Die Himalaya-Zeder ist von Nepal bis Afghanistan heimisch. Sie bevorzugt Höhenlagen oberhalb 1200 m.
In Deutschland kann der Baum in milden Lagen winterhart sein. Mein Exemplar stammt aus Kroatien.
Die Himalaya-Zeder erreicht eine stattliche Größe von bis zu 60 Metern. Eine Besonderheit ist, dass die Hauptäste nahezu horizontal mit hängenden Spitzen wachsen. Die Nadeln sitzen auf Kurztrieben, die Zapfen stehen aufrecht auf den Zweigen. Sie fallen nicht in Gänze ab, sondern zerfallen am Ast, so dass nur die Mittelspindel stehen bleibt.
Hier der Habitus:
Bild 1 (Wikimedia, Autor Luigi Chiesa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37563472/Pedrengo_cedro_nel_parco_Frizzoni.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Für meinen Beitrag habe ich Sprossachse, Kurztrieb (als Sitz der Nadelbasis), Blatt und jungen Zapfen geschnitten.
Schnittdicke ist durchgehend 30 µm. Gefärbt wurde nach Etzold mit FCA.
Zunächst ein Querschnitt durch den Spross
Teil 1 Querschnitt Spross
Bild 2
(https://www2.pic-upload.de/img/37563464/Cdsa1.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Man erkennt die deutliche Verholzung sowie die im Rindenparenchym befindlichen Harzgänge. Das Xylem weist Jahresringe auf. Rechts sieht man den Abgang eines Seitensprosses.
Hier noch zwei Beispiele
Bild 3
(https://www2.pic-upload.de/img/37563463/Cdsa2.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Bild 4
(https://www2.pic-upload.de/img/37563462/Cdsa3.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Und hier eine Ansicht im polarisierten Licht
Bild 5
(https://www2.pic-upload.de/img/37563467/Cdsa5.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Auf dem folgenden Bild sieht man einen dickeren Spross mit dem längs abgehenden Seitenspross
Bild 6
(https://www2.pic-upload.de/img/37563471/Cdsa9.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Die "Dynamik" des Sprossabgangs zeigt sich gut im polarisierten Licht
Bild 7
(https://www2.pic-upload.de/img/37563470/Cdsa10.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Jetzt einige Detailbilder aus dem Sprossquerschnitt
Bild 8 (Polarisation)
(https://www2.pic-upload.de/img/37563466/Cdsa6.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Bild 9 (Harzkanal)
(https://www2.pic-upload.de/img/37563469/Cdsa8.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Bild 10 (Markparenchym)
(https://www2.pic-upload.de/img/37563468/Cdsa7.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Teil 2 Querschnitt Kurztrieb (Nadelbasis)
An den Kurztrieben sitzen die Nadeln in Büscheln von 20 bis 40 Nadeln pro Trieb.
Der Querschnitt zeigt ein buntes Bild.
Bild 11
(https://www2.pic-upload.de/img/37563447/Cdkt2.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Bild 12
(https://www2.pic-upload.de/img/37563446/Cdkt1.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Um die rosettenartige zentrale Leitbündelstruktur gruppieren sich Harzkanäle, verholzte Bereiche und Nadelbasen (Bild 12 links und rechts angelagert).
Hier noch ein Schnitt im polarisierten Licht
Bild 13
(https://www2.pic-upload.de/img/37563448/Cdkt3.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Interessant sind hier die weißlich leuchtenden Zellverbände. Zunächst dachte ich an Sklerenchymzellen, aber es fehlt die verdickte Zellwand. Die Zellen im Präparat sehen aus wie gewöhnliche Parenchymzellen, nur eben mit stark doppelbrechenden Eigenschaften im polarisierten Licht. Ich gehe davon aus, dass es schleimproduzierende Zellcluster ("mucilage cell complexes") sind. Vielleicht hat aber jemand einen anderen Vorschlag. Ganz offensichtlich sind die Strukturen Steinzellen (siehe die Bilder im Kommentar unten). Da habe ich einfach zu wenig genau reingeschaut.
Hier noch die Zentralrosette im Detail
Bild 14
(https://www2.pic-upload.de/img/37563454/Cdkt8.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Teil 3 Querschnitt Nadel
Die Ansätze der Nadeln sind in den Randbereichen des Kurztriebes schon angeschnitten (Bild 12 und 13). Im folgenden jetzt noch ein Querschnitt durch die Nadel.
Bild 15
(https://www2.pic-upload.de/img/37563440/Cdb1.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Man erkennt den "klassischen" Aufbau eines Nadelquerschnitts mit dem durch große Endodermiszellen abgegrenzten inneren Leitbündelbereich, dem dominanten, grünlich/türkis gefärbten Mesophyll ohne Differenzierung in Palisaden- und Schwammparenchym, zwei Harzkanälen sowie einer dicken Epidermis und Hypodermis (die der Nadel ihre feste Struktur verleihen). Bei genauem Hinsehen fallen zahlreiche Stomata (hier fast schwarz) im Bereich der Epidermis auf.
Hier ein Detailbild einer solchen Spaltöffnung
Bild 16
(https://www2.pic-upload.de/img/37563443/Cdb6.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Und hier noch einer der beiden Harzkanäle im Detail
Bild 17
(https://www2.pic-upload.de/img/37563444/Cdb5.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Der Leitbündelbereich
Bild 18
(https://www2.pic-upload.de/img/37563442/Cdb3.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Jetzt die Übersicht über den Blattquerschnitt im polarisierten Licht, was immer noch einen völlig anderen Blick auf die Strukturen ermöglicht
Bild 19
(https://www2.pic-upload.de/img/37563441/Cdb2.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Teil 4 Querschnitt Zapfen
Ich habe einen unreifen weiblichen Zapfen quer geschnitten. Hier zunächst der Größenvergleich des "Zäpflings" mit einem Skalpell (geschnitten wurde nicht mit dem Skalpell, sondern mit dem Schlittenmikrotom).
Bild 20
(https://www2.pic-upload.de/img/37563473/IMG_4648.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Zapfen bestehen aus einer zentralen Spindel, den Deckschuppen und den Samenschuppen. In den Samenschuppen finden sich paarig angelegte Samenanlagen. Die Deckschuppen liegen über den Samenschuppen, schützen sie und verleihen dem Zapfen Stabilität.
Im folgenden Querschnitt sieht man diese Elemente
Bild 21
(https://www2.pic-upload.de/img/37563456/Cdz2.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Um den zentralen Markbereich herum gruppieren sich Leitbündel, nach außen hin dann Leitbündelstrahlen ("Metaxylem-Zungen"), die zu den Schuppen verlaufen. Oben im Bild eine Deckschuppe, links davon einige Samenschuppen mit den paarigen Samenanlagen.
Hier eine Detailaufnahme der Schuppen. Rechts eine Samenschuppe ohne Deckschuppe, Mitte und links liegen Deckschuppen über den Samenschuppen.
Bild 22
(https://www2.pic-upload.de/img/37563459/Cdz6.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Und noch näher ran
Bild 23
(https://www2.pic-upload.de/img/37563460/Cdz5.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Unter der Deckschuppe liegt hier die Samenschuppe mit den zwei Samenanlagen. Gefüllt sind die Samenanlagen mit tanninproduzierenden Zellen in unterschiedlichen Formen.
Noch etwas näher ran
Bild 24 (40x, Auschnitt, DIC)
(https://www2.pic-upload.de/img/37563458/Cdz4.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Abschließend eine Aufnahme der von der Zentralspindel zu den Samenschuppen laufenden Leitbündelbahn mit diese begleitenden transfusorischen Tracheiden im polarisierten Licht
Bild 25
(https://www2.pic-upload.de/img/37563461/Cdz7.jpg) (https://www.pic-upload.de/)
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Berichtigungen und Ergänzungen.
Guten Abend Namensvetter,
meine Gratulation zu disem wunderbaren Beitrag!! Ich bin wieder einmal, wie man in Berlin sagt, baff!!
Bild 13: könnten das Weiße auch Oxaltkristalle sein?
Gruß Peter W
Hallo Peter,
tolle Schnitte und eine wunderschöne Färbung.
Viele Grüße
Maria
Hallo Peter,
vielen Dank!
Oxalatkristalle sind eine wichtige, weil häufige Differentialdiagnose. Allerdings zeigen die weißen Bereiche keine kristalline Form, sondern füllen die Zellen ohne besondere Struktur aus. Kristalle liegen auch meist mehr disseminiert und nicht in engen Clustern vor.
Hallo Maria,
auch Dir besten Dank für Dein Lob!
Schöne Grüße
Peter
Hallo Peter,
ich muss mich korrigieren. Bei Hineinfokussieren wird deutlich, dass es sich bei den weisslichen Strukturen ganz offensichtlich um Steinzellen handelt.
Ich werde das gleich im Text korrigieren.
stze 1.jpg
stze 2.jpg
Hallo Peter,
im Garten habe ich eine C. atlantica, für die meine Wertschätzung steigt, nachdem ich Deine Präsentation genossen habe.
Gruß, Heiko
HalloHeiko,
vielen Dank, das freut mich!
Dann richte ihr mal unbekannterweise* schöne Grüße aus ;)
(* C. atlantica steht noch auf meiner to do list)
Lieber Peter,
ein interessanter Baum.
Top Beitrag.
Gruß
Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen,
besten Dank!
Liebe Grüße
Peter
Hallo Peter
Ich sage nur Daumen hoch, toll, die Zapfenquerschnitte haben es mir besonders angetan, habe die bisher nirgends gesehen.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
ich sage Dankeschön!
Grüße nach Österreich
Peter