Ich beschäftige mich derzeit mit australischen Proben und versuche die Querschnitte mit nicht ganz "klassischen" Mitteln in Szene zu setzen.
Dies ist ein Versuch den 30 µm dicken Querschnitt eines Triebes einer Silver Banksia, der mit Acridinrot, Chrysoidin und Astrablau gefärbt und in Eukitt eingedeckt ist, mit Auflichtobjektiv und einer UV-Taschenlampe fotografisch festzuhalten.
Es wurden keine Filter verwendet.
In diesem Fall wurde ein Mitutoyo M Plan Apo 10x in Kombination mit einer Raynox 150 Tubuslinse verwendet - als Kamera kann eine Canon Vollformat Kamera zum Einsatz. Die Beleuchtung erfolgte mit einer ganz normalen UV 365 Taschenlampe im Winkel von ca. 45°.
Das Bild entstand als Panorama aus 2 Bilderstapel aus jeweils 89 Bildern. Der Querschnitt hat einen Durchmesser von etwa 2,2 mm.
01_Banksia_ACA_30µm_MIT10_UV365_img_260105_0892026-01-05-15-08-27-(C,Smoothing2)89-Pano-Bearbeitet.jpg
Mir ist bewußt, dass diese Auflichtobjektive nicht für Deckgläser gerechnet sind. Da ich aber sehr neugierig bin, habe ich es trotzdem versucht und ich denke, das Ergebnis ist durchaus herzeigenswert.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
für mich ein sehr gelungenes Experiment mit toller Auflösung, Färbung und ästhetischer Darstellung.
Ich nehme an, das ist ein Querschnitt durch den Spross?
Kannst Du etwas zu den blau gefärbten Strukturen sagen? Gibt es dazu vielleicht eine Detailaufnahme?
Schöne Grüße
Peter
Hallo Peter,
ja es ist ein Spross-Querschnitt.
Danke.
Zu den blauen Strukturen kann ich nichts sagen.
Aber dazu ein Ausschnitt:
01_Ausschnitt_Banksia_ACA_30µm_MIT10_UV365_img_260105_0892026-01-05-15-08-27-(C,Smoothing2)89-Pano-Bearbeitet.jpg
Ligrü
Gerhard
Hallo Gerhard,
ein sehr interessanter Ansatz mit wirklich tollem Ergebnis.
Hallo Gerhard,
solche "wilden" Methoden haben natürlich keine standardisierten Zuordnungen von Farbeffekten zu speziellen Strukturen. Ich würde mal vermuten, dass es sich bei den blauen, offensichtlich innerhalb von Zellen aus dem normalen Rindenparenchym befindlichen Färbungen um Zellinhaltsstoffe, zum Beispiel Phenole, handeln könnte. Das ist natürlich nur eine Vermutung.
Hallo Gerhard,
ich finde das Ergebnis sieht sehr gut aus.
Mich würde noch interessieren warum mit dem 5x Mitutoyo bei 2,2mm Durchmesser ein Panorama notwendig war.
LG
Gerhard
Zitat von: GerhardL in Januar 27, 2026, 08:15:14 VORMITTAGHallo Gerhard,
ich finde das Ergebnis sieht sehr gut aus.
Mich würde noch interessieren warum mit dem 5x Mitutoyo bei 2,2mm Durchmesser ein Panorama notwendig war.
LG
Gerhard
Hallo Gerhard,
gut aufgepaßt - es war nicht das 5x sondern das 10x - mein Fehler. Werde es im Text korrigieren. :-)
ligrü
Gerhard
Ergänzend zu dem UV-Taschenlampenbild eine "Klassische" Variante:
Färbung Acridinrot-Acriflavin-Astrablau (W3A Simultan) - Olympus BH2 Splan Apo 4x - Fluoreszenz Violett-Anregung
Wieder Panorama aus 2 x 89 Bildern.
Vielleicht kann jetzt jemand erhellendes zu den "blauen Strukturen" sagen.
Banksia_W3Asim_SPA4_FlV_Pano_2x89.jpg
ligrü
Gerhard
Gelöscht
Hallo Gerhard,
stell doch zum Vergleich mal eine Detailaufnahme der blauen Strukturen im Hellfeld ein, dann kann man vielleicht mehr sagen.
Hallo Peter -
im Tran habe ich meinen vorigen Beitrag versehentlich hier direkt reingesetzt, eigentlich wollte ich nur einen Link auf einen eigenen Faden plazieren.
Lässt sich das irgendwie korrigieren?
Gruß
Rolf
Hallo Rolf,
ich glaube nicht, habs aber mal weitergegeben.
Zitat von: Peter T. in Januar 27, 2026, 11:23:34 VORMITTAGHallo Gerhard,
stell doch zum Vergleich mal eine Detailaufnahme der blauen Strukturen im Hellfeld ein, dann kann man vielleicht mehr sagen.
Hallo Peter,
anbei wie gewünscht ein Ausschnitt - bin gespannt, ob dieser erhellend ist :-)
01_Ausschnitt_Banksia_W3Asim_SPA4_img_260104_0712026-01-04-22-02-41-(C,Smoothing2)71-Pano-Bearbeitet.jpg
Ligrü
Gerhard
@Rolf
Zitat von: reblaus in Januar 27, 2026, 11:40:52 VORMITTAGHallo Peter -
im Tran habe ich meinen vorigen Beitrag versehentlich hier direkt reingesetzt, eigentlich wollte ich nur einen Link auf einen eigenen Faden plazieren.
Lässt sich das irgendwie korrigieren?
Gruß
Rolf
Es wäre nett, deinen durchaus interessanten Beitrag aus meinem Faden zu löschen - hier passt er nicht rein. Danke
Ligrü
Gerhard
Hallo Gerhard -
(Löschen hat geklappt)
vielleicht kannst du nochmals ein Rädchen abschneiden und mal ungefärbt mit UV beleuchten?
Falls dann "Autofluoreszenz" auftritt könnte man mehr zur Chemie sagen.
Interessant wären dann noch Filter. Falls aus Glas sollten sie allerdings zwischen Mitu 10x und Tubuslinse untergebracht werden, dann leidet das Bild kaum darunter. Diese Erkenntnis habe ich wenigstens mit meinem Billig-Klon des Mitu 10x gewonnen, der eigentlich ein ganz brauchbares Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Wie du bemerkt hast schadet dagegen ein Deckglas dem Bild bei einem 10er Objektiv noch nicht.
Viele Grüße
Rolf
Nach der Hellfeld-Aufanhme zu urteilen, halte ich die Strukturen für Idioblasten, am ehesten mit phenolischen Inhaltsstoffen. Man erkennt jetzt deutlich, dass diese Zellen deutlich größer sind als normale Parenchymzellen.
Nachtrag:
Currently, only 30% of Proteaceae species have been investigated for phytochemical
profiling, of which less than 10% of species have had their compounds isolated and purified.
The Grevillea and Protea genera have the widest use and study [71] with 362 species in
Grevillea and 112 species in Protea described in previous studies [11]. There are fewer
than 400 compounds identified in the family Proteaceae, including three main categories:
phenolic compounds (69%), quinones (8%), and alkaloids (13%) [71,72]. The Proteaceae
species have high potential bioactive properties attributed to the high proportion of phenols
and polyphenols, including antioxidant, anti-inflammatory, antibacterial, antiallergic, anti-
cancer, and antiviral activities. Phenolic glucosides, alkylresorcinols, and their derivatives,
and tropane alkaloids are the three biggest phytochemical groups found in the family
Proteaceae
Quelle:
Zhang, J.; Netzel, M.E.; Pengelly, A.; Sivakumar, D.; Sultanbawa, Y. A Review of Phytochemicals and Bioactive Properties in the Proteaceae Family: A Promising Source of Functional Food. Antioxidants 2023, 12, 1952. https://doi.org/10.3390/antiox12111952
Hallo Gerhard,
Deinen Beitrag nehme ich gerne in die Botanik-Liste auf.
Zitat von: reblaus in Januar 27, 2026, 15:22:04 NACHMITTAGSHallo Gerhard -
(Löschen hat geklappt)
vielleicht kannst du nochmals ein Rädchen abschneiden und mal ungefärbt mit UV beleuchten?
Falls dann "Autofluoreszenz" auftritt könnte man mehr zur Chemie sagen.
Interessant wären dann noch Filter. Falls aus Glas sollten sie allerdings zwischen Mitu 10x und Tubuslinse untergebracht werden, dann leidet das Bild kaum darunter. Diese Erkenntnis habe ich wenigstens mit meinem Billig-Klon des Mitu 10x gewonnen, der eigentlich ein ganz brauchbares Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Wie du bemerkt hast schadet dagegen ein Deckglas dem Bild bei einem 10er Objektiv noch nicht.
Viele Grüße
Rolf
Hallo Rolf,
ich werde versuchen, ob die konservierten Proben noch aussagekräftige Autofluoreszenz zeigen :-)
ligrü
Gerhard
Jetzt noch ein Bild der Banksia marginata (Spross) - Querschnitt aus 70%igem Alkohol - ohne Färbung mit Wasser unter Deckglas - mit Fluoreszenz Violett-Anregung - Olympus BH2 Filter Cube DMV mit SPlan Apo 4x
01_Ausschnitt_Banksia_SPA4_Autofluoreszenz_Violett_img_260128_0582026-01-28-16-41-56-(C,Smoothing1)58.jpg
Nur ein Dokufoto.
Vielleicht gibt es erhellende Erkenntnisse.
Ligrü
Gerhard
Hallo Gerhard -
Danke für deine Mühe!
Seit ich mich im letzten Jahrtausend öfter mit Autofluoreszenz beschäftigt habe, ermuntere ich jeden, der sich an der Fluoreszenz gefärbter Schnitte erfreut, sich diese unbedingt auch ungefärbt anzusehen.
Natürlich kann man nur in seltenen Fällen die Autofluoreszenz eindeutig einer Komponente zuordnen wie dies beim Resveratrol der Fall ist (siehe Parallelthread https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=53214.0 ).
Aber vermuten darf man ja. Blaufluoreszenz von Lignin (schlecht definierte Substanz!) wird öfter beschrieben und man beobachtet häufig, dass die Blaufluoreszenz von jüngeren Komponenten bei der ausgereiften Struktur durch Gelbfluoreszenz abgelöst wird, z.B. bei den Farnsporangien oder auch öfter bei Verstärkungselementen von Sprossen.
Jedenfalls wird in deinen gefärbten Schnitten die Blaufluoreszenz in den Idioblasten nicht durch Gelbfluoreszenz überdeckt, wie dies nach der Färbung in den Leitbündelkomponenten der Fall ist. Warum? Wird das Produkt in den Idioblasten produziert, weitertransportiert und am Ziel durch Einbau verändert? Ähnliches habe ich mal bei Schnitten durch Sprosse von Casuarina beobachtet.
Solch vage Vermutungen darf man zwar äußern, aber nur als Grundlage für weitere Untersuchungen ...
Viel Vergnügen beim weiteren Fluoreszieren!
Rolf