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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: lumipan in Oktober 09, 2025, 15:26:05 NACHMITTAGS

Titel: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 09, 2025, 15:26:05 NACHMITTAGS
Hallo und Grüße,

ich möchte Fragen ob jemand eine Idee zu der Bezeichnung hat: "Jalicht" die hier im Leitz-Sarg graviert ist. Bisher habe ich nur hilfloses Schulterzucken erhalten wenn ich versucht habe eine Antwort zu bekommen. Kennt jemanden den Begriff, handelt es sich um eine besondere Ausführung oder einen Vertriebspartner oder einfach einen Fake? Nach der Seriennummer sollte das Teil aus der Zeit um 1915 stammen.

Danke, freue mich über jeden Tip
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Dypsis in Oktober 09, 2025, 16:28:44 NACHMITTAGS
Hallo,
ich hab zwar auch nicht wirklich einen Tip aber:
a) diese Gravur hatte ich schon zwei mal
b) sie war ein mal an einer Lupe zur Durchsicht von Luftbildern (Wk1)
C) Fake ist es sicher keiner

Lass doch mal mehr vom Statv sehn.

Grüße
Thomas
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 09, 2025, 23:05:25 NACHMITTAGS
Thomas, ich vermute, es ist eine Produktbezeichnung, wie bei diesem Fernglas:


Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 10, 2025, 07:02:23 VORMITTAG
dankeschön an Euch Bilder folgen nach!!!
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 10, 2025, 10:24:30 VORMITTAG
Hallo Thomas, hallo Jürgen,

hier ein paar Eindrücke, ich denke Bildauswertung könnte vom Fuss her plausibel sein. Objektiv ist fix, 2 Okularpaare 3,5 und 7x. Kein Okularmikrometer zum Messen dabei. Die Okulare sehen speziell aus mit der Teilung (stelle noch ein Bild ein).  Fragen folgen nach. Wenn es aus 1914 stammt würde das für fotografische Aufnahmen vielleicht sogar bevorzugt Ballon und Zeppelin sprechen oder frühe Fliegerkameras

Hallo Thomas, kannst du dich erinnern ob die Lupe die du gesehen hast auch so aussah? Wenn nicht ist eine Produktbezeichnung für ein dediziertes Modell eher wenig wahrscheinlich.

Danke und Grüße
dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 10, 2025, 10:30:29 VORMITTAG
Okulare mit Einteilung und noch eine weitere Verstellmöglichkeit am Fuß
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 10, 2025, 11:49:31 VORMITTAG
Hier wurde so eins gezeigt und als "Feldmikroskop" von 1916 bezeichnet:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=23986.msg374115#msg374115

Bei Ferngläsern für den militärischen Gebrauch steht an dieser Stelle die Gravur "D.G." für Dienstglas. L. D. M. könnte also z.B. für Luftwaffe Dienstmikroskop stehen. Aber "Jalicht."? Hat das was mit Lichtbildern zu tun?

Grüße
Martin
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 10, 2025, 12:16:37 NACHMITTAGS
Das Teil dient eventuell zum genaueren Betrachten von Filmnegativen vor weißem Hintergrund?
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 10, 2025, 14:23:35 NACHMITTAGS
Vielen Dank Martin, vielen Dank Jürgen,

der link ist prima, ich habe einmal eine Anfrage geschickt. Das mit dem  DG   für Dienstglas ist mir nicht bekannt gewesen, danke! allerdings bin ich mir n icht sicher ob die Fliegerei im I.WK überhaupt schon Luftwaffe hiess, da ist das Netz sehr unergiebig, Eine Alternative evtl Luftschiff oder Leitz---?

Wenn überhaupt tippe ich eher auf Positivbetrachtung Thomas, bei Negativen wird eigentlich ein Leuchtkasten oder Hintergrundlicht von Vorteil sein

Grüße dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Dypsis in Oktober 10, 2025, 15:07:31 NACHMITTAGS
... ich glaub der Wolfgang (ortholux) weiß zu dem Ding was. Ich habe ihm seinerzeit genau das gleiche das Du da hast, abgetreten
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Dypsis in Oktober 10, 2025, 15:12:37 NACHMITTAGS
Zitat von: lumipan link=msg=381788 d
quote author=lumipan link=msg=381788 date=1760099015]

Wenn überhaupt tippe ich eher auf Positivbetrachtung Thomas, bei Negativen wird eigentlich ein Leuchtkasten oder Hintergrundlicht von Vorteil sein

Grüße dirk

... na dann stell das Ding doch schräg, stells vors Fenster und lass das Tageslicht auf die Helle Platte scheinen und schon hast du deinen Leuchtkasten
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 10, 2025, 16:03:06 NACHMITTAGS
Hallo,

vom Aufbau her scheint doch klar zu sein, dass der Untersatz des Mikroskops für Durchlicht gedacht ist. Und die dazu notwendige Schrägstellung erleichtert den Einblick.
"Feldmikroskop" klingt eigentlich ganz nach dem Einsatz unterwegs in der Nähe der Front, falls es aus der Zeit 1914-1918 stammt.

ZitatDas mit dem  DG   für Dienstglas ist mir nicht bekannt gewesen, danke! allerdings bin ich mir n icht sicher ob die Fliegerei im I.WK überhaupt schon Luftwaffe hiess, da ist das Netz sehr unergiebig
Das Heer hatten anfangs sog. Feldflieger- oder Luftschiffer-Abteilungen, die den jeweiligen Armee-Korps zugeordnet waren. Die Struktur entwickelte sich dann differenzierter, bis zu eigenen Aufklärungsabteilungen:  https://de.wikipedia.org/wiki/Luftstreitkr%C3%A4fte_(Deutsches_Kaiserreich)#Gliederung_und_Einsatz_der_deutschen_Heeres-Luftstreitkr%C3%A4fte.

Hubert
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 10, 2025, 18:25:41 NACHMITTAGS
Zitat von: Dypsis in Oktober 10, 2025, 15:07:31 NACHMITTAGS... ich glaub der Wolfgang (ortholux) weiß zu dem Ding was. Ich habe ihm seinerzeit genau das gleiche das Du da hast, abgetreten

Ich warte schon die ganze Zeit drauf, daß Wolfgang uns erlöst... ;-)
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 10, 2025, 18:45:06 NACHMITTAGS
vielen Dank Euch allen! Auch auf d8ie Gefahr dass ich etwas naiv bin: Die helle Platte auf den Fotos ist aus Metall der schwarze Unterbau fühlt sich für mich wie massiver Guss an und hat auch keine Aussparungen oder Lichtdurchtritte. Ich bin etwas hilflos wie man (ich) hier eine Durchlichtbeleuchtung für Negative hinbekommen kann, es gibt keinen durchsichtigen oder durchscheinenden Träger wo ich ein Lichtbild plazieren würde?

Grüsse an Alle

dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 10, 2025, 18:47:37 NACHMITTAGS
Mit den beiden Rändelschrauben könnte man z.B. ein 6x9 Negativ fixieren. Die weiße Platte dient als Reflektor.
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 10, 2025, 20:34:25 NACHMITTAGS
In der Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie und mikroskopische Technik 39, 1922 wurde (S. 126ff) ein sehr ähnliches Stativ (ohne diesen "Spezialfuß") vorgestellt, als "Die neue 'Binokulare Präparierlupe mit großem Sehfeld'" :

Leitz_Bino_1922.jpg

Grüße
Martin
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 10, 2025, 21:01:06 NACHMITTAGS
Hallo,

ZitatDie helle Platte auf den Fotos ist aus Metall der schwarze Unterbau fühlt sich für mich wie massiver Guss an und hat auch keine Aussparungen oder Lichtdurchtritte. Ich bin etwas hilflos wie man (ich) hier eine Durchlichtbeleuchtung für Negative hinbekommen kann, es gibt keinen durchsichtigen oder durchscheinenden Träger wo ich ein Lichtbild plazieren würde?
z.B. so:

Durchlichtbeleuchtung.jpg

Leitz ist ja bekannt für die zahlreichen Sonderkonstruktionen. Man sieht z.B. auf dieser Katalogseite diverse Stativvarianten für ein einziges Modell

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/138026_12822446.jpg)

Hubert
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 10, 2025, 22:04:40 NACHMITTAGS
danke dir mal schauen wie es aussieht, probiere es einmal aus
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: purkinje in Oktober 10, 2025, 22:38:48 NACHMITTAGS
Hallo,

mir sieht das Gerätchen vom Anfang doch trotz der Nr. (gab es für Stereos ggf eigene?) sehr nach späten 1920 bis 1930 Jahren aus.
Falls es aus der Luftbildauswertung stammt, dann zum Kraterzählen nach Artillerie-Beschuss. Mir plausibler, dass es zur Negaiv- betrachtung und -retousche beim Photografieren allgemein stammt.

Damit auch illustriert sei wie ausgefeilt schon vor dem 1. WK auch steroskopisch Gelände-Reliefs aufgeklärt wurden ein Bild
Stereokomparator.jpg
und zwei Literaturstellen (frei erhältlich):
 Die deutsche militärische Luftbildaufklärung Von den Anfängen bis 1945, Vogler Diss. 2020  (https://www.google.de/books/edition/Die_deutsche_milit%C3%A4rische_Luftbildaufkl/atruDwAAQBAJ?hl=de&gbpv=0)
und
Grundzüge der Luft- und Erdbildmessung, Sarnetzky 1928 (https://dbc.wroc.pl/Content/1634/PDF/001410.pdf)

Wie akribisch man bereits im 1.Wk bei der Luftaufklärung vorging belegen z.B. die fast 3000 Luftbilder einer bayerischen Fliegerstaffel die im Herbst 1917 zur Unterstützung der osmanischen Armee ins damalige Palästina verlegt worden waren; die Originale lagern im Bayerischen Hauptstaatsarchiv und sind digitalisiert: Bildsammlung Palästina (https://www.gda.bayern.de/service/findmitteldatenbank/Findbuch/5836ffaa-7171-4296-8fcf-b5885c7ef04f) (unter dem Button Findbuch-Vorwort findet ihr die gesamte lesenswerte Historie)
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 10, 2025, 22:53:35 NACHMITTAGS
Man bräuchte den Leitz Katalog 46C, 1921 über Präparier- und Lupenmikroskope....

PS: im Katalog 50C von 1928 ist es auch noch drin:
https://pictures.abebooks.com/inventory/20129869682.jpg

Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 11, 2025, 07:35:52 VORMITTAG
Ich danke Euch Allen, es tut mir leid was ich hier ausgelöst habe, auf der anderen Seite zeigt es aber, dass das Thema spannend ist und es kaum noch auffindbare Informationen gibt.

Vielen Dank Hubert, vielen Dank Martin, ich schaue mal ob ich etwas finde zu Katalogen. Die Literatur zu Luftbild war mir nicht bekannt, vielen Dank Stefan! Du hast mit Sicherheit recht zu Fotogrammetrie ist das keinesfalls genutzt wurden, wenn dann zur Auswertung und Identifizierung.

Und ich schaue mir auch noch einmal den Fuss an, Ihr habt recht mu dem Durchlicht ich war blind,

Viele Grüße und danke!!!

dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: ortholux in Oktober 12, 2025, 18:37:42 NACHMITTAGS
Warum schreibt Ihr mich nicht direkt an?

Ich bin nicht ständig im Forum. Also, wenns was Leitziges gibt, dann fragt direkt!

Es handelt sich um ein sog. Luftbildmikroskop auf Basis einer Leitz'schen Prismenlupe. Der Fuß wurde offensichtlich von der Firma "Jalicht" gebaut. Hierüber habe ich keine Informationen. Die linke Seriennummer ist die des Binos, also von 1917-18, die rechte von Jalicht. Ob diese nun auf das 1901ste Mikroskop hinweist kann ich nicht sagen.

Der Rest wurde ja schon richtig erkannt. Auflicht und Durchlicht für Positive und Negative.

Einst wurde eins bei ebay unter "Militaria" verkauft, das konnte ich mir dann nicht mehr leisten, weil diese irren Militariasammler jeden Preis bezahlen.

Das abgebildete Gerät taucht regelmäßig bei ebay auf und ist meist recht günstig. Offensichtlich wurden einige davon gebaut. Das, welches ich mir nicht leisten konnte, hatte auch noch über Umlenkspiegel eine Einrichtung um 2 getrennte Luftbilder je einem Auge zuzuführen. Die Stereoskopischen Bilder wurden nicht immer mit Stereokameras aufgenommen, da bei solch großen Abständen die Basis sehr groß sein müsste. Man überflog also ein Gebiet und hat einfach in bestimmten Abständen fotografiert. Zwei benachbarte Bilder lieferten dann ein Stereopaar.

Hoffe geholfen zu haben.
Wolfgang
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 12, 2025, 19:19:49 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang, vielen, vielen Dank! ich freue mich sehr dich auf diesem Weg kennenzulernen und bedanke mich für deine Informationen die mir wirklich weiterhelfen.

Für alle anderen, die es interessiert, ich habe in Leitz Katalogen geblättert die mir zur Verfügung standen, das Schwanenhalsdesign (mit ganz anderem Stativfuss) wurde noch 1940 für ein Zellkulturmikroskop (Petrischalen) angeboten

Viele Grüße dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 12, 2025, 19:48:42 NACHMITTAGS
Lieber Dirk, was mich noch nachdenklich stimmt, sind die beiden aufwendig gestalteten Okulare. Natürlich gibt es Mikroskope mit zwei stellbaren Okularen. Aber bei einem solchen eher einfachen Stereomikroskop? Sogar mit genauer Bezifferung? Weist das auf verschiedene Benutzer hin, die sich ihre Einstellung merken konnten? Oder handelt es sich um ein einfaches Stereoskop, dann dürften die beiden Strahlengänge allerdings nicht auf einen Punkt fokussieren? Wolfgang, gibt es dafür eine Erklärung? Sind die baugleichen Exemplare alle so aufwendig an den Okularen gestaltet?

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: ortholux in Oktober 12, 2025, 20:10:41 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

ja, ich kenne die nur mit diesen Okularen. Wobei die auch manchmal nicht mehr dabei sind.
Sie haben eine Rastnase, der Schnorchel die entsprechende Nut. So sind sie schnell und zuverlässig einzustellen.
Interessant ist, dass sie keinerlei Bezeichnung haben. Weder Vergrößerung noch Hersteller.

Was meinst Du mit "einfaches Stereoskop"?

Wolfgang
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 13, 2025, 06:48:29 VORMITTAG
ZitatWas meinst Du mit "einfaches Stereoskop"?

Lieber Wolfgang, da ging mir ein wahrscheinlich nicht zutreffender Gedanke durch den Kopf: Man hat ja bereits im ersten Weltkrieg aus dem Flugzeug zur Luftaufklärung unmittelbar hintereinander zwei Aufnahmen der gleichen Bodenstelle gemacht, die dann stereoskopisch aufgrund des leicht veränderten Blickwinkels zusammen räumlich gesehen werden konnten, eben mit dem Stereoskop: ein Bild  mit dem rechten und eines mit dem linken Auge. Also etwa so:

http://www.geodz.com/deu/d/Stereoskop

Dann wäre es durchaus sinnvoll, beide Okulare getrennt einstellen zu können.

Allerdings ist ein Stereoskop hier unwahrscheinlich, da der Tisch wohl nur ein einziges Plattenbild aufnimmt.

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: purkinje in Oktober 13, 2025, 08:29:52 VORMITTAG
Hallo und guten Morgen,
das was Wolfgang oben beschrieben hat
Zitat von: ortholux in Oktober 12, 2025, 18:37:42 NACHMITTAGSDas, ..., hatte auch noch über Umlenkspiegel eine Einrichtung um 2 getrennte Luftbilder je einem Auge zuzuführen
nennt sich Spiegelstereoskop (https://www.fe-lexikon.info/lexikon/spiegelstereoskop), oder Brückenstereoskop, eine einfache Variante von Leitz, mehr Brillenlupe, hieß Brückenglas.
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 13, 2025, 17:22:43 NACHMITTAGS
Naja, zufrieden bin ich nicht! ;-)
Die richtigen Luftbildaufnahmen (auch die Negative) waren ja riesig (c. 30x30cm?). Der Fuß des vorliegenden Stativs ist ja auch nicht für Betrachtung von Stereoaufnahmen geeignet. Das waren ganz andere Geräte, wie auch Stefan anmerkt.
Falls es eine Firma "jalicht" gegeben haben sollte, würde ich erwarten, daß davon zumindest eine winzige Spur im Internet zu finden wäre. Ich könnte mir eher vorstellen, daß das ein sogenanntes Telegrammwort ist, mit dem man den Artikel bei Leitz bestellen konnte. Wohl veröffentlicht in einem Sonderprospekt, den wir nicht kennen.

Grüße
Martin
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Werner in Oktober 13, 2025, 17:53:59 NACHMITTAGS
Die Luftbild-Aufnahmen im 1.Weltkrieg wurden mit handhabbaren Rollfilm-Stereo-Kameras im Format 6x6 gemacht.
Die großen Kameras hießen Luftbildmeßkammern und waren später in Friedenszeiten für die Photogrammetrie. Entwickelt vom genialen Heinrich Wild (Heerbruck und Kern/Aarau), der auch die gigantischen Auswertemaschinen konstruierte.

Gruß - Werner
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 13, 2025, 18:26:34 NACHMITTAGS
Hallo,

ZitatDie Luftbild-Aufnahmen im 1.Weltkrieg wurden mit handhabbaren Rollfilm-Stereo-Kameras im Format 6x6 gemacht.
das Format gab es zwar auch schon, aber normale Luftbildaufnahmen wurden primär mit dem Standard-Negativformat 9x12 und 13x18 cm gemacht.

ZitatDie richtigen Luftbildaufnahmen (auch die Negative) waren ja riesig (c. 30x30cm?). Der Fuß des vorliegenden Stativs ist ja auch nicht für Betrachtung von Stereoaufnahmen geeignet. Das waren ganz andere Geräte, wie auch Stefan anmerkt.
Am üblichsten dürfte die Auswertung von Papierabzügen einzelner Fotos gewesen sein, eher seltener von Negativen. Die Papierabzüge waren Kontaktkopien, also keine Vergrößerung. Auch wenn es größere Papierabzüge gab lassen die sich ja trotzdem durch ein darauf aufgestelltes Stereomikroskop betrachten. Ich selbst besitze eine kleine Luftbild-Auswertelupe aus dem 2.WK, die hat man einfach auf die Papierabzüge aufgelegt. Hier als Beispiel ein Bild aus dem Archiv des Deutschen Museums der Fotokammer einer Bayer. Fliegerabteilung 1916, da sieht man die Papierkopien beim Trocknen: 
http://www.visual-history.de/wp-content/uploads/2014/03/CD_68338_Fotokammer-1024x914.jpg

Hubert
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 13, 2025, 18:28:11 NACHMITTAGS
Na immerhin schon 9x12:
"Zunächst war eine Photoausrüstung nur für die Festungsfliegerabteilungen geplant
gewesen, jedoch beschloss man im März 1914, auch die Feldfliegerabteilungen mit
jeweils zwei Fliegerkammern (Pistolenkammern 9 x 12 cm, Brennweite 25 cm), einer
Felddunkelkammer in Form eines Zelts und einem Gerätekasten für die Instandhaltung
mit Material für 14 Tage auszustatten."
(Vogler 2020, Die deutsche militärische Luftbildaufklärung. Von den Anfängen bis 1945, S. 95)
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 13, 2025, 18:30:52 NACHMITTAGS
Zitat von: Lupus in Oktober 13, 2025, 18:26:34 NACHMITTAGSAm üblichsten dürfte die Auswertung von Papierabzügen einzelner Fotos gewesen sein, eher seltener von Negativen.
Da braucht man dann aber keinen Durchlichtuntersatz...
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 13, 2025, 18:38:18 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

ich war nicht dabei ;) , aber vielleicht hat man zur ersten Durchsicht auch das Negativ geprüft. Warum benötigt man sonst Luftbildmikroskope mit optionalem Durchlichtuntersatz?

Hubert
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 13, 2025, 18:54:52 NACHMITTAGS
Vielleicht treibt das hier jemand auf:
F.J. Kaiser, Luftbild und Mikroskop, Zeitschrift für Feinmechanik und Präzision 33, 1925.
Darin (aus einer Rezension):
Kaiser1925.jpg
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Werner in Oktober 13, 2025, 21:08:12 NACHMITTAGS
Mögliche Fundstellen zu Veröffentlichungen gibt es im Netz auch unter Suche nach:
"Zeitschrift für Instrumentenkunde"
Inzwischen diverse Anbieter, frühe Google-Scans im Internet Archive sind verwaschen und schlampig gescannt, aber es gibt inzwischen auch bessere. Wer Langeweile hat, findet dort sehr viel Lesestoff.

Jedenfalls habe ich in meinem Besitz auch Luftbild Stereo-Aufnahmen 6x6 aus dem WK I, entweder von meinem Opa oder vom Großonkel General Beeg.

Eigentlich ist es erstaunlich, daß Stereokameras (mit 2 Objektiven) überhaupt nicht mehr angeboten werden, wo das doch eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen gibt. Früher hatte die jeder Kamerahersteller im Programm. Heute muß man einen Kameraschlitten verwenden oder zwei billige Digicams koppeln.

Gruß - Werner
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Gerd Schmahl in Oktober 14, 2025, 09:58:55 VORMITTAG
Hallo Werner,
heutzutage wird dieser etwas stiefmütterlich behandelte Sektor mit speziellen Objektiven abgedeckt, die zwei Bilder auf den Chip "zaubern". Zugegeben: Für den Preis gibs schon zwei recht gute Digikams zum Koppel. Canon RF 5.2mm F2.8L DUAL FISHEYE (https://www.canon.de/lenses/rf-5-2mm-f2-8l-dual-fisheye-lens/).
LG Gerd
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 14, 2025, 11:31:08 VORMITTAG
Zitat von: beamish in Oktober 13, 2025, 18:54:52 NACHMITTAGSVielleicht treibt das hier jemand auf:
F.J. Kaiser, Luftbild und Mikroskop, Zeitschrift für Feinmechanik und Präzision 33, 1925.
Darin (aus einer Rezension):
Kaiser1925.jpg

Hallo Martin, das sieht sehr ähnlich aus, ich versuche einmal über eine Bibliothek heranzukommen und gebe Bescheid wenn es klappt.

Vielen Dank!

Nur wen es interessiert, es sind einige freie pdfs im Netz verfügbar wo Luftbildaufnahmen im ersten Weltkrieg und davor abgehandelt werden, einige von Euch haben auch schon darauf hingewiesen:

Wilhelm Füßl Luftbildfotografie im Ersten Weltkrieg
https://doi.org/10.14765/zzf.dok-1285

Die Entwicklung des militärischen Luftbildwesens in
Bayern Helmut Jäger
https://www.dglr.de/publikationen/2013/82401012.pdf

Die deutsche militärische Luftbildaufklärung
Von den Anfängen bis 1945 Philipp Vogler (Dissertation)

Ich habe alle nach Leitz und Stereomikroskop und Jalicht durchgeschaut, Leider kein Ergebnis. Der Fokus lag eher auf Geschichte  Kameras, und den grossen technischen Lösungen. Wenn überhaupt Firmen erwähnt wurden dann Zeiss und Dresdner anbieter. Mir ist lediglich einmal auf einem Bild eine "einfache" Auswertelupe von Schneider Göttingen aus den 40ern aufgefallen und einmal ein einfaches Stereoskop ebenfalls aus späteren Zeiten.
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 14, 2025, 11:32:54 VORMITTAG
Anbei ein paar Bilder in diesem Zusammenhang die ich aufgetan habe zu einfachen Stereoskopen und einer grossen Lösung von Zeiss Jena (vermutlich 30er-40er Jahre)
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 14, 2025, 13:02:54 NACHMITTAGS
Hallo,

hier noch ein Beispiel für eine Luftbild-Stereoaufnahme von Dessau 1928, ganz einfach selbst erstellt aus zwei Fotos einer Luftbildserienaufnahme (aus dem historischen Open Data-Bereich des Geodatenportals Sachsen-Anhalt). Solche Aufnahmen entstanden früher natürlich im Regelfall nicht durch eine Stereokamera - da wäre die Basis viel zu gering - sondern durch zeitlich versetzte Einzelaufnahmen entlang eines geraden Flugweges. Das wird heute auch noch so gemacht.

Hubert

Stereo Dessau 1928 Anaglyph.JPG

Stereo Dessau 1928 Kreuzblick.jpg
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 14, 2025, 16:27:53 NACHMITTAGS
Zitat von: Lupus in Oktober 14, 2025, 13:02:54 NACHMITTAGSHallo,

hier noch ein Beispiel für eine Luftbild-Stereoaufnahme von Dessau 1928, ganz einfach selbst erstellt aus zwei Fotos einer Luftbildserienaufnahme (aus dem historischen Open Data-Bereich des Geodatenportals Sachsen-Anhalt). Solche Aufnahmen entstanden früher natürlich im Regelfall nicht durch eine Stereokamera - da wäre die Basis viel zu gering - sondern durch zeitlich versetzte Einzelaufnahmen entlang eines geraden Flugweges. Das wird heute auch noch so gemacht.

Hubert

Stereo Dessau 1928 Anaglyph.JPG

Stereo Dessau 1928 Kreuzblick.jpg

habe es mit einer blauroten Stereobrille für Kinder angeschaut, hoffe das war ok so Hubert. wunderschön plastisch, danke
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 14, 2025, 16:51:30 NACHMITTAGS
Hallo Dirk,

bei Schwarzweiß-Anaglyphenfotos ist es für den Stereoeffekt relativ egal, ob man eine blaurote, grünrote oder cyanrote Brille verwendet. Allerdings ist die Farbumsetzung bei diesem Bild für die üblicheren cyanroten Brillen optimiert, wodurch das Foto dann sehr neutral SW erscheint (falls man eine gute Brille und Monitor verwendet).
Bei Farbanaglyphen muss die Brille passen, wenn nicht erhält man störende Doppelbilder.

Bei dem gezeigten Stereobild sieht man übrigens schön, dass zwischen den Aufnahmen einige Sekunden Differenz bestanden - auf der Straße links unten sieht man 6 Autos, die sich relativ zueinander bewegt haben oder verschwunden sind.

Hubert
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Alfons Renz in Oktober 14, 2025, 17:16:24 NACHMITTAGS
Hallo Lupus,

Bei obigem Anaglyphenbild muss ich meine Brille für den korrekten Bildeindruck umdrehen, so dass grün links und rot rechts liegt: Gibt es da eine allgemein gültige Konvention? Oder liegt es an meinen Augen/Brille?

Grüße,

Alfons
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 14, 2025, 17:33:27 NACHMITTAGS
Hallo Alfons,

die heutige Konvention ist, dass rot immer links ist. Es kann nicht sein dass sich bei Dir ein richtiges Stereobild mit grünem Filter links ergibt. Das kann nur sein wenn das Bild um 180° gedreht betrachtet wird, z.B. auf einem umgedrehten Smartphone.
Bei umgekehrter Farbanordnung ergibt sich auch eine Art Stereobild, aber in der Höhe invertiert. Z.B. die breite Straße unten ist dann auf dem höchsten, ebenem Niveau, während die angrenzenden Bäume wie die Vertiefungen einer Gussform wirken.

Hier ein vergrößerter Ausschnitt aus dem Bild, bei dem man vielleicht den beschriebenen Effekt noch etwas besser sehen kann. Rechts oben zwischen den U-förmigen Gebäuden ist eine Art Obelisk, der aus dem Bild herausragen sollte.

Hubert

Stereo Dessau Anaglyph Ausschnitt.jpg
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: jcs in Oktober 14, 2025, 20:04:50 NACHMITTAGS
Solche Stereokomparatoren wurden übrigens auch in der Mikroskopie verwendet, beispielsweise zur Auswertung stereoskopischer REM-Bilder. Ich habe selbst noch mit so einem Ding gearbeitet, eine äußerst mühsame Angelegenheit.

Einfacher ging es dann mit automatisierter Auswertung mit Hilfe geeigneter Algorithmen zur Bildverarbeitung. Hier ein Beispiel einer REM-Aufnahme und der entsprechenden Oberflächenrekonstruktion.
LG
Jürgen

rem_stereo.jpg

oberflaeche.jpg
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 17, 2025, 12:56:08 NACHMITTAGS
Zitat von: beamish in Oktober 13, 2025, 18:54:52 NACHMITTAGSVielleicht treibt das hier jemand auf:
F.J. Kaiser, Luftbild und Mikroskop, Zeitschrift für Feinmechanik und Präzision 33, 1925.
Darin (aus einer Rezension):
Kaiser1925.jpg

Hallo Martin, ich bin fündig geworden: Es handelt sich nach Major  a.D. Franz Josef Kaiser um ein Fliegerbilder-Doppelmikroskop mit verstellbarem Fuß. (Militärsprache ist doch etwas schönes...)Leitz oder Jalicht werden nirgends im Text erwähnt. Ich stelle noch ein Foto aus dem Artikel ein.
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 17, 2025, 13:03:39 NACHMITTAGS
Dank noch einmal an Martin für seinen Hinweis. Hier zum Anschauen. Das Bild 2 zeigt einen Ansatz zur Erweiterung des Geräts mit grösserer optischer Basis für grossformatige Bilder

Viele Grüße Dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 17, 2025, 13:41:07 NACHMITTAGS
Whow! Damit ist das Rätsel der Funktion gelöst... Bis auf "jalicht.", das ich immer noch für ein Telegrammwort/Bestellwort halte.

Grüße
Martin
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 17, 2025, 14:38:07 NACHMITTAGS
Hallo Dirk,

eine kleine Korrektur:
ZitatDas Bild 2 zeigt einen Ansatz zur Erweiterung des Geräts mit grösserer optischer Basis für grossformatige Bilder
Es geht nicht um großformatige Bilder, sondern um die Betrachtung von Stereobildern. Aus dem ursprünglichen Stereomikroskop, mit dem man einzelne monoskopische Luftbilder auswertet (also keinen räumlichen Eindruck nutzen kann), wird ein Stereobetrachter für die 3D-Auswertung von eher kleineren, einzelnen Stereobildpaaren.

Weil die beiden Bilder doch sehr originell und selten sind, habe ich mir erlaubt den Farbstich zu entfernen und den Kontrast etwas anzupassen.

Hubert

Leitz Luftbildbetrachter 1.jpg

Leitz Stereoluftbildbetrachter 2.jpg

Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 17, 2025, 14:57:22 NACHMITTAGS
Zitat von: Lupus in Oktober 17, 2025, 14:38:07 NACHMITTAGSHallo Dirk,

eine kleine Korrektur:
ZitatDas Bild 2 zeigt einen Ansatz zur Erweiterung des Geräts mit grösserer optischer Basis für grossformatige Bilder
Es geht nicht um großformatige Bilder, sondern um die Betrachtung von Stereobildern. Aus dem ursprünglichen Stereomikroskop, mit dem man einzelne monoskopische Luftbilder auswertet (also keinen räumlichen Eindruck nutzen kann), wird ein Stereobetrachter für die 3D-Auswertung von eher kleineren, einzelnen Stereobildpaaren.

Weil die beiden Bilder doch sehr originell und selten sind, habe ich mir erlaubt den Farbstich zu entfernen und den Kontrast etwas anzupassen.

Hubert

Leitz Luftbildbetrachter 1.jpg

Leitz Stereoluftbildbetrachter 2.jpg


du hast natürlich recht Hubert, ich danke dir für die Berichtigung und das Verschönern. Und schön dass es euch alle so interessiert hat. Das Teil scheint gar nicht sooo selten gewesen zu sein aber wie bereits geschrieben, nirgends eine Erwähnung oder ein Bild in den zugänglicheren Quellen. Ich stelle jetzt auch einmal eine These zu Jalicht auf. Möglicherweise die militärische Modellbezeichnung und deshalb auch in keinem Katalog aufgeführt (der hier bekannt ist)

Grüße dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: purkinje in Oktober 17, 2025, 16:22:56 NACHMITTAGS
Hallo,
der Stereoansatz ist ja sehenswert, schöner Literaturfund.
Interessant auch die bestimmt sehr bewusste zivile Wortwahl, erst seit 1922 ar wieder zivile Luftfahrt gemäß dem Versailler Vertrag gestattet, die militärische Nutzung blieb verboten.
Und 1925, im Jahr dieser Veröffentlichung, wer konnte es ahnen, hatte man die geheime Fliegerschule und Erprobungsstätte der Reichswehr in Lipezk (https://weimar.bundesarchiv.de/WEIMAR/DE/Content/Virtuelle-Ausstellungen/Die-besiegte-Nation/lipezk-die-geheime-fliegerschule-und-erprobungsstatte-der-reichswehr-in-der-sowjetunion.html) mit der UDSSR gegründet, sowie Austausch von militärischem know-how und im Gegenzug gab es Öl aus Baku, um die Ölversorgung des Deutsche Reichs den "angloamerikanischen Kartellen" zu entreißen, eine Begründung, welche man in bestimmten Kreisen bis in die jüngste Zeit... aber lassen wir das.
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Stuessi in Oktober 18, 2025, 11:51:37 VORMITTAG
Zitat von: Lupus in Oktober 14, 2025, 13:02:54 NACHMITTAGS... hier noch ein Beispiel für eine Luftbild-Stereoaufnahme von Dessau 1928...

Hallo Hubert,

kannst Du bitte genauer beschreiben, wie Du an die Luftbild-Stereo Bilder gekommen bist.
Ich suche nämlich nach solchen Luftbild-Stereo-Bildern.

Vor einigen Tagen bin ich durch einen Artikel im Kölner StAnz. auf eine riesige Sammlung von Stereobildern von Köln, Münster und Recklinghausen aus den Jahren 1946 bis 49 aufmerksam geworden:

https://greven-archiv-digital.de/themenwelten/truemmer-und-aufbruch-die-sammlung-schnitkemper

Herzliche Grüße,
Rolf
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Lupus in Oktober 18, 2025, 14:01:09 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

ich habe auf der Internetseite des Geoportals Sachsen Anhalt     https://www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de/de/gdp-open-data.html
die historischen Luftbilder der Region Dessau 1928 ausgewählt    https://www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de/de/gdp-diglss-1928-junkers.html
und daraus zwei sich ausreichend überlappende Luftbilder einer Flugserie herunter geladen. Nach Zentrierung und Beschneidung auf gleichen Ausschnitt habe ich dann die Stereobilder als Anaglyphen und Kreuzblick-Bildpaar selbst erzeugt.
Die Auswahl optimal passender Bildpaare ist in diesem Fall etwas umständlich. Ich kenne die Methode relativ gut aus eigener Erfahrung, weil ich früher für Recherchezwecke direkten Zugriff auf solche (analogen) großformatigen Stereo-Befliegungsfotos in meiner Heimatregion hatte, die man dann mit einem Zeiss-Stereobildbetrachter auswerten konnte.

Es gibt wohl vereinzelt auch andere Luftbildarchive speziell über Zerstörungen aus dem 2. WK oder sonstige historische Aufnahmen, aber die sind vermutlich meist kostenpflichtig.

Hubert
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Norman in Oktober 19, 2025, 12:12:17 NACHMITTAGS
Da Dirk mit mir Kontakt aufgenommen hatte, freue ich mich auch hier zu diesem Thema etwas zu lesen/beitragen zu können.
Ich besitze zwei verschiedenen Varianten:

174160 & B.Li.G/BLG No.160 (mit Messingteilen z.B. die Okulare) ca. 1916
umfangreiche Restaurierungsarbeiten


176463 & Jalicht/LDM No.1463 ca. 1917
keine Veränderungen, nur leichtes Putzen und WD-40 zum Einölen

20251017_164602_b_.jpg

20251017_164835_b_.jpg

20251017_165036_b_.jpg



Ich hatte nach dem Kauf/Herrichten des älteren Feldmikros bereits versucht alles über diesen Gerätetyp zu finden. Dabei bin ich auch mehrfach bei ebay in GB fündig geworden. Eines hatte sogar im originalen Kistendeckel "MICROSCOPE" stehen.
Dieses bedeutet, dass es zu Kriegszeiten an den damaligen Feind ausgeliefert wurde. Ich vermute, dass es in GB damals keine eigene Fertigung von Leitz-Mikros gab. Die Bilder der Auktion (mit den Seriennummern) hatte ich mir zwar gespeichert, ein
PC-Systemcrash verhindert aber z.Z. diese Nummern und damit das alter zu bestätigen.

Norman
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 19, 2025, 12:38:57 NACHMITTAGS
Hallo Norman,

wie kommst du auf die Herstellungsjahre?

Grüße
Martin
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Norman in Oktober 19, 2025, 13:33:55 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

ich sammle zwar Seriennummern mit Baujahren -Abgelesen von Fotos- von vielen älteren Mikros (meist Auktionen von ebay bzw. von Kleinanzeigen.de), bei Leitz brauche ich dies nicht zu tun, da Wolfgang bereits super super unfangreich aktiv war!!
https://www.leitz-ortholux.de/forum/seriennummern.pdf

Daher sind die eigenen benötigten Interpolationen damit sicher relativ treffsicher!

Alternativen:
https://www.microscopemuseum.eu/serialnumbers.html
http://www.ernst-leitz-wetzlar.de/seriennummern.htm




Norman
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: beamish in Oktober 19, 2025, 13:44:14 NACHMITTAGS
In den WKI und Zwischenkriegszeiten sind die Datierungen der Seriennummern relativ unsicher. z.B. ist in Wolfgangs Liste der Nummer 165582 das Datum 20.02.1919 zugeordnet!
Ich frage deshalb, weil dieser Stativtyp in dem hier von mir zitierten Artikel von 1922:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=52472.msg381799#msg381799
als "neu" bezeichnet wurde.

Grüße
Martin
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: purkinje in Oktober 19, 2025, 16:43:22 NACHMITTAGS
Hallo werte Leitz-Historien-interessierte,
die Leitz-Niederlassung in London und in St. Petersburg war ab 1914 geschlossen; wann die Londoner Filiale wieder öffnete weiß ich nicht.
Die 1893 von Ludwig Leitz gegründete Leitz New York Niederlassung wurde 1917 (Kriegseintritt USA) mittels des "Trading with the Enemy Act of 1917" unter US-Zwangsverwaltung geführt (bis zum Friedensvertrag 1921), das obige könnte also eher aus den USA als dem UK stammen.
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: lumipan in Oktober 19, 2025, 19:14:53 NACHMITTAGS
Ich freue mich dass du deine Bilder eingestellt hast Norman, herzlichen Dank, ich könnte mir vorstellen, dass deine Version mit den vernickelten Knöpfen ebenso wie obiges für das Militär geliefert wurde, meines war in der Originalkiste und die ist in freundlichem Armeegrün gehalten, Bild anbei.

Grüße Dirk
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: andr_brno in Oktober 21, 2025, 13:45:50 NACHMITTAGS
Zitat von: Lupus in Oktober 18, 2025, 14:01:09 NACHMITTAGSHallo Rolf,

ich habe auf der Internetseite des Geoportals Sachsen Anhalt    https://www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de/de/gdp-open-data.html
die historischen Luftbilder der Region Dessau 1928 ausgewählt    https://www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de/de/gdp-diglss-1928-junkers.html
und daraus zwei sich ausreichend überlappende Luftbilder einer Flugserie herunter geladen. Nach Zentrierung und Beschneidung auf gleichen Ausschnitt habe ich dann die Stereobilder als Anaglyphen und Kreuzblick-Bildpaar selbst erzeugt.
Die Auswahl optimal passender Bildpaare ist in diesem Fall etwas umständlich. Ich kenne die Methode relativ gut aus eigener Erfahrung, weil ich früher für Recherchezwecke direkten Zugriff auf solche (analogen) großformatigen Stereo-Befliegungsfotos in meiner Heimatregion hatte, die man dann mit einem Zeiss-Stereobildbetrachter auswerten konnte.

Es gibt wohl vereinzelt auch andere Luftbildarchive speziell über Zerstörungen aus dem 2. WK oder sonstige historische Aufnahmen, aber die sind vermutlich meist kostenpflichtig.

Hubert
Liebe Luftbildfreunde,
zwar schon recht weit weg vom ursprünglichen Thema, aber nahe an meiner beruflichen Tätigkeit, daher noch ein kleiner Exkurs in die Luftbildarchivierung und -auswertung in der Landesvermessung.
In Bayern gibt es auch ein Luftbildarchiv mit allen Bildern seit 1940, eine Übersicht ist hier zu finden: https://www.ldbv.bayern.de/vermessung/luftbilder/recherchestation.html
Die Bilder als Kopie sind dann aber kostenpflichtig.
Die Bilder zwischen 1940 und 1946 dokumentieren eindrucksvoll die Zerstörungen des 2. Weltkrieges, sie sind "aus der Hand" durch aliierte Aufklärungsflieger erzeugt worden, um den Erfolg des Flächenbombardements zu dokumentieren. Die Auflösung ermöglichte das präzise Zählen der Krater und damit die Ermittlung der Blindgängerquote - dazu werden diese Bilder heute noch vor Erschließungsmaßnahmen herangezogen. Das hocheffiziente Brandbombardement, das in den letzten Kriegswochen viele deutsche Großstädte auslöschte, benötigte diese Dokumentationen gar nicht.
In der Nachkriegszeit entwickelte sich aus diesen Erfahrungen die Luftbildmessung, die an mechanischen Apparaten wie dem anliegenden Zeiss Planigrafen (steht bei uns im Treppenhaus - wenn er von Leitz wäre, stünde er bei Wolfgang in der Gästetoilette😉) durchgeführt wurde. Darin werden Kipp-, Roll- und Scherwinkel des Luftbildpaares korrigiert und über luftsichtbar signalisierte Bodenpunkte absolute Messparameter bestimmt. Dadurch entsteht ein Stereobild beim Beobachter, in dem durch Aufsetzen einer virtuellen Messmarke auf die virtuelle Oberfläche jedes Objekt absolut und dreidimensional koordiniert werden kann. Genauigkeit wenige cm!
Ich wurde vor 35 Jahren auch kurz daran ausgebildet - nach wenigen Minuten brummte einem Anfänger der Schädel.
Von den professionellen Auswertern, die täglich viele Stunden an diesen Geräten saßen, gibt es viele Anekdoten: Einer lief im Schwimmbad mal gegen die Wand, weil er die Fliesenfugen stereoskopisch falsch verschnitt... nach einer Zwillingsvaterschaft würde ein Bildauswerter sicher ein paar Tage brauchen, bis er zwei Kinder in der Wiege erblickt.
Grüße Andreas
Titel: Aw: Frage zu einem ziemlich alten Leitz Stereomikroskop: Jalicht Gravur
Beitrag von: Stuessi in Oktober 21, 2025, 17:05:41 NACHMITTAGS
Hallo Andreas,

danke für dieses Bild!


Herzliche Grüße,
Rolf