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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Jürgen H. in Oktober 30, 2025, 12:23:51 NACHMITTAGS

Titel: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 30, 2025, 12:23:51 NACHMITTAGS
Liebes Forum,

ein ausgesprochen aufmerksames und nettes  Forumsmitglied hat mich auf einen alten Ploemopak hingewiesen, der bei Ebay angeboten wurde und ich habe zugeschlagen, auch im Wissen, dass Ebay regelmäßig als Schrottplatz der Nation missbraucht wird. Als das Teil ankam, habe ich zunächst gejubelt: Äußerlich ist der Ploemopak perfekt erhalten. Die ersten Versuche waren dann sehr ernüchternd. Das Bild war mehr als flau und der Strahlengang ist nicht zentrisch. Also hab ich das Teil erst mal aufgeschraubt, Die Teilerspiegel zeigten mir dann, dass da schon einmal einer vor mir Versuche gestartet hatte: Ein Fingerabdruck auf einem der Teilerspiegel. Zum Glück sind die Spiegel offenbar glasgefasst, sie ließen sich mit Vorsicht ganz gut reinigen. Die Sperrfilter sind hingegen wohl Gelatinefilter, sie sind trüb, durchzogen von Kristallen?, der rote Filter zudem völlig wellig. Das wäre noch nicht ganz schlimm, ich brauche nur die Blaufluoreszenz und der  Sperrfilter K 495 ließe sich ja vielleicht ersetzen. Dazu müsste ich nur den Sprengring entfernen, der den Filter hält und einen neuen Filter schneiden lassen und einsetzen. Das Problem, den Sprengring zu lösen dürfte lösbar sein.  Dass der Verkäufer oder sein Vorgänger sämtliche Erregerfilter ausgebaut hat, ist auch nicht so schlimm, dafür habe ich eine blaue LED. Aber:

Der Strahlengang ist ganz offensichtlich schief: Das Zentrum der Lichtquelle befindet sich links, rechts wird der Rand des Lampenhauses sichtbar. Nun kann man ja das Filterkarussel drehen. Drehe ich an der entsprechenden Stellschraube nach links verschiebt  sich das Zentrum des Strahlenbündels wunschgemäß nach rechts und das Bild des Randes des Lampenhaus verschwindet rechts. Aber dann kommt vom rechts offenbar der Rand der Fassung des Teilerspiegels ins Blickfeld. Übrigens zeigt sich bei drei der vier Filterstellungen ein ähnliches Bild: Nur ist das Zentrum der Lichtquelle immer an anderen Stellen, nur eben nicht in der Mitte.

Meine Diagnose: Die Teilerspiegel sitzen nicht ordnungsgemäß im Strahlengang.

Schaut man sich das Filterkarussel von oben an, sieht man, dass die vier Filter alle unterschiedlich auf dem Karussell sitzen. Die  Lage der Kanten der Filter zueinander weisen deutlich darauf hin. Die einzelnen Filter sind mit Stellschrauben am Karusselboden befestigt. Sie ließen sich dort wohl theoretisch richten. Aber: Testen kann ich nur, wenn ich den gesamten Ploempak mit all seinen KugellagerKügelchen wieder zusammengebaut habe. Das läuft auf endloses Pöbel hinaus.

Was würdet ihr machen? Unbenutzbares Vitrinenstück/Wegschmeißen?

Die letzten Photos sind natürlich alle ohne blaue LED gemacht, sind daher gelb getönt:

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: purkinje in Oktober 30, 2025, 13:28:48 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ich fühle mit dir, auch ich habe so eine gut verräumte "Ruhe erst mal sanft" Kiste, mit hoffnungslosen Fällen. Wegschmeissen würde ich nicht, dann noch lieber zum basteln verkaufen...
Da ich nicht der Tippgeber war; war das Teil aus UK? "A very nice Leitz Ortholux microscope fluorescence unit, which is in very clean condition"
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 30, 2025, 20:09:03 NACHMITTAGS
Danke lieber Stefan, Mitgefühl tut immer gut! 🤗Und ja, der Satz aus der Anzeige kommt mir s e h r bekannt vor. Ich hab Dich doch nicht zu Deinem Glück etwa überboten?

Wegschmeißen? Verkaufen? Da kommen doch die langen Wintertage, und bevor ich das ehrlich anbiete, sprich mehr oder weniger für Null weggebe, mache ich mich noch einmal selbst ans Werk. Allerdings will ich wenigstens ein Fünkchen Erfolgsaussicht haben, sonst fallen mir doch spontan bessere Freizeitaktivitäten ein.

Irgendwelche Ideen, wie ihr das machen würdet?

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: purkinje in Oktober 30, 2025, 22:23:42 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ich habe ja diesen frühen Ploemopak fürs Ortholux II. Das Spiegelkarussell rastet aber auch nicht wirklich satt, weshalb mir das mit dem optimalen Strahlengang bekannt vorkommt. Welches Objektiv hattest du verwendet? Meines Wissens nach lag die untere empfohlene Ap bei 0,65 (Apo 25 bzw Oel+W 22).
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in Oktober 31, 2025, 10:34:26 VORMITTAG
Hallo Jürgen,
Mitgefühl auch von meiner Seite.
Sowas passiert.
Um den Auflichtkondensor doch wieder funktionstüchtig zu machen, würde ich zunächst einmal so vorgehen:
1. Die Leuchtfeldblende des Kondensors des Mikroskops mit einem Durchlichtrevolver zentrieren.
2. Den scheinbar dejustierten Ploemopak Aufsatz einsetzen.
3. Mit dem Objektiv mit dem du zuvor die Leuchtfeldblende zentriert hast kontrollieren, wo im Auflichtbetrieb nach Passage des Durchlichtkondensors unten, im Bereich der Leuchtfeldblende im Mikroskopfuß ein Lichtkreis entsteht (event. unter zu Hilfenahme eines Stück Papiers).
Wenn der Strahlengang zentrisch ist dann sind wenigstens die Dichroide richtig justiert, wenn nicht viel Spaß beim Fummeln (Justieren).
4.Wenn die Dichroide justiert sind, kannst du die Emissionsfilter erneuern. Entweder wieder mit Gelantinefiltern (z.b. von Kodak), oder mit zurechtgeschliffenen Glasfiltern (die sind haltbarer aber aufgrund der Dicke verändern diese leider auch geringfügig den Strahlengang) Die Anregungsfilter sind bei Verwendung von geeigneten(!) LED's, wie du ja schon weißt nicht ganz so kritisch. Zumindest für die Blauanregung kommst du auch ohne, zu annehmbaren Ergebnissen, wenn die LED schmalbandig genug ist.
Viel Erfolg
Holger
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 01, 2025, 11:44:15 VORMITTAG
Danke Stefan und Holger für eure Antworten! Der Hinweis auf die Stellung des Spiegelkarussels ist glaube ich treffend! Ähnliches meinte auch ein anderes nettes Forumsmitglied tel. zu mir. Die Ergebnisse Deiner Versuchsanregung, Holger, füge ich im Bild bei und weisen auch deutlich auf eine Fehlstellung des Karussels hin: Bild 1 zeigt den Leuchtfleck bei Stellung 3, Blauanregung, Bild 2 den Leuchtfleck, wenn ich das Stellrad des Karussels minimal nach rechts verdrehe, so dass die Anzeige 3 im Stellrad gerade verschwindet. Bezogen auf den Drehkreis des Karussels kann es sich allerdings nur um eine Winzigkeit handeln, weniger als 1 Grad. Benutzt habe ich das 20/65 Objektiv. Der deutlich im Leuchtfleck erkennbare Schmutz ist jedenfalls nicht vom Objektiv oder vom Kondensor. Wo der ist, muss ich auch noch sehen, der ist bei allen Stellungen des Karussels gleich vorhanden.

Ich werde also nochmal das gute Stück mit all seinen Kugellagerkügelchen 😡 öffnen und sehen, ob sich der Rasterpunkt des Karussels ähnlich verschieben lässt, wie offenbar der des Objektivrevolvers. Der ist links im dritten Bild meines ersten Beitrages zu sehen, das kleine Stängchen dort wird jeweils von einem Halbkugelpaar auf der Rückseite des Objektivrevolvers gefasst.

Ganz herzlichen Dank fürs Mitdenken! Wenn noch jemand eine weitere Idee hat, bitte gerne schreiben, damit ich die ggf. berücksichtigen kann, das Öffnen und Schließen des Revolvers ist leider ziemlich aufwendig...

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in November 01, 2025, 13:41:21 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
Bevor du dich an die Justierung der Dichroide heranwagst solltest du natürlich erstmal das berühmte "Dreh und Suchspiel" aller anderen Komponenten des Beleuchtungsstrahlengangs durchexerzieren.
Also auch an die LED denken, wenn die nicht richtig zentriert ist geht's schon los.
Erst wenn du alle anderen Verdächtigen ausgeschlossen hast, würde ich an den Dichroiden herumjustieren. Wenn du Pech hast ist der Wurm aber auch an mehreren Komponenten drin...
Die Schlitzschrauben sehen mir alle bis auf  die mit gelbem Lack verklebten an den Teilerspiegeln schwer nach ambitioniertem Bastel-Murks aus...
Ist die Abweichung bei allen Filterwürfeln immer gleich???
So wie du das Problem beschreibst wäre der Sockel mit dem "Stängchen" auch mein Hauptverdächtiger.
Wie sieht es eigentlich mit dem Linsenpaket zwischen LED und Revolver aus? Ist da auch eine Möglichkeit der Justage vorgesehen (ich kenn mich da bei Leitz nicht aus)?
Wurde da auch dran geschraubt?

LG Holger
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 01, 2025, 15:31:59 NACHMITTAGS
Lieber Holger, ja, das Dreh- und Suchspiel ist im Gange, nächste Woche werde ich den Ploemopak bei Wolfgang glücklicherweise an ein anderes Stativ gleicher Bauart klemmen können, mit gleichem  LED - Lampenhaus und -einsatz  von Stefan Hiller. Der auf dem Leuchtfleck erkennbare Schmutz ist auch schon lokalisiert, die Umlenkspiegel zum oberen Strahlengang ist leider fleckig. Und ja, am Ploemopak hat sich ein wahrer Edelbastler zu schaffen gemacht, was nicht nur die Schrauben zeigen....Das Schlimmste war ein Fingerabdruck auf einem der dichroitischen Spiegel.

Bei allen vier Fluostellungen erscheint ein voller Leuchtfleck nur, wenn ich das Stellrad des Karussells um einen jeweils gleichen minimalen Betrag nach rechts verdrehe. Es gibt zwar auch noch andere Positionsabweichnungen des Leuchtflecks in den vier Stellungen, aber die sind demgegenüber minimal.  Auch das spricht für eine Verstellung des ganzen Karussells.

Im zweiten Karussell für die Erregerfilter waren keinerlei Filter enthalten. Da wäre auch nichts zu verstellen.

Ich denke, ich werde mich am nächsten Woende dem Hauptverdächtigen zuwenden, dabei die derzeitige Position des Karussells bei Position 3 markieren, die kleine Drehung am Stellrad um den ermittelten Betrag vornehmen, auch dabei die Position des Karussells markieren und sehen, ob dann nach Ausbau des Karussells die entsprechende minimale Änderung des Rasterpunktes machbar ist.

Danke! Und viele Grüße in dieses so schöne und hilfreiche Forum

Jürgen

Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: purkinje in November 01, 2025, 16:35:36 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
noch ein Aspekt ist eventuell die (fehlende?) Leuchtfeldblende. Von diesem Ploemopak 1 gibt es Modelle für das Ortholux I, II und das Orthoplan. An meinem für das Ortholux II befindet sich vor dem Emissionsfilterrad eine LFB, dahinter eine Streulichtblende. Beim Modell für das Orthoplan fehlt die LFB am Ploemopak, sie ist im Lichtauslass am Stativ vorgesehen. Wie hast Du das an deinem Ortholux I gemacht? Das Hebelchen an deinem Modell ist ein Umschalter oder eine Blende?
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: andr_brno in November 01, 2025, 18:44:24 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ich glaube nun, dass du auf der falschen Seite suchst. Oben, um die Tubuslinse herum, gibt es für jede Filterpyramide fünf Schrauben, drei kleine und zwei große, die durch Aussparungen bei montiertem Ploemopak erreichbar sind. Wenn man die großen Schrauben löst, kann man mit den kleinen die Pyramide verschwenken. Wenn du dir damit unten den Leuchtkreis zentrierst, sollte es auch oben passen.
Probiert habe ich es allerdings nicht. Viel kaputt machen kann man aber auch nicht.
Die verklebten Schrauben würde ich auf keinen Fall anrühren, die justieren wahrscheinlich die Prismen zueinander.
Zum Thema Leuchtfeldblende: Die ist beim Ortholux I auch separat zum Einstecken in den Lichtauslass - und fehlt fast immer im Set, weil die Ausschlachter sie nicht zuordnen.
Grüße
Andreas
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: andr_brno in November 01, 2025, 19:12:58 NACHMITTAGS
... und noch eine einfache Möglichkeit zur Verbastelung habe ich noch entdeckt: Löse mal die vier Schrauben um die Tubuslinse leicht, setze den Tubus drauf und verrücke den Ploem leicht. Die vier Schrauben haben etwas Spiel, ein minimales Verschwenken bewirkt sofort eine schräge Beleuchtungsachse.
Ich kann damit sofort dein Problem erzeugen und dann auch wieder korrigieren.
Grüße
Andreas
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 01, 2025, 19:46:44 NACHMITTAGS
Danke Andreas, Du meinst mit den fünf Schrauben die, die ich in den beiden Bildern mit Rotpfeil markiert habe. Ja, die sind mir beim Auseinanderbau aufgefallen, als ich das ganze Karussell in der Hand hatte. Mit den Schräubchen kann ich in der Tat jedes der vier Filterpyramiden verschwenken. Da alle Filter den gleichen Fehler aufweisen, suche ich die Fehlerquelle aber an anderer Stelle, gewissermaßen übergeordnet. Aber mir ist nicht aufgefallen, dass ich die Teile zur Not auch erreichen kann, ohne dass ich den ganzen Revolver aufschrauben muss. Das beruhigt mich ungemein, für den Fall, dass ich die andere einheitliche Fehlerquelle nicht finde. Und die Einheitliche Fehlerquelle könnte die sein, die Du in Deiner zweiten Mail nennst: Du meinst die vier grün markierten im zweiten Bild? Das werd ich versuchen!

Danke und viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: andr_brno in November 01, 2025, 20:16:16 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen, richtig dargestellt! Probier mal mit den vier grünen, ganz leicht lösen.
Viel Erfolg
Andreas
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 02, 2025, 21:46:34 NACHMITTAGS
Andreas, nochmals vielen Dank, dem Ziel bin ich ein gutes Stückchen näher gekommen, der Lichtfleck kommt jetzt fast völlig zentral. Ein letztes Quentchen fehlt noch und ließe sich nur durch ein Richten der Pyramiden herstellen. Aber zunächst will ich das Teil einmal an einem anderen Stativ ausprobieren um Lichtwegfehler in meinem Stativ auszuschließen.

Allerdings: Berauschend finde ich die Fluoreszenz mit meinem Ploemopak nicht. Schon im einfachen Durchlicht durch den Ploemopak sehe ich ein eher verwaschenes Bild, das an einen Blick durch ein billiges Kaufhausmikroskop erinnert. Das Fluobild ist mit der LED äußerst schwach und vor allem ebenfalls keineswegs scharf und klar. Das mag zu guten Teilen an dem auskristallisiertem Gelatinesperrfilter liegen. Ich erkenne allerdings, was gewollt war....

Du hast doch auch das gleiche Modell des Ploemopaks. Wie sieht das bei Dir aus? Könntest Du vielleicht einmal ein Beispielbild irgendeines Fluopräparates einstellen? Ist das überhaupt so lichtstark, dass Du es photographieren könntest? Was lässt sich mit diesen Ploemopaks ältester Generation erreichen?

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: andr_brno in November 02, 2025, 22:08:43 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ich denke, das Bild ist hübsch lichtschwach für ein wirklich gutes Bild mit meinen bescheidenen Mitteln. Optisch klar ist es - gerne werde ich das zu dokumentieren versuchen.
Aber erst in ein paar Tagen, ich bin ab morgen unterwegs.
Welche Objektive verwendest du? Hast du eine Bertrand-Linse im System, damit du auf Verunreinigungen checken kannst?
Grüße
Andreas
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 03, 2025, 19:04:10 NACHMITTAGS
Hallo Andreas,

ZitatWelche Objektive verwendest du? Hast du eine Bertrand-Linse im System, damit du auf Verunreinigungen checken kannst?

Verwendet habe ich ein 25/65er PlApo.Bertrand habe ich nicht, allerdings ein Einstellfernrohr.
Ich bin gespannt auf Dein Fluoreszenzbild. Bei mir führt eine einfache Durchlichtfluoreszenz mit dem BG 38 auf dem Lichtaustritt ohne den Ploemopak zu schärferen Bildern...

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: andr_brno in November 16, 2025, 20:28:13 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ich habe dich nicht vergessen. Aaaber - die Floureszenz des Chlorophylls kann ich nicht ordentlich fotografieren. Ich hänge dir zwei Bilder an, ein Moosblättchen mit 22er Wasserimmersion im Durchlicht, Filterwürfelstellungen 1 (UV), die Chloroplasten sind scharf. Das sieht auch mit Filter 4 relativ gut aus (halt recht rot in rot), obwohl er "wolkig" gealtert ist, wie du weißt. Dann der Versuch mit Auflicht blau, mit oder ohne blauem Anregungsfilter (ist bei der blauen LED egal), Filterwürfel 4. Optisch kann ich Strukturen in den Chloroplasten erkennen, die Begrenzung ist scharf, der Hintergrund schwarz.
Die Kamera macht mit einer Belichtungszeit von rund 1 sec unscharfe rote Flecken vor rötlichem Hintergrund draus.
Mehr kann ich mit meinen technischen Mitteln nicht herausholen - vielleicht ginge was mit Justage von ASA-Werten und manueller Vorgabe der Belichtungszeit. Dazu fehlt mir die Muße.
Schwierig ist auch der Effekt, dass die beleuchteten Chlorplasten schnell "ausbleichen" - bis man an der Kamera herumgefummelt hat, ist die ganze Pracht schon verblasst.
Ich kann dir gerne per Mail noch weitere Ergebnisse zum Veergleich schicken, sende mir gerne eine Nachricht.
Grüße
Andreas
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 17, 2025, 12:09:53 NACHMITTAGS
Lieber Andreas, herzlichen Dank für Deine beiden Bilder. ich möchte vermuten, dass Du nicht nur eine Belichtungszeit von 1 Sekunde, sondern auch eine recht hohe Isozahl verwendet hast? Bei meinem Ploemopak bekomme ich kaum ein fotographierfähiges Bild heraus, es ist einfach sehr lichtschwach. Zeigen kann ich nur eine Alternative: Foto mit Ortholux, Durchlicht, Glaserregerfilter BG 12 4 mm, Weißlicht LED, Sperrfilter K 530, Pl APO 170/25, Fluokondensor 1,4 mit Wasser emergiert, Coolpix 4500, Belichtung 1/2 Sek.,  ohne Weißabgleich vor der Photographie. Präparat Niere, 2mü, H-E Färbung.

Die Mängel sind unverkennbar. Zum Teil sind sie auf mangelnde Fähigkeiten zurückzuführen. Die Coolpix bereitet mir enorme Schwierigkeiten, das Präparat wirklich scharf zu stellen. So ist auch bei mir der visuelle Eindruck weitaus besser. Aber der Versuch genügt, um für mich die Schlussfolgerung zu ziehen, dass in meinem Fall die Durchlichtlösung vorzugswürdig ist, die Mühe, den Ploemopak zu richten, scheint sich nicht zu lohnen. Es mag auch an der Beleuchtung liegen, die bei mir ja "über zwei Ecken" sprich Spiegel erfolgt -ich habe ja noch das Umschaltortholux...

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 17, 2025, 12:13:38 NACHMITTAGS
Ergänzung: Das Hellfeldbild habe ich mit dem gleichen immegrierten Fluokondensor ohne Abblendung und ohne Leuchtfeldblende aufgenommen. Das sähe mit dem Berek anders aus.
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: purkinje in November 17, 2025, 13:49:27 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
meinst Du mit dem "Fluokondensor" den hier: Kondensor 72r (https://www.microscopia.de/p/leitz-hellfeld-kondensor-72r-a-1-40-fuer-fluoreszenz-geeignet-aehnlich-kondensor-600)? Falls ja, glaube ich nicht dass ein Berek mit Immersionskappe ran kommen würde.
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 17, 2025, 18:08:46 NACHMITTAGS
Lieber Stefan, ja der 72r, ein Kondensator mit 1,4 Ap.ohne Leuchtfeldblende, insoweit anders als beim Berek.
Zum Vergleich zwei Aufnahmen mit dem Derek 1,4, Glyc Immersion, Bel. 1/2 Sek beim Fluobild, sonst im Wesentlichen ähnliche Bedingungen, gleich sind sie ja nie.Das Fluobild ist vollständig unbearbeitet, nur etwas verkleinert.

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in November 17, 2025, 18:44:49 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
Wie sieht denn ein Bild des HE Schittes in Auflichtfluoresz mit deinem Ploemopak aus?
Das Bild des Moosblättchens sah ja zumindest was den schwarzen Hintergrund angeht, gar nicht mal so schlecht aus.
Aber hier kommen ja doch einige Variablen gleichzeitig ins Spiel (verschiedene Lichtquellen, Präparate, verschiedene Emissionsfilter...)
Da fällt ein Vergleich erstmal schwer.
LG Holger
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 17, 2025, 21:58:55 NACHMITTAGS
Lieber Holger,

anbei noch zwei Bilder: Wesentlich besser wird der Kontrast über einen schwarzen Hintergrund, wenn das Spektrum des Erregerlichtes weiter eingeschränkt wird, indem ich mit einer 470nm LED beleuchte: Das erste der beiden folgenden völlig unbearbeiteten Bilder zeigt das Nierenpräparat mit Durchlichtfluoreszenz! - über den Berek 1,4 Glyc. aber durch den Teilerspiegel des Ploemopak, den Sperrfilter des Ploemopak und den K530.

Hingegen ist die Auflichtfluoreszenz über den Auflichtstrahlengang viel zu lichtschwach. Bei diesem Versuch habe ich den BG 12 4 mm einfach in den Auflichtstrahlengang gehalten. Der ist hierfür eventuell etwas zu dick. Ohne den BG 12 geht es aber gar nicht: Dann bekomme ich ein absolut vergrüntes Bild.

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in November 18, 2025, 00:30:36 VORMITTAG
Hallo Jürgen,
Ok,
In Bild Nr.1 sehen wir ein Bild im Durchlicht, mit der blauen LED als Beleuchtung (das sieht ja schonmal ganz gut aus).
Hier sieht man auch den Vorteil gegenüber deiner Aufnahme mit weißer LED. Der Hintergrund ist aufgrund des viel "sauberen" Anregungslichts viel dunkler, in Relation zu dem Fluochrom.

Bild Nr.2 ist genau mit derselben Konstellation, aber diesmal über den Auflichtstrahlengang des Ploemopak beleuchtet, richtig?
Und bei zweiterem hast du massive "Vergrünung", auch über dem ansonsten bei Durchlicht dunklem Hintergrundbild...
Und das Grün verschwindet dann nur mit dem BG12?

Wo kommt dieser Grünschleier der nur bei Auflicht so deutlich auftritt, her?

Das sieht mir nach irgendeiner ungewollten Fluoreszenz oder Sreulicht im Auflichtstrahlengang aus, die nur bei Beleuchtung von oben auftritt.

Ist der Grünschleier auch noch zu sehen wenn du den Objekträger und den Kondensor entfernst, bzw. einfach nur ein schwarzes Stück Papier zwischen Kondensor und Objekttisch hälst?
Wenn das auch nichts an der Situation ändert muss das Problem im Ploemopak selbst liegen.
Und zwar auf der Strecke des Anregungslichts zwischen LED und Objekt.
LG Holger




Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 18, 2025, 12:05:17 NACHMITTAGS
ZitatWo kommt dieser Grünschleier der nur bei Auflicht so deutlich auftritt, her?

Lieber Holger, das ist ein Missverständnis. Die ,,Vergrünung" träte auch bei der Durchlichtfluo auf, wenn ich den BG 12 weglassen und nur mit der 470 nm LED beleuchten würde. Die Erklärung wird einfach sein: Sperrfilter und Erregerfilter müssen gut abgestimmt sein. Der Leitzsche K 530, der ich bei der obigen Durchlichtkonstruktion verwendet habe, ist eigentlich nicht der passende Sperrfilter. Der dient ja nur dazu, restliches Erregerlicht abzuschirmen. Der eigentliche Sperrfilter wäre ja laut der Leitzschen Ploemopakschrift ein K495, setzt also erheblich früher an. Der ist daher im Ploemopak als Sperrfilter verbaut.Und der K530 kommt zusätzlich.  Siehe hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=38925.0

Auf Erregerseite wird andrerseits die 470er LED ein breites Spektrum aufweisen. Das dürfte wohl durch den BG12 verengt werden.

Herzlichen Gruß

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: K. B. in November 18, 2025, 12:35:52 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

die älteren Anregungsfilter(farbiges Glas) sind häufig sehr schlecht was die Lichtausbeute angeht, ich habe an meiner Olympus BH2 RFCA einen Adapter für die alten Zeiss Filter(IV FL) und deshalb auch mal direkt vergleichen können.

Die modernen "Spiegelfilter", die nicht benötigte Wellenlängen einfach zurückwerfen und selbst kaum einen Millimeter dick sind, lassen extrem viel Licht durch so das man das Fluoreszenzlicht schon mit bloßem Auge sehr gut betrachten kann.
Die alten teils 5mm dicken Filter lassen so wenig Licht durch, das man bei gleicher Beleuchtung kaum etwas erahnen kann.
Hab bei meinem Zeiss daher angefangen die Anregungsfilter durch neuere zu ersetzen immer wenn ich passende im Handel finde.
Wirklich gut sind die klassischen Filter meiner Meinung nach nur in Kombination mit einer Kamera.

Viele Grüße
Kay
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in November 18, 2025, 13:24:32 NACHMITTAGS
Alles klar.
Die zwei letzten Bilder sind also bis auf die Beleuchtungsrichtung (einmal Durchlicht und einmal Auflicht durch den Ploemopak) ansonsten unter völlig gleichen Bedingungen aufgenommen worden.
(Ich geh davon aus, dass Iso und Belichtungszeit gleich waren)
Dann sind die beiden Bilder vergleichbar und es lassen sich folgende Dinge feststellen:
1.Deine blaue LED enthält immer noch soviel Anteile im Grünbereich, dass diese den Hintergrund deiner Aufnahmen ohne den BG 12 "vergrünen". Viel weniger als bei deiner Weißlicht-LED, aber immer noch deutlich.
2.Auch wenn die Aperturen des Durchlicht und des Auflichtkondensors nicht identisch sind und zwei verschiedene Beleuchtungsrichtungen vorliegen, (soviel zu Äpfel und Birnen), kommt mir das Ausleuchtung mit dem Ploemopak *viel* zu dunkel vor.
Und so wie es ausschaut auch nicht symmetrisch. Das Bild ist doch oben rechts deutlich heller.
Wie bereits weiter oben beschrieben hängt das wohl mit einem immer noch massiv dejustierten Teilerspiegel zusammen. Das Objektiv das ja auch gleichzeitig als Kondensor fungiert wird nicht richtig ausgeleuchtet.
Ändert sich dieser Lichtfleck, wenn du das Stellrad einen Tick verstellst?
Achja, und was die Filter an sich angeht, natürlich gibt es da einen gewaltigen Qualitätsunterschied zwischen den alten Glas- oder Gelantinefiltern, aber das alleine erklärt die schlechten Ergebnisse des Ploemopak nicht. Sofern man den Hintergrund schwarz hinbekommt ist man ach mit Glasfiltern gut bedient. Zumindest wenn es um Anregungsfilter geht. Eine *geeignete* Farb LED macht da mit ihrem schmalen Spektrum und der großen Leistungsreserve bei den üblichen Anwendungen einiges wett.
Ich hab dazu mal eine Vergleichsreihe hier gepostet wo man den Vergleich sieht:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=49937.0
Der Einfluss des K530er Filters anstatt des K495, spielt für das Ergebnis auch eine gewisse Rolle und macht das Bild zusätzlich etwas dunkler, aber ist nicht der Grund für das schlechte Ergebniss des Auflichtkondensors.

Lange Rede kurzer Sinn, du wirst nicht drumherum kommen irgendwie die Teilerspiegel wieder richtig zu justieren.

Grüße Holger
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 19, 2025, 12:15:44 NACHMITTAGS
Lieber Holger,
Danke für Deine vielen Überlegungen. Ja, ich kann den Lichtfleck etwas mehr zentrieren, indem ich an dem Stellrad leicht drehe. Die Stellkonstruktion ist im Inneren recht simpel aufgebaut: Auf der Unterseite der Drehscheibe, auf der die Filter befestigt sind, befinden sich vier Halbkugelpaare. Die beiden Halbkugeln jedes Paars stehen dicht beieinander. Zwischen sie kommt ein Stängchen zu liegen, wenn das Drehkurussel in eine der vier Fluostellungen einrastet. Und dieses Stängchen kann man ein wenig verstellen. Hab ich bereits einmal versucht: Bisher lag der Lichtfleck der Beleuchtung zu weit nach links, jetzt liegt er zu weit nach rechts. Von der Gesamtdrehung des Karussells von 360 Grad macht die Differenz ja nur etwa ein Grad aus, ist halt schwierig, das exakt hinzubekommen. In irgendwelchen Winterstunden werde ich eventuell nochmal einen Versuch starten.
Was mich allerdings zusätzlich wundert, ist, dass der Lichtfleck der Beleuchtung im Objektiv relativ klein erscheint. Selbst wenn er vollständig zentriert wäre, würde er auf ca 2/3 des Blickfelds begrenzt sein.

Zusätzlich müsste ich noch einen Anregungsfilter für die Blaulichtanregung beschaffen. Den hat ein Vorgänger von mir im Besitz dieses Teils ja entnommen.

Gleiches gilt für eine bessere Lichtausbeute, wenn ich bei der Durchlichtfluo bleiben würde. Hier kommt Deine Bemerkung Kay, ins Spiel: Welchen Interferenzfilter hast  Du denn für die Blauanregung versucht? Woher beziehst Du Deine Interferenzfilter? Gerne auch als PN...

Wobei mein letzter Versuch der Durchlichtfluo gar nicht so schlecht aussieht. Das angehängte Bild ist wieder vollständig unbearbeitet, Belichtungszeit 1/2 Sekunde, etwas optimierter Strahlengang, aber ohne Ploemopak. Allerdings beträgt die Schnittdicke des Präp. ja nur 2mü. Bei z.B. einem dickeren Pflanzenschnitt hätte eine Auflichtfluo gegenüber der Durchlichtfluo noch mehr Vorteile.

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: junio in November 19, 2025, 13:44:41 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

BG12-Filter werden nicht mehr hergestellt und wurden durch BG25-Filter ersetzt, die im Anregungsbereich eine höhere Transmission haben.
Im Internet findet Du bei Schott oder  pgo-online.com  einen Rechner, der die Transmissionsunterschiede nach Filterdicke aufzeigt.

Zu passenden Interferenzfiltern kann evtl. Kay etwas sagen.

Beste Grüße von Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in November 19, 2025, 15:02:05 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen:
Bei chinesischen Herstellern kannst du für einen überschaubaren Preis einen Kurzpassfilter mit 490nm cutoff Wellenlänge bestellen. (Ich schick dir mal eine PN wo genau).
Die Vorteile eines Kurzpassfilters wären:
Der lässt, wie Kay schon geschrieben hat, viel mehr Licht durch als dein BG12 und eliminiert die grünen Restanteile der LED sehr gut. Da er ein Kurzpassfilter ist hast du damit auch das "universellste" weil am breitesten aufgestellte und helltste Anregungslicht. Damit kannst du gut mit Acridinorange und der Autofluoreszenz von Chlorophyll arbeiten. Von Zeiss Jena gab es für das Jenalumar auch vergleichbare Filter. Die sind mit Kp470 gekennzeichnet. Damit wurden die Vergleichsaufnahmen in meinem verlinkten Faden gemacht.
Nachteil: Den Daten nach lässt der chinesische Filter auch alle UV Anteile durch, der Zeiss Jena Filter ab 360nm. Das kann Probleme mit Autofluoreszenz bestimmter Verkittungen/Immersionsölen oder Einbettungsmedien machen. Inwieweit hängt dann auch wieder von den Eigenschaften deiner LED ab.
Die unerwünschten UV Anteile kann man aber auch mit einem einfachen UV-Schutzfilter herausfiltern.

Breitbandinterferenzfilter in dem Bereich gibt es auch. Die findet man gelegentlich in der Bucht. Zeiss hat z.b. einen 450-490 Bandpassfilter in seinem Filtersatz 09 verbaut. Es gibt sie in zahlreichen spezifischen Bandbreiten und unterschiedlichen Wellenlängenbereichen. 
Vorteile:
Die unterdrücken auch Wellenlängen unterhalb einer bestimmten Wellenlänge.
Nachteile: Durch das eingeengte Anregungslicht wird das Bild insgesamt dunkler. Ausserdem werden durch diese Filter bevorzugt die Fluochrome angeregt, auf die das Anregungsband am besten passt. Das will man aber als Amateur, der gerne viel auf dem Bild sehen will, aber gar nicht unbedingt.

Mit Gelfiltern wirst du, glaube ich, nicht glücklich werden.

Aber erstmal würde ich schauen, ob dein Ploemopak überhaupt noch zu retten ist, ohne eine Justierung der Teilerspiegel wird das nichts.

Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in November 19, 2025, 15:12:13 NACHMITTAGS
Zitat von: Jürgen H. in November 19, 2025, 12:15:44 NACHMITTAGSWas mich allerdings zusätzlich wundert, ist, dass der Lichtfleck der Beleuchtung im Objektiv relativ klein erscheint. Selbst wenn er vollständig zentriert wäre, würde er auf ca 2/3 des Blickfelds begrenzt sein.
Das lässt vermuten, dass die hintere Brennebene des Objektivs nicht richtig ausgeleuchtet wird. Entweder weil dein Ploemopak das konstruktionsbedingt für das verwendete Objektiv nicht schafft, oder weil bereits dort etwas nicht stimmt mit dem Strahlengang.

LG Holger
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: purkinje in November 19, 2025, 15:55:43 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
bei all den vielen sachkundigen Tips; Du hattest erwähnt das alte Ortholux-Stativ zu nutzen bei dem der obere Auflicht-Strahlengang über zwei Spiegel bedient wird, oder? M.W. nach war der Ploemopak erst auf dem Markt, als es noch die letzten Ortholuxe mit dem getrennten A-Strahlengang gab, auch an den beiden alten Spiegeln könnte die Abschwächung liegen. Da Du auf diese Idee ja schon selbst gekommen warst, wollte ich eher Mut machen nach einem geeigneten Zweitstativ Ausschau zu halten. Zudem, oft haben die jüngeren Stative auch rechts vorne das verräterische Schraubchen zur Fixierung einer Leuchtfeldblende und mit Glück ist diese auch vorhanden.
Beste Grüße Stefan 
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: K. B. in November 19, 2025, 17:04:15 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

ich nehme meist auch die schon von Holger erwähnten Filter aus China wie z.B. hier:
https://de.aliexpress.com/item/4001084854317.html?
https://de.aliexpress.com/item/1005003572330765.html?
https://de.aliexpress.com/item/1005005823090800.html?
https://de.aliexpress.com/item/1005006693202132.html?
https://de.aliexpress.com/item/1005006250093283.html?

Den Angaben der Spektren bei den Angeboten kann man nicht immer trauen, aber bei den Preisen kann man da auch kaum was falsch machen, nur das Suchen nach der passenden Größe dauert teils etwas.
Ansonsten kaufe ich auch gebrauchte Filter/ Filterwürfel anderer Hersteller und passe die Filter an meine Mikroskope an.

Viele Grüße
Kay
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Jürgen H. in November 20, 2025, 12:50:36 NACHMITTAGS
Lieber Holger, lieber Kay, danke für eure Tipps zu den Filtern! Stefan, mein Ortholux hat eine besondere Familiengeschichte, deshalb kann bzw will ich es nicht einfach austauschen....

Viele Grüße

Jürgen
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: andr_brno in November 20, 2025, 18:13:50 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,
wer spricht denn von Austauschen! Mein Ortholux hat keine Familiengeschichte, aber schon eine eigene Familie gegründet.

Der Lichtweg im ersten Modell über zwei Oberflächenspiegel, die nicht immer optimal altern, hat sicher Verbesserungspotential.

Wenn du dich zur Filterrenovierung entschließt, melde dich gerne nochmal bei mir. Vielleicht wäre das auch was für mich.

Grüße aus dem Süden
Andreas
Titel: Aw: Altes Leitz Ploemopak richten
Beitrag von: Spectrum in November 20, 2025, 19:39:28 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
Vielleicht kommen dein schönes Familienerbstück und dieser (oder ein anderer Ploemopak) ja doch noch zusammen...
Es soll ja hier auch Forumsmitglieder geben, die mit geringfügig mehr als einem Ortholux gesegnet sind, (hab ich gehört).
Probier doch falls möglich deinen Ploemopak dort einmal aus, und berichte gerne mal, wie das dann ausschaut.
Für den Vergleich immer mit der gleichen LED, Präparat, ISO und Belichtungszeit.
Es wäre sicher ratsam doch erstmal genauer rauszufinden wo genau da der Hase im Pfeffer liegt...
Um den Filtertausch kannst du dich dann im Anschluss immer noch kümmern.
Aber wenn du das Bildfeld auch weiterhin nicht mittig und ausreichend ausleuchten kannst, und die Ergebnisse bei Auflicht so bleiben, macht alles weitere keinen Sinn.
Ich wünsche dir viel Erfolg und deinem "Patienten" wünsche ich baldige Genesung.
LG Holger