Hallo!
Diesen therad gibt es nur, weil ich diesen thread von Wolfgang Bettighofer nicht "vollmüllen" möchte.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5171.msg35027#msg35027
Was mir bei den aktuellen Bildern von Wolfgang auffällt, sind die hier ebenfalls zum Teil sehr ausgeprägten Farbsäume / Farbfehler ( ähnlich wie bei meinen DIK-Fotos, allerdings eher blau/geld statt bei mir grün/rot ;D ). Wolfang verwendet den Zeiss West-DIK, ich den DIK am Jenaval.
Nun sieht man ja nicht bei allen DIK-Fotos hier im Forum solche Farbsäume.
Aber: Sind sie vielleicht doch "normal" ( auch bei mir? ): Erwarte ich vielleicht zuviel?
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
wo siehst Du bei Wolfgangs Bildern denn Farbsäume?
Herzliche Grüsse
Eckhard
Lieber Eckhard,
hier! oder haben jetzt meine Augen einen Farbfehler? Die bläulichen Ränder - das sind doch "Farbfehler" in weitesten Sinne, die meinen sehr ähneln - oder? ( Der Pfeil auf die grünen Fläche ist falsch gesetzt )
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/35043_47634891.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/35043_6873496.jpg)
@ Wolfgang: ich hoffe, Du bist mir nicht böse, dass Deine Bilder hier als Basis einer technischen Diskussion genommen werden!!!
Hallo Peter,
das was du mit deinen Pfeilen markierst sind die klassischen Resultate nicht apochromatisch korrigierter Optik: sphärische Längsaberration mit magenta- bzw. lindgrünen Farbartefakten. Das tritt bei meinen achromatisch korrigierten Olympus Objektiven bei vergleichbaren Präparaten auch so auf. Die Kamera "sieht" das halt deutlicher.
viele Grüße
Christian
Lieber Christian,
weisst Du, warum die beim DIK so deutlich hrvortreten?
Im Hellfeld sieht man so ausgeprägte Farbfehler doch niemals!
( Hast Du an Deinem Mikroskop Planapos für DIK? )
Herzliche Grüße
Peter
Liebe Christian,
jetzt habe ich aber ein Verständnisproblem ( vielleicht stehe ich aber auch nur auf dem Schlauch ).
Eine Kamera ist doch so ausgelegt, dass sie ein Bild im sichtbaren Wellenlängenbereich "so sieht" wie auch unser Auge.
Wenn da blaue oder sonstiwe farbliche Säume vorhanden sind, die die Kamera "sieht", müsste sie doch auch unser Auge sehen - oder?
Wenn die Kamera einen blauen Saum "sieht", der z.B. durch Licht der im sichtbaren Bereich liegnden Wellenlänge für ein bestimmtes Blau stammt, müsste unser Auge diese Wellenlänge doch genau so wahrnehmen.
Wenn unser Auge sie nicht sieht, kann diese Farberscheinung doch eigentlich nur duch Starhlung einer Wellenlänge hervorgerufen werden, die unser Auge nicht wahrnehmen kann, von der kamera aber als eben z.B. blauer farbsaum dargestellt wird - oder?
Wobei ich ja noch gar nicht weiss, ob Wolfang diese Farbsäume beim Blick durch das Okular sehen konnte.....
Hier
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2286.0
und hier
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4293.msg27945#msg27945
wie auch hier
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=636.msg2788#msg2788
ist jedenfalls alles für mein Emfinden "farbsaumfrei".
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
für meine schon ältliches BH2 hat Olympus für den DIK die Objektive SPlanachromat vorgesehen. Diese Objektive sind meiner Erfahrung nach chromatisch besser als "nur" achromatisch korrigiert. Zusätzlich zu den SPlanachromaten habe ich noch die SPlanpos 10x und 20x und den 40er DPlanapo. Von den SPlanapos ist bei mir nur der 20er DIK geeignet, da sich der 10er bzgl. seiner Brennweite zu stark vom 10er SPlanachromaten unterscheidet (die Nomarski-Prismen sind für die SPlanachromate konstruiert). Wenn ich jetzt aber das Bild - egal ob DIK oder Hellfeld - beim 20er zwischen "nur" SPlan und SPlanApo vergleiche, dann ist der Unterschied sofort auch schon im visuellen Bild deutlich - und das obwohl es sich bereits bei den SPlanachromaten um hervorragende Objektive handelt. Die Unterschiede liegen dann eben einerseits in Farbfehlern - die typischen magenta- bzw. lindgrünen Säume und Verfärbungen und einer schlechteren Schärfedefinition bei den nur achromatisch korrigierten Objektiven. Letzteres dürfte in erster Linie auf das Konto des Gauss-Fehlers gehen. Aber prinzipiell habe ich bei meinen SPlanachromaten die gleichen Farbfehler, die du bemängelst - evtl. etwas schwächer ausgeprägt.
Die nachfolgene Aufnahme habe ich aus einem alten Prospekt von Olympus (http://www.mikroskopie.de/olydocs/lb_objektive.pdf) entnommen. Selbst hier siehst du die "üblichen" Farbabweichungen - lindgrüne Verfärbungen und rechts unten einen magentafarbenen Saum).
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/35102_22677740.jpg)
Möglicherweise wird beim DIK der Gauss-Fehler teilweise zusätzlich in sichtbare Farbabweichungen umgewandelt.
viele Grüße
Christian
Hallo Peter,
gerade erst wieder aus dem Urlaub zurück lese ich, dass das Thema immer noch nicht beendet ist. Also Mikroskop angeworfen und eine Testplatte (versilbertes Deckglas mit freigeritzten Linien) eingespannt. Härtetest !
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/35145_3447764.jpg)
Nicht ganz astrein, denn das Objektiv ist Olympus und die DIC-Einrichtung ist Zeiss.
Aber ich hoffe mit den 3 Bildern ist der Vergleich gut sichtbar.
Nun noch ein dickes Glasgerippe !
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/35145_7140620.jpg)
schiefe Beleuchtung , mit HF 30 Bilder gestackt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/35145_24329978.jpg)
SPlan 20/0,46 mit Zeiss DIC , mit HF 30 Bilder gestackt
Ich denke dass die "Farbenpracht" bei DIC durch die Prismenwirkung des Glaskörpers vom Radiolarienbruchstück kommt.
Mehr kann ich auch nicht beitragen.
Viele Grüße
Peter
Also fuer mich sind das ueberhaupt keine "Farbfehler" bedingt durch die (Fehl)Korrektion des Objektives, sondern ein Effekt der mit der polarisationsoptischen Natur des DIC (im Gegensatz zum Phaco) zu tun hat.
Wenn man z.B. eine Lambda-Platte in den DIC Strahlengang bringt werden die Farben insgesamt viel staerker !
Herzliche Gruesse
Holger