Moin,
Eigentlich ist die Histologie nicht mein Kerngebiet, aber man sollte alles mal ausprobieren 😊.
Seit etlichen Jahren habe ich einige große Paraffin-Würfel im Schrank, welche nur dürftig beschriftet waren. Nun war ich auch immer neugierig was da eingebettet sei. Klar war nur, dass es
Teile eines Schaf-Fötus sein müssen. Der erste Block enthielt einen Fötus, leider ohne Kopf.
Der zweite Block beinhaltete einen Kopf. Allerdings von einem anderen Tier. Er war größer als der ganze Körper aus Block 1. Das Schneiden der Präparate war durch die Größe nicht ganz einfach.
Auch passt der Kopf nicht auf Standard-Objektträger. Hier mal die ersten Ergebnisse Freihand mit dem Tablet abgedichtet. Feinstrukturen durch das Mikroskop reiche ich nach 😉
Leider hat der Kopf eine Fraktur am hinteren, oberen Bereich.
Lieber Harald,
da sind Dir sehr schöne Schnitte gelungen,
besonders bei der Größe.
LG Ralf
Lieber Ralf,
danke für die netten Worte.
Schön mal wieder von dir zu hören.
Moin Harald,
die Schnitte sehen super aus!
Die scheinen ja riesig zu sein, wie hast du die so gleichmäßig geschnitten?
Viele Grüße
Kay
Hallo Kay,
der Korpus hat 2cm x 3cm, der Kopf 3,5cm auf 5cm.
Ich habe verschiedene Einmalklingen erfolglos getestet. Brauchbare Ergebnisse habe ich dann mit
Feather C35-Klingen erzielt. Die sind eigentlich für Gefrier-Mikrotome.
Den Messerhalter habe ich mit Antistatik-Spray behandelt. Sonst verkleben die Schnitte an diesem und werden durch starke Stauchung unbrauchbar.
Streckbad bei 43°C bringt sie dann gut in Form.
Nach der anatomischen Übersicht noch einige histologische Details:
1. Zunge
2. Cerebellum
3. Zahn
Und noch einige Ausschnitte:
1. Leber
2. Lunge
3. Haut
Hallo Harald,
Das gefällt mir richtig gut☺️💪☺️
Liebe Grüße Daniel
Der Rest für heute:
1. Fuß
2. Steiß
3. Rippe
Hi Daniel,
Das freut mich, danke.
Hallo Harald,
vielen Dank für das Zeigen dieser schönen Schnitte. Mir gefällt besonders im ersten Beitrag die zweite Aufnahme,
bei der der Kopf des Schafembryos ja nahezu sagital in der Mediane getroffen wurde. Neben den verschiedenen
Hirnanlagen (Vorder- Mittel und Nachhirn) fällt das bereits gut ausgebildete und abgegrenzte Kleinhirn (Cere-
bellum/Pons) auf. Der embryonale Entwicklungszustand scheint schon etwas weiter fortgeschritten zu sein,
da die Anlage/Ausprägung von Riechorgan und Zunge fortgeschritten ist. Zudem sind bereits die Zahnlagen
(Schmelzorgane als Fortsetzung der Zahnleiste) zu erkennen. Vielleicht gibt es zum Schaf eine Normentafel, mit
der das Entwicklungsstadium genauer bestimmt werden kann.
Ich denke, bei einer Beurteilung solcher großflächiger Schnitte von Embryos sollte man sich vor allem auf die
Gesamtübersicht und somit auf die Organogenese konzentrieren. Detailaufnahmen solcher Schnitte entäuschen
häufig, da die breitflächige Schnittführung mit Einwegklinge, vor allem im feingeweblichen Bereich, ihren Preis
fordert.
Nochmals vielen Dank für das Zeigen dieser Aufnahmen!
Dieter
Hallo Harald,
Zitat von: Dr. Jekyll in März 23, 2026, 20:49:49 NACHMITTAGSder Korpus hat 2cm x 3cm, der Kopf 3,5cm auf 5cm.
Ich habe verschiedene Einmalklingen erfolglos getestet. Brauchbare Ergebnisse habe ich dann mit
Feather C35-Klingen erzielt. Die sind eigentlich für Gefrier-Mikrotome.
Den Messerhalter habe ich mit Antistatik-Spray behandelt. Sonst verkleben die Schnitte an diesem und werden durch starke Stauchung unbrauchbar.
Streckbad bei 43°C bringt sie dann gut in Form.
wow, die sind ja wirklich riesig!
Die Idee mit dem Antistatik-Spray ist super, das müsste ja eigentlich auch bei kleineren Schnitten helfen.
Viele Grüße
Kay
Moin Dieter,
Eine Normtafel zum Entwicklungsstadium von Ovis-Föten wäre interessant. Im Netz habe ich leider nichts dazu gefunden. Falls Du einmal so etwas entdeckst, wäre ich für einen Hinweis dankbar.
Ich gebe dir Recht, dass zu starke Detailvergrößerungen bei so großen Objekten nicht optimal werden.
Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass eine Schnittstärke unter 10 μm kaum zu handhaben sind.
Allerdings sind Vergrößerungen ganze Organe auch sehr spannend. Habe ich leider auf die Schnelle nicht hin bekommen, da meine Mikroskope zu stark vergrössern. Liefer ich aber gerne noch nach.
Lieber Harald, das sind wunderschöne Schnitte, Gratulation. Die Trächtigkeitsdauer des Schafes beträgt ja beinahe nur die Hälfte der Schwangerschaft beim Menschen, nämlich ca 150 Tage. Die Entwicklung des Schafembryos ist dementsprechend zügiger wie man an Deinem Präparat sieht. Vielleicht ist dieser Artikel für Dich interessant:
https://www.researchgate.net/profile/Patricia-Beltrao-Braga/publication/319412549_Macroscopic_and_microscopic_analysis_of_2_embryos_and_1_foetus_derived_from_a_sheep_Ovis_aries_without_breed/links/5a16db704585155c26a76226/Macroscopic-and-microscopic-analysis-of-2-embryos-and-1-foetus-derived-from-a-sheep-Ovis-aries-without-breed.pdf
Danke für das Zeigen dieser schönen Arbeit!
Viele Grüße
Jürgen
Hallo Jürgen,
danke für das Lob und den tollen Link. Den Artikel hab ich mir gleich heruntergeladen.
Liebe Mitforenten,
ggf. kann das (ungefähre) Fruchtalter auch anhand der Diaphysenlängen der Knochen bestimmt werden. Ich habe versucht, eine Tabelle hier anzuhängen, weiß aber nicht, ob das geklappt hat. Diese stammt aus: K.-H. Habermehl, Die Alterbestimmung bei Haus- und Labortieren, Berlin/Hamburg 1975, Seite 114.
VG
Reinhold
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Hallo Reinhold,
ja, hat geklappt.
Vielen Dank.
Anbei noch einige Übersichtaufnahmen verschiedener Organe:
Und noch eine Zugabe:
Hammermäßig !!! Whow ...
die zoologische Histologie tritt aus dem Schattendasein !!
Hallo Harald,
das sind nochmal sehr schöne Übersichtaufnahmen mit interessanten Details!
Viele Grüße
Kay