Die Gattung Passionsblume (Passiflora) ist die bekannteste dieser Familie. Zu ihr gehören ungefähr 530, zum Teil auffallende Arten, die größtenteils in den tropischen Zonen Amerikas, Asiens und Australiens beheimatet sind.
Einige Arte kommen auch in Australien, eine auf Madagaskar vor.
Die Passionsblume (Passiflora) erhielt ihren Namen im 17. Jahrhundert durch christliche Missionare in Südamerika, die in ihrer bizarren Blütenform Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Jesu Christi erkannten.
Die
Granadille, so schrieb der Botaniker
Desfontaines im Jahr 1776 wird auch Passionsblume genannt.
Die
Süße Granadilla (Passiflora ligularis) ist eine süß-aromatische, orangefarbene Tropenfrucht aus der Familie der Passionsblumengewächse.
Sie besitzt eine brüchige Schale, gefüllt mit geleeartigem Fruchtfleisch und essbaren Kernen. Die Frucht schmeckt mild-süß, ist reich an Vitaminen (A, C, E) und Kalium.
René Louiche Desfontaines (1750 – 1833) war ein französischer Botaniker.
Bild 01 Habitus, Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569343/1.jpg)
Author: Michael Kramer
Die Passionsblume (Passiflora) ist eine faszinierende Gattung innerhalb der bedecktsamigen Pflanzen (Angiospermen), die vor allem für ihre exotischen, komplexen Blüten und oft kletternde Wuchsform bekannt ist.
Die Passionsblume ist zweikeimblättrig (dikotyl), und
erreicht eine Höhe bis zu zwei Meter.
Die bekannteste Art ist die Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) mit 5 lappigen Blättern.
Die meisten Passionsblumen Gewächse sind immergrüne Rank - Pflanzen, ob sie nun krautig oder verholzt sind.
Die Passionsblume, die von Linné 1753 beschriebe winterharte Passionsblume (Passiflora incarnata) war als erste in Europa zu sehe, in der er eine Ähnlichkeit mit den Leidenswerkzeugen Christi zu sehen glaubte.
Man kann sich das Staunen gläubiger Menschen gut vorstellen, die alle Attribute des Leidens Christi trug.
Die von christlichen Missionaren als Insignien der Passion gedeuteten Blütenmerkmale haben sich nicht nur in der wissenschaftlichen Gattungsbezeichnung (,,Passiflora" = ,,Passionsblume"), sondern auch dem Artnamen (,,
incarnata" = ,, die Fleisch gewordene") niedergeschlagen.
Die dreizackigen Blätter sollten die Lanzen sein, die Ranken die Geißel, die drei Griffel die Nägel, und in den Staubfäden, die kreisförmig auf den Rand der Scheibe sah man die Dornenkrone.
Eine andere Meinung geht dahin, dass die zentrale Krone (Korona) der Blüte an die Geißel Werkzeuge erinnere und dir Griffel die Lanze darstelle.
Im Laufe der Zeit deuteten die Christen auch andere Pflanzenteile als Leidenswerkzeuge, wie das Blatt als die ,,Lanze des Longinus".
Bild 02 Aufbau einer Passiflora-Blüte
(https://www2.pic-upload.de/img/37569408/2.jpg)
Quelle: Von Pancrat - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10576012
Die Blütezeit ist das Frühjahr bis Herbst.
Systematik:Ordnung: Malpighienartige Malpighiales
Familie:Passionsblumengewächse Passifloraceae
Unterfamilie: Passifloroideae
Gattung: Passionsblumen
Wissenschaftlicher Name: Passiflora
Art-spezifische Trivialnamen:
Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea)
Maypop / Amerikanische Passionsblume (Passiflora incarnata)
Purpurgranadille (Passiflora edulis f. edulis)
Gelbe Granadilla / Gelbe Passionsfrucht (Passiflora edulis f. flavicarpa)
Süße Granadilla (Passiflora ligularis)
Riesengranadilla (Passiflora quadrangularis)
Blume der fünf Wundmale.
Englische Bezeichnung: passion flower, passion vine
Bild 03 Blätter, Oberseite, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569342/3.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Blätter sind wechselständig, ziemlich hart, fünf- bis siebenlappig. Die Lappen sind länglich, ganzrandig oder buchtig; der Mittellappen ist länger.
Bild 04 Blätter, Unterseite, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569345/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Medizinische Wirkung und Anwendung:Die Blätter von Passionsblumen (meist auf die Art Passiflora incarnata beschränkt) werden in der Phytotherapie gegen nervöse Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit oder Angstzustände und damit zusammenhängende Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Verspannungen oder Herzbeschwerden oder Magen-, Darmbeschwerden eingesetzt, ferner auch bei depressiver Verstimmung, Asthma sowie früher bei Hysterie.
Inhaltsstoffe:Arten der Gattung Passiflora enthalten Indol-Alkaloide (die β-Carboline Harman, Harmin, Harmol, Harmalol und Harmalin), Flavonoide (Chrysin, Vitexin, Isovitexin, Apigenin, Benzoflavon, Kaempferol, Lucenin, Luteolin, Passiflorin, Quercetin, Rutin, Orientin und Isoorientin) und Saponine wie Quadrangulosid.
Problematisch ist, dass noch nicht alle Inhaltsstoffe dieser Pflanzen identifiziert werden konnten, und auch der Gehalt dieser Substanzen selbst innerhalb einer Art unterschiedlich ist.
In einem Fall konnte eine toxische Wirkung von Passiflora-Behandlung nachgewiesen werden.
Insgesamt gibt es einen Mangel an Studien zur Erfassung aller Pflanzenbestandteile, ihrer Wirkungsweisen und möglicher Gefahren. Dies ist jedoch im Bereich der traditionellen Heilpflanzen nicht ungewöhnlich.
Bild 05 Früchte von Maracuja (Passiflora edulis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569346/5.jpg)
Quelle: Von David Monniaux - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=298804
Die Früchte sind botanisch gesehen Beeren.
Die Früchte der Passionsblume werden gemeinhin als ,,Maracuja" bezeichnet. Der Name Maracuja (maracujá) stammt aus dem Portugiesischen, das dieses Wort aus der indigenen südamerikanischen Tupi-Sprache entlehnt hat, und bedeutet ,,Mara = Speise, Cuja = Gefäß".
Bild 06 Illustration, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569344/6.jpg)
Quelle: Von Miller, John; Weiss, Friedrich Wilhelm - https://www.flickr.com/photos/biodivlibrary/6059668378, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42998136
Teil 1
Spross, Querschnitt
30 Mikrometer
Bild 07 Schnittstellen, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569347/7.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Bild 08 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569348/8.jpg)
Bild 09 Trichome, ungefärbter Schnitt, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569349/9.jpg)
Bild 10 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569350/10.jpg)
Bild 11 Markparenchym, ungefärbter Schnitt, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569352/11.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme,, ungefärbter Schnitt, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569351/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569354/13.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 14 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569353/14.jpg)
Bild 15 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569355/15.jpg)
Bild 16 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569357/16.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung
Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5.
Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung
Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000
Bild 17 Übersicht, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569358/17.jpg)
Bild 18 Detailaufnahme mit Beschriftung, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569359/18.jpg)
Bild 19 Detailaufnahme, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569361/19.jpg)
Bild 20 Detailaufnahme mit Beschriftung
Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569362/20.jpg)
MP =Markparenchym, PH = Phloem, XY= Xylem, SK = Sklerenchym – Inseln, K = Kambium, PE = Periderm, RP = Rindenparenchym
Bild 21 Detailaufnahme, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569360/21.jpg)
Bild 22 Übersicht, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume (Passiflora
(https://www2.pic-upload.de/img/37569364/22.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 23 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569365/23.jpg)
Bild 24 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569363/24.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
25 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 25 Pflanzenprobe (Durchmesser 2 mm) auf einen kleinen Holzklotz geklebt.
(https://www2.pic-upload.de/img/37569366/25.jpg)
Bild 26 Übersicht, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569367/26.jpg)
Bild 27 Detailaufnahme, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569368/27.jpg)
Bild 28 Trichom, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569369/28.jpg)
Bild 29 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569370/29.jpg)
Bild 30 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569371/30.jpg)
Bild 31 Schraubentracheen, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569372/31.jpg)
Schraubentracheen (oder Schraubengefäße) sind spezialisierte Wasserleitungsbahnen im Xylem von Pflanzen,
Der Begriff "Schrauben-" bezieht sich auf die Form der sekundären Zellwandverstärkungen. Diese sind in Form einer Schraube (Helix) oder eines Rings auf der Innenseite der Zellwand aufgelagert.
Schraubentracheen treten typischerweise im Protoxylem auf, also dem zuerst gebildeten, noch dehnbaren Holzgewebe.
Teil 3
Blattstiel, Querschnitt
25 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker(
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 32 Blattstiel mit einer abgerundeten Blattbasis, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569373/32.jpg)
In der Botanik beschreibt dies den Übergang vom Blattstiel zur Blattspreite, den sogenannten Spreitengrund. Wenn dieser Bereich abgerundet ist, spricht man von einer abgerundeten Blattbasis.
Abgrenzung zu anderen Formen am Blattstiel.
Oft wird die abgerundete Form von anderen Übergängen unterschieden:
Herzförmig (cordat): Mit zwei runden Lappen, die eine tiefe Bucht am Stielansatz bilden.
Keilförmig (cuneat): Die Spreite läuft spitz und gerade auf den Stiel zu.
Schildförmig (peltat): Der Stiel setzt nicht am Rand, sondern auf der Unterseite der Spreite an.
In der Pflanzenbestimmung ist die genaue Form des Spreitengrundes ein wichtiges Kriterium, um Arten voneinander zu unterscheiden.
Bild 33 Detailaufnahme, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569374/33.jpg)
Bild 34 Trichome, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569375/34.jpg)
Bild 35 Blattstiel, Übersicht, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569376/35.jpg)
Bild 36 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Passionsblume (Passiflora)
(https://www2.pic-upload.de/img/37569377/36.jpg)
Verzeichnis der benutzten Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Andreas Bärtels ,,Farbatlas Tropenpflanzen", ISBN: 3-8001-3468-3
,,Beeren Wildgemüse Heilkräuter"
,,Das große Blumen & Pflanzenbuch", 1978
,,Die schönsten Pflanzen für ein grünes Zuhause", 1995
Fritz Encke ,,Pflanzen für Zimmer und Balkon", 1960
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1977
Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.
Hans-Jürgen