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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Peter V. in August 02, 2025, 16:47:54 NACHMITTAGS

Titel: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Peter V. in August 02, 2025, 16:47:54 NACHMITTAGS
Hallo,

an einem alten schwarzen Phomi lassen sich die gegenüberliegenden Feintriebknöpfe sehr leicht gegeneinander verdrehen, ohne dass man irgendeine Auswirkung bemerkt. Man hat auch den Eindruck, dass der Feintrieb sehr langsam reagiert, egal ob man am linken oder rechten Knopf dreht.
Die Frinktionsverstelleung des Triebes wirkt nur auf den Grobtrieb. Ich kann an den Feintriebknöpfen auch keinerlei Fixierungsschraube o.ä. entdecken.

Hat jemand eine Idee, was es damit auf sich hat und wie ich das Problem beseitigen könnte?

Screenshot_20250802_164243_Gallery.jpg

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Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 04, 2025, 00:04:43 VORMITTAG
Hallo Peter,

leider kann ich Dir nicht helfen. Ich habe so einen Triebblock hier und rätsle schon lange darüber, wie man die Feintriebknöpfe abbekommt. Bei mir lassen sie sich auch gegeneinander verdrehen, aber dazu muss schon ein gewisser Widerstand überwunden werden. Ich vermute es ist ein Klemmmechanismus.
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Reinhard in August 04, 2025, 10:16:09 VORMITTAG
Lieber Peter,

anbei ein Photo von meinem schwarzen.
Es weist je eine kleine Stellschraube am Feintrieb auf und letztere sind nicht gegeneinander verdrehbar.

_MG_4580.JPG

Herzliche Grüße
Reinhard
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Peter V. in August 04, 2025, 18:45:05 NACHMITTAGS
Hallo,

einige Besitzer von alten Zeiss-Mikroskopen (Phomi, WL) haben mir freundlicherweise per PN Tipps gegeben, allerdings helfen die leider wenig weiter, weil es sich doch offenbar um einen anderen (ungebwöhnlichen) Trieb bei meinem schwarzen Phomi handelt.

1) Meine Feintriebknöpfe haben defintiv keine Fixierungsschraube
2) Das Gegeneinander-Verdrehen der gegenüberliegenden Knöpf kann man unendlich betreiben, es bewirkt nichts. Offenbar sind sie nicht durch ein Gewinde etc. mit der Welle verbunden.
3) Offenbar ist hingegen die Skalenplatte, die man auf meinem Bild sieht, mit der Feintriebwelle fest verbunden. Hält man diese Skala fest, lassen sich beide Triebknöpfe dennoch drehen, allerdings ohne Wirkung. Lässt man die Skalenplatte los, kann man mit beiden Knöpden den Trieb verstellen, aber nach meinem Gefühl mit Schlupf. Es scheint so zu sein, dass die Feintriebknöpfe einfach nur auf die Achse aufgesteckt wurden und allein durch Reibung die Welle mitnehmen. Aber kann Zeiss das ernsthaft so konstruiert haben?
Man müsste dann ja die Knöpfe auch einfach von der Welle abziehen können, was ich aber nicht mit Kraft probiert habe, um nichts zu beschädigen.

Alles sehr kurios...

Wenn man schon hier im Forum niemanden (mehr) findet, der diesen Trieb noch kennt... :-\

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 04, 2025, 21:37:34 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Hurra, ich hab´s bei meinem Triebkasten auf einer Seite geschafft! Auf der Seite ohne Skala habe ich bemerkt, dass der Feintriebrändelknopf sich diskret nach außen ziehen lässt und sich ein kleiner Spalt zwischen dem Rändelknopf und dem Konus bildet, der auf der anderen Seite die Skala eingraviert hat. GAAAAnz vorsichtig bin ich in diese Lücke mit einem Schlitzschraubendreher gegangen und konnte so den Rändel langsam nach außen aus seiner Ringfederraste drücken. Das sieht dann so aus:

Auf der Achse sieht man eine schwarze Ringfeder, die in eine entsprechende Nut auf der Innenfläche des Rändelknopfes einrastet. Auf der anderen Seite scheint das anders zu sein: Wenn ich auf der Seite, auf der das Rändel abgezogen ist, die Achse festhalte, kann ich den Feintriebknopf der Gegenseite nicht mehr frei drehen. Das ganze scheint ein Überdrehschutz zu sein, ähnlich wie wir es ja vom Feintrieb der L-Stative und ihrer 1:1-Kopie kennen, dem Lomo Biolam.
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Peter V. in August 07, 2025, 13:43:03 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

dieser Feintrieb hat in beide Richtungen nach x Undrehungen einen Anschlag. Dass die Knöpfe "lose" aufsitzen, wird also wohl - wie Du vermutest - tatsächlich eine Überdrehsicherung sein. So weit, so verständlich. Ich selbst habe mich noch nicht getraut, die Knöpfe abzuziehen.
Das Problem ist aber, dass die offenbar bewusst bewegliche Verbindung zwischen Knopf und Achse nun so lose ist, dass die Feintriebknöpfe bei schneller Betätigung "durchdrehen". Vielleicht ist mir das auch deshlab erst jetzt so richtig aufgefallen, weil der Raum, in dem das Phomi steht, derzeit sehr warm ist.
Wie könnte man denn diese Verbindung Knopf/Achse "fester" gestalten?

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: junio in August 08, 2025, 16:37:13 NACHMITTAGS
Lieber Peter,
zunächst müsste man einmal schauen, ob dieser Spannring überhaupt noch verbaut ist, oder aber gebrochen ist.
Ein Ersatzteil nachzuempfinden könnte schwierig sein, obwohl Du so gut wie alle Reparaturfreiheitsgrade und - Möglichkeiten hast.
Mein WL und mein Ultraphot haben am Feintriebknopf Feststell-Schräubchen an beiden Seiten. Eine solche ,,bombenfeste" Lösung ist für Deinen Mechaniker kein Problem.

Beste Grüße von Jürgen, der morgen einmal nachschaut, ob es eine technische Zeichnung gibt.

Nachtrag: Die mir vorliegende technische Zeichnung des Triebkastens ist von 1965. Hier sind die beiden Feintriebknöpfe mit Feststell-Schräuchen fixiert. 





 
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 08, 2025, 17:56:30 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

der Feintrieb dürfte 20 bis 22 Umdrehungen zulassen.

Um die Friktion zu erhöhen, müssen die Knöpfe ab. Freihändig wird das wahrscheinlich nicht gehen, vermutlich gibt es da ein Abziehwerkzeug. Ursache dürfte am ehesten trocken gewordenes Fett sein, evtl. muss auch die Ringfeder etwas aufgebogen werden. Hast Du mal getestet, ob wirklich beide Knöpfe frei drehen? Bei dem Triebblock, den ich hier habe ist es sicher nur einer.

PS: Eigentlich hatte ich das heute früh schon gepostet, war aber irgendwie nicht angekommen.

Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: junio in August 09, 2025, 19:00:08 NACHMITTAGS
...hier eine weitere Information: noch vor 1962 wurde der Feintrieb dahingehend geändert, indem er eine Bremseneinstellung durch ein Gegendrehen der beiden Feintriebknöpfe erlaubt. Diese Konstruktion hat jedenfalls an beiden Knöpfen ein Feststellschräubchen.
Beim Drehen sieht man deutlich die Achsenverlängerung bzw.-verkürzung. Vor dieser Zeit war eine Einstellungsmöglichkeit der Gängigkeit des Feintriebes nicht vorgesehen.
Quelle: Bedienungsanleitung Ultraphot II von 1962. Hier wird auf die Konstruktionsänderung ab einer bestimmten Ultraphot-Fertigungsnummer hingewiesen.
Grüße von Jürgen
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Peter V. in August 11, 2025, 17:52:04 NACHMITTAGS
Hallo,

dank Saunatemperaturen liessen sich heute beide Knöpfe ohne jedes Werkzeug und ohne Kraftanstrengung problemlos abziehen.
S o siehts also aus!
Und nun? Habe ich mich jetzt selbst ausgetrickst? Wie bekommt man denn nun die Knöpfe wieder über die Ringfeder geschoben?
Muss die Öffnung der Ringfeder an einer bestimmten Stelle sein? Oder muss sie zuerst in die Rille im Inneren des feintriebsknopes eingelegt werden? Und wie kann man nun daas Durchdrehen verringern oder verhindern? Fragen über Fragen...

Herzliche Grüße
Peter

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Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 11, 2025, 18:53:46 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

das Zusammenbauen ist kein Problem. Das Rändel aufschieben auf die Achse. Wenn es der Ringfeder anliegt, diese zusammendrücken und das Rändel weiterschieben, bis es einrastet. Wo die Enden liegen, ist prinzipiell egal. Beim Zusammenbau würde ich aber darauf achten, dass sie nicht auf dem weißen Kunststoffteil stehen; könnte mir vorstellen, dass dieses sonst beschädigt werden könnte.

Habe auf Deinen Post hin das Teil bei mir noch etwas weiter zerlegt: Die Einzelteile sind im angehängten Foto zu sehen. Unterhalb dem Plastikteil liegt ein gebogenes Federblech.

Übrigens: Habe nochmal mit ziemlichem Kraftaufwand dann doch geschafft, auch den zweiten Rändel freizudrehen, es sind also auf beiden Seiten die Feintriebrändel federnd gelagert.

Zum Problem der zu Geringen Friktion der Federung an Deinem Phomi: Das Fett im Bereich der Rändelfederung sieht ja eigentlich noch gut aus, wie bei mir auch; ich habe den Drehknopf durch Lösen der versenkten Schlitzschraube (diese greift in eine kegelförmige Bohrung auf der Welle) einmal ganz abgenommen; das Fett dort sieht dtl. schlechter aus, relativ fest am Übergang zum Bröseln. Daher vermute ich eher, dass das Problem an Deinem Phomi nicht eine zu geringe Friktion des Feintriebrändels, sondern vielmehr ein zu hohe im Bereich der Feintriebwelle. Das Problem wäre deshalb wahrscheinlich gelöst, wenn man den Trieb vollständig wartet; das ist allerdings ein ziemliches Unterfangen. Alleine die Feintriebgleitlager sind als Kugellinearführungen ausgeführt, wobei es für jede Seite zwei á 22 Kugeln sind!
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Peter V. in August 11, 2025, 19:11:32 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

so - Knöppe wieder druff!  ;)

In der Tat ist es so, dass die Friktion Knopf/Welle geringer ist als die Friktion innerhalb des Triebes. Wie Du es vermutet hast. Aber da das schwarze Phomi eh nur ein "Ausstellungsstück" ist, bleibt der Trieb wie er ist.

Danke für die Mithilfe bei der Klärung.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: junio in August 11, 2025, 19:35:00 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,
hat das von Dir beschriebene Mikroskop eine Bremseinstellmöglichkeit am Feintrieb oder ist es die ältere Ausführung ohne Einstellmöglichkeit?
Grüße von Jürgen
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 11, 2025, 19:49:38 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

eine Stellmöglichkeit am Feintrieb gibt es da nicht. Ich habe extra mal den zweiten Knopf noch abgezogen und auch den Mitnehmer unter dem Rändel; der ist auf dieser Seite zusätzlich zu der Senkschraube noch mit einer Klemmschraube fixiert. Nirgends habe ich eine Stellmöglichkeit zur Einstellung der Feintriebgängigkeit gefunden.
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: HCLange in August 11, 2025, 19:59:44 NACHMITTAGS
Hallo Peter, Jürgen,

das gebogene Federblech unter dem Kunststoffteil sorgt für die Friktion.
Ich würde die Teile vom Öl befreien und mit viskosem Fett benetzen. Das Federblech etwas mehr knicken, damit die Anpreßkraft Plastikteil-Rändelknopf erhöht wird.
Die Ringfeder dient wohl nur als Halteelement.

Herzliche Grüße
Christoph
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: junio in August 11, 2025, 22:10:36 NACHMITTAGS
... dann mach ich einmal eine vorsichtige Conclusio:
Mit dem Ende der ,,schwarzen Ära" in der ersten Hälfte der 60er Jahre wurde auch der Feintrieb geändert. Der in seiner Gängigkeit nicht einstellbare und hublimitierte Feintrieb, ausgestattet mit einer Überdrehsicherung, wurde ersetzt durch einen in seiner Gängigkeit einstellbaren, ebenfalls hublimitierten Feintrieb. Der Überdrehschutz wurde dabei geopfert. Die alte Triebversion war konstruktionsbedingt ohne radiale Feststellschrauben konzipiert, die neuere Version hatte sichtbare Feststellschräubchen.
Natürlich waren aus Fertigungsgründen die zeitlichen Übergänge zum neuen Konzept fließend.
Beste Grüße von Jürgen
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 11, 2025, 22:38:31 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

und noch eine Ergänzung:
Aus einer Kugellinearführung (zwei je Seite) wurde eine Kreuzrollenführung (eine pro Seite).
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Reinhard in August 13, 2025, 08:43:06 VORMITTAG
Zitat von: junio in August 11, 2025, 22:10:36 NACHMITTAGS... dann mach ich einmal eine vorsichtige Conclusio:
Mit dem Ende der ,,schwarzen Ära" in der ersten Hälfte der 60er Jahre wurde auch der Feintrieb geändert. Der in seiner Gängigkeit nicht einstellbare und hublimitierte Feintrieb, ausgestattet mit einer Überdrehsicherung, wurde ersetzt durch einen in seiner Gängigkeit einstellbaren, ebenfalls hublimitierten Feintrieb. Der Überdrehschutz wurde dabei geopfert. Die alte Triebversion war konstruktionsbedingt ohne radiale Feststellschrauben konzipiert, die neuere Version hatte sichtbare Feststellschräubchen.
Natürlich waren aus Fertigungsgründen die zeitlichen Übergänge zum neuen Konzept fließend.
Beste Grüße von Jürgen

Hallo Jürgen,
das schwarze Phomi,um das es ja anfangs ging, und damit auch meins, stammen aber aus den Endfünfzigern. Somit müsste es auch noch andere Gründe geben, wenn ich richtig mitgedacht habe.

Viele Grüße
Reinhard
Titel: Aw: Altes schwarzes Phomi - Feintriebknöpfe gegeneinander beweglich
Beitrag von: Silber_und_Licht in August 13, 2025, 21:04:55 NACHMITTAGS
Zitat von: Reinhard in August 13, 2025, 08:43:06 VORMITTAG...
das schwarze Phomi,um das es ja anfangs ging, und damit auch meins, stammen aber aus den Endfünfzigern. Somit müsste es auch noch andere Gründe geben, wenn ich richtig mitgedacht habe.

Moin!

Andere Gründe? Durchaus denkbar. Einer könnte sein, dass der Triebkasten eines schwarzen Phomis aus den 1950ern aus Reparaturgründen im Werk oder vom Kundendienst gegen einen neueren solchen ausgewechselt wurde. Bis weit in die 1970er Jahre sind schwarz lackierte Triebkästen vorrätig gewesen, weil auch die neueren Photomikroskope I mit Drucktasten-Automat in der industriegrünen Hammerschlaglackierung immer noch schwarze Triebkästen und Tubusköpfe hatten, und schwarze WL brauchten so etwas ebenfalls im Reparaturfall.

Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang