Der aus Asien stammende Strauch von einem bis zwei Metern Höhe wächst auch in Südeuropa. Von dort (Sevilla) stammt meine Probe.
In Indien galt Rhinacanthus als Heilpflanze mit guter Wirkung bei Hautirritationen. Außerdem wurde sie bei Schlangenbissen eingesetzt. Daher rührt wohl auch der deutsche Name, wobei der indische noch klangvoller ist: "Naga-mulli" oder "Jasmine of the Cobra-di-capello".
Wer dazu etwas nachlesen möchte:
https://archive.org/details/pharmacographia03dymogoog/page/54/mode/1up?view=theater&q=dhob
Zunächst der Habitus (abgebildet ist eine kleine Pflanze):
Bild 1 (Wikimedia Commons, Autor Vinayaraj)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556426/Rhinacanthus_nasutus.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Ich habe mir Blattstiel und Blatt angeschaut. Grefärbt wurde mit FCA nach Etzold. Alle Schnitte sind 30 oder 40 µm dick.
Zunächst die Übersicht über den Blattstiel
Bild 2
(https://www2.pic-upload.de/img/37556371/Rnbs1.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Neben dem gewohnten Bild mit dem großen sichelförmigen Leitbündelbereich und den beiden kleineren Bündeln, die in die Seitenrippen des Blattes ziehen werden, fällt die kräftige Rindenzone auf, in die größere Zellen mit hellblauer Färbung eingestreut sind.
Hier noch die Ansicht im polarisierten Licht
Bild 3
(https://www2.pic-upload.de/img/37556370/Rnbs2.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Ganz vereinzelt sind einige kleinere Trichome erahnbar, aber insgesamt ist die Behaarung sehr zurückhaltend.
Im Detail jetzt eines der kleineren Leitbündel
Bild 4 (40x, Ausschnitt)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556373/Rnbs5.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Die auch hier rechts vom Leitbündel erkennbare große Zelle mit wohl flüssigem Inhalt ist eine idioblatische Sekretzelle. Dazu noch einige weitere Beispiele
Bild 5 (40x, Ausschnitt)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556372/Rnbs3.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Hier sind mehrere dieser Idioblasten abgebildet, die sich durch ihre Färbung gut vom Rindenparenchym abheben. Der Inhalt dürfte entweder aus phenolischen Verbindungen bestehen oder es ist Schleim.
Nun zu den Querschnitten vom Blatt
Bild 6
(https://www2.pic-upload.de/img/37556365/Rnb1.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Das Bild vom kräftigen Rindenparenchym mit eingestreuten Idioblasten wiederholt sich auch hier. Interessant ist die bräunlich-grünliche Färbung an der Basis der Blattspreiten, die bis in die Mittelrippe hineinragen. Es sind Chloroplasten. Offensichtlich übernimmt beim Schlangenjasmin auch der Blattstiel anteilig die Aufgabe der Photosynthese.
Hier eine Detailaufnahme dazu
Bild 7 (20x, Ausschnitt)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556366/Rnb3.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Links sieht man bereits Palisadenparenchym, gut gefüllt mit Chlorophyll, das sich bis über das kleine Leitbündel hinweg an die Seite des Blattstiels zieht. Außerdem sind wieder zwei Idioblasten erkennbar.
Zu diesen noch ein paar weitere Bilder
Bild 8 (40x, Ausschnitt)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556369/Rnb6.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Bild 9 (40x, Ausschnitt)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556368/Rnb5.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Bild 10 (40x, Ausschnitt)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556375/Rnb7b.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Jetzt noch eine Detailaufnahme der Blattspreite
Bild 11 (40x, Ausschnitt)
(https://www2.pic-upload.de/img/37556367/Rnb4.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Man sieht zweireihiges Palisadenparenchym, darunter lockeres Schwammparenchym. Obendrauf ein Mini-Trichom. Unten rechts ist wieder eine idioblastische Sekretzelle angeschnitten.
Zum Abschluss noch der Blattquerschnitt im polarisierten Licht
Bild 12
(https://www2.pic-upload.de/img/37556364/Rnb2.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Berichtigungen oder Ergänzungen.
Lieber Peter,
da hast Du ein paar süße Smilies produziert! Wieder ein hervorragend bebilderter und lehrreicher Beitrag, danke.
Lieber Jürgen,
ganz herzlichen Dank! Die Smilies sind das Salz in der Suppe der Pflanzenschnitte ;)
Beste Grüße
Peter