hallo,
in einem amerikanischen Forum wurde empfohlen Graphitpulver als Trockenschmierstoff für Lamellen zu verwenden.
Ist das zu empfehlen ? Ich würde mein ü 70 Jahre altes Leitz gerne etwas pflegen ...
vG Alex
Hallo Alex,
in der Materialkunde wird Graphit zur Erhöhung der Leitfähigkeit verwendet, und dann kenne ich noch die Anwendung zur Trockenschmierung. Das könnte also funktionieren.
Liebe Grüße
Gerhard
Lieber Alex,
das würde ich intuitiv nicht machen. Machst sicher Spaß, wenn die Graphitschmiere auf evtl. darunter gelegene Optik trifft. Die Lamellen sollten trocken gehalten werden. Ganz, ganz wenig werden allenfalls die Stifte geschmiert
HAllo ALex,
Lass das lieber bleiben, außer Du stehst auf Dreck im Mikroskop.
Viele Grüße
Alexander
Danke für eure Einschätzung.
vG Alex
Hallo Alex,
ich würde auch davon abraten, weil sich Graphit-Partikel lösen könnten und sich irgendwo wieder finden, wo sie nicht hingehören. Die Blendenlamellen aus Stahl sind schwarz brüniert und laufen bei Blenden, die nicht sehr schnell betätigt werden müssen wie z.B. die "autoamtische Springblende" in SLR-Objektiven, ohne Schmierung. Manchmal sind sie allerdings so stark mit altem, verharztem Fett verklebt (nach dem Motto: "Viel hilft viel"), daß sie sich kaum noch betätigen lassen. Da hilft nur ein Vollbad in Benzin.
Schnell und sehr häufig betätigte Blenden für Objektive wurden/werden mit einem speziellen Einbrenn-Gleitlack lackiert, der gleichzeitig möglichst schwarz und totmatt sein soll, um Reflexionen zu reduzieren. Dieser Lack ist nicht im Handel erhältlich. Durch den flächigen Kontakt der Blendenlamellen führen selbst kleine Reste von Öl oder Fett auf den Lamellen zu Adhäsion und einer Behinderung der Beweglichkeit. Dies ist bei alten Fotoobjektiven (z.B. dem optisch hervorragenden 1:2,8/55 mm Micro-Nikkor) neben einem verharzten oder trocken laufenden Fokustrieb die häufigste Alterungserscheinung.
Wenn man trocken mit Graphit oder Molybdändisulfid schmieren möchte, dann ist es sehr vorteilhaft, das Pulver gut in die zu schmierende Oberfläche einzumassieren, z.B. mit einem weichen Leder. Der Überschuß kann dann entfernt werden. Komplizierte mechanische Konstruktionen, wie z.B. Compur-Verschlüsse, kann man mit einer Suspension von Graphit oder MoS2 in Benzin behandeln. Nach Verdunsten des Benzins bleibt der Festschmierstoff zurück.
Viele Grüße, Jochen
Hallo Alex,
noch ein Tipp: Ich spare mir, wenn immer möglich, das komplette Zerlegen einer Irisblende. Zunächst bau ich die Einheit aus und lege sie ganz in ein nicht so flüchtiges Benzin ein (z.B. Campingbenzin); das löst verbackenes Fett besser. Immer wieder die Blende im Bad öffnen und schließen. Das Ganze so lange, bis man meint den Dreck herauszuhaben. Zum Schluss kommt die Blende in Wundbenzin und wird hier "beständig" geöffnet und geschlossen, bis man auf den geschlossenen Lamellen nach dem Abdunsten keine Beläge und Schlieren mehr sieht. Ggf. muss das Benzin wdh. gewechselt werden. Mit einem mit Feinöl benetzten Wattestäbchen werden die sichtbaren Stifte der Lamellen betupft, das reicht als Schmierung in aller Regel.
danke, das sind gute hilfreiche Tipps und Waschbenzin hab ich auch noch da ....
Denk bitte daran, das das Benzin feuergefährlich ist.
Jochen
Tja Ihr Lieben... dann habt Ihr noch keine richtige "Ratte" auf dem Tisch gehabt!
Der ich mich nun um die alten Schätzchen kümmer, die ihr Leben in einer Garage, Scheune oder einem Keller beendet haben, finde da oft total verrostete Lamellen vor. Da hilft dann wirklich nur ein Bad in Benzin. Nach Reinigung der ausgebauten Lamellen mit einem Polierschwamm werden die Lamellen dann mit Fett eingelegt (ist einfacher), dann nochmals zur Entfettungskur ins Benzin und nach abtrocknen ein wohltuendes Ölbad. Überschüssiges Öl wird dann mit einem Tempotuch weggeputzt. Hätte ich ein altes Mofa, könnte ich dann das Benzin/Öl-Gemisch als Treibstoff verbraten; wäre dann Recycling :-)
Grüße
Wolfgang
Guten Abend Alex,
ich schließe mich der Methode von Jürgen an.
Auf keinen Fall die Blende zerlegen !
Gruß vom Inschenör peter W
Zitat von: Wutsdorff Peter in März 20, 2026, 17:50:42 NACHMITTAGSGuten Abend Alex,
ich schließe mich der Methode von Jürgen an.
Auf keinen Fall die Blende zerlegen !
Gruß vom Inschenör peter W
Wenn mir die Frage erlaubt ist: warum so eine Panik vor Irisblenden? Solange man
- sich erstens bewußt ist, daß man es hier mit sehr dünnen und daher empfindlichen Teilen zu tun hat und sein feinmechanisches Fingerspitzengefühl entsprechend realistisch einzuschätzen weiß (Test: Angstattacken beim Anblick einer M1-Schraube? Dann Finger weg! ;) ),
- sich zweitens erstmal die Mühe macht, Funktion und Aufbau der Blende zu verstehen statt blindlings draufloszuschrauben und
- drittens den Aufbau dokumentiert (d.h. Photos, auf denen man auch Details wie z.B. die Ausrichtung der Lamellen erkennen kann!),
stellen die Dinger doch zumindest oberhalb einer gewissen Größe (Kondensorblende - bei einer Irisblende im Objektiv mag das anders aussehen) keine echte Herausforderung dar...
Ich hätte mich aufgrund der Kommentare hier auch fast ins Bockshorn jagen lassen - und war beinahe enttäuscht, wie einfach das ging. Am Ende war es reine Fleißarbeit aufgrund der Anzahl an Teilen.
Guten Tag,
Ich habe bereits mehrmals die Irisblende im Zeiss-West Phakokondensor neu gelegt.
Ja, man muss sich da gut vorbereiten. Ich würde auch empfehlen zuerst mit einer einfacheren Blende zu beginnen.
0. Wie empfohlen: Lamellen inspizieren. Sind Nieten verloren? Sind Lamellen geknickt? Wenn eine Niete verloren ist, kann man oft auf eine Lamelle verzichten. Mit geknickten Lamellen habe ich keinen Legeversuch unternommen. Auch gebogene Lamellen sind sehr herausfordernd.
1. Vorher immer einen Reinigungsversich Unternehmen. Bei Zeiss-West schätze ich den Erfolg auf etwa 50%. Ich spüle da oft vorsichtig mit der Pipette mit Benzin, sodass nichts auf die Optik kommt oder iwo reinkriecht.
2. Auch mit sachter Gewalt vorsichtig sein.
3. Nicht an Lamellen ziehen. Lamellen fallen lassen. Wenn störrisch mit einem Zahnstocher o.ä. die Führungsstifte aus ihren Bohrungen in der ersten Runde etwas schieben, in der zweiten Runde rausschubsen.
4. ... Übliche Anleitungen.
Ich würde die Lamellen an sich nur dünn ölen, wenn sie rostig sind. Ich habe schonmal die Lamellen im Phakokondensor geölt (vermutlich irgendein Paraffinöl), das ging nicht gut.
Bei einem Zeiss-Winkel Klappkondensor furs GF habe ich eine Blende mit geknickter Lamelle mit Wattestäbchen einigermaßen gereinigt und dann mit Ballistol geölt, das funktioniert immernoch sehr gut. (Habe ich im Herbst gemacht)
Es könnte besser sein den Rost zu entfernen, aber damit habe ich keine Erfahrung.
Grüße
Peter
Hallo,
"Versuch macht klug" - nur wer wagt gewinnt. ;D
Wer zwei linke Hände und 5 paar Daumen hat, sollte komplett die Finger von so was wie der Blende lassen. Ich kenne genug Personen, die es nicht mal hinbekommen, im Aufzug den richtigen Knopf zu drücken.
Wer ein bisschen Geschick, handwerkliche Freude und Geduld hat, der kann es ruhig wagen.
Das mit dem Graphit kann man machen. Man kann dazu auch Seife abreiben. Für sinnvoll erachte ich beides nicht. Nach Reinigung der Blenden (z. B. Waschbenzin) entweder trocken einbauen oder mit ganz wenig(!) dünnflüssigem Öl benetzen.
Gruß
Peter
Hallo -
es hängt ja auch von der Größe der Blende ab, vom Grad der Verklebung und davon ob man eine ruhige Hand hat. Bei mir ist das z.B. nicht der Fall - als ich für meine Diss. mal Schmetterlingspuppen operieren musste funktioniert das meist erst nachdem ich vorher einen kräftige Schluck Bier konsumiert hatte ;D .
Ich habe schon viele Irisblenden mit wechselndem Erfolg versucht herzurichten und z.B. Tage gebraucht um ein verklebtes Exemplar der winzigen Blenden in einem ZeissW DIC-Kondensor zu zerlegen, zu entfetten, zu trocknen, einzusetzen. Das nächste Mal dann in situ:
:// Caramba o.ä, warten, auf und abblenden (anfangs gaaanz vorsichtig), wischen, trocknen //:
(da capo ad libidum). Etwas Fett bleibt natürlich zur Erinnerung zurück, finde ich aber besser als Graphitstaub...
Bei einer großen Blende (Beleuchtung, Einfachkondensor etc.) geht das natürlich leichter.
Viel Erfolg dann -
Rolf
Hallo zusammen
natürlich habe ich keine Panik vor Irisblenden, und natürlich muss man komplett verbaselte Blenden zerlegen. Blenden in den achromatisch-aplanatischen Zeiss-West-Kondensoren sind da schon eine Herausforderung.
Auf diese einfache Lösung mit der kompletten Benzinwäsche bin ich gekommen, als ich sehr kleine, verpresste Blenden so blitzsauber bekommen habe. Seither spare ich mir -wo möglich- die Fummelei und Zeit des kompletten Zerlegens. Und noch eins: Eigentlich müsste man ja die einzelnen Lamellen quasi durchnummerieren und wieder exakt in gleicher Position einbauen; schließlich haben die sich über Jahrzehnte an ihre Nachbarn und die diskreten Höhenunterschiede gewöhnt. Mein Eindruck ist, dass die nicht zerlegten Blenden nach der Reinigung "sanfter" laufen als die zerlegten.
Rostige Blenden kann man -so keine Optik in der Nähe ist- auch in einem Bad mit Fein-Öl, Balistol, WD40 o.ä. in gleicher Weise behandeln und anschließend die Benzin-Wäsche vornehmen.
Na, daß der geneigte Leser von nicht nur derlei Feinmechanik vielleicht die Finger lassen sollte, wenn beim Griff nach dem Werkzeug seine Ehefrau stets umgehend mit Verbandszeug und/oder Baldrian oder gleich Schnaps bewaffnet bereit steht, sollte klar sein, hoffe ich ;)
Der große Vorteil einer Demontage ist in meinen Augen halt, daß man zum einen sicher sein kann, daß danach wirklich alle Lamellen leicht laufen - eine einzelne klemmende Lamelle ist die beste Möglichkeit, die Blende zu töten. Und man holt auch eventuellen Roststaub aus den Lagerbohrungen zuverlässig raus. Das Einschleifen der Lamellen zueinander sollte sich arg in Grenzen halten, wenn der Konstrukteur nicht gemurkst hat, da muß man nicht drauf achten. Die dichten ja nicht und dienen auch nicht der Übertragung hoher Kräfte.
Aber ja: wenn man sich nicht sicher ist, ob man eine Reparatur hinkriegt, fängt man besser nicht mit der Rolex, sondern erstmal mit dem Eierwecker aus dem Ramschladen an :)
(Zum Graphit noch: Für Zylinderschlösser wird Graphitpulver ausdrücklich empfohlen, es taugt also nachweislich als Trockenschmiermittel. Aber da sind in den seltensten Fällen optische Linsen direkt daneben, die sich über einen schönen Grauschleier freuen würden.)
Hier noch einmal, wie schon öfters von mir geschrieben, zu WD40:
Zunächst hat man damit zum Schmieren guten Erfolg.
ABER: wenn die flüchtigen Teile verdunstet sind, bleibt eine klebrige Oberfläche. WD40 ist sehr gut zum Konservieren metallischer Oberflächen gegen Rost geeignet. Zum Schmieren ist WD40 nicht geeignet. Auch wenn das behauptet wird.
Ich sprühe die Betten meiner Dreh-und Fräsbank zum Konservieren mit WD40 ein. Wenn ich länger nicht gearbeitet habe, sprühe ich mit Caramba ein und wische ab.
Dann wird normales Maschinenöl verwendet.
Gruß vom Inschenör Peter W
Hallo zusammen,
ich habe ein Kamera-Reparaturbuch von Thomas Thomosy aus den USA. Er beschreibt da die wesentlichen Schritte für das Öffnen und das Durchführen einer Wartung bei allerlei Kamera der 50er bis 80er.
Der wendet für Verschlüsse und Blenden als letzen Schritt eine Mischung aus Graphit und Waschbenzin an. Ich habe schon sehr viele Objektive und Kameras so behandelt und finde das Hinzugeben des Graphits vorteilhaft, die Teile gleiten leichter aneinander vorbei. Anfangs habe ich es mit Grafitpulver aus dem üblichen Heimwerker-Schmierstoffbedarf versucht, das ging gar nicht, man hätte genau so gut Haferflocken reinwerfen können. Dann habe ich bei einem meiner Söhne das Fingerabdruckpulver aus dem Detektivkasten konfisziert, und das ist gut. Wichtig ist immer, dass man loses Grafit hinterher rausbläst. Eine Kondensorblende sollte gut ohne zurechtkommen und dann würde ich es weglassen. In einer Kamera hat man es ja eher mit schnell beweglichen Teilen zu tun, das kommt das Graphit in manchen Fällen zur Geltung.
Viele Grüße,
Bob
Hallo zusammen,
Graphit hat nach meiner Auffassung in einem Mikroskop nichts verloren; es ist nicht dauerhaft ortsständig, es könne Brösel auf optische Teile in der Nähe fallen, was eine gemeine Schmiererei hinterlässt. Wer unbedingt die Lamellen schmieren will, sollte eher ein nicht kriechendes Feinöl verwenden; aber notwendig ist auch das nicht.
Mal ganz unabhängig vom Thema Mikroskopie ist meine Erfahrung, daß Amerikaner üblicherweise in Sachen "Wartung" wahlweise einem... "kreativen Laissez-faire" frönen oder vollkommen schmerzbefreit sind - je nachdem ob man es englisch-höflich oder auf gut Deutsch ausdrücken will. Daher würde ich derlei Reparaturhinweise mit der gebotenen Vorsicht genießen...
Aus meiner Sicht würde ich Graphit bei einem Mikroskop für die Drehachse des Spannungsabgriffs in einem alten 6V-Trafo jederzeit nehmen, für die Verstellung einer Lampe im externen Gehäuse eines Ortholux 1 vielleicht noch - ganz bestimmt aber nicht für alles, wo das Zeug auch nur die geringste Chance hat, in die Nähe von Linsen, Spiegeln oder ähnlichem zu kommen; und das gilt für andere optische Geräte ebenso. Da bin ich ganz bei Jürgen Boschert...