Hallo,
angeregt durch eine kürzliche Diskussion hier über ein Digitalmikroskop Typ Andonstar mit integriertem Bildschirm war ich auf der Suche nach einem Bildqualitätsvergleich solcher Mikroskope.
Es gibt auf YouTube einige Infos dazu, ich finde folgende zwei Videos ganz interessant (die Videos lassen sich auf Deutsch synchronisieren):
Das erste Video vergleicht die Bildqualität zweier normaler Mikroskope (ein Stereomikroskop und ein Auflicht/Durchlicht Mikroskop in der 800.- € Preisklasse) mit mehreren einfachen USB-Mikroskopen und am Schluss noch mit einem dem Andonstar ähnlichem digitalen Tomlov-Mikroskop. Der Autor zerlegt z.T. auch die Geräte um mehr über den verbauten Bildsensor zu erfahren. Als Testobjekte wurden primär Halbleiterstrukturen im Auflicht verwendet. Am Ende des Videos ist noch eine Zusammenfassung zu sehen, wo die Bildqualität eines Comic-Bildmotivs, das auf einen Halbleiterchip aufgedruckt ist, für alle Testmikroskope verglichen wird (ab Minute 27:00 des Videos). Man sieht hier schön die Diskrepanz zwischen beworbener Maximalvergrößerung und erreichbarer Auflösung.
https://www.youtube.com/watch?v=4fkLigX4ilA
Im zweiten Video wird ein digitales Tomlov-Mikroskop mit der Bildqualität eines Kamera-Makroobjektivs mit geringem Abbildungsmaßstab z.B. 2.5x (mit Sony Vollformat-Kamera) verglichen. Der Autor beschäftigt sich mit der Prüfung von Messerklingen, also ebenfalls mit Auflichtaufnahmen. Er erklärt u.a. das Problem mit den scheinbar fantastischen Vergrößerungen digitaler Mikroskope und vergleicht auch die jeweils max. erreichbare Bildqualität beider Aufnahmesysteme durch Fokus-Stacking. Der Autor zeigt dass man selbst mit einem gering vergrößernden Kamera-Makroobjektiv nach digitaler Nachvergrößerung des Bildes eine bessere Detailauflösung erhält als mit einem billigen digitalen Mikroskop sehr hoher (beworbener) Vergrößerung.
https://www.youtube.com/watch?v=_K8CtSgXREk
Hubert
We've got a couple of those Tomlov's (well, marked Bresser), and they work great for showing bees to the kids. Has a focussing stand, ring light and side lights, both independent adjustable (the guy didn't spot it). I was actually quite surprised to see it working from telescope to microscope without much distortion. The images aren't bad, but while you won't win photo contests and it is no match for a macro objective (hey, stand and light and camera and screen for that money), it is a handy tool for preparation and stuff.
Best, René
Hello Rene,
I wouldn't question the suitability of these digital microscopes for simple purposes. They are ideal for children in particular, allowing relaxed binocular observation, even together with other people.
But the videos were about trying to objectively compare the optical quality. There are certainly enough inexperienced users who take the manufacturer's specifications regarding magnification and thus the optical capabilities too literally.
Hubert
Hallo Hubert,
Deine Frage würde ich ggf. ergänzen mit dem Wort "zu" was taugen ....
Im Allgemeinen wird ein Tomlov / Andonstar mit "Stativ" (Wackeldackel-Halterung) als Lötmikroskop gekennzeichnet, oder für die Begutachtung von Münzen. Dafür finde ich taugen die Mikroskope, zumindest die in der 150 Euro Klasse. Auch für Begutachtung von Substanzen, bei denen Dämpfe freigesetzt werden, würde ich so ein Teil lieber nehmen, als ein 10x so teures gutes Stereomikroskop, wo man die Dämpfe auch einatmet.
Die Vergrößerung, das wird auch im Video geklärt, ist bei den digitalen immer auch auf den Bildschirm hochgerechnet. Am 60 Zoll TV sind die Werte dann sagenhaft. Das machen auch die renomierten Hersteller wie Olympus, Zeiss und Keyence so, erklären aber in den Fußnoten wie das zustande kommt. Natürlich ist das dann eine leere Vergrößerung.
Die billigsten USB-Zigarren aus dem ersten Video-Vergleich sind natürlich tendenziell Kinder-Spielzeug bis Schrott. Es gibt aber auch da Ausnahmen. Ich habe von 3 dieser Dinger eines mit nur 640 x 480 Pixel Sensor, was aber letztlich 250-280 LP/mm im Nahbereich auflösen kann. Durch die eingebaute Ringbeleuchtung ist aber das Begutachten von glänzenden Flächen eher nicht geeignet, was bei den o.g. Tomlov etc. am Stativ mit den Schwanenhals-LEDs schon funktioniert.
Die billigen Stereomikroskope weisen sicher keine höhere Auflösung auf, haben aber dafür eine deutlich bessere Halterung und Feinverstellmöglichkeit und man kann beim Blick durchs Okular stereoskopisch sehen. Kosten aber auch eben viel mehr.
Den Vergleich zu einer DSLR mit Makro-Objektiv für mind. 2-3000 Euro halte ich für unangebracht. Wenngleich auch die üblichen DSLR-Objektive nicht deutlich höher auflösen können. Und einen großen Kamerasensor mit den mikrigen Mikroskopsensoren zu vergleichen .... mit Stacken und zusätzlicher Beleuchtung .... und Schlitten ....
Was taugen nun diese USB-Video-Mikroskope?? Es kommt drauf an.
Stativ-Mikroskope:
- Gut für Arbeiten mit dem Lötkolben.
- Gut für Arbeiten an Uhrwerken etc.
- Gut um Kinder an Mikroskopie heranzuführen
- Gut um mehreren Personsen gleichzeitig Details von z.B. Blättern, Münzen, ... zu zeigen und Bilder zu machen.
- Mangelhaft um zu stacken und große Schärfentiefe bei hohen Vergrößerungen zu bekommen.
USB-"Zigarren": (gilt leider nur für wenige dieser Gattung, Rest ist Müll)
- Gut um Feinheiten von Münzen, oder auch Insekten und Pflanzen am Handy anzusehen und dort Bilder abzuspeichern.
- Gut um Kinder für die Welt des Kleinen zu begeistern
- Kann immer in der Tasche mitgenommen werden als Immerdabei-Mikroskop (Bild dann am Handy)
Anm. mein damaliger Arbeitgeber wollte kein Geld ausgeben, daher bin ich mit so einem besseren Exemplar der Zigarre beruflich rel. gut ausgekommen. Die beiliegende Software für Windows hat auch Messungen zugelassen.
Als Alternative kann man recht günstig halbwegs brauchbare Zusatzlinsen ans Handy anbringen, da gibt es welche mit Segmentbeleuchtung und sogar UV-Licht. Ist aber ein anderes Thema.
Wenn jemand mehr Buget zur Verfügung hat, würde ich zu einem guten, ausbaubarem Stereomikroskop mit Auf- und Durchlicht raten, idealerwiese einem Trino.
Aber wer hat schon "nur" ein Mikroskop. 8)
LG Frank
Hallo Frank,
im Prinzip alles richtig was Du schreibst - aber nochmal, um die allgemeine Verwendbarkeit für unkritische Aufgaben wie Löten oder das Betrachten von Münzen ging es bei dem Vergleich nicht. Wenn diese Mikroskope mit 1000x-2000x Vergrößerung beworben werden, dann erzeugt das die falsche Vorstellung zur Verwendung als Mikroskop beim Betrachten wirklich kleiner Objekte.
ZitatDen Vergleich zu einer DSLR mit Makro-Objektiv für mind. 2-3000 Euro halte ich für unangebracht. Wenngleich auch die üblichen DSLR-Objektive nicht deutlich höher auflösen können. Und einen großen Kamerasensor mit den mikrigen Mikroskopsensoren zu vergleichen .... mit Stacken und zusätzlicher Beleuchtung .... und Schlitten ....
Der Autor hat u.a. von einer Sony Vollformatkamera gesprochen, das scharfe Bild der Kugelschreiberspitze in Minute 2 hat er wohl "nur" mit einer Sony APS-C Kamera gemacht. Und das gleiche Bild traue ich mir mit Makroobjektiv und meiner noch kleinformatigeren MFT-Kamera auch zu. Das Problem ist schlichtweg der billige Sensor dieser digitalen Mikroskope (auch deren viel schlechter abbildbarer Kontrastumfang), und natürlich das absolut billige Objektiv. Das Thema Stacken hat er wie von ihm erläutert, nur demonstriert um zu zeigen dass man wenigstens auch etwas mehr aus dem Bild des digitalen Mikroskops herausholen kann - an der fehlenden Auflösung innerhalb der jeweiligen Schärfentiefe ändert das nichts.
Hubert
Hallo,
ich habe einmal ein paar Vergleichsbilder aufgenommen. Das ist gar nicht so leicht und vor allem nur sehr bedingt vergleichbar, da Beleuchtung, Kameras, Kameraauflösung und Stärke der Kompression für das Posten im Forum extrem unterschiedlich waren. Es kamen zum Einsatz mit jeweils höchstmöglicher Vergrößerung
1) Das "TOMLOV DM202 digitale Mikroskop 1500X 16MP 10.1'' HDMI , derzeit 159 EUR auf AliExpress, auf Amazon seinerzeit 219 EUR (derzeit dort nicht im Angebot). Bild auf interner Karte des Digitalmikroskop gepeichert.
2) Dino Lite AM7013MZT, Preis auf Amazon derzeit 548,00 EUR. Dieses "Zigarren"-Mikroskop habe ich auch schon bei professionellen Archäometallurgen und Restauratoren im Einsatz gesehen.
3) Motic Stereomikroskop mit 4x-Zoomratio. Neupreis ca. 1400 EUR Aufname durch Trino über die c-mount-Schnittselle mit einer Olympus OMD E-M5 Mk II
4) Olympus Stereomikroskop SZX12, Neupreis seinerzeit geschätzt 15.000 EUR, Freihand-Handyaufanhme durch das Okular
Gezielt wurde auf die "Grünspan"-Kristalle in der "3" der Zahl 2013 dieser 5 Cent-Münze. Hieruaf wurde die maximale Schärfe gelegt.
(Die Übersicht der Münze auf diesem Bild wurde auch mit dem Tomlov-Digitalmikroskop erstellt)
[
Tomlov Flaches Auflicht
Tomlov_Auflicht.JPG
Tomlov seitliche Beleuchtung
Tomlov_schräg.JPG
Dino Lite flaches Auflicht
Dino_Auflicht.jpg
Dino Lite flaches Auflicht Polfilter gekreuzt
Dino_pol.jpg
Dino Lite seitliche Beleuchtung
Dino_schräg.jpg
Motic Stemi flaches Auflicht
Motic_Auflicht_klein.JPG
Motic Stemi seitliche Beleuchtung
Motic_schräg_klein.jpg
Olympus SZX12, seitliche Beleuchtung mit Segment-Ringlicht
Hallo,
mein Fazit: Für den kleinen Preis schlägt sich das Tomlov verdammt gut.
Natürlich ersetzt es kein hochwertiges Stereomikroskop, das Handling ist komplett anders, das Feeling nicht vergleichbar und es wäre auch vermessen, die Auflösung dieses Gerätchens mit einer kleinen Plastiklinse mit einem analogen Highend-Stereomikroskop vergleichen zu wollen.
Und es ist eben auch auch kein digitales Keyence für x mal 2 kEUR ;)
Das Stativ - das ich aber "in die Tonne gekloppt" und inzwischen durch ein brauchbares Stemi-Stativ ersetzt habe - ist wirklich ein unfassbar schlechter "Wackeldackel" (wie Frank schon schrieb). Es ist vor allem d i e Schwachstelle an dem Mikroskop schlechthin, die einem die Freude wirklich verleiden kann. Dass man da nicht noch ein paar EUR bei der Produktion mehr investiert und das Mikroskop mit einem halbwegs gescheiten Stativ verseheh hat, ist wirklich unverständlich und ärgerlich.
Aber für 200 EUR macht man damit nichts grundsätzlich falsch, wenn man nur mal ein paar Münzen, einen Druck, eine Platine oder was auch immer vergrößert anschauen und dokumentieren möchte. Man bedenke: Der 10 Zoll-Monitor ist dabei, ein weiterer HDMI-Ausgang, die Beleuchtung, eine Micro-SD-Karte zur Aufnahme, eine Fernbedienung...
Und nicht zu vergessen: Etwas Spaß macht die Spielerei damit ja auch ;) Mein Tomlov befindet sich inzwischen auf diesem Stativ und ist damit gut bedienbar.
20260213_180715.jpg
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
ist die Aufnahme mit dem Dino Lite wirklich habwegs scharf? Für den Preis um die 580.- € ist das Bild im Vergleich ja fürchterlich.
Hubert
Hallo Hubert,
da will ich Dir nicht widersprechen! Es sah aber - meine ich - am Monitor auch besser aus als das gespeicherte Bild.
Die Preise der Dino Lites sind ja auch nicht gerade "ohne"- um nicht zu sagen, recht heftig. Ok, es hat zwei Polfilter...es ist aus Aluminium... Die Verabeitung ist schon etwas besser als bei den Billig-"Zigarren".
Fairerweise muss man dazu sagen, dass sich die anderen Mikroskope auf Stativen befinden, das Dino Lite aber eine in der freien Hand gehaltene "Zigarre" ist und bei d e r Vegrößerung auch nur sehr schwer wackelfrei ein Bild aufgenommen werden kann, selbst wenn das Mikroskop mit dem unteren Plexiglasteil auf der Münze aufliegt; es rutscht dann ja immer noch minimal.
Ich werde aber auch nochmal versuchen, ein Bild mit "irgendwie" fixiertem Mikroskop aufzunehmen. Ein in meinen Augen echter Kontrsktuktionsfehler des Dino Lite ist übriegns ein Sensor-Auslöser am oberen Teil der Zigarre ohne Druckpunkt, den man somit beim Hantieren ständig(!!!) unbeabsichtigt betätigt.
Ich muss auch nochmal in den Einstellungen schauen, ob das Bild bei der Aufnahme zu sehr komprimiert wird und man daran etwas ändern kann. Ich meine, dass man auch TIFFs aufnehmen kann.
Tatsächlich finde ich aber auch die Performance des Dino Lites etwas enttäuschend, vor allem unter Berücksichtigung des Preises; mal schauen, vielleicht kann man doch noch etwas mehr herausholen.
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo,
Hier noch ein Bild, aufgenommen mit einem DNT Digi micro scale 2.0, das ich 2010 schon einmal vorgestellt habe:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4776.msg31892#msg31892
Preis damals 79 EUR
Das ist das Gerät, das ich tatsächlich am liebsten benutze, wenn ich an einer Stelle, die man nur mit einem "Handheld" erreichen kann, etwas vergrößert aufnehmen möchte. Wie z.B. hier, als ich die klebrigen Tischtriebknöpfe des Primostar dokumentieren wollte:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=31800.msg235559#msg235559
Es ist in der Summe aller Eigenschaften mein praktikabelste Gerät dieser Art mit einer brauchbaren Bildqualität. Ich nutzte es viel lieber als das mehrfach teurere Dino Lite. Leider ist das DNT Dimicro schon viele Jahre nicht mehr im Handel.
Herzliche Grüße
Peter
DNT Digimicro scale 2.0 Flaches Auflicht
DNT Digimicro scale.jpg
DNT Digimicro scale 2.0 Schräges Auflicht
DNT_schräg1.jpg
Hallo Peter,
Dein Dinolite sollte wohl auch an ein Stativ adaptiert werden, die Bilder scheinen mir definitiv verwackelt.
Bei meinem USB 3.0 Dinolite mit Stativ sind viele weitere Funktionen implementiert, von segmentierbarer Beleuchtung, bis EDF (im Prinzip Stacking, ähnlich der Touptec-Software). Weiterhin kann man Adapter für Vertikalbeleuchtung etc. dazukaufen. Insgesamt ist das alles aber viel zu teuer für die optische Leistung.
Die Adaption an das BMS-Stativ wäre mal interessant, kannst Du das mal näher zeigen? Das gleiche Stativ habe ich auch, das vom Tomlov nevt ein wenig. Könnte man ggf. auch die Zigarren anbringen.
Das leidige Thema der echten Vergrößerung ist schon öfters behandelt und auch hinreichend erklärt worden. Wichtig ist hier im Mikroskopie-Forum klarzustellen, dass Vergrößerung nichts mit guter optischer Leistung zu tun hat.
Das erklären wir ja andauernd auch den Neulingen, aber manche meinen gute Optiken mit hohem Auflösungsvermögen haben dann auch große Schärfentiefe.
Vielleicht nochmals zu dem Vergleich einer APSC / Vollformatkamera mit einem Videomikroskop. Die meisten mir bekannten (Pentax, Canon, Panasonic, Tamron) 1:1 Makro Objektive leisten nur 80 bis 125 LP/mm. Ausnahmen sind die höher vergrößernden Spezialobjektive, wie z.B. das Canon MP-E 65 mm. Da sind dann Auflösungen bis 360-400 LP/mm (MP-E bei 5x) drin. In dem Zusammenhang schneiden die Tomlovs doch sehr gut ab, besonders wenn man den Preis berücksichtigt.
LG Frank
Hallo erstmal,
Zitatan ein Stativ adaptiert
genau! das hab ich dann auch gemacht. Ein Lupenstativ (also ohne Feintrieb) von Lomo angepasst, und gut so!
erstes Bild = Rohbau
zweites Bild = fertig, mit Märzhäuser Tisch, Auf- und Durchlicht.
Hallo Frank,
die Dino Lites sind zweifellos hochwertiger verarbeitet als die üblichen "Zigarren", haben zum Teil Alu-Gehäuse, Polsaristoren etc., aber dennoch finde auch ich sie - gemessen an der optischen Leistung - deutlich überteuert.
Was mich übrigens an meinem Dino Lite wirklich zur Weißglut treibt, ist der nur minimal erhabene und hochsensiblen (Sensor?)-Auslöser, den man quasi ständig unbeabsichtigt auslöst, wenn man ganz normal mit dem Gerät arbeitet. Eine echte Katstrophe! Wer denkt sich so etwas aus? Wie übersteht so etwas erste Anwendungstests in der Praxis? Man kann ihn - meine ich - auch in der Software deaktivieren, aber letzlich benötigt man schon einen Auslöser direkt am Gerät und nicht nur auf dem PC. Hast Du auch so einen sensiblen Auslöser und nervt er Dich auch?
Hätte ich dieses Dino Lite nicht für weit(!) unter dem Neupreis vor zwei oder drei Jahren via Kleinanzeigen bekommen, hätte ich ihn nie gekauft oder wenn, dann schon allein wegen dieses Problems zurückgegeben. Der Neupreis lag meines Wissens sogar seinerzeit über 700 EUR.
Bei den zigarrenförmigen Digitalmikroskopen, die es ja massenweise im Netz gibt, streut leider - genau wie beim Preis - die Qualität extrem! Die ganz billigen Modelle sind nach meiner Erfahrung völlig unbrauchbar und stellen lediglich neuen Plastik-Sondermüll dar. Geräte wie meine DNTs (die Firma gibt es aber seit Jahren nicht mehr) sind hingegen zumindest "ordentlich" und brauchbar. Klar, DNT bediente sich auch auf dem riesigen Chinamarkt, aber hat offenbar nur gute Geräte weiter vertrieben. Äußerlich sehen sie alle ziemlich ähnlich aus. Müsste ich jetzt eine solche "Zigarre" kaufen, wüsste ich nicht, was ich bekäme und würde mich am ehesten am Preis orientieren. Für 15 oder 20 EUR ist jedenfalls sicher, dass es nur Müll gibt.
Ich werde heute, wenn ich Zeit haben sollte, nochmal versuchen, mein Dino Lite mit einer Art Stativ zu testen.
Zum Tomlov: Dafür hat mir dankenswerterweise Olaf einen passenden Adapter "geschnitzt".
Screenshot_20260214_093445_Gallery.jpgScreenshot_20260214_093605_Gallery.jpgScreenshot_20260214_093459_Gallery.jpg
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
danke für die Bilder der Halterung, da hat Olaf gute Arbeit geleistet!
Mein DinoLite ist für größere Arbeitsabstände ausgelegt, dementsprechend habe ich es nur im erforderlichen Stativ benutzt, Bedienung per Software. Ich meine auch, dass man den Auslöser dort deaktivieren kann.
Wenn Du die Software nimmst und so eine Halterung wie Wolfgang verwendest sollte die Bildqualität schon mind. der des Tomlov entsprechen. Die Vergrößerung ist ja scheinbar ähnlich und 5 Mpix könnte ja noch etwas herausholen. Auch der Polarisator bedingt ja ein Handling direkt am Gerät, das ist dann auch im originalen Stativ etwas unangenehm.
Tatsächlich habe ich mein Dinolite schon lange im Schrank stehen, nicht mehr benutzt. Es sollte mal eine Alternative zu einem guten Stereomikroskop sein -> denkste.
LG Frank
Hallo,
im nächsten Post (nicht in diesem) zeige ich nochmal verschiedene Aufnahmen mit aufgelegtem Digitalmikroskop und Auslösung am PC. Auflicht und schiefe Beleuchtung. Es gibt (leider?) auch sehr viele Einstellmöglichkeiten für die Aufnahme und die Speicherung. Man muss sich doch etwas mehr damit beschäftigen als ich es gestern getan habe, dann erzielt man auch deutlich bessere Ergebnisse.
Screenshot (129).jpg
Screenshot (130).jpg
Herzliche Grüße
Peter
Hier einige Bilder, wobei das Mikroskop Dino Lite direkt auf das Objekt aufgesetzt wurde. Auslösung am PC. Ich habe die höchste Auflösung gewählt. Es geht also schon besser ;-) Meine ersten Bilder im Beitrag #8 https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=53338.msg387522#msg387522 sind also ehrlicherweise nicht repräsentativ für die Leistung des Dino Lite!! Das muss zur Ehrenrettung des Dino Lite noch einmal ausdrücklich betont werden.
Mü3.jpgMü4.jpgMü1.jpgMü2.jpg
Hallo Peter
Leider sind die Bilder deines letzten Beitrags nicht sichtbar. Alle anderen schon.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerd,
doch, sind sie. Manchmal dauert es etwas, bis sie sichtbar werden. Evtl. laden sie auch langsamer, da ich dieses Mal bewußt nicht weiter komprimiert habe, sondern ich die Bilder so, wie sie abgespeichert wurden, hochgeladen habe. Jedes Bild hat eine Dateigröße von 1.7 MB.
Hezrliche Grüße
Peter
Guten Morgen Peter, danke, sind jetzt da. Hatte ich so noch nie und meine Bilder sind größer.
Schönen Sonntag
Gerhard
Meine "Gedanken zum Tag" zu den Zigarren:
Ein großer Arbeitsabstand UND eine gute Auflösung kann mit einer Linse von 10 mm Durchmesser natürlich nicht funktionieren (Abbe), nur das Marketing kann das hochschwurbeln.
Man braucht also eine Optik größeren Durchmessers, plankorrigiert für kurze Entfernungen.
Genau das war/ist in den großen Fotokopierern verbaut, bis 40 mm Durchmesser.
Mit einem stabilen Stativ und gutem Kamerasensor müßte das hinzukriegen sein. (Projekt n+1)
Auch ein gutes Stemi kann man vor Lötdampf usw. schützen, indem man eine Haushaltsfolie (12 µm) stramm über das Frontobjektiv zieht. Das ändert nichts an der Abbildungsqualität.
Gruß - Werner
Hallo,
die Frage ist immer, wozu man ein solches Digitalmikroskop einsetzen möchte. Ich denke jetzt nicht an professionelle, mehrere 10k-EUR teure Digitalmikroskope von Keyence, Zeiss etc., die sich inzwischen wohl in Materialprüfungslaboren etc. durchgesetzt haben.
Meines Erachtens sind aber auch die kleinen "Zigarren" oder die Digitalmikroskope mit Bildschirm wie das besgate Tomlov etc. durchaus sinnvoll einsetzbar und das Herumspielen damit kann auch einfach Spaß machen.
Für die gelegentliche Prüfung von Oberflächen und Dokumentation im Hobbybereich oder teilweise sogar im professionellen Bereich sind Digitalmikroskope wie das Tomlov (oder Andonstar etc., es gibt sie ja unter vielen Namen) sicher eine gute Investition, der Preis ist moderat und dafür leisten diese Geräte erstaunlich viel. Ebenso sind sie sehr gut für Demonstrationen geeignet, zumal man sie auch an einen großen Monitor oder Fernseher anschließen kann. Man bekommt für den Preis ja letztlich das "Mikroskop" selbst, einen Monitor, quasi schon die eingebaute Kamera mit Speichermöglichkeit und eine Schnittstelle zu externen Anzeigegeräten (TV, Beamer...) Leider ist die Mechanik oft mangelhaft und wer die technischen Möglichkeiten hat, sollte diese Mikroskope etwas modifizieren, speziell das Stativ. Im biologischen Bereich und speziell bei bewegten Objekten ersetzen sie meines Erachtens aber kein Stereomikroskop und schon gar kein normales Mikroskop.
Die "zigarrenförmigen" Handheld-Digitalmikroskope sind sehr sinnvoll, wenn es um die mikroskopische Darstellung von Details an großen Objekten geht, die schlicht nicht unter ein Mikroskop gelegt werden können. Und sie sind mobil, mit einem Laptop funktionieren sie ohnehin und es gibt sie vermutlich auch inzwischen mit Anschlußmöglichkeit an ein Smartphone, Tablet etc.
Wenn ich mir die von mir im Forum zuletzt hochgeladenen Bilder des Dino Lite auf einem iPad anschaue, muss ich vielleicht doch etwas Abbitte leisten: So schlecht sind Auflösung und Bildqualität nicht, wenngleich der Preis der Dino Lites immer noch in meinen Augen recht hoch ist.
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo,
zur allgemeinen Verwendbarkeit solcher billiger digitaler Mikroskope ist ja eigentlich alles gesagt. Ich möchte aber noch zur Bildqualität etwas ergänzen, am Beispiel eines für einen Test organisierten Tomlov TriL 110. Also ein digitales Mikroskop mit drei durch einen drehbaren Objektivrevolver wechselbaren Objektiven und einem 10.1 Zoll Bildschirm. Als Testobjekt habe ich ein Objektmikrometer mit einer Strichteilung von 0.01 mm verwendet, sowohl um die Auflösung zu demonstrieren als auch um die reale Vergrößerung zu messen.
Das Objektiv 1000x wird mit einem Vergrößerungsbereich 2x-1000x angegeben, das Objektiv 1500x mit 10x-1500x, und das Objektiv 2500x mit 2000x-2500x. Letzteres hat nur einen sehr geringen Arbeitsabstand von 3-4 mm und ist für Durchlicht mit Objektträgern gedacht, ohne die große Verstellmöglichkeit des Abbildungsmaßstabes. Dazu ist eine Durchlichteinheit beigefügt, die für den Zweck eigentlich ganz gut funktioniert.
Als Vergrößerung gilt in der Optik allgemein um welchen Faktor ein Objekt mit dem Mikroskop (oder Lupe) dem Auge größer erscheint als mit bloßem Auge in 250 mm Entfernung (Normabstand für bequemes Sehen). Man könnte auch sagen, um welchen Faktor es sich scheinbar näher am Auge befindet als der Normabstand. Bei einem digitalen Mikroskop kann sich die Vergrößerung nur auf die Bildgröße auf dem Monitor im Vergleich zur realen Objektgröße beziehen. Das lässt sich durch ein Lineal oder einem Objektmikrometer leicht ausmessen.
Das Ergebnis erstaunt schon etwas, nicht weil sowieso klar ist dass die angegebenen Vergrößerungen nicht verwendbare leere Vergrößerungen wären, sondern weil die angegebenen Vergrößerungen sehr weit von der Realität abweichen, auch mit zusätzlichem digitalen Zoom von bis zu 4x:
Objektiv 1000x: max. Vergrößerung 51x (mit 4x-Zoom 86x, das ist nur der Faktor 1.68)
min. Vergrößerung 2.9x
Objektiv 1500x: max. Vergrößerung 38x (mit 4x-Zoom 64x)
min. Vergrößerung 5.6x
Objektiv 2500x: max. Vergrößerung 390x (mit 4x-Zoom 660x).
Die beiden geringeren Vergrößerungen lassen sich auch mit einem relativ billigen Stereomikroskop erreichen, mit dem Vorteil des erheblich besseren Bildkontrastes und eines echten Stereobildes, und eines nicht so wackligen Stativs. Der eigentliche Vorteil ist die bequeme Beobachtung ohne Okulare.
Die Auflösung der Objektive lässt sich anhand von Fotos des Objektmikrometers einigermaßen gut beurteilen. Das ist besser verwendbar als z.B. eine Münze im Auflicht weil es definierte, ebene Strukturen hat und unkritisch bei der Beleuchtung ist. Aufgrund der kleinen Objektivöffnungen darf man nicht zu viel von diesen Objektiven erwarten (siehe Bild von der Unterseite des "Objektivrevolvers").
Eine grobe Abschätzung der numerischen Apertur durch Ausmessen der Objektivöffnungen und Berücksichtigung des geringsten Arbeitsabstandes ergibt etwa folgende Werte:
1000x: ≈ NA 0.075, 1500x: ≈ NA 0.056, 2500x: ≈ NA 0.23.
Wenn man den in der Mikroskopie verwendeten Anhaltspunkt für die sog. förderliche Vergrößerung von 500-1000xNA verwendet, der sich auf die Winkelauflösung des Auges bezieht, sieht man dass die realen max. Vergrößerungen (außer beim 2500x, speziell mit zusätzlichem digitalem Zoom) gar nicht so weit entfernt liegen.
Objektive Tomlov TriL110.jpg
Hier die Fotos des Objektmikrometers bei jeweils max. Vergrößerung (minimaler Arbeitsabstand) und eingestellter max. Speichergröße 24kB. Die Bilder sind Ausschnitte und gegenüber dem Original um den Faktor 2 verkleinert. Die digitale Auflösung liegt bei 24kB natürlich weit über der notwendigen Bildgröße. Die Auflösung des 2500x Objektiv könnte der NA entsprechen, ist aber ziemlich kontrastarm (Bilder unbearbeitet). Rechts das jeweils gemessene Intensitätsprofil, die Abweichung vom idealen rechteckigen Helligkeitsverlauf zwischen schwarzen Linien und Hintergrund zeigt die Qualität der Auflösung an.
Tamlov Objektivauflösung Objektmikrometer Profil.jpg
Das Stativ ist so instabil dass man mit dem Objektiv 2500x nur durch Zufall nach mehreren Versuchen scharf stellen kann. D.h. in der Praxis lässt sich dieses kaum sinnvoll verwenden.
Hubert
Hallo Hubert,
bei meinem Tomlov 602 ändert sich mit der gewählten MPix Zahl z.T. auch die Bildbreite bzw. das Seitenverhältnis.
Somit kann ich am Monitor nicht unbedingt die richtige Vergrößerung festlegen, wenngleich der Unterschied nicht sooo viel ausmacht.
Die Auflösungen beträgt beim kürzesten Abstand und seitlicher Tomlov Schwanenhals-LED
mit dem Objektiv A (AA von 12-300 mm) 250 LP/mm,
und dem Objektiv D (AA 4-5 mm) knapp 400 LP/mm.
Gemessen mit dem Zeiss Auflösungs-Testobjekt.
Wenn ich das richtig gerechnet habe entspricht das ungefähr einer NA von 0,07 (Obj. A) bzw. 0,11 Obj D). Beides sind Werte, wie Mittelklasse Stereomikroskope auflösen können, wie z.B. ein Motic 171 auch bei max. Vergrößerung lt. Herstellerangabe.
Deinem Ergebnis nach liegt die Auflösung beim 2500x Objektiv mit NA 0,23 in der Profi-Liga von Stereo Mikroskopen. Das ist ja schon bemerkenswert, zumal diese Werte auch nur mit den 2x Planapo Objektiven bei höchster Vergrößerung erzielt werden.
LG Frank
Vergleich der Auflösung von Objektiv A und D am Tomlov 602, nur Tonwert etwas angepasst
Vergl. Auflösung Obj. A und D bearb.jpg
Beispiel 2 Cent Münze mit Kristallen nach Essigessenz Kontamination, seitl. Schwanenhals LED, unbearbeitet
2026_0219_193405_122-Obj A.JPG
Hallo Frank,
der Wert für die NA des 2500x Objektivs ist nur grob aus geometrischen Daten ermittelt, der Arbeitsabstand war äußerlich ungenau ermittelbar - das kann auch weniger als 0.23 sein. Aber der Vergleich mit einem Profi-Stereomikroskop passt eigentlich nicht denn beim Stereomikroskop ist die max. NA durch den baulichen Stereowinkel begrenzt, auch beim besten Stereomikroskop (wegen der erwünschten hohen Tiefenschärfe wird der max. mögliche Wert auch meist nicht ausgereizt). Ein billiges Einzelobjektiv ist mit dieser NA nicht schwer zu bauen.
Hubert
Noch ein kleiner, etwas verspäteter Nachtrag:
Ich habe hier ein Andonstar AD407 und ein Elikliv (da steckt derselbe Hersteller wie bei Tomlov hinter) EM4K. Wie oben bereits zusammengefaßt taugen die für "Drecksarbeiten" wie Löten recht gut, aber mehr als eine ca. 40fache Vergrößerung bekommt man mit den Dingern nicht hin - irgendwo auch klar bei den kleinen 1/3"-Sensoren, die da drin stecken. Im Grunde sind das Auto-Dashcams, die eine mehr oder weniger üble Zoomoptik und einen (ebenfalls mehr oder weniger üblen) Ständer verpaßt bekommen haben... Andonstar ist meines Wissens der einzige China-Böller, der wenigstens so ehrlich ist und wie die besseren Hersteller angibt: "Magnification Ratio: Up to 270X (27 inch HDMI monitor output)" - wobei man da den Digitalzoom noch rausrechnen muß.
Wenn man sich so ein Gerät zulegt, bitte höllisch darauf achten, daß es mit einem normalen USB-Kabel und -Netzteil funktioniert - und zwar mit irgendeinem, nicht nur mit dem mitgelieferten, sonst ist was faul. Beim EM4K ist beispielsweise
- der verbaute USB-C-Port ausschließlich mit dem mitgelieferten Kabel verwendbar, weil er nicht der USB-C-Spezifikation entspricht, sondern nur die entsprechende Buchse mißbraucht,
- ein Lithiumakku zweifelhafter Herkunft eingebaut, ohne den das Gerät ständig abstürzt - die Spannungsversorgung im Gerät liefert nicht genug Strom, um ohne diese zusätzliche Stromquelle zu funktionieren und
- ein USB-Ringlicht beigelegt, das einen eigenen 230V-Stecker nebst einem Kabel mit offensichtlich gefälschtem VDE-Aufdruck und viel zu dünnen Leitern hat.
Sowas kann im wahrsten Sinne des Worts brandgefährlich werden...
Ich krame diesen Beitrag nochmal raus... da ich nun endlich das Ersatzteil für mein defektes Elikliv EM4K bekommen und eingebaut habe, war ich neugierig, wie ein Vergleichsbild zu den Bildern von Hubert oben mit dem von mir ausgetauschten Objektiv aussieht.
Das EM4K (baugleich zum Tomlov TM4K) wird als Mikroskop mit 4K-Auflösung beworben; die angegebenen technischen Daten sind genauso banane wie die oben von Hubert genannten.
Das Mikroskop hat immerhin einen vergleichsweise flotten Prozessor und einen recht hochwertigen Sony-Sensor mit gut 4200 x 3100 Pixeln. Auf der Negativseite steht eine ausladende, aber düstere Ringbeleuchtung sowie ein Objektiv, das (gemessen - Daten rückt der Hersteller nicht raus) 15mm Brennweite und einen Blendendurchmesser von nur 3,75mm hat. Das resultiert dann in einer nur mäßigen Vergrößerung von um die 30fach, einem für so ein Gerät völlig unbrauchbarem Arbeitabstand von wenigen Millimetern bei höchster Vergrößerung - und einem ganz furchtbaren Bild, das einen in der Großansicht eher an pointillistische Kunstwerke erinnert als an hochauflösende Photos:
Loetpunkt_alt_detail.jpg
Nach dem Ersatz des Objektivs durch ein lichtstärkeres mit 25mm Brennweite und der Ringfunzel durch ein Licht, das den Namen einigermaßen verdient, macht das Ding plötzlich recht anständige Bilder. Das hier ist derselbe Lötpunkt wie im ersten Bild, in nach Augenmaß derselben Vergrößerung. Ein wunderbares Beispiel, was Software (hier in Form eines automatischen Weichzeichners zur Rauschreduzierung) so anstellen kann:
Loetpunkt_neu_detail.jpg
... und damit habe ich dann auch mal die 0,01mm-Skala eines Objektivmikrometers aufgenommen (sorry für das etwas düstere Bild, die autmatische Helligkeitsregelung war an):
Objektivmikrometer_1_3_detail.jpg
Die am Bildschirm abgemessene Vergrößerung ohne Digitalzoom ist nun 70fach. Wenn man den Digitalzoom leicht betätigt (bis etwa 1,3fach), holt man tatsächlich noch etwas mehr aus dem Bild heraus, da die Auflösung des Sensors höher ist als die des Bildschirms. In der Summe ist das dann eine 90fache Vergrößerung. So ist auch die Detailaufnahme des Objektivmikrometers entstanden. (Ach so: alle Bilder oben sind nur auf einen problemlos anzeigbaren Ausschnitt des Ursprungsbildes reduziert, nicht irgendwie bearbeitet oder gar gestackt.)
Es hängt bei derlei China-Zeug also immer extrem an den Details, ob es gut ist oder Schrott...