Mikro-Forum

Bibliothek => Mikro-Know-How => Technik => Thema gestartet von: Jürgen Boschert in Februar 15, 2026, 20:17:30 NACHMITTAGS

Titel: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 15, 2026, 20:17:30 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

das könnte für einige interessant sein. Auch für Mitstreiter, die mit Endlichsystemen anderer Hersteller arbeiten; denn entsprechende Adapter werden oft auch dort angeboten.

Es handelt sich um dieses Zubehör:

d SAM_5329.JPG
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Sytemkameras
Beitrag von: Gerd Schmahl in Februar 15, 2026, 20:25:05 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
ich fotografiere am OLYMPUS-VANNOX (auch noch ein Endlich-System) ebenfalls über den Videoausgang. Das System habe ich schon so übernommen, nur noch einen Canon-Adapter angeschraubt.
LG Gerd
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 15, 2026, 20:54:37 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

danke für die Rückmeldung. Als "Zeiss-West-Fan" ist man halt aufgrund der diversen Zeiss-Schriften sehr auf die afokale Adaptierung geprägt; außerdem wurden die Video-Anpassung dieses Herstellers zu einer Zeit gerechnet, als die Auflösung der Kameras noch recht bescheiden war und daher die Berechnung möglicher-, ja wahrscheinlicherweise nicht auf höchstem Niveau erwartet werden durfte. Aber weit gefehlt, diese Projektive sind wirklich von höchster Qualität, das hat mich sehr überrascht. Passt aber zum Zeiss-Nimbus, Ost wie West.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: HCLange in Februar 15, 2026, 21:01:36 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

das ist kein Projektiv, sondern eine "Optik", die den Farbfehler korrigiert. Übertragungsfaktor = 1x, also "Brennweite" unendlich.
Diese Adaption gibt es bei Zeiss m.W. heute noch zu kaufen.

HG Christoph
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 15, 2026, 21:06:40 NACHMITTAGS
Lieber Christoph,

herzlichen Dank für diese Info. Ist es falsch wenn ich daraus, dass diese Optik (oder Projektiv mit Faktor 1 ::) ) heute noch verkauft wird (also in der Unendlich-Ära), schließe dass der Farbrestfehler bei der ICS-Optik identisch ist mit dem der 160mm-Objektive?
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Peter_le in Februar 15, 2026, 22:16:28 NACHMITTAGS
Abend,

mich überrascht es nicht, dass die Bildqualität gut ist. Schließlich erfordert es einen mindest-Aufwand zur Berechnung und Herstellung der Optik, die von der sehr guten Qualität von Könnern wie Zeiss nicht mehr allzuweit entfernt ist, und die Fläche die abgedeckt werden soll ist auch kleiner als bei Vollformat. Außerdem gut möglich, dass damit nicht nur Videographie betrieben wurde oder wird.

Danke für den Beitrag!

Ich bin zwar nicht Christoph, daher nur meine Spekulationen. Es gab im ICS System auch den seltenen Adapter um endlich Objektive am unendlich-System betreiben zu können. Zur Berechnung hätte man möglicherweise alles stark überarbeiten müssen. Die vermutlich ähnlichen Plezys und DIK-Stühlchen haben ja auch sehr dünne Einzellinsen. Hier im Forum gab es auch mal einen Beitrag, in welchem vom Optovar die untere Telanlinse herausgenommen wurde um unendlich-Objektive verwenden zu können. Fotos gab es keine, aber visuell mit KPLs soll das Bild gut gewesen sein. Das spricht für eine zumindest ähnliche Korrektur der CVD.

Bei diversen Herstellern gab es ja auch für unendliche Auflicht-Objektive die mit denselben Okularen für endlich Optik verwendet wurden.

PS: nochmal durchgelesen, ich dachte im ICS ist das Bild nach der Tubuslinse auskorrigiert?
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 15, 2026, 22:27:09 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

danke auch Dir.

Deine Überlegungen leuchten ein.

Zitat... ich dachte im ICS ist das Bild nach der Tubuslinse auskorrigiert? ...

Dem ist ja so. Das war mir dann auch durch den Kopf gegangen und spricht ja wohl gegen meine Annahme oder besser: nicht für sie.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: HCLange in Februar 16, 2026, 13:29:58 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

diese Fotoanpassung war nicht vorgesehen für die ICS-Optik, die auch eine andere Farbkorrektur erfordert - mit Hilfe einer Tubuslinse !

HG Christoph
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 16, 2026, 13:43:26 NACHMITTAGS
Hallo Christoph,

vielen Dank und gleich noch eine Frage: Weißt Du, warum diese Optik dann heute noch im Programm ist?
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: M59 in Februar 16, 2026, 15:04:11 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

sehr interessant! Die Optik besaß ich mal, die hat mir aber ein 'Kollege' abgeschwatzt, der mir eine zugebenermassen pfiffige Adaption für eine afokale Anpassung gebaut hat. Es wäre also viel einfacher gegangen. Ich denke, der wusste genau was er tat, na ja Schwamm drüber!
Weiss jemand wie diese Korrekturlinse nun genau heisst? Testen würde ich das gern mal.


Grüße,

Michael/M59

Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 16, 2026, 16:04:12 NACHMITTAGS
Hallo Michael,

ich habe nochmal meine Prospekte und Druckschriften durchgesehen. Leider habe ich die Druckschrift für Fernsehmikroskopie nicht.
Fündig geworden bin ich nur in einer Preisliste von 1989. Dort werden mechanisches Anpassteil und Optik nicht getrennt aufgeführt, sondern nur als eine Einheit mit einer Katalognummer angegeben.
Ich habe einfach mal ein Bild der entsprechenden Seite aus der Preisliste angehängt und den entsprechenden Posten hellblau hinterlegt.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: junio in Februar 16, 2026, 17:15:33 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen, hast Du einmal überprüft, wie weit der für die Mikroskop-Objektive vorgesehene Arbeitsabstand eingehalten wird, da die Videopoptik sehr kurz hinter dem Austritt abbildet und die Kamera mit ihrem Objektiv einen abzubildenden Gegenstand aus dem "Unendlichen" erwartet. Oder habe ich da etwas missverstanden? Gleichwohl ist die von Dir gezeigte Mikrometer-Abbildung auch recht Querfehler frei. Wenn Du möchtest, schenke ich Dir für Deine Experimente ein PZO-Okular 8xPS, dass Du bei eBay noch nie angeboten gesehen Hast. Gib mir bitte dazu Bescheid. Beste Grüße von Jürgen, der zur Zeit bei seinem Beitrag Probleme mit dem Zeilensprung hat.   
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 16, 2026, 17:44:47 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

die Anpassung ist ohne irgendwelche Scharmützel einfach so nach dem Zusammenschrauben parfokal mit dem Beobachtungstubus. Das Kameragehäuse wird mittels eines wenige Millimeter dicken Adapters direkt angekoppelt, es braucht keine Relaislinse.
Auf Dein Angebot komme ich demnächst gerne zurück, danke dafür.

P.S.: Ich glaube das Universal mit dem schwarzen Tubus kennst Du.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: HCLange in Februar 16, 2026, 20:09:45 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

Zeiss hatte bis vor einige Zeit in seiner Kamera-Beratung immer noch seine Endlich-Modelle aufgeführt. Einfach mal nachsehen...

Die in Diskussion stehende C-Mount Adaption hat einfach in dem Bereich Objektiv-Zwischenbild (Länge = Tubus 80 + Optikteil 30mm = 110mm) einen "Glasklotz", der den üblichen Farbquerfehler beseitigt (statt dem üblichen Okular), aber die Bildgröße nicht verändert. Es ist immer noch die Direktabbildung des Objektivs in die Bildebene.

HG Christoph
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 16, 2026, 20:25:32 NACHMITTAGS
Hallo Christoph,

sozusagen die Tubuslinse fürs Endlichsystem. Angenommen, man will das volle APS-C-Format ausnutzen; dann müsste man ja noch eine schwach negative Linse kameraseitig einbringen; welche Brennweite müsste die haben?
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: HCLange in Februar 16, 2026, 20:36:08 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

da läßt sich nichts mehr einbringen, außer einer MFT- bzw. C-Mount -Kamera (Abstand Optik-Bild sehr gering !).
Für das MFT-Gehäuse geht das auch nur mit Planobjektiven, die zeichnen 25mm aus statt der üblichen 18mm.

HG Christoph

Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: M59 in Februar 16, 2026, 22:09:41 NACHMITTAGS
Gut, danke für die Erklärungen, dann ist das Thema für mich erledigt.
Ich habe eine APS-C Kamera und werde daran nichts ändern.

Grüße,

Michael/M59
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: junio in Februar 17, 2026, 09:13:03 VORMITTAG
Da habe ich wirklich etwas missverstanden.

Dafür dann noch ein Beitrag zum ,,Glasklotz". Er hat ein Brennweite von -1000mm.
Ist nun die Schlussfolgerung richtig, dass auf einige Millimeter oder mehr Sensorabstand gegenüber dem C-Mount Ablagemaß von 17,5 mm nicht ankommt?

Beste Grüße von Jürgen
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 17, 2026, 09:24:32 VORMITTAG
Hallo Jürgen,

dem ist leider nicht so. Habe das getestet und schon 1mm Anheben der Kamera führt zu deutlicher Unschärfe und grauslichen Farbfehlern.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: junio in Februar 18, 2026, 12:43:34 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,
jetzt habe ich es auch begriffen, was die anderen mitlesenden Foristen sofort verstanden haben. Die Negativlinse des Videotubus verlegt das vom Objektiv entworfene Zwischenbild zwar kaum nach vorne, aber man kommt dran. Das Zwischenbild beim normalen Tubus liegt unkorrigiert 10mm unterhalb des Tubusrandes, also 110mm oberhalb der Tubusaufnahme. Das korrigierte Zwischenbild des Videotubus liegt 108,5 mm (91mm plus 17,5mm)oberhalb der Tubusaufnahme und ist frei zugänglich. Dass Deine Kameraadaption so gut funktioniert liegt daran, dass die Kamera mit 18mm Auflagemaß nahe am C-Mount-Auflagemaß  mit 17,5mm liegt. Eine four-thirds-Kamera liegt schon im kritischen Bereich, und eine Canon EOS o.ä. erst recht.
Da liegt die Idee nahe, einen entsprechend kurzen Tubus zu basteln, der das Zwischenbild noch zugänglicher macht. Die Videooptik näher an die Tubusaufnahme zu legen, dürfte nicht das Problem sein (hier wäre ich aber auf eine Aussage von Hubert gespannt. Wie weit dann Vignettierungen noch eine Rolle spielen, wäre  zu prüfen.
Vielleicht bastel ich einmal. Die Videooptik habe ich, sogar doppelt.

Beste Grüße von Jürgen und danke für die Anregung, sich einmal mit dem Thema zu befassen.




 
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: HCLange in Februar 18, 2026, 14:26:34 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

wie kommst du auf 108,5mm Zwischenbildlage ? Nach meinen Messungen sollten es 110mm sein.

Theoretisch müßte die Optik eine positive Brechkraft haben, da trotz Glasweg die Zwischenbildlage wieder 110mm ist...

HG Christoph
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: junio in Februar 18, 2026, 19:58:39 NACHMITTAGS
Hallo Christoph,
ich wollte es nicht kompliziert machen. Jürgen B. nennt das Maß seines Videotubus 91mm, mein Videotubus ist exakt 93mm sodass mit dem Auflagemaß des C-Mount 110,5mm zusammen kommen. Die Toleranzen lassen es wohl zu.

Die Optik des Videotubus ist wirklich -1 Dioptrie. Eine fundierte physikalische Erläuterung traue ich mir nicht zu.

Beste Grüße von Jürgen
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 18, 2026, 20:18:46 NACHMITTAGS
Liber Christoph, lieber Jürgen,

das mit der negativen Brennweite stammt von mir, einfach, weil ich mit dem bloßen Auge in keiner Entfernung ein scharfes Bild eines Gegenstands erhalte. Andererseits: Am Mikroskop angebracht erzeugt die Optik ja ganz offensichtlich ein reelles Bild, das bei korrekten Entfernungen auf dem Kamerachip landet. Zur Länge: Habe das ganze mal einfach gemessen (am Kameragehäuse ist die Chip-Position in üblicher Weise markiert. Gemessen habe ich 110mm ab Tubusauflage am Mikroskop.

@ Jürgen: Habe gerade noch einmal geschaut; für Mikro-4/3-Kameras gibt es auch dedizierte C-Mount-Adapter, sodass die korrekte Position des Zeiss-Adapters damit dann auch dort gewährleistet sein dürfte.

Die Vignettierung kommt übrigens nicht von der Blende im Objektiv und auch nicht vom mechanischen Adapter, sondern von der Fassung bzw. dem Rand der Projektionslinse (Schade, dass es die nicht mit etwas größerem Durchmesser gibt).

@ Christoph: Habe im Zeiss-Shop aus reinem Interesse mal nachgesehen, kann dieses Teil nicht (mehr?) finden. Für eine evtl. einzubringende zusätzliche Negativlinse (um evtl. das APS-C-Format primär voll zu füllen) wäre noch ein klein wenig Platz. Habe das mal mit mir zur Verfügung stehenden negativen Einzellinsen (ohne Kompensationswirkung) getestet, deren Stärke ich allerdings nicht kenne. Aufgefallen ist mir dabei, dass schon die schwächste Linse zwar eine Formatfüllung bewirkt, aber auch grausige Farbfehler hineinzaubert.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 18, 2026, 20:21:40 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen (junio),

die 91mm sind die Distanz zwischen Auflage am Mikroskop und Auflage am Kamerabajonett, NICHT bis zum Chip.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: junio in Februar 18, 2026, 21:17:26 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,
ich verstehe es so, dass die Anschlagflächen des Adapters im gewissen Sinne negativ sind, das heißt zumindest auf der Höhe des Anschlages des C-Mount-Gewindes liegen und ggf. noch darunter liegen. Das ist bei Adaptern für spiegellose Kameras konstruktiv möglich, da man in das Gehäuse hineinarbeiten kann.
Der Anschlag des C-Mount wird jedenfalls auch bei Deinem Videotubus in 93mm Höhe bezogen auf den Tubusanschlag sein. Der Adapter reduziert das Maß um ca. 1-2mm und der Adapter für MFT wird mit seinem Bajonett noch 4mm tiefer liegen müssen.
Ich wundere mich, dass es für derartige Adapter einen Markt gibt. Ich dachte es sei reine Bastelarbeit.

Hier noch etwas zur Optik: die -1 Dioptrie ist mit dem Scheitelbrechwertmessgerät ermittelt.

Beste Grüße von Jürgen

Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 18, 2026, 21:30:50 NACHMITTAGS
Ich mach jetzt mal ohne Anrede, irgendwie liest sich das für mich immer irgendwie merkwürdig, wenn ich mit mir selbst schreibe.

Jetzt versteh ich, wie Du zu dem Wert kommst, bzw. welches Maß Du da gerechnet hast; das ist dann natürlich richtig.

Darf ich nco etwas fragen: Du hast ja  -1 dpt. gemessen. Das deckt sich ja problemlos mit meiner Erfahrung, dass ich die Adapter-Optik nicht als Lupe nutzen konnte; denn dafür müsste es ja ein positives Glied sein. ABER: Warum entwirft es dann ein reelles Bild? Gedanklich hakelt es da bei mir gerade.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Peter_le in Februar 18, 2026, 21:53:12 NACHMITTAGS
Das Objektiv erzeugt ein reelles Bild. Eine Negative linse dazu (wenn die Brennweite nicht zu kurz ist/zu "stark") lässt immernoch ein reelles Bild zu.

Sonst würden weder plezys noch Brillen mit Zersetzungslinsen etwas bewirken ;)
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 18, 2026, 22:16:24 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

danke, dass Du meinem Tonabnehmer wieder in die richtige Spur geholfen hast!
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: M59 in Februar 19, 2026, 15:21:37 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

mit einem 10x Okular und 40 mm Relaisoptik erreiche ich afokal etwa 79% des in den Okularen sichtbaren Bildes. Ich nehme an auch Dein Vollbildfoto zeigt schon etwas  Beschnitt? Wieviel % vom Okularbild kannst Du mit dem C-Mount erreichen?

Den großen Vorteil, den ich im C-Mount sehe ist, dass man sich die ganze Sucherei passender Relaisoptik/Okularkombis sparen kann, was je nach Kameramodell mühsam sein kann, von Hotspotproblemen gar nicht zu sprechen.

Grüße,

Michael/M59
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 19, 2026, 16:26:08 NACHMITTAGS
Hallo Michael,

das habe ich tatsächlich vergessen in die PDF mit zu übernehmen: Mit einem KPL W 12,5 (Optovar 1,25, kleiner geht ja an den Großgeräten nicht, kein Weitfeldrevolver) sehe ich im Durchmesser 520µm mit demselben Objektiv, über die Videoanpassung 560µm für die Langseite des 16:9-Formates, also ca. 107%! Auf den KPl W steht keine SFZ: in Kurt Michels Heft aus dieser Zeit Mikroskopieren von Anfang an wird für diese Okulare eine SFZ von 18 angegeben; wenn man das anhand meiner Zahlen ausrechnet 520:(25x1,25) kommt man auf 16,64 (bevor jetzt ein Zeiss-Bashing beginnt: Ich habe ein Leitz Periplan 10x/18 ebenfalls gemessen und kam auf einen noch kleineren realen Wert). Nur um das gleich zu klären: Das Zeiss-Bashing bezieht sich nicht auf Dich, das kommt gewöhnlich aus anderen Ecken.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Lupus in Februar 19, 2026, 16:53:35 NACHMITTAGS
Hallo,

ich habe die Diskussion nur flüchtig verfolgt. Habe ich es richtig verstanden dass es darum geht, am Zeiss-Endlichsystem eine Kamera mit Hilfe eines Video-Adapters am Fotoausgang für 2/3" Sensoren anzupassen, der die Bildlage wenig verändert aber die Restfehler korrigiert? Und dass diese Optik im Adapter eine Brennweite von etwa -1000 mm hat?

Hubert
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 19, 2026, 17:38:25 NACHMITTAGS
Hallo Hubert,

zur Brennweite kann ich nichts sagen habe keine Messmöglichkeit, aber Jürgen (junio aus Hagen) hat das so gemessen).
Mir war aufgefallen, dass man mit einer APS-C-Kamera mit diesem Zeiss-West-Adapter, der ursprünglich für
2/3´´ Fernsehkameras und Videorekorder angeboten wurde, ein sehr großes Bildfeld praktisch völlig farbfehler- und verzeichnungsfrei mit nur geringer Vignettierung ablichten kann. Das Ganze noch geradezu unverschämt einfach und schnell: Alles aufs Mikroskop klemmen, Kamera anschließen fertig; und alles ist mit dem Beobachtungstubus parfokal und das bei einer Bauhöhe von ca.13cm samt Kamera.
Später hatte ich dann noch nachgefragt wie groß die Brennweite einer Zusatzlinse etwa sein müsste, damit man den Beschnitt auch noch wegbekäme.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Lupus in Februar 19, 2026, 17:56:20 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

es ging mir bei der Frage auch darum ob die Optik den Restfehler wie sonst das Okular korrigiert, das wurde wohl in der Diskussion angedeutet. Dann kann es sich nicht um eine einfache dünne Linse mit negativer Brennweite handeln.

Hubert
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 19, 2026, 18:22:19 NACHMITTAGS
Hallo Hubert,

das ist sicher keine dünne Linse (Christoph hatte von einem Glasklotz gesprochen). Ich hatte die schon einmal ausgebaut (geht nicht bei allen!). Es ist ein Doublet oder ein Triplett, das konnte ich nicht erkennen. Und ja, das Teil korrigiert sehr gut die Restfehler.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Lupus in Februar 19, 2026, 18:34:49 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

Jürgen (junio) hatte überlegt ob man den Videotubus kürzen könnte und die Optik (die wohl ziemlich am Ende sitzt) weiter nach innen verlegen für eine bessere Kamerazugänglichkeit. Das dürfte aber trotz der geringen Gesamtbrechkraft nicht gehen weil das Korrektursystem für die aktuelle Position ausgelegt ist. Wenn dieses nahe der Bildebene liegt muss dieser "Glasklotz" relativ stark intern brechen um einen Effekt zu erzielen, und der ist dann unvorhersehbar positionsabhängig.

Hubert
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Peter_le in Februar 19, 2026, 18:46:02 NACHMITTAGS
Zitat von: Jürgen Boschert in Februar 18, 2026, 22:16:24 NACHMITTAGSHallo Peter,
danke, dass Du meinem Tonabnehmer wieder in die richtige Spur geholfen hast!
Gerne helfe ich deinem Plattenspieler ;) Ich hatte mal ein ähnliches Problem als ich mir kurz mal nicht vorstellen konnte wie denn bitte Kollektoren eine Punktlichtquelle kollimieren können.


Zitat von: Jürgen Boschert in Februar 19, 2026, 16:26:08 NACHMITTAGSHallo Michael,

das habe ich tatsächlich vergessen in die PDF mit zu übernehmen: Mit einem KPL W 12,5 (Optovar 1,25, kleiner geht ja an den Großgeräten nicht, kein Weitfeldrevolver) sehe ich im Durchmesser 520µm mit demselben Objektiv, über die Videoanpassung 560µm für die Langseite des 16:9-Formates, also ca. 107%! Auf den KPl W steht keine SFZ: in Kurt Michels Heft aus dieser Zeit Mikroskopieren von Anfang an wird für diese Okulare eine SFZ von 18 angegeben; wenn man das anhand meiner Zahlen ausrechnet 520:(25x1,25) kommt man auf 16,64 (bevor jetzt ein Zeiss-Bashing beginnt: Ich habe ein Leitz Periplan 10x/18 ebenfalls gemessen und kam auf einen noch kleineren realen Wert). Nur um das gleich zu klären: Das Zeiss-Bashing bezieht sich nicht auf Dich, das kommt gewöhnlich aus anderen Ecken.

Also, meiner Erfahrung nach sind die Sehfeldblenden exakt 18,0 oder 20,0 mm im Durchmesser. Im Sehfeld mit Objektmikrometer sind sie minimal kleiner (Fehler können aus Tubuslängenänderung z.B. Dioptrienkorrektur, Toleranzen im Objektiv, Okular, Telansystemen kommen.) Minimal kleiner heißt Sehfeld 17,8 mm. Also zwischen 1 und 2% "Fehler". In Optical Systems hat Zeiss glaube ich mal angegeben, dass die Massstabszahlen nur sehr gering im einstelligen %-Bereich abweichen.

Es kann! sogar sein, dass der scheinbare Sehwinkel, falls der Fehler durch das Okular kommt, leicht erhöht wird ;)

Zitat von: Jürgen Boschert in Februar 19, 2026, 16:26:08 NACHMITTAGSanhand meiner Zahlen ausrechnet 520:(25x1,25) [...]
Die Mathematik stellte mir hier auch schonmal Probleme (als Florian D. mal was zum 1,25x Revolver des Orthoplans fragte), daher hatte ich mir was überlegt, ich hoffe es stimmt:

Maßstabszahl.beobachtet = SFZ [mm] / Sehfelddurchmesser
Maßstabszahl.beobachtet = 18 mm / 0,56 mm = 32

Maßstabszahl.beobachtet * (1 - Tubusfaktor) = Maßstabszahl
32 * (1 - 1,25) = 24
(Wenn Tubusfaktor größer >1)

Wenn Tubusf. kleiner <1:
M.b*(1-Tubusf.+1)=M

Keine Sorge, das KPL-W 12,5 hat SFZ ~ 18. Ich hatte mal ein altes und habe ein neues.

Grüße
Peter
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 19, 2026, 19:50:15 NACHMITTAGS
Hallo Hubert und Peter,

@ Hubert: ich hatte ja auch schon in der Richtung etwas rumgepröbelt, wie das Jürgen/junio vorhat. Man kann die Optikfassung in dem Zeiss-C-Mount-Adapter ja etwas herausdrehen (= Verkürzen der Videotubuslänge) oder die Kamera einige Millimeter höher setzen (Verlängerung der Kameralänge); dabei kommt es nicht nur zu einer Defokussierung und dem Verlust der Parfokalität am Revolver, sondern auch zu grausigsten Farbfehlern. Das gleiche, bei meinen Versuchen mit den mir zur Verfügung stehenden Negativlinsen.

@ Peter: Danke für die Erklärung. Die Okularblende habe ich noch nicht nachgemessen und da denke ich auch , dass die schon dem Nonimalwert entsprechen. Und es ist natürlich so wie Du sagst: Es gibt da viele Faktoren, die auch bei geringen Einzelabweichungen sich schon mal auch aufaddieren können (Objektiv, Optovar, Telansysteme, die Okularoptik, die Tubuslänge. Die KPl 12,5 W oder mit SFZ 18 oder 20 (die sind aber nicht selten delaminiert) mag ich wegen des recht großen Sehwinkels und der etwas höheren Vergrößerung bei alternden Augen ganz gern, habe alle meine Mikros damit ausgestattet (konnte sogar vor ein paar Jahren zwei Pärchen Pol mit SFZ 20 ergattern, noch die älteren mit Vollmetallfassungen).

Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: M59 in Februar 19, 2026, 20:01:59 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

besten Dank, ich habe jetzt meine Kalibrieraufnahmen durchgesehen und mit dem normalen Revolver, zeigt das C-Mount setup etwa 20% mehr als mit meiner Kombi von S-KPL und 40mm Relaisoptik (an Nikon z30/APS-C). Das ist schon ein deutlicher Vorteil!
Mit dem Grossfeldrevolver erhalte ich dann erwartungsgemäß einen größeren Bildausschnitt.

Leider sind diese Linsen oder diese kompletten TV adapter selten zu bekommen.

Grüße,

Michael/M59
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Peter_le in Februar 20, 2026, 17:33:04 NACHMITTAGS
Zitat von: Jürgen Boschert in Februar 19, 2026, 19:50:15 NACHMITTAGSDie KPl 12,5 W oder mit SFZ 18 oder 20 (die sind aber nicht selten delaminiert) mag ich wegen des recht großen Sehwinkels und der etwas höheren Vergrößerung bei alternden Augen ganz gern, habe alle meine Mikros damit ausgestattet (konnte sogar vor ein paar Jahren zwei Pärchen Pol mit SFZ 20 ergattern, noch die älteren mit Vollmetallfassungen).

Bei den Kpl 12,5x/20 habe ich mich tatsächlich immer gefragt, ob es die aus Ganzmetall geferigt in der POL Ausführung gab. Dann Glückwunsch! Die 18er Ausführung ist ja bereits selten.



Gestern Abend hatte mich der immernoch Sehfelddurchmesser interessiert, auch wie gut meine zwei Binokulartuben justiert sind. Mit Optovar erhalte ich mit teilw. delam. ;-) Kpl-W 12,5x/20, Planapo 10 einen Sehfelddurchmesser von 19,3. Ohne 19,6. Ich denke Parfokal eingestellt.

Die Tubuslänge ist auch wichtig. Ich habe mal den Schiebetubus absichtlich falsch eingestellt (eventuell der Normalfall ;-) ). Stativ Zeiss Junior, Planapo 10, CPL 10x/18, stellbar, Strichplatte.

Den Augenabstand bis Anschlag verkürzt (<55mm) und den Okularstutzen bis Anschlag reingedreht (>75). Das ergibt einen Sehfelddurchmesser 18,5.

Den Tubus maximal "ausgezogen" ergibt einen Sehfelddurchmesser von 16,0. Tubusverkürzung

Kann man eigentlich ausrechnen wieviel Tubuslängenänderung zur Dioptrienkorrektur nötig ist?
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Jürgen Boschert in Februar 21, 2026, 11:54:39 VORMITTAG
Hallo Peter,

habe bzgl. Deiner Frage mal meine mir verfügbare Literatur gewälzt (u.a. Michel, Riesenberg Gerlach, Göcke) und ... absolut nichts gefunden!

Dann habe ich die KI befragt; das war die Antwort:




ZitatSchritt-für-Schritt-Begründung:

1. Grundlagen der Dioptrie und Brillenoptik

Eine Dioptrie (dpt) definiert die Brennweite f in Metern einer Linse als:

D = 1/f mit f in Metern.

Eine Fehlsichtigkeit von 1 dpt entspricht also einer Brennweitenabweichung von:

f = 1m.

2. Zusammenhang Augenabstand – Okularverlagerung

Wird in optischen Systemen wie Fernrohren oder Mikroskopen die Sehschärfe durch ,,Hoch- oder Runterbewegen eines Okulars" korrigiert, entspricht eine Verschiebung

Δz des Okulars einer kleinen Änderung der Bild-Position:

Δz≈f2 ⋅D

wobei f die Brennweite des Objektivs vor Änderung ist und D die zu korrigierende Dioptrie.
Dieses Näherungsverhältnis lässt sich aus der Linsengleichung ableiten:

1/fneu = 1/falt + D ⇒ Δz ≈ f2D

3. Numerische Abschätzung für 1 dpt

Für ein typisches Okular mit f = 20 mm ≈ 0,02 m:

Δz ≈ (0,02m)2⋅1dpt = 0,0004m = 0,4mm .

4.Allgemeine Faustregel

Bei Nahoptiken (Mikroskope, Ferngläser) gilt:

1 Dioptrie Fehlsichtigkeit kann durch Verschieben des Okulars um etwa 0,5 mm korrigiert werden.
Je größer die Brennweite des Okulars, desto größer muss die Verschiebung sein.
Finaler Wert
Die notwendige Höhendifferenz des Okulars beträgt ungefähr:

0,4 bis 0,5mm

Dies korrigiert eine Fehlsichtigkeit von 1 Dioptrie durch Okularverlagerung in einem typischen optischen System.
Titel: Aw: Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras
Beitrag von: Peter_le in Februar 21, 2026, 12:21:24 NACHMITTAGS
Danke fürs Wälzen,

Es gäbe ja noch den Experimentellen Weg das anzunähern: Der Binokulare Siedentopf ist ja mit einer Dioptrienkorrektur ausgestattet.

Grüße
Peter