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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: ortholux in März 25, 2026, 12:10:40 NACHMITTAGS

Titel: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: ortholux in März 25, 2026, 12:10:40 NACHMITTAGS
Liebe Kollegen,

nach Ostern findet in unserem Gynasium eine Projektwoche statt. Ein Thema ist Mikroskopie.
Ich stehe mit dem Biolehrer in Kontakt und habe mich bereit erklärt, ihn die 4 Tage (à 6 Schulstunden) zu unterstützen.
Die zweite im Bunde ist die Kunstlehrerin, die zudem schöne Bilder sehen mag. Irgendwas grafisches. Meine Idee waren Gesteinsschliffe, respektive Kunststoffe, oder Arzneimittel oder sonstige chemische Substanzen im polarisierten Licht, Blattskelette, einfache Fluoreszenz bei Pflanzenschnitten.

Deren Idee ist, das Ganze ohne viel System anzupacken. Also erstmal raus mit den Kindern (und Jugendlichen. Die Projekte sind jahrgangsübergreifend) und schauen, was man so findet. Einmal Wald, einmal Gewässer, vielleicht sogar der Schulhof.
Dann gestaffelt einen Tag Bino, dann erst Mikroskop. Möglichst mit dem eigenen Handy die Bilder festhalten.
Es stehen auch Makro-Vorsatzlinsen für das Handy zur Verfügung.

Also zunächst einfach mal drauf los.

Wie sind Eure Erfahrungen im Umgang mit Schülern, gepaart mit Mikroskopen?
Gibt es etwas, das man auf keinen Fall tun oder zulassen soll?
Gibt es was, was man nicht vergessen sollte?
Gibt es Themen, die einfach dazugehören?

Ich hatte vorgeschlagen, die Dinge des Alltags nicht zu vergessen, wie z.B. Handy-Display vs. Rasterdruck, Reißverschluss, Klettverschluss, Spritzenkanüle (wahrscheinlich verboten), Geldscheine mit UV-Taschenlampe (wahrscheinlich verboten). Das geht dann auch an einem regnerischen Tag.

Dann wollte ich Anaglyphenbilder machen lassen. Ich mache die händisch, indem ich den Rot-Auszug des einen in den des anderen kopiere. Das geht bestimmt einfacher oder?

Zu meinem Erschrecken sind Heuaufgüsse STRENG VERBOTEN, wg. der Bazillen, die da drin sind. Unglaublich!

Ich dachte mir, man stellt einfach eine Vase mit einem gepflückten Blumenstrauß aufs Fensterbrett und untersucht dann das abgestandene Wasser. So habe ich schon Amöben gefunden. Und es ist kein Heuaufguss.

Hat jemand von Euch Erfahrung oder Grundlagen bzgl. des Rechtlichen? Gibt es etwas zu beachten (die Lehrer sind dabei)? Ich werde keine eingebetteten Pflanzenschnitte machen, da bin ich selber nicht firm.
Aber Schnitte einfach ins Wasser legen (oder auch geschälte Epidermis, um die Spaltöffnungen zu sehen) sollen sie schon machen. Aber halt keinerlei Chemie.

Apropos: welche Chemikalien kriallisieren für Pol-Beobachtung am schönsten? Aspirin weiß ich. Sonst was, was ungefährlich ist und der Schul-Chemieschrank oder der Alltag hergibt?


Fragen über Fragen!

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion.

Wolfgang
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: anne in März 25, 2026, 12:33:56 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,
wie wäre es mit einer schönen dichten Paramecium Kultur?
Dadurch ist das Erfolgserlebnis gesichert.

lG
anne
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: ortholux in März 25, 2026, 13:21:58 NACHMITTAGS
Zitat von: anne in Heute um 12:33:56 NACHMITTAGSwie wäre es mit einer schönen dichten Paramecium Kultur?

Liebe Anne,

leider bin ich kein Anwender. Wie macht man die? Nur mit Startkultur oder gibt es andere Wege?
DAzu kommt, dass die Woche innerhalb einer Woche stattfindet. Ich also nicht 4 Wochen warten kann. Außer ich leg die jetzt an und bring sie mit.

Wolfgang
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: ds0511 in März 25, 2026, 13:49:12 NACHMITTAGS
Zitat von: ortholux in Heute um 12:10:40 NACHMITTAGSApropos: welche Chemikalien kriallisieren für Pol-Beobachtung am schönsten? Aspirin weiß ich. Sonst was, was ungefährlich ist und der Schul-Chemieschrank oder der Alltag hergibt?

Hallo Wolfgang,

Zitronensäure, Vitamin C (Ascorbinsäure), Vanillin, Paracetamol fallen mir spontan ein.

Schöne Grüße,
Detlef
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in März 25, 2026, 13:49:53 NACHMITTAGS
Zitat von: ortholux in Heute um 12:10:40 NACHMITTAGSApropos: welche Chemikalien kriallisieren für Pol-Beobachtung am schönsten? Aspirin weiß ich. Sonst was, was ungefährlich ist und der Schul-Chemieschrank oder der Alltag hergibt?




Hallo Wolfgang,

Der Klassiker ist ja Vitamin C..... was auch gut geht ist Salz und Zucker, und wenn besorgbar Zitronensäure!

Liebe Grüße,

Daniel
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Spectrum in März 25, 2026, 13:55:37 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang:
Für Pol:
Aspirin
Paracetamol
Vitamin C
Sojasoße
Flüssigdünger
(Eintrocknen lassen)

Natriumthiosulfat
Natriumacetat (z.b. aus Taschenwärmern)
(Lässt sich mit erwärmen immer wieder starten)

Kartoffelstärke

Mikroorganismen:
Paramecien sind natürlich interessant, aber potenziell genauso "bakteriengefährlich" (Ironie!) wie ein Heuaufguss (oder das Wasser aus dem Schulteich/Blumenvase/Schulhofpfütze...)
Falls es da eine aber zu einer vernünftigen Absprache mit der Schule kommen sollte, sag Bescheid.
Ich schicke dir gerne etwas zu.


Für den Makrovorsatz:
Spinnennetze
Die eigene Fingerkuppe

Als Projekt:
Die supergeniale Idee von Gerd, für diesen Kriminalfall:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=16772.0

Beste Grüße Holger
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Peter Reil in März 25, 2026, 14:02:27 NACHMITTAGS
Zitat von: ortholux in Heute um 12:10:40 NACHMITTAGSDeren Idee ist, das Ganze ohne viel System anzupacken.

Hallo Wolfgang,

das wäre für mich das "nogo". Es zeugt leider von wenig durchdachtem Vorgehen der Kollegen.

Entweder das Projekt "Mikroskopie" wird an diesen 4 Tagen komplett frei (offen) durchgeführt. Dann bestimmen die Schüler vorher ihr Ziel,. Inhalte und Methoden legen sie selbst fest. Am Ende steht eine Zusammenfassung der Schüler in Form einer Projektdarstellung (Vorführung, Vortrag, prakt. Darstellung, Schauwand, Referat, o.ä.). Die Aufgabe der Erwachsenen, in diesem Falle deine, ist die des Experten, der im Hintergrund steht, befragt werden kann und Hilfestellungen jeglicher Art geben kann.

Oder das Projekt wird von den Lehrern geplant, indem sie die Lernziele des "Mikroskopie-Projekts" definieren und vorgeben. Das erfordet entsprechenden Aufwand und deren Bereitschaft, sich selbst entsprechende Kenntnisse vorher anzueignen. Natürlich beinhaltet das auch die Bereitstellung von passenden Materialien!

Das ganze Projekt steht und fällt mit der Intention dessen, was das Ziel des Projekts sein soll.
Ziel- und planlos vorzugehen, ist kein Projekt.

Zu beachten:
- Wie groß ist die Schülergruppe? (< 10 super, < 20 geht, > 20 schwierig)
- Vorkenntnisse der Schüler am Mikroskop? (wenn keine, ist das eine erste Aufgabe)
- Haben zumindest immer zwei Schüler zusammen ein Mikroskop?
- Funktionieren die Mikroskope tatsächlich?
- Wie alt sind die Schüler? (Kl. 5/6 nicht so einfach, darüber besser machbar)

Als jemand, der selbst Mikroskopie in den Unterricht einbezogen hat, kann ich dir sagen, dass dies den Schülern nachhaltige Freude bereiten kann. Erst vor einigen Wochen hat mich ein seit Jahren Erwachsener beim zufälligen Zusammentreffen darauf angeprochen: "Wissen sie noch, wie wir in der Schule damals die Japanischen Lidtierchen beobachtet haben?"

Wichtig für dich ist, vorher zu wissen, was deine Aufgabe im "Projekt" sein soll? (Experte, Hilfslehrer, Hilfsarbeiter, Durchführer, Spaßbringer, Zombiezähmer,....).

Das Ganze steht und fällt mit dem Ziel dessen, was das Ganze soll. Es nützt dir wenig, wenn du Dünnschliffe und Polsets vorbereitest und die Schüler wollen Käfer betrachten.
Mikroskopie kann so schön sein, wenn man weiß, was man damit will.

Freundliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: liftboy in März 25, 2026, 14:47:29 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

ich habs an der VHS gemacht; Altersdurchschnitt 6-12 Jahre.
Serviert wurden für die Stereolupen (30-40fach) Wasserflöhe und Mückenlarven, für die Mikroskope (Lomo-Bino, 40-200fach)
Kartoffelstärke (Pol, schön bunt), Zwiebelhaut (mit blauer Tinte gefärbt), und Teichwasser mit Algen und Bewohnern.
Zum Teil reges Interesse, zum Teil angeödet (hab auch rausgekriegt warum. Termin war Samstag vormittag, da haben die lieben Elter die Kinder bei mir geparkt und sind shoppen gegangen). Ist dann später aber eingeschlafen wegen mangelndem Interesse (für 3 Teilnehmer zuviel Aufwand).
Ich wünsche Dir viel Glück; bitte berichte!

Grüße
Wolfgang
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Jürgen Boschert in März 25, 2026, 15:23:34 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

schönes Pol-Objekt ist auch Kerzenwachs unter Deckglas schmelzen (~40-45°), kristallisiert beim Abkühlen nadelförmig aus. Ist natürlich nicht so schön wie PEG, dafür aber auch keine Chemikalie ::) . Nur sehr wenig nehmen, sehr dünn pressen. Geht auch mit Stemi.

Wie Wolfgang schreibt Kartoffelstärke, sehr schön  im Pol auch Quetschpräparat von sehr wenig Banane, die braune Zwiebelhaut.
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Spectrum in März 25, 2026, 16:16:56 NACHMITTAGS
Hallo nochmal:

Ergänzungen:
Thema Pol:
Feinstrumpfhosen oder durchsichtiges Polyamidgewebe

Zucker und Salz wurden hier auch aufgeführt. Die bilden zwar auch schöne Kristalle, diese sind aber im Pol nicht bunt, da nicht doppelbrechend.

Thema Leben im Wassertropfen:
Als Alternative zu dem brandgefährlichen 😂Heuaufguss hätte ich auch noch Zysten von Feenkrebsen, Rädertieren (Brachionus) und Wasserflöhen aus dem Aquaristik-Bedarf anzubieten.
Die werden 2Tage vorher einfach nur mit Mineralwasser aufgegossen und dann wimmelt's auch.
Viel Spaß und Erfolg,
es lebe der Nachwuchs!

Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: A. Büschlen in März 25, 2026, 16:53:35 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

Kinder und Jugendtliche können sehr gut beobachten und beschreiben. In Gruppen arbeiten lassen und spielerisch gegen einander antreten.
An einem Thema arbeiten hilft. z.B. Forensik. Eine Spurensuche. Dazu eine frei erfundene Geschichte mit coolen Personennamen und einer kleinen Belohnung für die Gruppe die zu erst eine Lösung präsentiert. ---> Ein Kinder Schokoladen-Ei.  :) Mikroskopische Objekte könnten z.B. Blütenpollen, Tierhaare/Textilfasern und für die ambitionierten am Stereomikroskop/Mikroskop in einer Kräutermischung Teile von giftigen Kräutern suchen.
Dabei können Handlupen, Stereomikroskop und Mikroskop zum Einsatz kommen; verständliche Grundlagenliteratur ist nötig; Zeichenmaterial um das Gesehene zu dokumentieren und zu präsentieren sollte vorhanden sein.

Der Aufwand um sich vorzubereiten ist gross und die Zeit bis nach Ostern kurz... Die Biolehrer sollen sich ins Zeug legen...

Gutes Gelingen!

Grüsse Arnold

Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Peter Reil in März 25, 2026, 16:58:40 NACHMITTAGS
Zitat von: ortholux in Heute um 12:10:40 NACHMITTAGSZu meinem Erschrecken sind Heuaufgüsse STRENG VERBOTEN, wg. der Bazillen, die da drin sind. Unglaublich!

Das ist so nicht richtig. Solche Aussagen werden gerne getätigt, wenn man dem Aufwand einer vorherigen "Gefährdungsbeurteilung" aus dem Wege gehen will oder schlicht keine Lust dazu hat. Es ist traurig, dass aus solchen Gründen viele Dinge des naturwissenschaftlichen Unterrichts in einigen Schulen nicht mehr gemacht werden.
Da lässt man die Schüler dann lieber die Filmchen dazu auf youtube ansehen.

Hallo Wolfgang,

Grüne Pantoffeltierchen habe ich zwar noch hier, aber die Kultur ist etwas "ausgedünnt". Man muss also ein bisschen suchen, bis man welche findet. Die kannst du gerne haben (kostet nichts).

Gruß
Peter
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: olaf.med in März 25, 2026, 18:25:22 NACHMITTAGS
Lieber Holger,

ZitatZucker und Salz wurden hier auch aufgeführt. Die bilden zwar auch schöne Kristalle, diese sind aber im Pol nicht bunt, da nicht doppelbrechend.

Zucker ist sehr wohl doppelbrechend, was man an ein paar Körnern aus der Zuckerdose leicht sehen kann. Diese sind sogar perfekt für konoskopische Betrachtungen geeignet (zweiachsig negativ, meist so orientiert, dass man eine der optischen Achsen wunderbar sieht). Das ist natürlich für Schulversuche überzogen.

Zucker.jpg

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Spectrum in März 25, 2026, 18:52:52 NACHMITTAGS
Lieber Olaf,
Danke für die Korrektur.
Und Kochsalz allein ist nicht doppelbrechend, aber wenn man Zucker und Salzlösung mischt, dann kristallisiert diese Mischung auch schön bunt aus...
Sorry Holger
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in März 25, 2026, 18:54:57 NACHMITTAGS
Danke Olaf,

Ich habe gerade einen Objektträger angefertigt, weil ich mir unsicher war, ob das Material tatsächlich nicht doppelbrechend ist. Die Idee hinter Salz und Zucker war, eine Möglichkeit zu finden, diese beiden eindeutig zu unterscheiden. Wie oben erwähnt, könnte man das Ganze als eine Art Rätsel gestalten.

Liebe Grüße Daniel
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Gerd Schmahl in März 25, 2026, 18:57:10 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,
um mit dem Mikroskop sinnvoll arbeiten zu können, sind nicht nur grundlegende Kenntnisse im Umgang mit den konkret zur Verfügung stehenden Geräten notwendig (Einführung dauert ca. 1h). Von den konkreten Geräten und eventuell vorhandenem Zubehör hängt es auch ab, ob man außer Hellfeld auch weitere Kontrastverfahren anwenden kann. Es könnte ja nicht nur um das "Was gucken wir an?" gehen, sondern auch um Beleuchtungsverfahren (Bastelecke Rheinbergbeleuchtung, Polfilter aus Folie bauen, "Kreutzblende (https://de.wikipedia.org/wiki/Kreutzblende)" für schiefe Beleuchtung oder Dunkelfeld-Zentralblenden aus Centstücken bauen, die auf Münzschachtelhälften (https://www.temu.com/ul/kuiper/un9.html?subj=goods-un&_bg_fs=1&_p_jump_id=894&_x_vst_scene=adg&goods_id=601102911311605&sku_id=17607028751219&adg_ctx=a-e0ab2b3c~c-de4e2519~f-599742d7&_x_ads_sub_channel=shopping&_p_rfs=1&_x_ns_prz_type=-1&_x_ns_sku_id=17607028751219&_x_ns_gid=601102911311605&mrk_rec=1&_x_ads_channel=google&_x_gmc_account=5583898174&_x_login_type=Google&_x_ns_gg_lnk_type=adr&_x_ads_account=1564722882&_x_ads_set=22731570400&_x_ads_id=181535514373&_x_ads_creative_id=760822543830&_x_ns_source=g&_x_ns_gclid=EAIaIQobChMIzuDm4M-7kwMVZqeDBx2GFDq3EAQYAiABEgLaqvD_BwE&_x_ns_placement=&_x_ns_match_type=&_x_ns_ad_position=&_x_ns_product_id=5583898174-17607028751219&_x_ns_target=&_x_ns_devicemodel=&_x_ns_wbraid=Cj4KCAjw7IjOBhBsEi4AfOqUknHPGxjeOBGKOgpAQnVCqxyjO44pm3J8pbljpZX3OHRUswoNAvWOSid6GgJW0A&_x_ns_gbraid=0AAAAAo4mICHy2o7PwvnvSErImgaLWaHEQ&_x_ns_targetid=pla-2412425488274&gad_source=1&gad_campaignid=22731570400&gclid=EAIaIQobChMIzuDm4M-7kwMVZqeDBx2GFDq3EAQYAiABEgLaqvD_BwE) geklebt werden)

Die zweite wichtige Sache sind grundlegende Präparationstechniken. Dergleichen lässt sich gut an Stationen vermitteln. z.B. je eine Station an der
- Oberflächenabdrücke mit Fingernagellack (farbloser Finish)genommen werden. Klassische Objekte sind Blätter, es geht aber z.B. auch mit Haaren sehr gut, um deren Oberflächenstruktur zu ergründen. Hier braucht es kein Fachpersonal, wenn eine gute Arbeitsanleitung vorliegt (Leseanlass).
- (Hand-)Schnitte (mit Rasierklinge oder Cutterklinge - Gefährdungsbeurteilung!) z.B. von Efeu Stängeln und Blättern (ganzjährig verfügbar) oder von einer Kartoffel-das sollte aber schon mal jemand zeigen. Die Schnitte müssen nicht, können aber gefärbt werden, z.B. mit FCA (ist unproblematisch), sollen aber nur frisch betrachtet werden, da Dauerpräparate zu zeitaufwendig und chemikalienlastig. Im Efeu gibt es auch schöne Oxalatkristalle (Polarisationsmikroskopie) und in der Kartoffel die Stärkekörner, die mit der gleichen Technik zum Leuchten gebracht werden können (typisches Stärkekreuz)
- Austrich-Technik z.B. Zahnbelagsbakterien entweder lebend (wenn man verschieden Kontrastverfahren vermitteln möchte wäre das die Gelegenheit für Dunkelfeld und/oder die schiefe Beleuchtung) oder in Tusche eintrocknen. Die Bakterienformen (Kokken, Streptokokken, Bazillen, Spirillen) sind dann leuchtend aus dunkler Umgebung zu sehen.
-Kristallpräparate durch Kristallisation aus Lösungen oder Sublimation (Coffeinkristalle aus erhitztem Kaffeepulver). Spannend ist auch den Kristallen beim Wachsen zuzusehen, wenn sich am Rand des Lösungstropfens erste Kristalle bilden und auch die Auflösung, wenn man einen Tropfen Wasser an den Rand des vollständig eingetrockneten Tropfens gibt.

Weitere grundlegende Arbeitstechniken findest Du in Form von bebilderten Arbeitsblättern im Einführungskurs Mikroskopie von Martina und Günther Zahrt (https://www.berliner-mikroskopische-gesellschaft.de/Einfuhrungskurs_in_die_Mikroskopie.pdf).

In meiner Mikroskopie-AG verbinde ich gerne eine Präparationstechnik (z.B. Kristallpräparate herstellen) mit einer technischen Komponente bzw. einem Kontrastverfahren (in diesem Fall Polarisationsmikrokopie).
Mir geht es dabei darum, den Kindern/Jugendlichen grundlegende Arbeitstechniken zu vermitteln, mit denen sie sich dann die Sachen, die sie interessieren, selber erschließen können. Das klappt mit jüngeren Schülern nur sehr bedingt ("Was gucken wir heute Schönes an?") mit älteren aber schon ("Ich möchte mir die Spaltöffnungen meiner Kakteen ansehen").

Eine schönes Hilfsmittel, die Aufmerksamkeit der Menschen (egal ob Kind oder Erwachsener) etwas zu bündeln ist es, einen Faden in eine Wiese zu legen oder über einen Strauch und entlang des Fadens mit einer Lupe das Gras/den Strauch genau anzusehen. Dann kann sich jeder interessante Bereiche herausgreifen (z.B. ein Blatt mit Insekteneiern, die er sonst nicht gefunden hätte) um sie mit Stereolupe und/oder Mikroskop noch näher zu betrachten.

Beste Grüße
Gerd
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: Stuessi in März 25, 2026, 18:59:59 NACHMITTAGS
Lieber Wolfgang!

Sei vorsichtig mit diesem Thema und vergiss alles, was Dein Sohn schon weiß!

Als Thema würde ich "Die Welt im Kleinen" wählen.

Einige Kinder können kleine Gegenstände aus nächster Nähe sehen, andere benötigen dafür eine Lupe.

Wie hält man eine Lupe?
Was kann man damit sehen?
Wieviel vergrößert sie?
Was bedeutet "vergrößern"?
Becherglas mit Lupe basteln ...

Stereo Lupe, weil die Handhabung so bequem ist. Oben, unten- rechts links bleiben erhalten.
Auflicht / Durchlicht
(Die Bibel auf einem Objektträger.)

Dann kommt der Wunsch nach stärkerer Vergrößerung: Mikroskop

Mikroskop ohne Bino:

seitenverkehrt

(Bis zu diesem Zeitpunkt sollte der Physiklehrer mitwirken.)

Durchlicht
Präparation

Stereo würde ich ganz der Kunstlehrerin und dem Physiklehrer anvertrauen.

Was bedeutet räumliches Sehen?
Parallelblick
Hilfsmittel zum Betrachten basteln.

Perspektive in der Kunst.

Liebe Grüße,
Rolf

p.s.

2 Stereolupen Wild M1 kann ich Dir leihen. Komm mal vorbei!
Titel: Aw: Mikroskop-Kurs am Gymnasium
Beitrag von: mhaardt in März 25, 2026, 19:43:49 NACHMITTAGS
Ein Tropfen aus stehendem Regenwasser auf einen Objektträger, ein Deckglas drauf, und man kann eine Menge entdecken, ohne Schnitt und ohne Chemie.

Ich weiß nicht, ob es schon welche gibt, aber Grasmilben (heißen mit Sicherheit anders) sind unter dem Mikroskop sehr interessant. Man fängt sie, indem man abends ein weißes Blatt auf den Rasen legt. Aus irgendeinem Grund krabbeln sie da drauf und sind als dunkle Punkte zu sehen. Man kann sie im Dunkeln dann mit einem Tesastreifen vorsichtig abnehmen. Auf einen Objektträger und ein Monster erscheint.

Für eine Projektwoche wäre es nicht schlecht, die verschiedenen Aspekte der Mikroskopie strukturiert zu bearbeiten, d.h. Benutzung (Vergrößerung durch Objektiv/Okular, Scharfstellen, etwas finden), Optik (warum braucht man das Deckglas, Beleuchtungsarten, warum kann man nicht endlos vergrößern, Tiefenschärfe), physikalische und biologische Objekte ... Wenn man das unstrukturiert angeht, wird es bestensfalls unterhaltsam, vielleicht aber auch nur sinnlos und langweilig.

Michael