Werte Mikrofreunde!
In Bezug auf Einbetten und Schneiden fallen mir in letzter Zeit manche Unsicherheiten auf, was Chemikalien als Intermedien usw. betrifft. Ich habe mich deshalb entschlossen, eine Arbeit von mir vorzustellen, die eine Methode schildert, die von allen einschlägigen Werken der mikroskopischen Technik auf das wärmste mit mehr oder wenige exakten Angaben empfohlen wird. Aber selten wendet sie jemand an, wohl auch deshalb, weil durch das unzureichende Frage/Antwort-Spiel im Internet offenbar das Wissen darüber leidet, daß man lesen muß, lesen und nochmals lesen. - In der Mikrofibel sind alle jene Werke im Abschnitt 6 aufgelistet, sie werden aber wohl sehr selten beachtet.
Deshalb gebe ich hier einen Link auf eine ungewöhnlich ausführlich-exakte Beschreibung der besagten Methode, die ich vor vielen Jahren für meine eigene Anwendung angefertigt hatte. Viele Mikroskopiker arbeiten danach seit Jahrzehnten erfolgreich, auch einige mir persönlich bekannte Amateurmikroskopiker bestätigen, daß man damit einfach, schnell, zuverlässig und ohne "schlimme" Chemie hervorragende Ergebnisse in Botanik und Zoologie erzielt. Gerade vor einer halben Stunde hat mir ein Vereinskollege der MVM ihre hervorragende Eignung fürs Hobby-Einbetten und -Schnippeln ausdrücklich bestätigt. Seine Schnitte kenne ich gut, sie belegen das aufs schönste; ab und zu verehrt er mir einen.
Beachten Sie auf jeden Fall die am Schluß aufgezählten Quellen.
Und denken Sie daran:
"Ich möchte ein Paraffineinbettungsverfahren vorstellen, das keine besonderen apparativen Voraussetzungen
hat, preiswert, einfach, schnell und sicher ist. Wer Bedenken gegen die häusliche Verwendung von Xylol,
Terpineol, Methylbenzoat, Azeton, Benzol, Ethylenglykol, Tetrahydrofuran oder Dioxan hat, von denen einige
widerlich riechen, andere recht giftig oder krebserregend sind, kann bei dem vorgestellten Verfahren auf- und
beruhigt einatmen, denn die sind alle entbehrlich."
Sie brauchen Isopropylalkohol (Isopropanol), und Paraffin, sonst nichts!
Wählen Sie auf der Homepage der MVM die oberste Position im Menü rechts: Methode Paraffin/Isopropanol
http://www.mikroskopie-muenchen.de
Viel Erolg.
KH
Hallo lieber Klaus Henkel und liebe Mitmikroskopiker
Das ist natürlich, wie von Ihnen gar nicht anders zu erwarten, eine ganz vorzügliche Zusammenstellung.
Als kleine Ergänzung möchte ich darauf hinweisen, dass sie sich auch weitgehend mit der Präparationsmethode deckt, die Heinz Streble und Annegret Bäuerle für die tierische Histologie angeben. Diese Methode eignet sich also nicht nur für die Botanik!
Heinz Streble und Annegret Bäuerle
Histologie der Tiere
München 2007
(ISBN 978-38274-1668-1.)
Ein auch sonst sehr empfehlenswertes Buch!
Dort ist für die tierische Histologie nach der Fixierung in wässrigem Bouin, vorgeschlagen:
3 x 90% Alkokol oder Iso
1 x 100 % Alkohol oder Iso
3 x N-Butanol mit der ausdrücklichen Bemerkung, dass die Stufe in eiligen Fällen
entfallen könne, da sich Iso und flüssiges Paraffin warm mischen.
Alle Schritte jeweils einen halben bis einen Tag
Dann Paraffin rein, wechseln, bis der Butanolgeruch verschwunden ist - dies sei
meist nach dem dritten Wechsel der Fall. Leider machen die Autoren hier keine
Zeitangabe der jeweiligen Paraffininfiltration.
Ich selbst habe bei meinen Insekten mit alkoholischer Pikrinlösung nach Dubosq Brasil beste Erfahrungen. Es geht aber durchaus auch hier mit der aus der Botanik bekannten AFE Mischung.
Mikrogrüße
Jürgen Harst
Lieber Klaus,
Ich habe deine Nachricht auf euere Website gelesen über dieses Thema und es gleich ausgedruckt.
Herzlichen Gruss
Jan
Hallo Herr Henkel,
da ich seit einigen Tagen stolzer Besitzer eines Rotationsmikrotoms bin,
ist dieser Beitrag von Ihnen für mich besonders wichtig und interessant.
Ich werde über meine Ergebnisse hier berichten.
Herzliche Grüße aus Trier
Frank Fox
Guten Tag Herr Henkel
Besten Dank für Ihre Anleitung.
Sei schreiben: "Iso + Paraffin 1+1". Die gleiche Angabe habe ich auch schon andernorts gelesen und mich dabei gefragt, was nun mit 1:1 gemeint ist? Das Volumen oder das Gewicht.
Das spezifische Gewicht von Iso und Paraffin ist ja nicht das gleiche.
freundlicher Gruss
Jürg Braun
Hallo,
die Unterschiede sind so gering, dass das völlig belanglos ist. Augenmaß reicht!
Detlef Kramer