Hallo,
auf einer offenen Kiesfläche am Rande eines kleinen Weihers fand ich die kleinen orangen Fruchtkörperchen von einem Ascomyceten. Mit 1-2mm im Durchmesser lagen die Apothecien zwischen Kiesel, Falllaub und kleinen Laubmoospölsterchen versteckt.
Davon sammelte ich einige Apothecien und die darumwachsenden Laubmoose. Was diese Aufsammlung ergeben hat, zeige ich mit einigen Bildern.
Octospora similis ist ein Bryoparasit. In der Literatur werden Arten der Gattung Bryum als Wirte aufgeführt. Ich konnte in meiner Aufsammlung als Wirt Bryum caespiticium var. badium bestimmen und daran an an den Rhizoiden die Gallen finden, die durch die Infektion gebildet werden.
In den folgenden Bildern zeige ich den Standort, einige Merkmale von B. caespiticium und von O. similis.
Standort, Fruchtkörper von O. similis und als Begleitvegetation verschiedene Laubmoose.
Standort II 1200 .JPG
B. casespitium var. badium; li männlicher Gametophyt; dann weiblicher Gametophyt mit Seta; Sporenkapsel mit Operculum; Sporenkapsel geöffnet.
B. caespiticium var, badium Habitus 1200 .jpg
Blatt total mit lang austretender Blattrippe die an der Spitze fein gezähnt ist.
B. caespiticium var. badium Blatt total 1200 .jpg
Sporen rund, glatt, mit 1 Oelkörper; durchschnittliche Grösse 13,4µm bei n=105, gemessen analog, eingedeckt in Wasser.
B. caespiticium var. badium Sporen 1200 Balken 20µm.jpg
Fruchtkörper von O. similis. Durchmesser ca. 2mm.
Octospora similis FK 2mm 1200 .jpg
Sporen in Ascus, 4 Schärfeebenen. Balken 20µm.
O. similis Ascus mit Sporen 1200 Balken 20µm .jpg
Paraphysen
O. similis Paraphysen 1200 .jpg
Sporen in 3 Schärfeebenen. Sporengrösse bei n= 61 l 19,4µm / b 13,6µm.
O. similis Sporen 1200 Balken 20µm .jpg
Infektionsgallen an den Rhizoiden.
O. simils Gallen Übersicht 1200 .jpg
Infektionsgallen liegen an den Rhizoiden und an deren Ende. Grösse der Galle re. ca. 62µm im Durchmesser.
Octospora similis 20251117_1 Gallen 1200 .jpg
Grüsse Arnold Büschlen
Hilfreiche Literatur:
- http://octospora.de/
- Die Moose Baden-Württembergs.
Im Band 3 befindet sich der Bestimmungsschlüssel zu den Grossgruppen. Dieser benutze ich gerne um den Weg in eine mir nicht vertraute Gattung zu finden.
Ebenfalls befindet sich Im Band 3 ein Glossar zur Morphologie und Systematik.
Ganz große Klasse Arnold.
Das Sporenornament und die Gallen an den Rhizoiden ohne Baumwollblau – ein Traum.
Viele Grüße, Heiko
Hallo Arnold,
klasse Beitrag mit sehr instruktiven und auch ästhetischen Bildern.
Hallo Arnold,
Danke für den Interessanten Bericht 🙂
Liebe Grüße Daniel
Hallo Arnold,
toller, informativer Beitrag! Von den Sporen zeigst Du verschiedene Schärfeebenen nebeneinander, was mir sehr gut gefällt! Nur der Neugier halber, hast Du die Bilder mal als Stack verrechnet?
(Nicht immer führt Stacken zur besseren Abbildung).
Grüße Michael/M59
Hallo,
danke für euere Rückmeldungen.-
@ Michael: stacken oder nicht stacken? Gerne benutze ich an meinen Mikroskopen eine feinabgestufte Objektiv Auswahl. Mir ist dieser Luxus bewusst, aber es hilft mir Objekte in ihrem Zusammenhang zu sehen und zu dokumentieren. Dabei nutze ich auch gerne unterschiedliche Kontrastverfahren.
Die abgebildeten Sporen habe ich mit dem Objektiv 40 und mit DIC fotografiert.
Ab und zu lege ich drei-vier Bilder im Photoshop übereinander. z.B. um Blattoberflächen von Laub- und Lebermoosen vorteilhafter zu dokumentieren.
Heiko erwähnt Baumwollblau.
In der Pilzmikroskopie wird Baumwollblau verwendet, um die Fragen nach " cyanophil / acyanophil zu beantworten. z.B. lässt sich mit Baumwollblau die Ornamentierung der Sporenoberfläche bei Ascomycetensporen selektiv anfärben.
Ein Beispiel: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=30018.0
Sehr oft wird dann auch Zellinhalt angefärbt. Dies ist nicht immer vorteilhaft.
Grüsse Arnold
Hallo Arnold,
Zitat von: A. Büschlen in November 23, 2025, 12:44:58 NACHMITTAGSAb und zu lege ich drei-vier Bilder im Photoshop übereinander. z.B. um Blattoberflächen von Laub- und Lebermoosen vorteilhafter zu dokumentieren.
Grüsse Arnold
.... genau das meinte ich, dass man sich die Fotos der einzelnen Schärfeebenen im Vergleich zu einem Stack ansieht.
O.T: mit PS habe ich anfangs auch mal gestackt, benutze aber jetzt Zerene Stacker.
Grüße,
Michael/M59
Hallo Arnold,
ein super Beitrag. Vielen Dank.
LG
Gerhard
Hallo,
Auch von mir ein großes Dankeschön für diesen tollen Beitrag.
Da steckt sicher viel Arbeit und jede Menge Können drin.
Grüße Holger
Wunderschöne Doku!
Hallo Arnold,
ich kann mich den vorherigen Meinungen nur anschließen, auch für mich ein hoch interessanter Beitrag mit aussagekräftigen sehr schönen Mikrofotos. :)
Folgender Link passt zwar hier nicht unbedingt hin, aber ich fand es interessant.
Hier der Artikel über die Überlebenskünstler Moossporen.
https://www.welt.de/wissenschaft/article69203cff52711a01b9dd4ffb/experiment-im-all-wir-hatten-mit-nahezu-null-ueberlebensrate-gerechnet.html?icid=search.product.onsitesearch
Gruß von Siegfried
Hallo,
Danke für eure Rückmeldungen!
Grüsse Arnold
Hallo Arnold,
inspiriert von Deiner Präsentation schaute ich sogleich nach Rhizoid-Gallen bei der erstbesten Octospora, die mir im Wege stand. Mit Octospora gyalectoides wurde das ein erfolgloses Unterfangen, wie ich bald merkte, denn diese Art parasitiert die Blättchen. Und so deute ich die rundlichen Gebilde als Appressorien oder ,,Infektionsgallen", die allerdings erst im Baumwollblau sichtbar wurden.
Die folgende, leider nicht frei verfügbare Quelle böte vielleicht Aufschluss: Peter Döbbeler (1979): ,,Untersuchungen an moosparasitischen Pezizales aus der Verwandtschaft von Octospora" in Nova Hedwigia 31: 817–864.
Viele Grüße, Heiko
Octospora gyalectoides auf cf. Pottia, Acker, Pfaffenstreich, 26.11.25.jpg
Hallo Heiko,
Das ist ja eine bemerkenswerte Beobachtung und Dokumentation.
Ich meine aber, dass wir zwischen Appressorien und Infektionsgallen unterscheiden müssen.
Appressorien sind Haftorgane. Sie bilden sich an den Hyphen.
Infektionsgallen bilden sich am Moos. z.B. an den Rhizoiden.
Aus meiner Sicht bilden sich die Infektionsgallen am Wirt nach der Infektion durch den Pilz.
Die von dir abgebildeten runden Objekte sind Appressorien.
Könntest du das gezeigte Objekt (Moosblatt) umdrehen um es auf der anderen Seite zu betrachten und wenn möglich davon ein Bild machen?
Grüsse Arnold
Hallo Arnold,
etliche weitere Versuche, aber keine neuen Einsichten.
Gruß, Heiko
Octospora gyalectoides auf cf. Pottia, Acker, Pfaffenstreich, 26.11.25 (3).jpg
Hallo Arnold,
ein sehr schöner und informativer Beitrag!
Die Idee mit der Darstellung der Sporen in unterschiedlichen Schärfeebenen in einem Bild finde ich sehr gelungen, da bekommt man einen sehr guten plastischen Eindruck.
Viele Grüße
Kay
Sehr schöner Beitrag, den ich gerne in die Botanik-Liste aufnehme.
Liebe Grüße
Peter