Hallo zusammen,
Ich habe heute zum ersten mal einen solch roten Ciliaten gesehen. Habe im Netz nichts zur genaueren Bestimmung gefunden. Kennt jemand von euch diese Art?. Fundort war eine Probe aus meinem Nanoaquarium in einer Petrieschale gemeinsam mit Öltröpfchenwürmern.
Gruß von Siegfried
PS: Nach weiteren Nachforschungen könnte es Blepharisma sp. oder Oxytricha sp. sein ??
Hallo Siegfried,
obwohl ich mich mit Ciliaten auch nicht so recht auskenne: könnte es eine Frotonia-Art sein?
Wegen der ovalen Form, Nahrungsvakuole, Oralapparat an der Seite (?)...
Vielleicht hilft das.
Hochachtungsvoll
Calli
PS: Auf Zobodat habe ich eine nette PDF zu Untersuchungen an Frotonia gefunden, hört sich interessant an...
Hallo Calli,
Danke für deinen Bestimmungsversuch. Ich denke eher nicht, das es Frotonia ist. Kann mich aber auch täuschen.
Hier noch zwei Aufnahmen von heute, sieht etwas anders aus, ist aber die selbe Species. Vierlleicht meldet sich noch ein Spezialist.
Gruß von Siegfried
Moin,
Mein Verdacht geht auf die Condylostoma.
Anhand der Form , der Peristom , der Granulierung und dem Cilienbesatz .
Ehrlich gesagt fordert es bei Ciliaten schon echte Kentnisse oder eine gute Software die gut unterscheiden kann.
Beides besitze ich.
Schönen Abend
Mit freundlichen Grüßen
Malte
Hallo Malte,
lass uns teilhaben: Welche Software benutzt Du und woher stammen Deine guten Kenntnisse?
Schöne Grüße
Peter
Moin Peter.
Vielen Dank für dein Interesse.
Die Kentnisse kommen aus dem Professionellen Umfeld und der Mitarbeit der hauseigenen Analyse-Software die mittlerweile KI gestützt wird.
Die Kentnisse aus dem Professionellen Umfeld kommen vom Forschen in diesem Bereich. Wir haben viele Kulturen angesetzt gehabt und unterschiedlichste Gattungen analysiert, erforscht und in das System eingepflegt(gefüttert) habe also eine ganze Weile mit Ciliaten gearbeitet.
Die Software ist leider nicht Open Source. Da sie wie bereits erwähnt eine Haus eigene Entwicklung des Institutes ist.
Ich hoffe ich konnte deine Fragen beantworten. Wenn nicht gerne her damit.
Hallo Malte,
besten Dank. Kannst Du sagen, auf welcher KI euer Eigengebräu basiert? Und welches Institut da am Werk ist?
Haustrainierte KIs finde ich spannend.
Hallo Malte,
das ist ja prima, dass Du in Deinem Alter schon über so profunde Kenntnisse verfügst und so tief in der Forschung steckst. Andere haben mit 18 noch nicht einmal ihre Ausbildung beendet.
An welchem Forschungsinstitut bist Du denn tätig? Und in welcher Position?
Herzliche Grüße
Peter
Moin Peter,
Tatsächlich bin ich nicht Vollzeit an einem bestimmten Institut tätig sondern in verschiedenen Laboren in der Umgebung als Laborant tätig. Ich war schon an der FB 17 der Uni Marburg tätig und an der FNU Neu Ulrichstein(Hier um die Ecke). Dort wurden auch die Ciliaten erforscht
Bin beruflich gebunden und werde quasi nur für Projekte zugezogen.
Die Projekte sind dann in der Freizeit und gehen meist mehrere Monate.
Eigentlich ein schönes Modell
Mit freundlichen Grüßen
Malte
Hallo Malte,
also sehe ich das richtig: Du machst gerade eine Ausbildung zum Laboranten. Alles klar.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Malte,
danke daß du deine Kompedenz hier mit einbringst. Ja bei Ciliaten ist es sehr schwer zur richtigen Bestimmung zu Kommen.
Bei mir sowieso, ich erkenne zwar die Cilien, dann hört es aber schon auf. Und ich habe jetzt nach deiner Bestimmung im Netz nach Condylostoma Mikrofotos gesucht und mit meinen verglichen, das wirft dann schon wieder neue Fragen auf. Sollte ich bei mir nochmal ein Exemplar finden, werde ich versuchen eine andere Ebene beim Foto zu erwischen. Die Längsstreifen wären ja auch ein Merkmal von Condylostoma, welches ich bis jetzt noch nicht gesehen habe. Danke für deine Hilfe.
Gruß von Siegfried
Moin Siegfried.
Kein Problem. Definitv eines der schwierigsten problemen. Grade die Unterscheidung untereinander bringt die besten der besten die weitaus besser sind wie ich auch zum zweifeln.
Hier helfen meist mehrere Ebenen und auch der Direktvergleich in dem mehrere Gattungen live in eine Kultur gesetzt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Malte Vaupel
Hallo Malte,
bin immer noch am Überlegen, welche KI ihr als Basis für euere Hauszüchtung gewählt habt. Kannst Du da Auskunft geben?
Hallo Siegfried,
Mein Tipp :
Oxytricha haematoplasma
https://www.plingfactory.de/Science/Atlas/KennkartenProtista/01e-protista/e-Ciliata/e-source/Oxytricha%20haematoplasma.html
Ich hab mich bisher zurückgehalten, weil ich nicht 100% sicher bin.
Und das bin ich auch jetzt noch nicht wirklich.
Hallo Malte,
Das klingt ja extrem interessant!
Wie wird die KI denn trainiert?
LG Holger
Hallo Holger,
das scheint mir bisher die beste Zuordnung zu sein. Auch wenn ich bei Tümpeltieren meistens staunend am Rande stehe.
Moin Peter, Moin Holger.
Die KI im Hintergrund ist Gemini aber in einer Art Sandbox als Notebook LM.
Wir haben Notebook LM erst im geschlossenen Container mit Links aus zahlreichen Beiträgen, Bildern, und eigens eingescannten Buch Seiten gefüttert. So haben wir die basis ohne Zugang zum Web geschaffen. Das macht es für einfach Verwechslungen oder gar Halluzinationen fast zu 99% zu verhindern.
Mit der aktuellen neuen Möglichkeit mit der Web integration nach Bedarf durch Auswahl geben wir Notebook LM das auf einem Gemini Sprachmodell die möglichkeit gezielt nach Informationen im Web an bestimmten( und das ist ganz wichtig) ausgewählten Domains zu Scrappen und weitere Informationen zu erhalten.
Dazu gibt es dann immer dir Antwort samt Quelle um zu verifizieren woher die Antwort stammt. So vereinfachen wir uns die Suche und können die KI eine schnelle und fundierte Antwort ausspucken lassen.
Alles sehr DIY aber liefert saubere Ergebnisse
Mit freundlichen Grüßen
Malte Vaupel
Hallo Holger,
Ja, Oxytricha hatte ich ja am Anfang auch schon geschrieben. Ich hatte ein Vergleichsfoto bei Sebastian Hess seiner alten Homepage gefunden. Deine Einschätzung finde ich hoch interessant. Zu diesem roten Ciliaten bin ich ja nur gekommen, da ich mein Nano regelmässig beprobe wegen unserem gemeinsamen Projekt mit deiner Spende von vielen Mikroorganismen ins Nano. Wenn ich belastbare Fotos habe schreibe ich schon einen Beitrag dazu. Hab bitte Geduld.
Gruss von Siegfried
Hallo Malte,
Es wird ja immer interessanter...
Ich denke Bildanalyse mittels KI ist potenziell EXTREM mächtig!
Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie die "Trefferquote" menschlicher Beurteilung erreicht.
Bei so extremen "Nischen" wie der Bestimmung von Einzellern, denke ich, wird das aber wohl noch ein "Weilchen" länger dauern, als in anderen Bereichen.
Warum?
Nicht weil das Thema, so elitär oder anspruchsvoll wäre, sondern aufgrund des Ausgangsmaterials (verfügbare "verifizierte" Bilder)...
Mit extrem meine ich auch extreme Besonderheiten im Vergleich zu anderen Bildern aus anderen Bereichen.
Mikroskopische Bildgebung ist glaube ich auch für die KI eine besonders harte Nuss.
Gründe:
-Wenig "fundiertes" Trainingsmaterial
-Aufgrund von Beleuchtungsverfahren und zahlreichen anderen "Variablen" bei der Bildgebung, entstehen völlig andere Bildergebnisse.
Die WESENTLICHEN Bildinformationen sind meist erst beim "um die Ecke denken" erkennbar.
Und das dann auch noch bei jedem Beleuchtungsverfahren anders...
Ums noch komplexer zu machen, gibt es zu vielen Arten nur extrem wenig Information/Bilder...
Und manch Information ist dann schlichtweg auch noch falsch.
Schwierig!
99%?🤔
Skeptische Grüße Holger
P.s: Nichtsdestotrotz sehr interessantes Thema.
Und mittel/langfristig bestimmt auch die Zukunft.
Moin Holger.
Sorry die 99% beziehen sich auf das Trainierte Material. Nicht immer und das ist auch ein wenig klar erhalten wir genau das Ergebnis das wir benötigen.
Angenommen wir geben der KI bewusst ein Bild einer Gattung die in unserem Trainings Material 99 mal vorkommt aber 1 mal eine andere Gattung ist bekommen wir 99 Richtige Antworten und 1 die daneben liegt und verwandt ist.
Die 99% beziehen sich also auf Anzahl der Treffer mit Anzahl der falschen Treffer. In unseren Tests konnte die KI selbst kleinste DIF unterscheiden.
Aber klar, sie ist nur für die Unterscheidung von Ciliaten gemacht und kann und wird niemals das große ganze abdecken.
Dafür ist es schlicht zu groß und die Menge an Daten momentan nicht tranierbar.
Wir du bereits selber geschrieben hat. Bis KI eines Tages das große ganze beherrscht wird es dauern.
Aber eines ist klar, irgendwann macht auch sie nicht mehr halt.
Mit freundlichen Grüßen
Malte Vaupel
Liebe Alle,
ich nutze die KI Objekterkennung zur Bestimmung von Desmidiaceen. Im Rahmmen unseres Projektes DesmidHH haben wir fast 200 Spezies gefunden, davon habe ich 90 Arten mit je etwa 100 Bildern zum Trainieren eines Models genutzt. Ich nutze dazu mobilenetV3 mit Tensorflow. Das läuft problemlos auf einem Laptop.
Die Genauigkeit ist recht gut, dennoch muss man immer die Resultate kritisch hinterfragen. Zieralgen sind ja statisch, Trainingsbilder können so leicht erstellt werden. Bei Ciliaten sind die Herausforderungen sicher größer. Nach meiner Erfahrung sind Bilder aus dem Web nicht sehr hilfreich.
Gruß
Klaus
Hallo,
wegen der Bestimmung habe ich heute wieder 2 Exemplare rauspipettiert. Bei den länglichen Ciliaten, wie oben im Bericht gezeigt, habe ich auf allen Ebenen keine Streifung sehen können. Bei einem Exemplar, welches aber ziemlich gedrungen aussah, ist die Streifung voehanden. Siehe Bilder. Unterm Stereomikroskop sahen Beide rot aus.
Ob die gedrungene Form eine andere Species ist als die längliche, kann ich nicht sagen.
Gruß von Siegfried
Hallo Siegfried,
In Band IV "Taxonomische und ökologische Revision des Saprobiensystems" von Foissner und Berger, gibt es zwecks Bestimmung, Spezialschlüssel für auffällig gefärbte Arten.
Unter Rot werden dort Blepharisma (die schließe ich aus) sowie der bereits erwähnte Oxytricha haematoplasma (inzwischen in Rubrioxytricha haematoplasma umbenannt) und ein weiterer Ciliat namens Diaxonella trimarginate aufgeführt.
O. haematoplasma wird als orange bis kräftig rosa mit 2 größeren Macronuclei und D. trimaginata als weinrot mit vielen kleineren Macronuclei beschrieben.
Letzterer kommt aber wohl nur in marinen Lebensräumen bzw im Brackwasser vor.
Vielleicht trägt das ja dennoch ein wenig zur Klärung bei.
LG Holger
Hallo Holger,
danke für deinen Tipp. Es ist halt doch, vor allem für mich schwierig, tiefer in diese Materie einzusteigen. Ich bin zwar immer Willens das gesehene auch näher zu hinterfragen, gelingt aber nicht immer. In diesem Fall belasse ich es halt beim momentanen Stand. Meine Aufnahmen sind mit Sicherheit nicht dazu geeignet alle klaren Bestimmungsmerkmale zu zeigen. Ich wünsche dir einen guten Rutsch in 2026 und ein gutes neues Jahr.
lG von Siegfried
Morgen Siegfried,
Sei getröstet, du bist nicht der einzige, dem es schwerfällt sich in der Bestimmung unserer mikroskopischen Widfänge, bzw Kulturfolgern einzufinden.
Das ist wirklich nicht trivial!
Viele unserer Beobachtungsobjekte legen wohl echt Wert auf Datenschutz/Privatsphäre was die Namensgebung angeht.
Je mehr ich mich in diese Materie einarbeite, desto größer wird meine Bewunderung denen gegenüber, die sich da wirklich auskennen.
Und mein tiefster Respekt vor den Taxonomie-Meistern wie Foissner, Kreutz, Plewka und auch vielen anderen die auch aktiv hier im Forum mitwirken.
(Von den Altmeistern wie Kahl einmal ganz zu schweigen, unglaublich was da mit relativ einfachen Mitteln geschaffen wurde!)
Da braucht es einiges an Können, Technik und Erfahrung.
Wahrlich ein "Kaninchenloch" an Möglichkeiten mit immer neuen Herausforderungen.
Kurzgesagt: ein tolles Hobby, das nie langweilig wird!
Zu deinem roten Unbekannten:
Schau mal hier:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=32903.msg242542#msg242542
Da siehst du was für ein Aufwand nötig ist um zu einer fundierten Bestimmung zu gelangen. :o
Auch dir ein frohes, gesundes, erfolgreiches Neues mit vielen spannenden Beobachtungen und Erkenntnissen (und allen Mitlesern natürlich auch)
Holger
P.s. Ich bin echt mal gespannt was in deinem Mini Aquarium noch so alles passiert...
Lieber Siegfried,
ob Du das Tier mit dem richtigen Namen ansprechen kannst, ist gar nicht so wichtig. Wenn Du es eine Weile beobachtet hast, weißt Du sehr viel mehr interessante Details über das Tier, als den Namen, den ein anderer ihm gegeben hat.
Viele Menschen geben sich mit dem Namen zufrieden, aber weiß ich wie ein Rotkehlchen singt, wie es warnt, was es frisst, wie nahe es mich an sich heranlässt, oder wo es brütet, nur weil ich weiß, dass es Erithacus rubecula heißt?
Viel Freude am Mikroskopieren wünscht
Gerd
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
Ins Mikroskop schaut mancher nur
allein aus Freud' an der Natur
Zu sehen all die Formenpracht
die die Natur hervorgebracht
Die Namen sind ihm einerlei
und dennoch hat er Spaß dabei
Der andere möcht' genau es wissen
und er bestimmt, oft gar verbissen
bis er ein Viech benamsen kann
auch dieser hat viel Freud' daran
Und mancher hat im Sammlungsschrank
viel Messing, manches blitzeblank
oft auch mit Patina darauf
und auch bei ihm kommt Freude auf
Er schaut das Mikroskop nur an
und seltenst durch (nur dann und wann)
Dann gibt es Leut' die wiederum
schrauben nur daran herum
zerlegen, putzen, reparieren,
rüsten auf, modifizieren
"Warum"? fragt man so dann und wann
Die Antwort lauet: "Weil er's kann"
Für manche ist der Weg das Ziel
sie lesen, suchen, fragen viel
sie stöbern, planen, eruieren
und werden nie mikroskopieren
Sie bau'n im Geist Labore auf
doch letztlich kommt es nie zum Kauf
Das Mikroskop bleibt Phanatasie
Und doch beglückt das Ganze sie
Fazit:
Das Mikroskop, es kann den Leuten
im Leben sehr viel Freud' bereiten
Vielschichtig ist dafür der Grund
Kommt gut ins Jahr und bleibt gesund*
*(Das sollte eigentlich kein Neujahrsgedicht werden, eignete sich aber reimtechnisch gut zum bequemen Abschluss) :P
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter, sehr schön, herzlichen Dank! Auch Dir natürlich das Allerbeste für das Neue Jahr, Olaf
Hallo Peter,
soetwas empfinde ich als das Salz in der Suppe!
Sehr schön geschrieben,
Danke für die netten Zeilen zum Jahreswechsel.
Hallo Gerd und Peter,
@ Gerd- wie recht du hast. Normalerweise ist deine Aussage ja auch mein Anliegen. Manchmal packt es einen halt und man schießt übers Ziel hinaus und denkt man ist der größte Forscher nach dem Motto "Jugend forscht" ;D ;)
@ Peter- wie Olaf schon sagte, sehr sehr schön und mit deiner Dichtkunst sprichst du mir aus dem Herzen. Ich wünsche euch ebenfalls ein gutes neues Jahr.
Gruß von Siegfried aus dem verschneiten Hasenthal
Lieber Siegfried,
"Jugend forscht" - das bringt doch auf den Punkt, dass die Mikroskopiererei ein Quell ewiger (?) Jugend ist! Neugier und Forscherdrang machen vor dem Alter nicht Halt.
Ich hoffe, Du verzeihst, dass Dein schöner Beitrag über "Mr. Red Unknown" so ein bisschen in andere Richtungen abschweift.
Lieber Peter,
wieder mal ein geniales Gedicht. Du könntest es noch erweitern um diejenigen, die voller Begeisterung, aber (noch?) ohne Mikroskop unterwegs sind. ;)
Lieber Peter,
ich freue mich immer wenn meine Beiträge so frequentiert werden. 8)
Na ja mit 37 ? kann man ja noch von Jugend sprechen und Mikroskopie hällt jung und fit, das weisst du ja.
Nur das oft so lange Sitzen ist das Problem, habe aber einen Wackelhocker. :D
Gruß von Siegfried
Lieber Petter T.
ZitatLieber Peter,
wieder mal ein geniales Gedicht. Du könntest es noch erweitern um diejenigen, die voller Begeisterung, aber (noch?) ohne Mikroskop unterwegs sind. ;)
Dein Wunsch war mir Befehl! Siehe Erweiterung des Gedichts.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=52994.msg385462#msg385462
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in Januar 02, 2026, 11:20:56 VORMITTAGDein Wunsch war mir Befehl! Siehe Erweiterung des Gedichts.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=52994.msg385462#msg385462
Herzliche Grüße
Peter
Hahaha! Grandios! ;D
Hallo Peter,
finde ich super! :D
Mir fehlt noch die Strophe über den begeisterten Mikrofotografen. Ich habe auch mal auf die Schnelle was geschrieben, würde vielleicht irgendwo in die Mitte passen. :)
Für andere gilt's die Farbenpracht,
und auch das scheint angebracht,
abzulichten nur,
die kleinste Kunstform der Natur.
Viele Grüße
Jan
Mein lieber Peter,
Zum Anlass nehm' ich deine Worte,
Welch Quelle mir zur Freude ist.
Und füg' noch an 'ne weitre Sorte,
Die wird hier nämlich noch vermisst!
Der Züchter ist's der hier noch fehlt,
Mit Volvic und mit Parboiled Reis,
Geduld und vielen Petrischalen,
Ist ihm Vermehrung Ziel und Preis,
Das kostet Zeit und manche Qualen,
Doch wird man letztlich doch entlohnt.
(Weil hier Erkenntnis inne wohnt.)
Wo lebt es gern, was frisst das Tierchen,
Warum?; Wieso? Ist sein Pläsierchen.
Am Bino sitzt er dann gespannt,
Und ist wie wild am pipettieren.
So manches wird auf Film gebannt.
Auch so lässt Zeit sich investieren.
Und auch der Tümpler sei genannt,
Der heimlich um die Pfützen schleicht.
Das Planktonnetz kann ihn verraten,
Und dutzende von Probendosen.
Er jagd nach immer neuen Arten,
Und wühlt auch gerne mal in Moosen.
Und zum Schluss der Aquarianer,
Zum Wohlergehen von Lurch und Fisch,
Braucht auch er als schlauer Planer
So ein Mikroskop auf seinem Tisch.
Zum Glück gibt es da einen Ort
Zum Austausch von Wissen und Laborum.
Wo gilt noch ein verständig Wort.
Das Ganze nennt sich "Mikro-Forum".
Ein jeder kann sich hier entfalten,
(Mit Ausnahme von Enderlein),
Und kann auch fleißig mitgestalten,
Ja genauso soll das sein!
Mit lyrischen Gruß
Holger
Hallo Holger,
wenn Du schon alle so dezidiert aufzählst, darf aber eine Gruppe auch nicht fehlen.
Da hier so treffend dargestellt
wer alles in der Mikrowelt
sich tümmelt, solls umfassend sein
dann lass die Pilzler auch mit rein
Die sind von ganz besond'rem Wesen
(ihr habt es sicher schon gelesen)
"Die Sporen, denen ist zu eigen
sich im Olympus nur zu zeigen
Mit Zeiss und Leitz kann man nix seh'n"
(Ein Nicht-Pilzler wirds nie versteh'n ;) )
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter und Holger,
herrlich wohltuend was ihr da schreibt! Danke. ABER, wo bleiben denn die Moose und die Flechten... :(
Grüsse Arnold
Hallo zusammen,
nun habe ich auch mal versucht, speziell zum Thema was zu dichten.
Ein Ciliat, ach wie fein und klein,
kam in das Mikroforum rein.
Er war rot und flink,
die Wimpern etwas pink.
Ein Mikroskopiker wollte seinen Namen wissen und war sehr beflissen.
Doch der Ciliat war stumm und verschwiegen,
und blieb lieber in seiner Koje liegen.
Da kamen zwei Poeten und wollten ihn beglücken
um ihn zu bitten seinen Namen rauszurücken.
Die Moral von der Geschicht,
ein Ende ist noch nicht in Sicht.
siehe Anfang des ursprünglichen Beitrages: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?msg=385253
Gruß von Siegfried
Zitat von: Siegfried in Januar 02, 2026, 21:04:57 NACHMITTAGSDie Moral von der Geschicht,
ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Gruß von Siegfried
Stimmt😁
Also
Zitat von: A. Büschlen in Januar 02, 2026, 20:21:53 NACHMITTAGSABER, wo bleiben denn die Moose und die Flechten... :(
Grüsse Arnold
Also erwähnt hab ich zumindest die Moose schonmal, aber zugegebenermaßen nur am Rande.
Ich mach's gleich wieder gut:
Um Gehör hier hat gebeten
Und mit der Nase tief im Moos,
Vielleicht auch mal die Flechten kneten,
Zieht mancher auch noch dieses Los:
Und sucht mit Lupe ob vertreten,
Ein Fund eines Ascomyceten.
So besser?
Der Optikfreund
Für Leitz und Zeiss er ließ die Habe,
Mikroskopier'n so hieß die Labe.
Jetzt machen ihm viel Last die Hiebe
von seinem Weib: Sie hasst die Liebe,
für Zeug, das viel vom Gelde gekostet
und dann in feuchter Kälte verrostet.
Drum putzt ihn die Gemahlin runter -
zur Recht wird die Gen'ralin munter!
Viele Grüße
Rolf
Hallo,
ich glaube, dieser Faden sollte in die "Sternstunden des Forums" eingehen.
Es gibt auch noch die Steineschleifer
die mit wirklich großem Eifer
nicht einfach nur mikroskopieren
sondern ständig polarisieren
mit und ohne Hilfsobjekt.
Ob sich wohl ein Kristall versteckt
in dem dünn geschliffen Stein,
der vielleicht besonders fein?
Auch die Züchter von Kristallen
sind dem Drehtisch ganz verfallen
und psychedelischer Farbenpracht,
die von Polfitern entfacht.
Sie lösen auf und dampfen ein,
manches will geschmolzen sein
bis sich die Substanzen nicht mehr zieren
unterm Deckglas zu rekristallisieren.
Dann gibt es noch Diatomisten
die den Brechungsindex überlisten
mit abenteuerlichen Eindeckmitteln.
Unter ihren Labor-Kitteln
schlägt ein ganz besonderes Herz.
Nein, das ist kein Scherz!
Mit Säure kochen sie und Liebe,
dass nur die reine Hülle bliebe,
von den schönen Kieseldingern,
legen dann mit ruhigen Fingern,
und einer Wimper-am-Stiel
d'raus Bilder mit viel Zartgefühl.
Gelegentlich kommt auch ein Troll,
den man niemals füttern soll.
Doch der ist schnell wieder verschwunden,
hat hier selten Brot gefunden.
LG Gerd
Allmählich bekomm ich Beklemmungen, wenn weiterhin die Pflanzenleute außen vor bleiben. Wenn ich selber dichten könnt, würd ich uns ein Loblied singen ...
:-[
Ok,
Einer geht noch:
Ob im Park oder in heimisch Garten
Und in den aller fernsten Ecken,
Botaniker auf Opfer warten...
Und erst dann die Messer strecken,
Wenn gefärbt, die Häckeldecken.
Manch einer weiss auch sehr erfahren,
Die Kräuterkunde zu besingen.
Um dieses Wissen zu bewahren,
Wie einst die Hildegard von Bingen.
Over and out
Holger
Lieber Peter,
das ist doch ganz klar! Da braucht man doch kaum zu überlegen:
Die Schnippler oder Pflanzenanatomen
schneiden mit den Mikrotomen
dünne Scheibchen sich aus Wurzel oder Spross
und tunken sie in Farben-Soss.
Manche sammeln Blütenstaub.
Ein jeder Baum trägt ihren Steckbrief unterm Laub.
Die letzte Zeile habe ich beim Gundermann geklaut (dem Liedermacher, nicht der Pflanze).
LG Gerd
Lieber Holger,
lieber Gerd,
habt Dank!
Jetzt kann ich beruhigt einschlafen und vom Messer wetzen und der Farben-Soß träumen.
Einen hab ich noch (oder doch zwei):
So mancher Tierfreund sucht mit Fleiße
in Haut und Haar, selbst in der Scheiße
von Igel, Katz und Hund,
nach einem Parasitenfund.
Auch die Winzer und die Brauer
macht das Mikroskop noch schlauer,
ob die Hefen denn noch leben
oder Bakterien danach streben
den süßen und den herben
Wein ihm zu verderben.
Doch haben sie ihr Mikrokop gefunden,
sind aus dem Forum sie verschwunden
genau wie jene, die mit Leiterpaltten-Löten
sinnvoll ihre Freizeit töten.
LG Gerd
Ich hab auch noch was :)
Dann gibt's noch den Stacker,
der stapelt nicht nur tief,
nein, tiefenscharf.
Vom Schmetterling hin bis zur Larv',
Fokus, Fokus, Fokus bis es einmal lief,
und über jedes Staubkorn gibt's Gemecker.
Objektive häng'n nicht immer nur,
am Auftlichtmikroskop.
Viel wird auch gemacht mit Schlitten,
ordentlich in Photoshop gelitten.
Das gute Ausgangsbild ich lob.
Das ist des Stackers' Schwur.
Auch das ist sie,
so wunderschön,
so wunderbar,
das wird mir nun gewahr,
wenn ich dem allen frön'
die Mikroskopie.
Viele Grüße
Jan
Wie immer der rote Ciliat heißen mag, er ist anscheinend die beste Tümpel-Muse.
Hallo Jan,
da möchte ich nur ergänzen:
Es wird gestitcht und auch gestakt
bis die Kamera verreckt. ;D
LG Gerd
Was so ein roter, namenloser Ciliat bewirken kann. Und dann habt ihr weitausgeholt um die vielen Seiten unserer Leidenschaften zu beleuchten. Danke!
Grüsse Arnold
Dank auch vor allem an Siegfried, der mit Großmut darüber hinwegsieht, dass sein Ciliat von Heerscharen dichterisch Berufener gekapert wurde.
Bei dieser Gelegenheit sei die Frage erlaubt, was eigentlich mit dem Unterforum "Sternstunden" passiert ist. Das hat ja lange vor meiner Zeit den Betrieb eingestellt.
Dieser epische Thread hätte dort wirklich einen Platz verdient (außer es gibt da Verwerfungen, von denen ich nichts weiß).
Schöne Grüße
Peter
Hallo Gerd,
der ist auch gut! ;D
Viele Grüße
Jan
Zitat von: Gerd Schmahl in Januar 03, 2026, 12:05:25 NACHMITTAGSHallo Jan,
da möchte ich nur ergänzen:
Es wird gestitcht und auch gestakt
bis die Kamera verreckt. ;D
LG Gerd
Vielen Dank für viel Wahrheit und ein schönes Neues Jahr dir und alles Gute und auch für alle im Forum
dirk