In Bezug auf meine Frage hier
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5189.0
bin ich am überlegen, wie man so was mit Schimmelpilz Sporen am besten macht.
Man könnte ein Hohlschliff Objektträger nehmen, ein wenig Agar hinein, Sporen beimpfen und Deckglas darauf.
Nur es entstehen kleine Probleme. Zum einen, ist das ganze nicht wirklich steril.
Das nächste, das ich ja Wasser hinzu geben muss, damit ich mit meinem 60er Öl Objektiv, das ganze Dokumentieren kann. Das wird aber verdunsten und ich müsste immer welches nach geben.
Dadurch verschiebt sich aber auch das Objekt immer ein wenig. Und der Fokus verändert sich auch dadurch.
Wie könnte man so was am besten lösen?
Hallo Mike,
Du kannst eine Agarplatte, am besten selbst neu gießen, mit geringer Schichtdicke verwenden (gekaufter Agar wird in der Mikrowelle schnell wieder flüssig), Agar beimpfen und Deckglas drauf. Der Agar hält die Feuchtigkeit schon recht lange. Du kannst allerdings nur Mycel oder Pseudomycel bei Hefen beobachten und keine Luftmycelien. Probleme mit der Sterilität treten sehr selten auf.
Übrigens gibt es Agar auch im Reformhaus, als gutes Nährsubstrat kann man abgekochtes Bier (pH einstellen) verwenden. Nur nicht zu fette Nährböden bringen gute Resultate.
Gruß Ralf
Hallo,
habe in den Siebzigern als Schüler für den Bio-Unterricht über mehrere Tage Schimmelpilzsporen in "Langzeit-Frischpräparaten" beobachtet. Soweit in Erinnerung, wurden die Sporen in einer zielmich wasserklaren Nährlösung gehalten (Wöltje-Lösung??), die man auch einfach auf einen Objektträger tropfen und mitsamt einigen Sporen mit einem Deckglas bedecken konnte.
Das Präparat (Sporen in Nährlösung unter Deckglas) wurde über viele Tage in einer feuchten Kammer aufbewahrt (letztlich einfache Tupperbox oder ähnliches nehmen, Wasser zum Boden geben, ggf. einige feuchte Wattebäuschchen zur Oberflächenvergrößerung beifügen, das Präparat darüber trocken waagerecht aufbocken, ohne dass es nass wird, Deckel so dicht abschließen lassen, dass keine relevante Verdunstung eintritt, Box so geräumig auslegen, dass genug Luft bleibt).
Da in diesem abgeschlossenen Feuchtmilieu hohe Luftfeuchtigkeit bestand, verdunstete die Wöltje-Lösung untern dem Deckglas praktisch nicht. Ggf. hätte auch vorsichtig vom Rand her ein wenig neue Nährlösung im Verlauf dazugegeben werden können.
Wenn interessierende Sporen mit Hilfe der Koordinateneinstellung des Kreuztisches in ihrer Position dokumentiert wurden, konnten sie auch nach Tagen leicht wiedergefunden werden.
Das Keimen der Sporen konnte so Dank Deckglas bei guter Planlage und Tiefenschärfe beobachtet und fotografiert werden.
Die Konstruktion war sehr simpel, aber für den gedachten Zweck effektiv.
Viele Grüße
Jörg Piper