Querschnitt eines wintergrünen wilden Brombeerstrauchs (Rubus sp.)
Im Rahmen einer mikroskopischen Untersuchung wurde ein Spross eines wild wachsenden, wintergrünen Brombeerstrauchs (Gattung Rubus) quer geschnitten. Das untersuchte Exemplar fiel durch seine wintergrüne Belaubung auf, was auf eine immer- bzw. wintergrüne Art oder zumindest auf ein sehr robustes Taxon innerhalb der Gattung hinweist.IMG_1986.jpegIMG_2626.jpegIMG_2624.jpeg
Die Schnitte wurden mit dem Mikrotom angefertigt und hatten eine Dicke von 50 µm. Der Querschnitt verläuft bewusst durch einen Dorn, um dessen anatomische Einbindung in das Sprossgewebe näher zu betrachten. Die Präparate wurden zunächst ungefärbt in verschiedenen Betrachtungsverfahren untersucht und anschließend differenziert gefärbt.
Zur Färbung kamen Safranin und Methylenblau einzeln sowie in Kombination zum Einsatz. In der Kombination ergab sich eine strukturelle Differenzierung des Leitbündelsystems und der Randgewebe. Dennoch muss ich noch stark an meiner Methodik arbeiten😅
Die Schnitte wurden anschließend in PVA eingedeckt, um eine mehrtägige Beobachtung zu ermöglichen. Dies erlaubt es, Färbeveränderungen, eventuelle Diffusion der Farbstoffe sowie die Stabilität des Präparats über mehrere Tage hinweg zu verfolgen.
Im Querschnitt sind typische Merkmale eines dikotylen Sprosses erkennbar: eine ausgeprägte Epidermis, darunter Rindenparenchym, ringförmig angeordnete Leitbündel sowie ein deutlich entwickeltes Mark. Der Dorn zeigt sich nicht als oberflächliche Struktur, sondern als komplex aus dem Spross hervorgehende Bildung, mit verholzten Anteilen und direkter Anbindung an das Leitgewebe – ein Hinweis auf seine mechanische Funktion.
Die Untersuchung zeigt, dass auch vergleichsweise dicke Schnitte von 50 µm bei geeigneter Färbung und Einbettung sehr gut zur strukturellen Analyse geeignet sind, insbesondere wenn robuste Pflanzengewebe wie bei Rubus untersucht werden.
Liebe Grüße Daniel
1 Ungefärbt Panorama DicUnbenannt 57.jpeg
2 Nativ, Pol Panorama
Unbenannt 55.jpeg
...
3 Nativ Dic Ausschnitt
Unbenannt 62.jpeg
4 Fluoreszenz 470nm Panorama Unbenannt 58.jpeg
5 Fluo. Ausschnitt P1035704.jpeg
6 Fluo. AusschnittP1035688.jpeg
7 safranin und methblau Panormama HF
Unbenannt 65.jpeg
8 Saf. M.blau Pol Panorama Unbenannt 66.jpeg
9 saf m.blau Dic Panorama Unbenannt 67.jpeg
10 Methylenblau HF Panorama Unbenannt 68.jpeg
11Safranin HF panormama
12 Detail PolUnbenannt 64.jpeg
13 Detail dicUnbenannt 59.jpeg
14 Detail dic Unbenannt 61.jpeg
15 Detail Dic Unbenannt 60.jpeg
16 Pol? Panorama Unbenannt 56.jpeg
17 Künstlerische Verfremdung Fluo P1035705.jpeg
18 Künstlerische Verfremdung FluoP1035688.jpeg
19 Künstlerische Verfremdung Fluo Panorama Unbenannt 58.jpeg
20 Künstlerische Verfremdung HF Panorama Unbenannt 69.jpeg
Hallo Daniel,
super wie du das Ganze beschreibst und die vielen Varianten zeigst.
Ich finde das native Pol und native DIC sehr gut.
LG
Gerhard
Hallo Daniel,
Gelungene Aufnahmen.
Es sind aber Stacheln.
Gruß
Hans-Jürgen
Hallo Gerhard,
Ich finde die ungefärbten Proben oft auch am interessantesten.... Mag aber auch an meinen eher stümperhaften Färbeversuchen liegen😂🥳
Hallo Hans-Jürgen,
Ich hab's sogar noch auf Wikipedia gelesen und dann trotzdem ignoriert 🙈
Mir ist mehr die extreme Artenvielfalt Gedächtnis geblieben mit rund 2000 Arten in Europa. Dazu vlt folgendes für die die Interesse haben: https://www.zobodat.at/pdf/OEKO_2014_1_0020-0035.pdf
Liebe Grüße Daniel
Hallo Daniel,
um die Brombeeren machen viele Botaniker einen weiten Bogen, da die Bestimmung sehr schwierig ist und sie munter hybridisieren. Ich habe mal gelesen dass die Arten noch in einem ziemliche Fluss sind, d.h. Arten die vor 150 Jahren beschrieben wurden findet man zum Teil heute nicht mehr so.
LG
Gerhard
Hallo Gerhard,
Mir ging es ja mit dem Efeu schon gleich.... Ich dachte da gibt es wohl nicht so viele🫣
Jetzt die Brombeere die da noch eine Schippe drauf legt und sich (tw. selber) weiter kreuzt. Neben Ehrfurcht vor den Profis die sich da auskennen, breitet sich bei mir eine hohe Faszination für die Botanik aus. Kurz gesagt ich bin begeistert wie kompliziert und vielschichtig das Thema ist😊
Lg Daniel
Zitat von: Daniel Scheibenstock in Januar 05, 2026, 11:02:01 VORMITTAGHallo Gerhard,
Mir ging es ja mit dem Efeu schon gleich.... Ich dachte da gibt es wohl nicht so viele🫣
Jetzt die Brombeere die da noch eine Schippe drauf legt und sich (tw. selber) weiter kreuzt. Neben Ehrfurcht vor den Profis die sich da auskennen, breitet sich bei mir eine hohe Faszination für die Botanik aus. Kurz gesagt ich bin begeistert wie kompliziert und vielschichtig das Thema ist😊
Lg Daniel
Hallo Daniel,
zumindest existiert beim Efeu bei uns in der Natur nur eine Art.
Es gibt eine Sommerwurz, Orobanche hedrae welche auf Efeu parasitiert. Wäre interessant mal einen Schnitt von der Stelle zu sehen wo die Sommerwurz an den Efeu andockt.
LG
Gerhard
Das mit dem Sommerwurz klingt spannend.... dem könnte ich nachgehen🙂
Ich meine hier im Forum gelesen zuhaben das die Bestimmung der Efeu Sorten auch seine Fallstricke hat... das war in dem Fall auf die Züchtungen als Zierpflanze bezogen. Kann ich in dem Fall davon ausgehen wenn die Pflanze aus dem Wald kommt das es sich immer um Hedera Helix handelt?
Lg Daniel
Ps der blöde Sommerwurz ist in Deutschland selten laut Internet (ich glaub ich lass das lieber😂🥳)
Ps. Das Thema ist komplexer als es den Anschein macht, in Österreich ist er nicht geschützt, in De stark gefährdet und in der Schweiz unter Naturschutz
Lieber Daniel,
für mich bisher Deine besten Schnitte. 50 µm sind oft ausreichend, um das Wesentliche zu zeigen.
Deine Faszination für die Botanik: Jetzt hast Du den Salat. Wer da mal anfängt ...;)
Wie immer bei Dir ein unglaubliches Farbspektakel. Sehr schön!
Botanische Grüße
Peter
P.S. Bitte kennzeichne Deine Beiträge mit Botanik, dann können sie nicht so leicht für die Liste verloren gehen.
Zitat von: Daniel Scheibenstock in Januar 05, 2026, 11:35:06 VORMITTAGPs der blöde Sommerwurz ist in Deutschland selten laut Internet (ich glaub ich lass das lieber😂🥳)
Ps. Das Thema ist komplexer als es den Anschein macht, in Österreich ist er nicht geschützt, in De stark gefährdet und in der Schweiz unter Naturschutz
Hallo Daniel,
ja, bei uns gibt es in der Natur nur Hedera helix.
Die Sommerwurz ist weit verbreitet aber zumindest in Ö, D und CH nicht sehr häufig. Hab Sie aber in allen drei Ländern schon gesehen, sie kommt auch in Parkanlagen vor. Dort wo sie mal ist, bleibt sie.
LG
Gerhard
Lieber Peter,
Ich füge das mit der Botanik, gerne in Zukunft an.... Eigentlich eine gute Idee fürs ganze Forum🙂
Etwas Farbe kann in den grauen Wintertagen nicht schaden 🙂 Danke für das Lob, ich bleib Motiviert obwohl ich etwas meine Wasserviecher vermisse😉 aber etwas Moos habe ich mir ja auch aus dem Wald mitgebracht 😉
Liebe Grüße Daniel
Danke Gerhard,
Für die Bestätigung mit Hedera.
Der Sommerwurz ist ja wirklich auch eine sehr interessante Pflanze. Die rein parasitäre Lebensweise ist wahrscheinlich recht selten bei Blütenpflanzen und die starke Wirt-Spezifität fallen mir da auf🙂 vielen Dank für den Anstoß in diese Richtung ☺️
Lg Daniel
Lieber Daniel,
ich freue mich jedes mal wenn Du einen Schnitt präsentierst.
Du wirst noch Virtuose am Grund-Schlitten-Mikrotom. Chapeau!
Liebe Grüße
Herbert
Lieber Herbert,
hier habe ich mit dem Jung HN40 geschnitten, da wählte ich einen extremen Winkel der Klinge. Aber es ist in Carnoy fixiertes Material da von dem ich noch Tangetial- und Radialschnitte anfertigen werde und da verlasse ich mich wieder auf das robuste Grundschlittenmikrotom..... ergänzt sich wirklich gut.
Danke für dein Lob :-)
Liebe Grüße,
Daniel