder 4.Klasse der Amateurmikroskopie ;)
Insbesondere fragt sich, ob die Idee des "Tümpels" mit einem hochauflösenden Immersionsobjektiv zum Ziel führt. Ich befürchte NEIN. Denn die meist äußerst geringen Arbeitsabstände solcher Objektive führen nur bei sehr dünnen Präparaten zu wenigstens halbwegs befriedigenden Bildern.
Dazu kommt noch ein anderer Aspekt: Ich gehe mit einem hochkorrigierten Ölimmersionsobjektiv an ein Wasserpräparat. Damit ruiniere ich genau genommen die ganze hochwertige Korrektur des Objektivs, wenn es nicht ein sehr dünnes Präparat ist und ein erstklassiger (Plan-) Achromat oder Semi-Apochromat wäre nicht wesentlich schlechter, wohl aber günstiger in der Beschaffung. Wenn man schon so etwas unbedingt haben möchte, dann doch eher eine Wasser- oder Multi-Immersion. Allerdings ist das auch selten ein Schnäppchen.
Auch wenn es noch sosehr reizt: man muss für schöne Bilder gerade beim Tümpeln nicht unbedingt ein 63/1,4 Öl haben. Ein Plan-Fluotar ergibt in den allermeisten Fällen die schöneren Bilder. Nur an eines denken: ein Mikroskop vergrößert - alles, auch den Dreck! Gerade die nach oben gerichtete Front der inversen Mikroskopobjektive ist für Verschmutzungen äußerst empfänglich und vor allem empfindlich. Ganz besonders hochaperturige Objektivfrontlinsen sollte man unbedingt unter Zuhilfenahme einer Lupe beurteilen und so sorgfältig wie vorsichtig(!) reinigen. Das resultierende Bild wird es danken.
Gute Nacht
Wolfgang
Zitat von: K. B. in Mai 31, 2025, 22:28:25 NACHMITTAGSHallo Wolfgang,
natürlich kann man auch hochaperturige Objektive an Inversmikroskopen nutzen, dafür benötigt man aber einen geeigneten Kondenser, Spezialobjektive und ein Inversmikroskop welches dafür geeignet ist, ohne guten Grund wird kaum jemand die irren kosten für so ein System ausgeben wenn er nicht auch andere Möglichkeiten hat.
Viele Grüße
Kay
Lieber Kay,
ich wüsste jetzt nicht, von welchen Spezialobjektiven Du schreibst? Der zu verwendende Kondensor ist auch kein anderer als der Immersionskondensor vom aufrechten Mikroskop, nur dessen Anbringung unterscheidet sich natürlich. Es sei denn, Du beziehst Dich auf einen LD-Kondensor großer Schnittweite und dann zwangsläufig niedriger Apertur, aber davon war hier ja nicht die Rede.
Was die Kosten anbetrifft, da kommt es ganz darauf an, wo Du Deine persönliche Grenze zum Irresein ziehst. Ich kenne durchaus mehrere engagierte Amateure die mit solchen Geräten arbeiten. Ich selbst gehöre auch dazu und lebe seit meinem Eintritt in die Rente ganz so wie alle anderen Amateure von den Brosamen welche von den Tischen der offiziellen Institutionen fallen und als ausrangierte Altgeräte bei Ebay und Co. zu erhalten sind.
Davon abgesehen war ich weniger darauf aus, andere Liebhabermikroskopiker vom Inversmikroskop zu überzeugen sondern war bestrebt, der Aussage dass Inversmikroskop, hohe Vergrößerungen und Immersionsobjektive nicht zusammenpassen, entgegenzutreten. Denn ich meine, dass man in einem solchen Forum auch durchaus bestrebt sein sollte über den eigenen Tellerrand zu sehen und hier und da noch etwas zu lernen. Auch wenn es nicht der Biologie, der Geologie oder der Paläontologie dient, sondern der schnöden Technik.
Auch Dir eine Gute Nacht
Wolfgang
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Zitat von: Sourdough in Juni 01, 2025, 02:03:07 VORMITTAGAlgen, Flagellaten, das ganze Kleinzeugs muss man irgendwann mit dem 100er anschauen. Glaubst du die Limnologen und Protozoologen haben alle beim 40er schlapp gemacht? Hart gesottene Kerle und Mädels immergieren auch noch den Kondensor (am normalen Mikro natürlich), nicht nur den Dukelfeld-Kondensor.
Guten Morgen Michael!
Nur zu Deiner Information: Die "harten Kerle und Mädels" immergieren den Kondensor auch am umgekehrten Mikroskop - und um Dir den verlangten Tipp zum Durchziehen eines Tropfens unter dem Deckglas mittels Löschpapier zu geben: Lass es! Es geht nunmal nicht, zumindest nicht mit einem gewöhnlichen Objektträger. O.a. harte Kerle und Mädels wissen das auch und haben für solche Unternehmungen entweder ein aufrechtes Mikroskop neben ihrem inversen solchen stehen oder benutzen eigens zu diesem Zweck - oft in Eigenregie von der Institutswerkstatt selbst hergestellte Objektträger aus Kunststoff oder Metall und beidseitigem Deckglas in der Mitte, welche den vorsichtigen(!) Zugriff auf das Präparat erlauben. Die Herstellung ist im Grunde einfach, aber man muss die technischen Vorraussetzungen dafür haben.
Man kann natürlich - ganz elegant - die von Firmen wie z.B. IBIDI zu eben diesem Zweck der Perfusion des Präparates gelieferte, unterschiedliche Varianten von mit einem Deckglasboden versehene Durchflußkammern verwenden. Aber auch hier wirst Du mit dem geringen Arbeitsabstand der 100fachen Vergrößerung auf recht ernsthafte Schwierigkeiten stoßen, wenn die fraglichen Organismen oder Zellen nicht direkt auf dem Deckglas sitzen.
Ich habe mir u.a. eine Weile mit Einzelzell-Calcium-Messungen an mittels Mikropipette gehaltenen, flottierenden Zellen in oben offenen Perfusionskammern über dem 125fachen Ultrafluar mit Glycerinimmersion die Zeit vertrieben. Ich darf also schon von mir sagen dass ich weiß wo hier die Schwierigkeiten liegen. Es geht, aaaber ....
Dies waren aber photometrische Messungen des Fluoreszenzlichts und keine morphologischen Betrachtungen des Präparats, womöglich verbunden mit dem Wunsch nach ansehenswerten Bildern. Das zu versuchen endet nach meiner persönlichen Erfahrung höchstwahrscheinlich nach einiger Zeit beim Psychologen. Vielleicht sind aber meine Ansprüche an das bildliche Ergebnis auch bloß zu hoch. Wer weiß ...
Letztlich wissen die Praktiker natürlich um die Probleme, weshalb solche Präparate einer sorgfältigen Vorbereitung bedürfen. Ölkammer, Kompressarien oder auch Fixation und Einbettung in geeignete Medien sind da häufig das Mittel der Wahl. Sind die Proben in solcher Weise präpariert, bereitet dann auch eine Untersuchung mit dem 63er oder 100er Objektiv, verbunden mit allen Kontrastverfahren auch am inversen Mikroskop keinerlei Probleme. Natürlich ist das alles mit Arbeit, Aufwand und nicht zuletzt Kosten verbunden. Aber, wie Du selbst ja schon schriebst, liegt es dann am jeweiligen Anwender wie weit seine Puste reicht, arbeitstechnisch wie finanziell.
Ich wünsche der Runde einen angenehmen Sonntag
Wolfgang
Moin,
Nicht alles was machbar ist, ist auch sinnvoll.
Auch in der Forschung wird nicht immer das gemacht was am sinnvollsten ist.
Wenn ich alle mikroskopischen Fragestellungen am Inversmikroskop kläre, habe ich entweder nur solche, habe nur entsprechende Fragestellungen, bin zu faul an ein geeigneter es Gerät zu wechseln oder habe den Sinn der einzelnen Systeme nicht verstanden.
Im Gegensatz zur Zellbiologie tauchen beim Hobbymikroskopiker doch eher selten Fragen auf, welche nötigerweise eine Ansicht von unten erfordern. Ich möchte mein inverses Mikroskop nicht missen,
aber ich kähme nicht auf die Idee ein 100er Objektiv daran zu schrauben, nur um eine Diatomee von unten zu sehen ;D . Ich weiß, dass das geht ;), ein aufrechtes Mikroskop sollte aber jeder Mikroskopiker hier haben ;) .
Ich hatte vor einigen Monaten ein Olympus IMT-2 zerlegt, da es kein vernünftiges Bild lieferte.
Im Inneren bot sich mir ein Bild des Grauens. Es war alles, vor allem die Linsen und Spiegel, mit Immersionsöl geflutet. Ich könnte es retten, aber im Institut in dem es zuvor stand, war man sicher auch der Meinung mit diesem Gerät geht alles ;) .
Hallo Michael,
jetzt würde mich doch mal Deine Intention interessieren. Es ist für mich noch unverständlich, wieso man all die schwieirigeren Umstände in Kauf nimmt, statt einfach ein aufrechtes Mikroskop zu verwwenden. Ich denke, dass wir uns alle einig sind, dass die Vernwendung eines inversen Mikroskops - speziell bei der Verwendung von Immersion - zumindest umständlicher ist und gewisse Einschränkungen mit sich bringt. Allein die höhere Vorsicht, die erforderlich ist, um nicht alles vollzusudeln. Dann die Verschmutzung der Objektive, die immer wieder gereinigt werden müssen - auf jeden Fall öfter als beim aufrechten Mikroskop. Das insgesamt umständlichere Handling.
Sinnvoll ist die Verwendung eines Inversmikroskops da, wo es eben sinnvoll ist ;) Zum Beispiel, wenn man Objekte mikroskopiert, die auf den Boden absinken und man insofern gern das Deckglas "unten" hätte. Bei Amöben kann es auch sinnvoll sein. Sebastian Hess hat mir mal erklärt, wieso für seine Untersuchungen nur ein Inversmikroskop in Frage kommt.
Aber: Warum man ein Inversmikroskop beim normalen Tümpeln mit hochaperturigen Objekten verwenden sollte, erschließt sich mir einfach nicht. Es sei denn, der Tisch hat zu wenig Platz für ein zweites Mikroskop.
Ich habe hier ein Olympus IMT-2 komplett mit DIC bis zum 40er-Objektiv stehen, aber als alleiniges Mikroskop würde ich es nicht haben wollen.
Aufrechte Grüße
Peter
Hallo,
wer Autorennen fahren will, kauft sich einen Rennwagen.
Es gibt aber auch welche, die mit einem LKW Rennen fahren.
Manche bevorzugen Traktoren oder auch Rasenmäher.
Der Sinn muss sich nicht erschließen. Hauptsache man hat Spaß am eigenen Fahrzeug. ;D
Gruß
Peter
Hallo Peter,
den Vergleich hatte ich auch schon im Kopf. Wenn natürlich der Weg das Ziel ist, bin ich der Letzte, der das "kritisieren" möchte.
Hezrliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter Reil in Juni 01, 2025, 10:15:50 VORMITTAGEs gibt aber auch welche, die mit einem LKW Rennen fahren.
Hallo Peter,
das Umkehrmikroskop als Traktor oder als Rennwagen? Von der Größe her, ein Traktor schon. Aber ich habe noch einen aufrechte motorisierten Provis herumstehen, der auch ein riesiges Ungetüm ist.
Ich benutze mein Umkehrmikroskop als beides. Der Kondensor macht den Unterschied zwischen Traktor oder Rennwagen. Aber das letzte immer mit Deckglasboden!
Mit freundlichen Grüßen, René
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