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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Ralle2305 in März 16, 2010, 08:39:12 VORMITTAG

Titel: Anfängerfrage
Beitrag von: Ralle2305 in März 16, 2010, 08:39:12 VORMITTAG
Hallo zusammen,

ich möchte für die Arbeit einen Adapter für eine Canon EOS 450 auf einen Mikroskoptubus (Innendurchmesser 23,2mm) kaufen. Ich hab jetzt zwei mögliche Adapter gefunden, die sich im Preis gewaltig unterscheiden:

1. 946,00 € brutto: http://www.lmscope.com/produkt22/lmscope_out2.php?Marke=2&Kamera=303&Anschluss=2&Sprache=de&submit=Suche+passenden+LM+Digital+Adapter

2. 125,00 € brutto: http://www.tecmon.de/vmchk/Zubehoer-Kameras/Mikroskop-Adapter-fuer-Canon-DSLR-Kameras.html

Wir haben hier einfache Durchlichtmikroskope und möchten Strukturen im unteren Mikrometerbereich fotografieren. Kann mir jemand einen Tipp geben, ob sich der Kauf des teureren Adapters wirklich lohnt, ob die Qualität der Aufnahmen so viel besser werden?

Vielen Dank schon mal im Voraus
Gruß
Ralf
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Werner Jülich in März 16, 2010, 09:01:15 VORMITTAG
Welches Mikroskop?
Welche Anforderung im Mikrometerbereich?
Werner Jülich
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Ralle2305 in März 16, 2010, 09:16:54 VORMITTAG
Als Mikroskop nutzen wir ein solches http://www.kruess.com/mbl2000.html allerdings mit einem drittem Tubus mittig.

Die Anforderungen sind recht schwer zu quantifizieren. Ich versuchs mal. Linien mit einer Dicke und einem Abstand von ca. 2 um gut auflösen zu können wäre schön.
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Werner Jülich in März 16, 2010, 09:34:08 VORMITTAG
Bei dem Mikroskop handelt es sich wohl um ein einfaches Modell mit Endlichoptik, d.h. auf den Objektiven steht beispielsweise 40/0,65  160/0,17.
Dann ist ein solcher Universaladapter nicht sehr gut geeignet, die Farbsäume könnten die gewünschten Ergebnisse beeinträchtigen.
Andererseits wäre ich auch sehr überrascht, wenn mit Ihrem Mikroskop Kompensationsokulare ausgeliefert würden, sodaß man auch nicht zu dem Umweg über die eigenen Okulare raten kann.
Probieren Sie einfach mal aus, ob Sie mit den Fehlern leben können.

Werner Jülich
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Ralle2305 in März 16, 2010, 10:26:54 VORMITTAG
Aber lohnt sich die Investition in einen Adapter der fast 1000 € kostet?
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Werner Jülich in März 16, 2010, 10:47:30 VORMITTAG
Ja, die Frage kann ich verstehen.
Immer noch unter der Annahme, dass es sich bei Ihrem System um Endlichoptik handelt, also ein nicht auskorrigiertes Zwischenbild dem Projektiv oder dem Sensor angeboten wird.

Version 1 ist noch teurer als die Kamera-Adaption von Zeiss und sie wird garantiert nicht optimal sein, weil sonst würde sie speziell für Ihre Optik produziert.
Version 2 mit Zwischenoptik 1,0x ist ein ganz besonderer Fall. Ich will nicht näher darauf eingehen, aber mich würde schon interessieren, wieviel Material in der 1,0x Zwischenoptik steckt. Auch hier gilt, ideal ist ganz anders.

Das Problem ist, dass Sie eigentlich in der Falle sitzen. Man startet schön preiswert und wenn da Forschungsmikroskop steht, was kann man da falsch machen?

Nur zur Sicherheit, können Sie noch etwas mehr zu Ihren Proben schreiben und habe ich mit den Objektivbezeichnungen Recht?

Werner Jülich
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Ralle2305 in März 16, 2010, 13:04:11 NACHMITTAGS
So, ich hab mal nachgeschaut, wir haben einen Haufen Objektive da, alles was sich so über Jahrzehnte ansammelt. Z.B. ein 80/0,95 oder ein 63/0,85.

Als Beispiel hab ich mal ein Bild hier abgelegt: http://www.lat.rub.de/tmp/bild1.jpg
Es ist eine Polle auf einer ausgezogenen Glasfaser. Dieses Bild haben wir mit einem selbst gebastelten Adapter und einer Canon Coolpix 995 gemacht. Die lange Achse der Polle ist ca. 20 um lang.
Es wäre schön wenn wir eine solche Aufnahme deutlich schärfer hinbekommen könnten, und auch die Struktur der Polle besser aufgelöst bekommen könnten.

Gibt es evtl. noch Alternativen zu den Adaptern die ich genannt habe?

Viele Grüße
Ralf
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Werner Jülich in März 16, 2010, 13:16:19 NACHMITTAGS
Noch einmal gefragt.
Wie haben Sie präpariert?
Objektträger-Probe- und dann?
Was steht denn noch auf Ihrem Objektiv? 160/0,17 vermutlich und dann wäre es interessant, zu wissen, was auf der Probe lag, Deckglas oder kein Deckglas.  Es wird Sie nicht trösten, wenn ich Ihnen sage, dass auch erfahrene Mikroskopiker mit diesen hochaperturigen Trockenobjektiven ganz schön ins Schwitzen kommen, Sie benutzen einfach das falsche Werkzeug. Versuchen Sie mal eine AUfnahme mit einem braven 20er oder 40er.

Werner Jülich
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Ralle2305 in März 16, 2010, 13:24:52 NACHMITTAGS
Präpariert wurde da nix. Das eine Faserende klebt auf einem "Bock", das andere Ende mit der Polle "hängt" in der Luft. Es kann sein, das das mit einem einfachen 40er Objektiv gemacht wurde!? 160er Objektive haben wir nicht.
Was für ein Objektiv könnten wir uns noch dazu kaufen, ob eine solche Polle gut abzulichten?

Eigentlich gehts mir aber primär um den Adapter. Werden die Aufnahmen deutlich besser mit dem teureren Adapter?
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Werner Jülich in März 16, 2010, 13:29:33 NACHMITTAGS
Das ist der letzte Versuch. Schreiben Sie doch einfach mal auf, was auf dem Objektiv steht, so schwer kann es doch nicht sein. Ich versteh nicht, warum Sie so hartnäckig sind, Sie wollen doch Hilfe, also los.

Werner Jülich
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Ralle2305 in März 16, 2010, 13:37:24 NACHMITTAGS
I.d.R. wird hier irgendein Objektiv genutzt, ohne das da groß drüber nachgedacht wird, hauptsache der Bildausschnitt passt "irgendwie". Ich hab mir jetzt mal eines rausgesucht: Fa. Will Wetzlar, klein: 160/0,17, groß: 40/0,65
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Werner Jülich in März 16, 2010, 13:47:11 NACHMITTAGS
Na also, es geht doch.
Sie benutzen Objektive, die für Ihre Vorgehensweise nicht geeignet sind. Da können Sie alles Geld der Welt in einen Kameraadapter investieren, so wird Das nichts.
Sie brauchen EPI-Objektive, z. B. das EPI-A 20x/0,50 der Firma Hund. damit haben Sie erst einmal das fehlende Deckglas kompensiert und Ihre geforderte Auflösung läßt sich so auch realisieren. Als kleinen Nebeneffekt erhalten Sie dazu noch etwas mehr Schärfentiefe, was ja bei dreidimensionalen Proben nicht sooo schlecht ist.
Das EPI liefert ein nicht auskorrigiertes Zwischenbild von knapp 21 mm Durchmesser ( mehr wird nicht ausgeleuchtet ). Dieses Zwischenbild muß mittels Projektiv auf die 28 mm Sensordiagonale Ihrer Canon gebracht werden und dieses Projektiv muß kompensieren, sonst werden Sie nie gute Aufnahmen produzieren können.
Es gibt natürlich noch andere Hersteller von EPI-Objektiven aber mir ist kein Hersteller bekannt, der seinen 160er EPI-Objektiven ein auskorrigiertes Zwischenbild verpaßt hätte und nur dann wäre einer der von Ihnen ausgeguckten Kameraadapter wirklich geeignet.

Werner Jülich
Titel: Re: Anfängerfrage
Beitrag von: Ralle2305 in März 16, 2010, 15:03:45 NACHMITTAGS
Danke