Hallo, Ich bin neu hier und deshalb meine Fragen.
Für was brauche ich was und wie tue dies handhaben.
z.B. Isoprophylalkohol für ?, Spiritus für ? Wie lange ? Entwässern mit ? Färben ? Wie genau und wie lange, Reihenfolge der Farben ?
So allgemeine Tips. Ich wäre sehr dankbar .
Ich habe einige schöne Färbungen hier gesehen und würde das mit verschiedenen Sachen ausprobieren.Aber ich denke die Reihenfolge ist sehr wichtig.
Vielen Dank im vorraus euch allen.
Lg Alex
Zitat von: Alexander Rieber in März 15, 2010, 00:38:24 VORMITTAG
Hallo, Ich bin neu hier und deshalb meine Fragen.
Für was brauche ich was und wie tue dies handhaben.
z.B. Isoprophylalkohol für ?, Spiritus für ? Wie lange ? Entwässern mit ? Färben ? Wie genau und wie lange, Reihenfolge der Farben ?
So allgemeine Tips. Ich wäre sehr dankbar .
Ich habe einige schöne Färbungen hier gesehen und würde das mit verschiedenen Sachen ausprobieren.Aber ich denke die Reihenfolge ist sehr wichtig.
Man könnte Ihnen ja Gerlachs Botanische Mikrotechnik abschreiben oder für die Histologie die Mikroskopische Technik von Benno Romeis, so an die tausend Seiten. Aber es ist bestimmt besser, Sie besorgen sich die beiden antiquarisch über ZVAB oder sonstwo und vertiefen sich selbst ins Metier. Es gibt auch kürzere Anleitungen und auch Literaturhinweise, zB in der Mikrofibel, Teil 5 und 6. Nur lesen müssen Sie noch selbst.
Viel Spaß dabei und anschließend viel Erfolg. - Wenn Sie - als Neuling - in der Literatur noch nicht alles verstehen, bitte hier fragen, dann helfen wir weiter.
KH
Hallo Alex:
Mein Tipp:
Es gibt einige wenige Färbungen, die häufig verwendet werden:
Etzold
Etzold Grün
Wacker W3A
neuerdings
BEN und AcriBen
Grundsätzlich gibt es grobe "Standardezepte", aber unsere "Meisterfärber" hier im Forum experimentieren und variieren viel.
Du solltst einfach mal Diejenigen, die ein schönes Foto mit einer Färbung zeigen, per um ihr Rezept bitten. Ich denke, dass Dir da jeder helfen wird. Farben bekommst Du am einfachsten von Klaus Herrmann.
Der "Gerlach" ist evtl. für den Anfänger ( nach meiner persönlichen, natürlich völlig unmaßgeblichen ) Meinung doch etwas zu umfangreich, und es ist für den absoluten Anfänger schwer, wichtige Schritte und Methoden von den unwichtigeren zu unterscheiden.
Hast Du Dir evtl. mal den großen "Kremer" ( Das große Buch der Mikroskopie ) besorgt ( oder es versucht )?
Ist leider vergriffen, wird aber im Sommer neu aufgelegt.
DAS Buch für den Hobbymikroskopiker schlechthin.
Kennst Du diese Seite?
http://www.aeisner.de/index.html
Am einfachsten ist es übrigens, wenn man einmal die Grundschritte z.B. der Schnittechnik bei jemandem, der es kann, gesehen hat.
Ansonsten:
http://www.mikroskopie.de/pdf/vonderprobezumpraeparat.pdf
sowie der gesamte zugehörige thread:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1278.msg6486#msg6486
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Alexander,
auf das PDF 'Von der Probe zum Präparat' hat Peter ja dankenswerter Weise schon hingewiesen. Die 24h - Färbung, die ich dort beschreibe, ist allerdings recht zeitaufwendig, die ebenfalls beschriebene 'Abkürzung' erreicht ebenfalls sehr gute Ergebnisse.
Ansonsten habe ich in vielen meiner Threads die 'Rezepte' mit den verwendeten Chemikalien, Einwirkzeiten und Reihenfolgen mit angegeben.
Wenn Du erstmalig versuchst, Schnitte zu färben, würde ich Dir empfehlen, mit den Kombinationsfärbungen Etzold FCA oder Brügmann ("Etzold Grün") zu beginnen.
Bei stabilen Ergebnissen wären Färbungen mit den Einzelfarbstoffen oder Wacker W3A die nächsten Schritte.
Viel Erfolg und viel Spaß beim Färben!
Jörg
Hallo Zusammen,
Ich habe keine Ahnung, wie man eine Worddatei hier reinbringt, deshalb einfach als Kopie.
Das ist eine vereinfachte Vorschrift, wie ich sie in der Schule verwende. Hat sich eigentlich bewährt. Es sind 2 Varianten für Einzelschnitte und für viele.
Etzold´sche Trichromfärbung in Varianten Blau und Grün
Färbeanleitung für Einzelschnitte und größere Anzahl
Allgemeines:
Beide Varianten Blau und Grün liegen als gebrauchsfertige Farbstofflösungen vor. Es sind ,,Eintopfgemische" (leicht essigsauer und mit Thymol konserviert gegen Verpilzung)
Blau: Astrablau; Fuchsin; Chrysoidin (AFC)
Grün: Alcianblau; Alciangelb; Fuchsin; Chrysoidin (AAFC)
Durchführung der Färbung:
Schnitte von in AFE (Alkohol, Formalin, Eisessig) fixiertem botanischem Material werden nach gründlichem Auswaschen mit 70%igem Ethanol in Wasser (entmineralisiert) überführt.
Um Verwechslungen zu vermeiden OT unbedingt mit Bleistift beschriften (Objekt, Färbung). Hinter die Näpfchen die zugehörige Färbelösung stellen und das Gefäß mit dem Objekt!
Methode A für Einzelschnitte:
1.) Auf sauberem Objektträger (OT) 2 Tropfen Wasser vorlegen. Der Schnitt wird mit einem kleinen Pinsel aufgenommen und auf den Tropfen gesetzt. Wenn er sich nicht schön entfaltet gibt man noch einen Tropfen Wasser dazu.
2.) Wasser weitgehend abkippen oder mit Pipette abziehen. Schnitt darf nie austrocknen!
3.) Mit 2-3 Tropfen Etzoldlösung ganz bedecken. Färbezeit 10-15 Minuten. Länger ist normalerweise unkritisch. Auch kann Etzold mit Wasser 1:1 verdünnt und die Färbedauer dafür verdoppelt werden.
4.) Farbe mit Pipette abziehen (kann nochmal verwendet werden) 2-3 Mal mit Wasser waschen, bis keine Farbwolken mehr abgehen.
5.) Kontrolle (im Wassertropfen) unterm Stemi. Wenn zu blass, dann Nachfärben – beginnen bei 2.)
6.) Wenn rot überfärbt mit 70% Ethanol differenzieren: mit ein paar Tropfen bedecken, leicht bewegen durch Verkippen. Unterm Stemi beobachten, dann Ethanol abziehen und
7.) Sofort mit Isopropanol 100% entwässern. Das geschieht in 3 Stufen: das erste Mal nur kurz – ca. 10 sec. – dann sofort wechseln und Portionen 2 und 3 jeweils mindestens 2 min. einwirken lassen. In der 3. Portion kann der Schnitt dann auf die Weiterverarbeitung warten. (Isopropanol verdunstet schnell – nicht austrocknen lassen!)
8.) Schnitt mit einer Nadel ausrichten und Isopropanol mit Pipette abziehen.
9.) Auf den noch Isopropanol-feuchten Schnitt 1 kleinen Tropfen Euparal geben.
10.) OT umdrehen, so dass der Euparaltropfen jetzt nach unten hängt und auf sauberes Deckglas 18x18 aufsetzen und kurz andrücken.
11.) Hat man zu viel Euparal genommen, dann quillt es unterm Deckglas vor. Nicht abwischen! Überschuss wird erst nach vollständigem Aushärten mit einer Rasierklinge entfernt! Wurde zu wenig Euparal verwendet kann man nachfüllen, indem man einen kleinen Tropfen Euparal seitlich ans Deckglas setzt.
12.) Beschwert im Trockenofen bei 50-60° über Nacht oder mindestens eine Woche bei RT trocknen
Methode B für größere Anzahl Schnitte: Näpfchenfärbung
Im Prinzip ist das Vorgehen analog der Methode A:
Mehrere Schnitte liegen im Näpfchen in Wasser. Der Wechsel der flüssigen Medien erfolgt durch Abziehen bzw. Zugeben mit einer Pipette. Dabei ist darauf zu achten, dass die Pipette für Isopropanol trocken sein muss – oder gut mit Isopropanol gespült.
Am Schluss wenn die Schnitte nach dem 3. besser 4. Wechsel des Isopropanols in diesem liegen, muss man darauf achten, dass kein Wasser eingeschleppt wird!
Mit einem kleinen trockenen Pinsel werden die Schnitte nun einzeln auf OT übertragen, auf denen man 2-3 Tropfen Isopropanol vorgelegt hat. Danach geht's weiter wie bei A 8-12.
Klaus Herrmann
Zitat von: Klaus Herrmann in März 15, 2010, 10:00:09 VORMITTAG
Hallo Zusammen,
Ich habe keine Ahnung, wie man eine Worddatei hier reinbringt, deshalb einfach als Kopie.
Das ist eine vereinfachte Vorschrift, wie ich sie in der Schule verwende. Hat sich eigentlich bewährt. Es sind 2 Varianten für Einzelschnitte und für viele.
Etzold´sche Trichromfärbung in Varianten Blau und Grün
Färbeanleitung für Einzelschnitte und größere Anzahl
Allgemeines:
Beide Varianten Blau und Grün liegen als gebrauchsfertige Farbstofflösungen vor. Es sind ,,Eintopfgemische" (leicht essigsauer und mit Thymol konserviert gegen Verpilzung)
Blau: Astrablau; Fuchsin; Chrysoidin (AFC)
Grün: Alcianblau; Alciangelb; Fuchsin; Chrysoidin (AAFC)
Durchführung der Färbung:
Schnitte von in AFE (Alkohol, Formalin, Eisessig) fixiertem botanischem Material werden nach gründlichem Auswaschen mit 70%igem Ethanol in Wasser (entmineralisiert) überführt.
Um Verwechslungen zu vermeiden OT unbedingt mit Bleistift beschriften (Objekt, Färbung). Hinter die Näpfchen die zugehörige Färbelösung stellen und das Gefäß mit dem Objekt!
Methode A für Einzelschnitte:
1.) Auf sauberem Objektträger (OT) 2 Tropfen Wasser vorlegen. Der Schnitt wird mit einem kleinen Pinsel aufgenommen und auf den Tropfen gesetzt. Wenn er sich nicht schön entfaltet gibt man noch einen Tropfen Wasser dazu.
2.) Wasser weitgehend abkippen oder mit Pipette abziehen. Schnitt darf nie austrocknen!
3.) Mit 2-3 Tropfen Etzoldlösung ganz bedecken. Färbezeit 10-15 Minuten. Länger ist normalerweise unkritisch. Auch kann Etzold mit Wasser 1:1 verdünnt und die Färbedauer dafür verdoppelt werden.
4.) Farbe mit Pipette abziehen (kann nochmal verwendet werden) 2-3 Mal mit Wasser waschen, bis keine Farbwolken mehr abgehen.
5.) Kontrolle (im Wassertropfen) unterm Stemi. Wenn zu blass, dann Nachfärben – beginnen bei 2.)
6.) Wenn rot überfärbt mit 70% Ethanol differenzieren: mit ein paar Tropfen bedecken, leicht bewegen durch Verkippen. Unterm Stemi beobachten, dann Ethanol abziehen und
7.) Sofort mit Isopropanol 100% entwässern. Das geschieht in 3 Stufen: das erste Mal nur kurz – ca. 10 sec. – dann sofort wechseln und Portionen 2 und 3 jeweils mindestens 2 min. einwirken lassen. In der 3. Portion kann der Schnitt dann auf die Weiterverarbeitung warten. (Isopropanol verdunstet schnell – nicht austrocknen lassen!)
8.) Schnitt mit einer Nadel ausrichten und Isopropanol mit Pipette abziehen.
9.) Auf den noch Isopropanol-feuchten Schnitt 1 kleinen Tropfen Euparal geben.
10.) OT umdrehen, so dass der Euparaltropfen jetzt nach unten hängt und auf sauberes Deckglas 18x18 aufsetzen und kurz andrücken.
11.) Hat man zu viel Euparal genommen, dann quillt es unterm Deckglas vor. Nicht abwischen! Überschuss wird erst nach vollständigem Aushärten mit einer Rasierklinge entfernt! Wurde zu wenig Euparal verwendet kann man nachfüllen, indem man einen kleinen Tropfen Euparal seitlich ans Deckglas setzt.
12.) Beschwert im Trockenofen bei 50-60° über Nacht oder mindestens eine Woche bei RT trocknen
Methode B für größere Anzahl Schnitte: Näpfchenfärbung
Im Prinzip ist das Vorgehen analog der Methode A:
Mehrere Schnitte liegen im Näpfchen in Wasser. Der Wechsel der flüssigen Medien erfolgt durch Abziehen bzw. Zugeben mit einer Pipette. Dabei ist darauf zu achten, dass die Pipette für Isopropanol trocken sein muss – oder gut mit Isopropanol gespült.
Am Schluss wenn die Schnitte nach dem 3. besser 4. Wechsel des Isopropanols in diesem liegen, muss man darauf achten, dass kein Wasser eingeschleppt wird!
Mit einem kleinen trockenen Pinsel werden die Schnitte nun einzeln auf OT übertragen, auf denen man 2-3 Tropfen Isopropanol vorgelegt hat. Danach geht's weiter wie bei A 8-12.
Klaus Herrmann
Vielen Dank, damit hast du mir weitergeholfen.Werde deine Tips befolgen.Selbstverständlich euch allen auch.
Lg Alex