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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Gerd Schmahl in Januar 11, 2026, 10:13:41 VORMITTAG

Titel: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Gerd Schmahl in Januar 11, 2026, 10:13:41 VORMITTAG
Hallo,

,,Alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht" (J.W.Goethe)

Jeder Geologe weiß: Die Versteinerung ist die Ausnahme. Fossilien sind etwas ganz Besonderes, denn normalerweise vergehen alle Wesen nach ihrem Tot, wie der Schnee im Frühling.
Viele glückliche Umstände müssen zusammen kommen, um (schöne) Abdrücke von Schneeflocken zu erhalten, selbst wenn man einige von ihnen selbst in der Hand hat. Die Idee, Schneeflocken in ein flüssiges Medium fallen zu lassen und dieses auszuhärten, ist alles andere als neu. Auch im Forum gibt es dafür mehrere Hinweise und Vorschläge für brauchbare Medien. Da ich verschiedene Harze und Lacke in meinem Fundus habe, war es bei dem als ideal anzusehenden Wetter (-7Grad, leichter Schneefall) an der Zeit für eine kleine Versuchsreihe. Mit folgenden Medien habe ich experimentiert:
EUPARAL + Euparalessenz
ENTELLAN + Xylol
Nagellack (Finish, klar) + Nagellackentferner
Wie man sieht, habe ich alle 3 Medien mit ihrem ordinären Lösungsmittel verdünnt, und zwar etwa 1:1, um ein Medium zu erhalten, dass dünnflüssig genug ist, damit leichte Schneeflocken auch darin versinken. Um es vorwegzunehmen: Nur verdünntes ENTELLAN brachte halbwegs brauchbare Ergebnisse. Der Nagellack wurde trübe an der feuchten Luft und das EUPARAL nicht fest, zumindest nicht in einem zumutbaren Zeitraum.

So bin ich vorgegangen:
Ich habe am Abend zuvor im Wetterbericht gesehen: Es wird am nächsten Morgen und Vormittag bei ca. -7 Grad leicht schneien. Also habe ich noch am Vorabend mit den Vorbereitungen begonnen:
Die Medien wurden in kleinen Schnappdeckelgläsern verdünnt und im Frostfach bei -18 Grad vorgekühlt. Im Garten habe ich unter einem Vordach je einen Bogen dunkles und helles Papier sowie zwei große Petrischalen mit großen Deckgläsern (24x50 mm) und Glasstäben vorgekühlt. Die Deckgläser habe ich gewählt, weil sie schneller durchkühlen als Objektträger.
Am frühen Morgen bin ich dann warm bekleidet und bewaffnet mit Klebezetteln, einem Thermobecher voll Kaffee, einer Stirnlampe und einer Corona-Maske vorfreudig zur Tat geschritten. Das Wetter war wirklich ideal.
Unter dem Vordach habe ich mit einem Glasstab die Medien über dem hellen Papier einzeln auf die Deckgläser verteilt, die ich zuvor mit einem Klebezettel markiert hatte. Diese Klebezettel kann ich sehr empfehlen, da sich mit ihrer Hilfe die Deckgläser viel besser fassen lassen, als ohne, besonders, wenn sie in einer Petrischale liegen. Dann kamen die DG für wenige Minuten (abhängig von der Schneemenge) auf das dunkle Papier, wo man die Schneeflocken besser sieht, wenn sie darauf fallen. Dabei hilft die Corona-Maske, nicht auf die Proben zu atmen, während man sie aus der Nähe betrachtet. Bevor das Streupräparat zu dicht wurde, habe ich die Deckgläser wieder unters Dach gebracht und das nächste beschichtet. Die Deckgläser mit den Flocken habe ich mit einer Seite auf einem Glasstab abgelegt, damit sie nicht in der Petrischale ankleben, wenn doch mal etwas Medium an der Seite herabläuft und sich unter das DG zieht.
Nachdem ich von jedem Medium 4 Proben erstellt hatte, habe ich sie unter dem Vordach trocknen lassen und erst ca. ½ Stunde später hereingeholt. Nachdem der Schnee getaut und das Wasser verdampft war, war nur auf den ENTELLAN-Proben was zu sehen.

Da es noch immer leicht schneite und ich jetzt wusste, wie es geht (dachte ich zumindest), habe ich noch eine zweite Runde gestartet, alles wie beim ersten Mal, aber nur mit verdünntem ENTELLAN und ohne Stirnlampe. Der Schnee war nicht mehr ganz so optimal (mehr kleinste Graupeln statt sechseckiger Flocken, aber ein paar waren noch dabei). Hat gut funktioniert! Die Petrischalen, die ich zwischenzeitlich ja mit in die Wärme genommen hatte, waren schnell genug erkaltet, sodass die Flocken nicht schmolzen. Dieses Mal habe ich die Proben sogar 2 Stunden draußen gelassen, bevor ich sie hereingeholt habe. Da waren die Flocken auch noch intakt, aber 10 Minuten später, nach dem sie getaut waren, waren nur noch Wassertropfen zu sehen und keine Flockenabdrücke, wie beim ersten Mal. Was hatte ich falsch gemacht? Ich hatte beim 2. Mal aus Angst vor Staub die Petrischalen geschlossen, da ich wusste, dass ich sie erst 2 Stunden später hereinholen kann. So konnte das ENTELLAN nicht vollständig abdampfen. Wieder was Wichtiges gelernt!
Hier nun noch ein paar Fotos:
Das ,,Labor"
Labor.JPG

Das Equipment:
Equipment.JPG

Die Deckgläser mit Klebezettel und Schneeflocken in der geschlossenen  :'(  Petrischale:
Proben.JPG

Und nun ein paar Ergebnisse aus der ersten Versuchsreihe. Zunächst eine Übersicht aus 4 Aufnahmen, die zeigt: Die meisten Fossilien sind unvollständig. Das kenne ich aus der Geologie auch nicht anders.
Schneefossilien-teilerhalten.JPG

Selten sind mal alle 6 "Flügel" eines Schneekristalls erhalten:
K1024_IMG_3668.JPG

Manche Abdrücke sind erstaunlich dreidimensional. Hier bei diesem Exemplar am Deckglasrand scheint das  ENTELLAN an der Flocke hochgekrochen zu sein. Bitte die Anaglyphenbrille aufsetzen!
K1024_SPA4-a-rot-cyan.JPG

...oder schielen:
K1024_SPA4-a-R-L.JPG

Noch ein schönes 3-D-Exemplar. Hier ist das hoch gekrochene Harz zu feinen Tropfen geformt.:
K1024_SPA10-b-rot-cyan.JPG

K1024_SPA10-b-R-L.JPG

Wie alle Fossilien sind sie nicht zu vergleichen mit den ,,lebenden" Schneeflocken.

Hier ein ,,lebendes" Exemplar aus meinem Beitrag von 2014:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/162505_54734813.jpg)

Ich habe es in diesem Beitrag (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21807) schon mal gezeigt, in dem Winfried treffend bemerkt:
Zitat von: Winfried48Die Originale leuchten und funkeln eben wie echte Kristalle und die Kopien wie "billiges" Plastik.

Einen Vorteil haben die "Plastikkristalle" allerdings: Man kann sie auch im Sommer und der warmen Stube betrachten, ohne sich den A... abzufrieren.

Beste Grüße
Gerd
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: witweb in Januar 11, 2026, 10:59:19 VORMITTAG
Hallo Gerd,

vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht und die detaillierte Anleitung. Nach meinen Eiskristallversuchen mit dem Kühltisch am Mikroskop bekomme ich nun direkt Lust, mich mal an die "lebenden Objekte" zu wagen.

Viele Grüße

Michael

 
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Gerd Schmahl in Januar 11, 2026, 11:31:54 VORMITTAG
Hallo Michael,
ja, das ist und bleibt doch das Schönste und hier muss ich Winfried ein weiteres Mal zitieren:
Zitat von: Winfried48Hier gilt halt auch mal als Mikroskopiker das Los der Astronomen: ohne den A... abfrieren kein gutes "Seeing".

Ich habe noch eine Arbeitsanweisung als PDF erstellt: Schneeflocken-Abdruck in ENTELLAN.pdf

LG Gerd
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Jürgen Boschert in Januar 11, 2026, 11:51:22 VORMITTAG
Lieber Gerd,

herzlichen Dank für diese Zusammenstellung.
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Peter T. in Januar 11, 2026, 11:55:40 VORMITTAG
Hallo Gerd,

das ist ein toller Bericht. Als ich ihn gelesen habe, bin ich als erstes über die Corona-Maske gestolpert. Da musste ich ganz schön grübeln, wozu die wohl dient - Aha!  ;D

Die Ergebnisse finde ich auch klasse! Da hast Du dem Winter echt was abgetrotzt.

Schöne Grüße

Peter
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in Januar 11, 2026, 12:57:57 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

Mir scheint der Aufwand hoch für das Ergebnis, wenn man das letzte Bild mit den abdrücken vergleicht🙈

Auf jedenfalls vielen Dank das du dir die Arbeit gemacht hast und uns das so ausführlich präsentierst😊

Liebe Grüße Daniel
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Schuhmicro in Januar 11, 2026, 16:00:17 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

mein Opa hat sich in Stalingrad die Zehen erfroren, das hat ihm das Leben gerettet, er durfte zum Amputieren heim und hat dort meinen Vater gebastelt, mich gäb's dann auch nicht.

Vielen Dank fürs frieren.

Zitat von: Gerd Schmahl in Januar 11, 2026, 10:13:41 VORMITTAG...oder schielen:
Die Schielbilder find ich besonders gut, könnten aber gerne etwas grösser sein, die Forumsoftware skaliert die dann.
SchielenSmiley.gif

Gruss
Martin, der jetzt einen grösseren Bildschirm hat

Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Gerd Schmahl in Januar 11, 2026, 17:35:43 NACHMITTAGS
Hallo,
allen herzlichen Dank für den Zuspruch!

Hallo Martin,
ZitatDie Schielbilder find ich besonders gut, könnten aber gerne etwas grösser sein, die Forumsoftware skaliert die dann.
die Schielbilder sind 2300pix breit. Das sollte reichen. Bilder entweder
- in neuem Tab öffnen,
- herunterladen oder
- mit Strg+(+Taste) die Ansicht des gesamten Fensters vergrößern.
Es ist der Browser, der die Bilder skaliert, nicht die Forensoftware. Ich habe die Ansicht ohnehin immer etwas größer, weil ich dann zum Schreiben und Lesen keine Brille brauche  ;). Bei mir nehmen die Bilder schon fast den gesamten Bildschirm ein.

Hallo Daniel,
Zitat von: Daniel ScheibenstockMir scheint der Aufwand hoch für das Ergebnis, wenn man das letzte Bild mit den abdrücken vergleicht🙈
Ja, das ist so. Das gilt aber letztlich für alle Dauerpräparate, die man nicht routinemäßig macht. Eigentlich muss man sich immer erst einarbeiten. Das ist der größte Aufwand. Bei dem Schnee ist das in unseren Breiten aber immer wieder ein Von-Vorne-Anfangen, weil nur selten überhaupt passende Wetterbedingungen herrschen. Dass die "Fossilien" im Vergleich mit den "lebenden" Flocken nicht mithalten können, hatte ich wohl auch deutlich zum Ausdrück gebracht und ich habe die Überschrift und auch den Vortext sehr bewußt gewählt.

Hallo Peter,
Zitat von: Peter T.bin ich als erstes über die Corona-Maske gestolpert. Da musste ich ganz schön grübeln, wozu die wohl dient
Die benutze ich tatsächlich relativ häufig. Ich habe mir erst kürzlich eine leere Larvenhülle eines Speckkäfers in den Kondensorraum des VANNOX gepustet, als ich sie nicht auf der Nase hatte. Die Hülle lag einfach nur auf einem OT. Im Zusammenhang mit der Schneeflockenmikroskopie bin ich 2021 das erste Mal darauf gekommen, die zu nutzen. Da war das Maske-Tragen noch sehr präsent im Kopf:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures011/295117_63208015.jpg)

Beste Grüße
Gerd
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Nochnmikroskop in Januar 11, 2026, 18:06:10 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

danke für Deine schöne Dokumentation.

Mich würde noch interessieren, wie die "echten" Schneeflocken aussahen, bevor Du die eingemacht hast. 

Die sahen bestimmt noch etwas cooler aus.

LG Frank 
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in Januar 11, 2026, 18:09:54 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

Das war gar nicht als Kritik gedacht. Ich bewundere wie du an die Sache rangegangen bist, dabei mehrere Ansätze erprobt hast und das Resultat präsentiert hast☺️ Aber prinzipiell ist es bei vielem und der Mikroskopie so das es als Dauerpräparat nicht mehr viel von der einstigen Eleganz hat (wer wissen will was ich meine soll sich mal die kommerziellen Wasserfloh Präparate ansehen🙈)

Lg und viel Erfolg beim verfeinern der Methodik, Daniel
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Spectrum in Januar 11, 2026, 18:36:12 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,
Erstklassiger Feldversuch!
Die Trübung könnte wohl mit Lösungsmitteln zusammenhängen, die nicht ausreichend hydrophob sind.
So war es bei meinem Zaponlack direkt aus der Dose auch, als ich mich vor Jahren mal an den Schneeflocken vesucht habe. Erst nachdem ich den Lack in einem Einmachglas habe eintrocknen lassen und dann mit reinem Xylol wieder aufgelöst habe, funktionierte das dann halbwegs.
Recht stark verdünnte Lack war besser geeignet. Aber auch da ist die Zeitspanne in der die Flocken eine Abdruck hinterlassen recht kurz.
Die Ergebnisse waren ähnlich wie bei dir. Bei ganz frischem Lack weuden auch mal ab und an kleine ganze Schneekristalle eingeschlossen, aber wenn die dann später bei Zimmertemperatur schmelzen, dann bilden sich  Luftblasen in dem eingeschlossenen Hohlraum.
Das Bild der frischen Flocke ist super, das bekommt man fixiert, so bestimmt nicht so hin.

Achja und einen tollen Aufbau hast du da.
Ist das ein Jena Gleittisch?
Beste Grüße Holger
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Gerd Schmahl in Januar 11, 2026, 20:06:48 NACHMITTAGS
Hallo Holger,
ZitatAchja und einen tollen Aufbau hast du da. Ist das ein Jena Gleittisch?
Das ist einfach nur die Sonnenblende eines Teleobjektivs. Darunter liegt schwarzes Papier. Das wirkt zusammen als Lichtfalle  (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=52140.msg380277#msg380277)für den dunklen Hintergrund bei Auflichtaufnahmen. Man kann für farbigen Hintergrund auch ein farbiges Papier hineinbringen. Wenn man das da schräge reinklemmt, gibt es einen schönen Farbverlauf im Hintergrund. Dann muss man natürlich auch etwas reinleuchten.
Das Mikroskop auf dem Bild ist ein EPIGNOST-Auflichtmikroskop von Zeiss-Jena. Das habe ich inzwischen nicht mehr. War auch suboptimal, weil es keinen Feintrieb hat.

ZitatDie Trübung könnte wohl mit Lösungsmitteln zusammenhängen, die nicht ausreichend hydrophob sind.
Tatsächlich habe ich 2021 schon mit reinem Nagellack halbwegs brauchbare Ergebnisse erzielt: Siehe hier. (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=40015.msg295190#msg295190)
Der jetzt verwendete Nagellackentferner wollte sich auch anfangs gar nicht mit dem Nagellack mischen. Er bildete Schlieren, die dann aber doch recht rasch aufklarten. Hätte vielleicht doch reines Aceton nehmen sollen. Aber die Lacke sind wohl auch alle etwas verschieden, so dass das immer auch ein wenig zufallsbehaftet bleibt.

LG Gerd
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Nochnmikroskop in Februar 05, 2026, 23:04:47 NACHMITTAGS
Hallo Schneeflocken-Freunde,

bei den Arktis-/Antarktis Missionen haben sich 2 Wissenschaftler auch der Konservierung von Schneeflocken gewidmet. 
Es werden dort gekühlte Cyanacrylat-Klebstoffe verwendet. Diese umhüllen dann die Schneeflocke, welche weiß bleibt und härten dann im Kühlfach unter dem Deckglas aus.

Siehe https://www.cryosity.com/
und https://www.tagesschau.de/wissen/schneeflockenfaenger-100.html

Leider werden keine Klebstoffangaben zu Hersteller, Type und optimaler Viskosität bzw. Temperatur gemacht. 

LG Frank
Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: rlu in Februar 06, 2026, 08:22:41 VORMITTAG
Hallo Gerd,

schöne Versuche,
warum eigentlich keinen UV-Kleber?


Liebe Grüße
Rudolf

In dem Beitrag vom Frank steht drin:
- Es wird ein UV-Kleber verwendet.
- Ein kleiner Teil Cyanoacrylat damit das weiß wird.
- Und sie haben eine Kühlplatte für -35°C

Weiter heißt es:
Dies hat den Vorteil das die Trocknungszeiten maßgeblich reduziert werden können. Diese Klebstoffgemische verwenden wir unter anderem um Eisproben zu konservieren, da sich aufgrund der niedrigen Viskosität  auch feinste Strukturen wie interne Ränder der Eiskristalle im Gletschereis und kleinste Blasen abbilden lassen.

Hast du nicht so einen superflüssigen UV-Kleber? UV-Kleber 665 von CONLOC®


Schon witzig: Bin gestern über einen Beitrag gestolpert. Da hieß es, jedes Elektron im Universum unterscheidet sich in nichts von einem anderen Elektron. Sie sind identisch. Jede Schneeflocke ist einzigartig.



Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: Gerd Schmahl in Februar 06, 2026, 13:50:29 NACHMITTAGS
Hallo Rudolf,
der UV-Kleber von CONLOC härtet nicht aus, wenn er mit der Luft in Berührung steht. Ich müsste also die Schneeflocke mit unter ein Deckglas bringen, bevor ich härten kann. Das ist schon wegen der Dicke der Flocken schwierig. Dieser Kleber eignet sich nur für sehr dünne Schichten. Ist die Schichtdicke zu hoch, wird er ebenfalls nicht richtig fest. Auch fällt der Schwund bei stärker Schichtdicke stärker ins Gewicht. Und dann schmilzt der Schnee natürlich nach dem ins-Warme-Bringen. Mit dem "Weißmacher" Cyanoacrylat kann ich leider nichts anfangen. Bin kein Chemiker und habe auch nicht den Zugriff auf all die Chemikalien, die den Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.

Der Artikel war auch schon mal verlinkt worden und viele Leser fanden es schade, dass die Angaben zu vage sind, um das "nachzukochen".

Zitatjedes Elektron im Universum unterscheidet sich in nichts von einem anderen Elektron. Sie sind identisch. Jede Schneeflocke ist einzigartig.
Nun, das liegt vielleicht aber auch an unseren groben Untersuchungsmethoden, dass wir bei den Elektronen keine Unterschiede finden. Die Größenordnung einer Schneeflocke liegt ja doch ein paar Zehnerpotenzen über der von Elektronen, wenn man bei einem Elektron die "Größe" überhaupt halbwegs angeben kann. Das ist ja wohl wie Licht ein Gebilde, das sowohl Teilchen- als auch Welleneigenschaften hat.

LG Gerd

Titel: Aw: Schneeflockenfossilien - eine Versuchsreihe
Beitrag von: rlu in Februar 06, 2026, 14:27:54 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

ich hätte da noch so eine Idee.
Es gibt ja Vakuumiergeräte. Also ein kleiner stabiler Glasbehälter. Aus dem kann mit einer Mikropumpe Luft rausgesaugt werden. Also kommt der Glasbehälter in den Tiefkühlschrank. Dann raus damit, Objektträger rein, Schneeflocke drauf, UV-Kleber, Vakuum erzeugen, UV-Lampe. Vielleicht funktioniert es ja???

Und später dann vielleicht noch einen Hauch von Sekundenkleber dazu?

Liebe Grüße
Rudolf


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