Hallo allerseits!
Ich habe kürzlich mein erstes Mikroskop erworben, ein altes Zeiss Axioskop, und versuche jetzt es so langsam in Betrieb zu nehmen.
Bitte entschuldigt wenn die Begrifflichkeiten die ich verwende nicht ganz exakt/korrekt sind, ich bin kein so alter Hase wie andere hier im Forum.
Von der Ausstattung her habe ich das Zeiss Axioskop (genaue Bezeichnung kenne ich nicht) in der Durchlichtkonfiguration, Trinokular, zwei Objektive (Plan Neofluar 10x/0,3; unendlich/0,17 und 100x/1,3 oil; unendlich/0,17), ein Phasenkontrastkondensor und 10x/20 (Brille) Okulare.
Zusätzlich habe ich noch ein Stativ+interne Optik (also keine Objektive oder Okulare) von einem weiteren Axioskop in der Fluoreszenzkonfiguration. Leider fehlt das Vorschaltgerät zum Laser mit dem Stundenzähler. Eine Nutzung des Lasers habe ich aktuell nicht vor (und es fehlt ja ein Teil). Da Gerät könnte ich als Ersatzteillager verwenden oder veräußern.
Jetzt zu meinen Fragen:
1. Wenn ich (kein Brillenträger) ins Okular schaue, dann wird mein Sehfeld nur ganz ausgeleuchtet, wenn ich mit den Augen etwas vom Okular Abstand halte. Liegt das am Sehfeldwinkel (10x/20) oder an der Tatsache, dass die Okulare für Brillenträger gedacht sind (da ist ein Brillensymbol drauf)? Kann man das Problem mit einer Augenmuschel lösen oder brauche ich andere Okulare?
2. Mit dem 10er Objektiv sehe ich ganz ordentlich. Mit dem 100er kriege ich leider kein vernünftiges Bild hin... Ich vermute, dass es daran liegt, dass das 100er Objektiv zu weit vom Deckglas entfernt ist. Wenn ich einen Tropfen Immersions-Öl draufgebe, dann berührt das Öl das Objektiv nicht. Ich habe zwei Objektträger übereinander gelegt und dann konnte ich ein bisschen was erkennen. Leider kann ich weder mit Grob- noch Feintrieb nah genug heran kommen, der Abstand ist immer noch zu groß. Ich hab jetzt gelesen, dass es am Fokusstop liegen könnte, kann aber nicht herausfinden wo man diesen einstellt. Wie kann ich da vorgehen?
Vielen Dank und viele Grüße
Kay
Hallo Kay,
Zu 1): Der Abstand von Okular zu Auge ist bei Brillenträgerokularen so weit, dass eine Brille dazwischen passt. Mit Augenmuscheln lässt sich ev. störendes Seitenlicht ausbenden.
2) Das 100x Öl-Objektiv ist federnd gelagert, in Deinem Fall verharzt und nicht ganz ausgefahren. Der Abstand vom schwarzen Ring nach oben zur Fassung sollte ca. 2 x so groß sein wie zur Frontlinse. Pack die Objektivspitze vorsichtig mit einem Gummihandschuh und ziehe sie so weit heraus wie möglich. Das beseitigt natürlich die Verharzung nicht. Dazu sollte das Objektiv zerlegt, gesäubert und leicht neu gefettet werden.
Viel Erfolg,
Alfons
Guten Abend Kay,
Bei Brillenträgerokularen ist dieses Phänomen zwingend der Fall. Die Austrittspupille des Okulars und die Eintrittspupille des Auges (oder des Kameraobjektivs) müssen zusammenfallen.
Grüße
Peter
Hallo Alfons, Hallo Peter,
Vielen Dank für die schnellen und kompetenten Antworten!
1) dann brauche ich wohl neue Okulare oder Augenmuscheln, ohne "auflegen" der Augen ist es doch etwas ermüdend.
2) Hurra. Die Linse war tatsächlich nicht ganz ausgefahren. Anscheinend kann man sie durch leichtes Drehen einrasten und ausrasten lassen. Sie ist nicht total verharzt, aber etwas leichtgängiger wäre sicherlich schön. Wie leicht bzw. risikoreich ist es, die Linse zu zerlegen und neu zu fetten, bzw. kann ich mir das zutrauen?
Viele Grüße
Kay
Abend Kay,
Augenmuscheln müssen übrigens nicht aus Gummi sein, wenn du nicht mit Brille mikroskopierst.
Ja, du hast die praktische "Parkposition" der Zeiss-Objektive erkundet, das empfehle ich bei Problemen dieser Art eigentlich immer.
Grüße
Peter