Die Flaumeiche ist in Südeuropa und Mitteleuropa weit verbreitet. Es gibt einige Hybridisierungen mit der Traubeneiche (Quercus petraea), außerdem wurden Unterarten und lokale Arten beschrieben. Hier ist die Systematik im Fluss.
Die Flaumeiche erreicht meist eine Größe zwischen 15 und 20 Metern. Sie wächst als alleinstehender Baum oder in Gemeinschaften mit anderen Arten in so genannten Flaumeichenwäldern.
Bekannt ist sie auch als ein wichtiger Wirt der Trüffelgattung Tuber.
Meine Flaumeiche steht in Kroatien am Rande einer teilweise genutzten Agrarfläche mit angrenzendem Waldbestand.
Hier ein Bild von dem Baum mit dem sich vorsichtig nähernden langbeinigen Mikroskopiker
Bild 1
(https://up.picr.de/50588472dz.jpg)
Für den Beitrag habe ich mir den Spross und das Blatt ausgesucht.
Zunächst zum Spross. Gefärbt habe ich mit FCA nach Etzold, die Schnittdicke beträgt 30 µm.
Bild 2
(https://up.picr.de/50588044go.jpg)
Auf den ersten Blick fallen auf die große Markzone, dann die sehr großen Tracheen im Xylem und der rings um das Phloem befindliche Sklerenchymbereich.
Zunächst noch die Übersicht im polarisierten Licht
Bild 3
(https://up.picr.de/50588045ba.jpg)
Jetzt einige Detailbilder
Bild 4
(https://up.picr.de/50588047qg.jpg)
Hier sieht man schön, dass sich das Sklerenchym mit großen Steinzellen (Sklereiden) abwechselt. Auch erkennt man schon eines der zahlreichen mehrzelligen Trichome.
Bild 5
(https://up.picr.de/50588046xl.jpg)
Bild 6
(https://up.picr.de/50588052tu.jpg)
Im letzten Bild sieht man, dass sich auch im Phloem vereinzelte Sklerenchyminseln befinden.
Bild 7
(https://up.picr.de/50588051sn.jpg)
Auf der linken Seite sieht man schön den Unterschied zwischen dem noch jungen (blau gefärbten) Xylem mit den großen Gefäßen (Tracheen), nach rechts hin schließt sich dann älteres Xylem an, das zunehmend verholzt.
Bild 8
(https://up.picr.de/50588050vw.jpg)
Hier noch einmal ein Blick auf das junge Xylem. Man sieht hier auch schön, dass zahlreiche Markstrahlen vom Mark in den Rindenbereich ziehen. Die Markstrahlen kommen als einzellige (überwiegend) und mehrzellige Strahlen vor. Letztlich dienen sie der Versorgung mit Wasser und Zucker.
Bild 9
(https://up.picr.de/50588077uf.jpg)
Hier ein Ausschnitt aus dem vorigen Bild, das eine Besonderheit zeigt: In das Lumen der Trachee stülpen sich Aussackungen von Parenchymzellen, die über die Tüpfel mit ihnen in Kontakt stehen. Der Sinn dieser so genannten Tylosen ist wohl der Verschluss verletzter Gefäße. Zusammen mit den zahlreichen Markstrahlen sind diese Tylosen auch für die Festigkeit von Eichenholz verantwortlich.
Ich zeige noch zwei Beispiele dieser Ausstülpungen.
Bild 10
(https://up.picr.de/50588076my.jpg)
Bild 11
(https://up.picr.de/50588075uy.jpg)
Jetzt noch ein Blick auf die Verbindung von Sklerenchym oberhalb und innerhalb des Phloems
Bild 12
(https://up.picr.de/50588057ls.jpg)
Wie eine Schaukel hängt das im Phloem befindliche Sklerenchym an den Sklerenchymkappen.
Hier noch einmal der Übergang vom Mark (rechts) über das gefäßreiche junge Xylem ins allmählich lignifizierende Xylem (ganz links).
Bild 13
(https://up.picr.de/50588048dd.jpg)
Jetzt ein Schnitt auf Höhe einer Achselknospe:
Bild 14
(https://up.picr.de/50588599lx.jpg)
Bild 15
(https://up.picr.de/50588601yc.jpg)
Unten im Bild der Querschnitt des Sprosses, oben der Bereich der abgehenden Knospe. Davon noch eine Detailaufnahme.
Bild 16
(https://up.picr.de/50588042kf.jpg)
Nun zum Blatt
Bild 17
(https://up.picr.de/50588035yt.jpg)
Bild 18
(https://up.picr.de/50588038sv.jpg)
Man findet ein ein-bis zweireihiges Palisadenparenchym
Bild 19
(https://up.picr.de/50588034wk.jpg)
Auch die Blätter zeigen eine Sklerenchymschicht, was sie sehr fest und fast spröde erscheinen lässt.
Bild 20
(https://up.picr.de/50588036qw.jpg)
Bild 21
(https://up.picr.de/50588037ro.jpg)
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Berichtigungen und Ergänzungen.
Wundervoll, danke Peter!
Hallo Peter,
die Färbung ist hier ja besonders Prächtig gelungen! Danke für das Teilen mit uns :-)
Liebe Grüße,
Daniel