Hallo,
eine Frage an die Mineralogen, Schweißer, Dreher, Ingenieure, Stahlfachleute.
Vor ein paar Monaten habe ich auf einer Wanderung in einem Wald am Nierderrhein einen ungewöhnlichen "Stein" von etwa 4 cm Größe gefunden. Ungewöhnlich, weil er meiner Meinung nach Schmelzstrukturen zeigt. Er sieht auch sehr metallisch aus.
Ich habe in unter eine Röntgenemissions-Spektrometer gelegt. Danach besteht er zu 100% aus sortenreinem V4A Stahl. Sogar der Stahl-Typ ließ sich über die Analysendaten ermitteln (habe ich dummer weise gerade nicht zur Hand).
Entsteht so etwas beim Schweißen? Auch wenn ich gerade nicht wüßte, was man an Bäumen so schweißt.
Vielleicht kennt hier ja jemand so etwas.
Grüße
Carsten
Guten Abend Carsten,
Es handelt sich verm. um die Schlacke eines STahls.
"V4A" ist eine Werksbezeichnung der Fa. Krupp!
Es handelt sich dabei um einen rostfreien Stahl.
Die DIN-Bezeichnung könnte sein:
X20CrNiMo18.8.
Leider bin ich nicht mehr so fit mit den St-Bezeichnungen, es ist über 60 Jahre her.
X bedeutet, daß 18% Cr und 8% Ni enthalten ist.
Es wird also die volle %-Zahl genannt.
Weiter ist Mo enthalten.
St-Schlüssel- Bezeichnung:
Wo Si eht Mn Cr Co dil 4 am Ni l
Co lera P lagt 100 S chwarze Ni geriana.
Aber heute werden die Stähle mit langen Nummern bezeichnet, die man sich nicht merken kann.
Dann gibt es noch die sog. C-Stähle (Ck 14).
Aber vielleicht kann mir ein jüngerer Kollege auf die Sprünge helfen.
cf. Houdremont: "Hndbuch der Sonderstahlkunde"
Springer 1962(?)
Gruß vom Inschenör Peter W
Hallo Peter,
in die Richtung wird es wohl gehen.
Molybdän habe ich aber nicht gemessen. Nur Fe, Cr und Ni. 20 % Cr passt.
Carsten
Hallo Carsten,
Die 20% Chrom schließen einen Meteoriten wahrscheinlich aus und datieren das Teil nach 1920-30 .... Ich habe Maschinenbau gelernt und bin am überlegen wie so was zustande kommen könnte. Beim Brennscheiden entstehen oft Tropfen und Nuggets aber in der Größe? Ist es ein Werkzeug das sich durch die Jahre trovalisiert hat?
Ist auf jedenfall sehr spannend 🙂
Liebe Grüße Daniel
Waren Eisenbahngleise in der Nähe? Solche Zapfen bleiben offenbar beim Thermitschweißen übrig:
https://www.trackopedia.com/lexikon/gleisbau-und-instandhaltung/maschineller-gleisbau/schweisstechnologie/thermit-schweissen
https://www.trackopedia.com/fileadmin/user_upload/03_Gleisbau_und_Instandhaltung/Maschineller_Gleisbau/Schweisstechnologie/bearbeiten_der_schweissung_2.jpg
Mein Löffel Kaffeesatz...
Grüße
Martin
Hallo Martin,
An Eisenbahn habe ich auch gedacht. Aber Edelstahl passt da nicht wirklich 🫣
Lg Daniel
Danke für Eure Mühen. Nein. Keine Eisenbahn.
Hallo Carsten,
ZitatDanach besteht er zu 100% aus sortenreinem V4A Stahl.
Dann sollte es wohl eher keine Schlacke sein, sondern ein Schmelzprodukt des Stahls selber.
Die Herkunft ist ja einigermaßen plausibel geklärt. Bleibt nur noch die Frage: "Wie kommt so ein Ding in den Wald?" Dazu wäre vielleicht noch interessant: richtig im Wald oder auf einem Waldweg? Letztere werden nicht selten auch mit Bauschutt aufgepeppt und dann ist das Thermitschweißen schon wieder nicht so abwegig. Vielleicht wurde auch alter Bahnschotter weiterverwendet.
In jedem Fall waren es ganz sicher keine Eichhörnchen, sondern umtriebige Vertreter der Spezies Homo sapiens, die das Ding in den Wald verfrachtet haben.
LG Gerd
An Eichhörnchen hatte ich noch gar nicht gedacht. Ein netter Gedanke. Obwohl, wenn die Viecher einem so etwas an den Kopf werfen, so als Eichel Ersatz?
Carsten