Moin zusammen,
nach dem schönen Beitrag von Gerd, der ja beschrieben hat, wie man die Abdrücke von Schneeflocken als Dauerpräparat erstellt, habe ich den nicht verunstalten wollen mit meinem Anliegen.
Mein Ansatz war Schneeflocken mit möglichst einfachen Mitteln mikroskopisch abzulichten.
"Vorrichtung": Iso-Becher einer Thermoskanne mit Kältepads im Gefrierschrank auf -20°C vorgekühlt
Mikroskop: Tomlov DM602, Objektiv A, 2x Schwanenhals-LED
Vorgehensweise:
- der Isobecher wurde mit 2 Kühlpads und 2 schwarzen Kunststoff-Deckeln von kleinen Döschen tiefgefroren
- das Mikroskop im ca. 7°C kalten Wintergarten eingelagert und angeschaltet, sodass sofort mit der Fotografie begonnen werden kann.
- der kalte Thermobecher wird dann mit den beiden Deckeln nach oben in den Schnee gestellt.
- nach ein Paar Minuten sind auf den Deckeln erste Schneeflocken erkennbar.
- dann wird der ganze Becher unters Mikroskop gestellt und die Deckel nach den Schneeflocken abgesucht.
Vorteil: durch die TK Vorbereitung hat man ca. 10-20 Minuten Zeit Fotos in rel. kalter, aber geschützter Umgebung anzufertigen.
Nachteil: durch die eisigen Temperaturen bilden sich auch Eiskristalle, die nicht vom Schnee kommen.
Vielleicht hat ja jemand noch eine gute Idee, wie man das Verfahren noch optimieren kann. Im Vorfeld hatte ich nur die Kühlpads verwendet, dabei sind aber im Wintergarten sofort die Schneekristalle geschmolzen. Durch den Thermobecher hat man etwas Zeit gewonnen.
Heute ist die Außentemperatur nur -1°C gewesen, daher waren keine wirklich filigranen Schneeflocken dabei, aber grundsätzlich scheint die Vorgehensweise erfolgversprechend.
LG Frank aus dem tief verschneiten Minden
Vorrichtung für Schneefotografie.jpg
In Aktion
Tomlov Schneefotografie.jpg
Ergebnis 26.01.26
links eine Schneeflocke, daneben wohl ein Eiskristall durch die kalte Oberfläche
Schneekristall.JPG
Hallo Frank,
das ist ja eine tolle Geschichte und die Ergebnisse können sich auch sehen lassen.
Vor allem hat man, wenn man deinem Vorgehen folgt, etwas Zeit zum Fotografieren. Das ist ja immer das Problem.
Der Isobecher passt natürlich nicht unter jedes Mikroskop. Dein Tomlov DM602 hat damit ja keine Probleme. Vielleicht fällt mir da noch etwas ein.
Schnee wäre im Moment genug da :)
LG
Michael
Hallo Michael,
das Vorkühlen-Thema hatten wir ja schon einmal. So einen kleinen Thermobecher, der auch unter normale (Auflicht-) Mikroskope passt, könnte man sich ja aus Styropor o.ä. basteln, aber ein Medium, welches die Kälte hält wird noch benötigt. Vielleicht Eis in Bohrung im dünnen Styroporblock, darauf die dunkle Kappe?
Das Tomlov habe ich nur genommen, damit ich nicht mit dem teuren Stemi samt Rechner und Kamera in die Kälte muss.
Man könnte ja auch einfach mal älteren Schnee darunter legen. Leider ist es hier wieder knapp um 0°C, da wird es momentan nix.
LG Frank
Moin,
Ausbeute von eben.
LG Frank
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Das sieht doch gut aus, Frank. Ich habe im Moment wenig Zeit, aber der Winter dauert ja noch. Mal sehen, ob ich da noch was machen kann. Ansonsten muss ich wieder im Sommer bei 30 °C den Kühltisch anwerfen. :)
LG
Michael
Hallo Schneeflockenfreunde,
soeben im Ami-Forum entdeckt.
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=27&t=49473
Die Idee mit dem Tiefkühl-Akku in einer Dose wurde hier super umgesetzt. Die Bilder wurden in winterkalter Garage mit Canon MP-E Objektiv und Stackschlitten gestackt - die Ergebnisse überzeugen.
Das ist m.M.n. die bisher beste "einfache" Lösung um Schneeflocken zu fotografieren.
LG Frank