Die ersten Funde in diesem Jahr stammen aus kleinen steinernen Weihwasserbecken eines historischen Friedhofs in München. Die Becken waren gestern fast alle zugefroren, aber ein bisschen Wasser und Detritus war dann doch zu holen.
Ich wage (als Gelegenheitstümpler) mal folgende Vermutungen und bitte um Kommentare
Bild 1 (Durchmesser 37 µm)
Haematococcus-Zyste ?
20260120-2026-01-20 20-31-13 (B,R8,S1)-Bearbeitet-Bearbeitet-Bearbeitet.jpg
Bild 2a (Durchmesser 77 µm)
Colpoda sp.-Zyste ?
Img 2.jpg
Bild 2b
IMG 2a.jpg
Vielleicht kann ja auch jemand sagen, was das sein könnte
Bild 3 (Durchmesser 20 µm)
img 3.jpg
Schöne Grüße
Peter
Hallo Peter,
Eine eindeutige Bestimmung ist bei den meisten Zysten oft schwierig/unmöglich.
Aber man kann ja warten bis sie mit etwas Glück schlüpfen...
Ich geb trotzdem mal meinen Senf dazu.
Zitat von: Peter T. in Januar 21, 2026, 13:54:16 NACHMITTAGSBild 1 (Durchmesser 37 µm)
Haematococcus-Zyste ?
20260120-2026-01-20 20-31-13 (B,R8,S1)-Bearbeitet-Bearbeitet-Bearbeitet.jpg
Ja, Haematococcus könnte stimmen.
Die sehen mikroskopisch genauso aus. Auch der rote Farbstich würde zu dem Astaxanthin passen, den man mehr oder weniger ausgeprägt, in den Aplanosporen von Haematococcus findet.
Allerdings bildet auch Stephanosphaera neben auffällig großen auch kleinere Aplanosporen die auch so aussehen wie dein UMO.
Auch diese sind je nach Umweltbedingungen mal mehr und mal weniger rot, bzw grün.
Wenn du die Probe noch hast, wirst du in ein paar Tagen wohl mehr wissen.
Zitat von: Peter T. in Januar 21, 2026, 13:54:16 NACHMITTAGSBild 2a (Durchmesser 77 µm)
Colpoda sp.-Zyste ?
Img 2.jpg
Bild 2b
IMG 2a.jpg
Colpoda könnte hinkommen.
(Unter Vorbehalt!!!)
Falls ja wäre das dann eine Dauerzyste und keine Teilungszyste.
Zum Habitat würde es passen.
Man findet sie häufig.
Die Aufnahmen sehen so aus als ob der Kandidat kurz vor der Excystierung steht.
Das geht bei Colpoda auch immer sehr fix.
Beim letzten Bild muss ich passen.
Solche Kratzproben aus temporären Gewässern sind bei Frost oft sehr dankbare Proben. Die blühen bei Zimmertemperatur oft innerhalb von ein paar Tagen regelrecht auf. Da passiert in kurzer Zeit ganz viel was Artenvielfalt angeht.
Bei Tauwetter kann man einfach ein Stück Eis an dem etwas Sediment haftet mitnehmen und so wie es ist zu Hause auftauen lassen.
Und schon ist Frühling im Probenglas...
LG Holger
Hallo Holger,
besten Dank!
Stephanosphaera könnte insofern auch passen, als die immer zahlreich in diesen Steinbecken vorhanden sind. Mal sehen, vielleicht kann ich ja auflösen ...
Schöne Grüße
Peter
Hier noch eigenartige Strukturen. Sie sehen aus wie Würmer, die in Röhren stecken. Sie sitzen im angekratzten Detritus. Unbeweglich. 200x, Ausschnitt.
Bild 3
wwb 1.jpg
Bild 3a
wwb 1a.jpg
Hallo Peter,
die letzten beiden Fotos zeigen sehr sicher eine Blaualge, evtl. Calothrix parietina.
LG Angie
Bei Deinen ersten Fotos bin ich unsicher, ob es sich wirklich um Zysten von Haematococcus handelt. Hier habe ich Hellfeld-Fotos von einem Felsbrocken mit einer Kuhle, in der ich sehr viel davon fand:
haematococcus1.jpg
haematococcus2.jpg
haematococcus3.jpg
LG Angie
Hallo Angie,
vielen Dank für die Identifizierung der Blaualgen. Ist das üblich, dass die in solchen Röhren stecken?
Was die Zyste im ersten Bild angeht, kommt ja auch noch Stephanosphaera in Frage.
Hallo Peter,
meine Idee, es könnte sich um C. parietina handeln, ist nur eine Vermutung. Und ja, diese Gattung besitzt eine Hülle. In meinem "Wassertropfen" sind C. braunii (die ist es sicher nicht) und C. parietina abgebildet.
Gutenachtgrüße von
Angie