Einst war ich der naiven Ansicht ein Mikrocontroller aus der Jahrtausendwende sei das ideale Objekt um die Qualität von Makroobjektiven im Auflicht zu testen. Schließlich lagen damals dessen IC-Strukturen (z.B. Leiterbahnen) noch im µ-Bereich.
Nach wochenlangem Basteln an Makroeinrichtungen und Beleuchtungen (mit LED-Schräg- oder Ringlicht, Ringblitz und mit oder ohne einfachen oder doppelten Polfiltern etc. etc...) habe ich es aufgegeben die Resultate exakt erklären zu wollen. Da diese Chipstrukturen aus mehreren Lagen aufgebaut sind, enstehen Gitterstrukturen in sämtlichen Längs- und Querrichtungen und es kommt es zu den unterschiedlichsten optischen Interaktionen in zahlreichen Richtungen mit den entsprechenden Interferenz- und Polarisationseffekten.
Hier also zunächst mal 3 Beispiele:
Objektive sind (Abb. 1) ein Canon RF 100 mm Makro bei 1,1x Vergrößerung und ein Canon EF 65 mm Makro 1x-5x (Abb. 2 und 3). Beleuchtung LED-Ringlicht (Abb. 1 und 2) bzw. LED-Lampe 15 (45 Grad schräg von der Seite), Objektiv mit Polfilter, der aber beim Drehen nur geringfügige Unterschiede in den Farben verursachte. Ich bin mir im Klaren, dass viele andere Parameter durch meine teils fliegenden Aufbauten verändert wurden, aber vergleichen wir trotzdem:
Zunächst fallen einige Unterschiede bei den Interferenzfarben mancher Strukturen auf,wenn man Abb.1 und 2 vergleicht. Von der Vergrößerung wird dies anscheinend wenig beeinflusst (vgl. Abb.2 und 3), hier scheint der Objektivtyp eine große Rolle zu spielen (vgl. Abb. 1 und Abb. 2) oder natürlich einseitige Beleuchtung (Abb. 3).
Offensichtlich ist der Mikroprozessor doch kein ideales Objekt für Objektivtests aber weitere Spielereien sind in Arbeit ...
Viele Grüße
Rolf
PS: Was ich auch erst vor kurzem entdeckt habe: Mit rechtem Mausklick ins Bild, danach "In neuem Tab öffnen" öffnet sich eine Möglichkeit es weiter zu vergrößeren um die kleinen Strukturen besser bewundern zu können ...
Viele Grüße
Rolf
Hallo -
nach einigen Bemühungen ist es mir jetzt gelungen ein brauchbares Panorama von dem o.a. Mikroprozessor herzustellen.
Es kann auf meiner Homepage
https://phylloxera.de
aufgerufen werden. Dazu links oben "Panorama Mikroprozessor" anklicken.
Aufnahme mit einem M PlanApo 10x/0,28 (Arbeitsabstand ca 30 mm).
Als Tubuslinse diente ein RF 70-200 2,8). Beleuchtung mit LED Ringleuchte.
Wegen der geringen Tiefenschärfe sind nicht alle Strukturen der verschiedenen Lagen scharf.
Einen Versuch die 36 Fotos einzeln zu Stacken habe ich vorläufig aufgegeben, da das Resultat wegen der Schichtung dann eher chaotisch wirkte.
Viele Grüße
Rolf
Sehr interessant Rolf!
Hallo Rolf,
Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt!
Tolle Aufnahme.
Und das mit der nicht durchgängigen Schärfe ist genau richtig.
So kann man sich auch räumlich eine Vorstellung vom Aufbau machen.
Achja, und die anderen Bilder auf deiner Website sind ach nicht von schlechten Eltern! Super!
LG Holger
Hallo -
zum Vergleich habe ich mal ein Panorama mit meinem Axioskop (mit Epiplan-Neofluar 10x/0,30 HD) angefertigt. Direktes Auflicht durch das Objektiv und Dunkelfeld-Auflicht waren uninteressant - aber mit Auflicht-DIC war es toll. Man merkt halt doch den Unterschied zwischen einem Objektiv mit 30 mm Arbeitsabstand gegen eines mit ung. 3 mm.
Wer vergleichen will - hier nochmals meine Homepage:
https://www.phylloxera.de/
(die beiden Links in der oberen linken Ecke.
Viele Grüße
Rolf