Der Salbei darf ohne Übertreibung als Prototyp einer Heilpflanze bezeichnet werden.
Der Echte Salbei (Salvia officinalis) stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile in Kultur und gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Bild 01 Habitus, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570447/1.jpg)
Quelle: Jörg Hempel, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2534806
Bild 02 Habitus, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570449/2.jpg)
Foto; H.-J_Koch
Pflanze in unserer Kräuterschnecke; April 2026.
Salvia officinalis kommt auf dem dalmatinischen Festland (Kroatien und Montenegro) an sonnigen Kalkhängen massenhaft vor. Im früheren Jugoslawien stellte der Export von Salbeiblättern und – Öl eine beträchtliche Einnahmequelle dar. Er wird dort, sowie in Albanien, Ungarn, Deutschland und Frankreich angebaut.
Hinweis:Nicht zu verwechseln mit dem Dalmatinischen Salbei (Salvia officinalis ssp. minor), einer Unterart mit höherem
Thujon-Gehalt.Der
Thujongehalt in Lebensmitteln ist gesetzlich stark begrenzt, um toxische Wirkungen zu vermeiden. Maximal 0,5 mg/kg sind in Lebensmitteln erlaubt, bei Salbeiprodukten bis zu 25 mg/kg.
Da Thujon in höheren Dosen toxisch sein können, eignet sich reines ätherisches Öl aus Salbei nicht zur inneren Anwendung.
Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist einhäusig (oder genauer:
zwittrig)
Die Pflanze ist
zwittrig, das heißt, sie besitzt männliche (Staubgefäße) und weibliche (Stempel) Organe in einer Blüte.
Bild 03 Blätter, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570448/3.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die würzig riechenden Blätter sind einfach gebaut, eiförmig oder länglich und verjüngen sich in Richtung Stiel, wo sie manchmal geöhrt sind. Die Blattkante ist fein gekerbt. Die Blätter sind grünlich bis silbergrau.
Die gegenständigen, Blätter sind behaart und runzelig.
Die Spreite (Lamina) ist schmal elliptisch, (4 – 10 cm lang).
Heilpflanze:Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen.
Bedeutende Heil- und Gewürzpflanze, Arzneipflanze des Jahres 2023.
In der Medizin wird er wegen seiner entzündungshemmenden, antibakteriellen und schweißhemmenden Wirkung geschätzt. Klassisch eingesetzt bei Halsentzündungen (Gurgeln), Zahnfleischentzündungen oder als Tee bei Verdauungsbeschwerden.
Inhaltsstoffe von Salbei:Ätherische Öle (1 bis 2,5%)
Cineol(15%)
Thujon (35 bis 60 %) - giftig
Gerbstoffe
Oleinsäure
Fumarsäure
Flavonoide (Kaffeesäure; Rosmarinsäure)
Nicotinsäure
Bemerkenswert ist, dass im Salbei auch der
PP-Faktor aus der Gruppe der B-Vitamine enthalten ist.
Der
PP-Faktor (Pellagra-Preventing Factor) ist eine veraltete Bezeichnung für Vitamin B3 (Niacin).
Drogenbeschreibung:Die Droge (Salbeiblätter Salviae folium) besteht aus den getrockneten Blättern und Teilen des Stängels.
Die meisten Drogenimporte stammen aus Albanien und dem ehemaligen Jugoslawien.
Bild 04 Blatt, Oberseite, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570451/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Oberseits sind junge Blätter filzig behaart und ältere meist runzlig kahl.
Bild 05 Blattunterseiten, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570450/5.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Quelle: Smartse - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7187562
Echter Salbei (Salvia officinalis) ist typischerweise durch eine filzig behaarte Unterseite gekennzeichnet, die als Verdunstungsschutz dient.
Bild 06 Verholzte Stängel, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570452/6.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Salvia officinalis ist ein buschartige, stark aromatischer Halbstrauch, der meist 50 bis 100 cm hoch und wird an der Basis verholzt.
Die Äste haben eine graubraune, abschuppende Borke.
Der Spross ist ein wenig krumm und stark verzweigt mit aufrechten Stängeln und vielen filzig behaarten Seitenästen.
Die jungen Zweige sind viereckig
Als immergrüne Pflanze legt der Salbei sein Blattkleid auch im Winter nicht ab.
Salvia officinalis hat eine Pfahlwurzel.
Bild 07 Einzelblüte, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570453/7.jpg)
Quelle: Helge Klaus Rieder - Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91172420
Die typischen Lippenblüten bilden sechs- bis zehnblütige Wirtel, von denen vier bis acht in Scheinquirlen rhythmisch angeordnet übereinander an den Haupttrieben stehen.
Die Blüten stehen in Quirlen und sind typischerweise violett, können aber auch weiß oder rosa sein. Sie erscheinen von Juni bis August.
Die ca. 2 cm langen Blüten mit meist blauvioletter
Korolle erscheinen in zu einer lockeren Ähre angeordneten Quirlen.
Korolle (auch Blumenkrone genannt) ist die Gesamtheit aller Kronblätter (Petalen) einer Blüte.
Die Blüten stehen in auseinandergezogenen, endständigen Ähren, deren Quirle Hüllblätter haben. Der Blütenkelch ist ziemlich groß, ebenfalls fein behaart,
bilateral symmetrisch und hat 5 spitze Zähne.
Bilateral symmetrisch (zweiseitig symmetrisch) bedeutet, dass ein Körper, ein Organismus oder ein Objekt nur durch eine einzige Schnittebene in zwei spiegelbildliche Hälften – eine rechte und eine linke Seite – geteilt werden kann.
Die Blütenkrone ist schlauchförmig, zweilippig.
Sie verströmen einen sehr stark würzigen, angenehmen Geruch und schmecken pikant – bitter.
Wenn die welke Krone abgefallen ist, erkennt man innerhalb des Kelches die vierteiige Krausenfrucht.
Blütezeit: April bis Juli.
Bild 08 Klausen, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570454/8.jpg)
Quelle: Kaly.joly - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3372186
Beim Echten Salbei (Salvia officinalis) beziehen sich die Begriffe ,,Klausen" oder ,,Klausenfrüchte" auf die spezifische botanische Fruchtform der Pflanze.
Definition:Klausen sind die Teilfrüchte (Nussfrüchte) des Salbeis. Nach der Blüte zerfällt der Fruchtknoten in vier glatte, einsamige Teilfrüchte, die als Klausen bezeichnet werden.
Merkmale:Diese sind meist eiförmig bis kugelig und braun. Bei Nässe bilden sie oft eine charakteristische Schleimschicht auf ihrer Oberfläche.
Geschichte:Der Salbei wurde vermutlich bereits im alten Ägypten gegen Bauchkrankheiten, Zahnschmerzen und Asthma eingesetzt.
Im Papyrus Ebers (1500 v.Chr.) ist der Echte Salbei als Mittel gegen Juckreiz aufgeführt. Die Hippokratiker rühmten seine blutstillenden, stärkenden und menstruationsfördernden Eigenschaften.
Unter dem Namen Salvia wird die Pflanze von den Römern Plinius, Dioskurides und Galen in ihren Werken beschrieben. Sie empfahlen ihn zum Wärmen und Zusammenziehen, bei Husten, Heiserkeit, zur Wehenförderung und gegen Geschwüre.
Ich habe nicht klären können auf welche Salbei-Arten sie sich jeweils bezogen.
Der Name Salvia wird vom lateinischen salvare, was ,,heilen" und salvere, was ,,gesund sein" bedeutet, abgeleitet.
Das deutsche Wort Salbei ist unschwer als Lehnwort zu erkennen. Der Artname officinalis heisst, in der Apotheke
(Officin) gebräuchlich.
Die
Offizin (von lateinisch officina für ,,Werkstätte", ,,Arbeitsraum" oder ,,Wirtschaftsgebäude") bezeichnet historisch eine Werkstatt, in der hochwertige Waren produziert und gleichzeitig verkauft wurden.
Der Echte Salbei ist im ,,Capitulare de villis" (ca. 790) Karls des Grossen resp. Ludwig des Frommen aufgeführt und wurde in den Klostergärten angepflanzt.
Der Salbei ist schon früh auch nach England gelangt, wo er seither als Gewürz intensiv genutzt wird.
Auch im Mittelalter brachte man dem Salbei eine hohe Wertschätzung entgegen.
Eines der ältesten Gesundheitsbücher mit Lebensregeln - es stammt aus der berühmten Salernischen Ärzteschule -
widmet dem Salbei folgenden Vers:
Cur moriatur homo, cui salvia crescit in horto ?
Contra vim mortis non est medicamen in hortis !
Salvia confortat nervos manuumque tremorem
Tollit, et eius ope febris acuta fugit.
Salvia, salvatrix, naturae conciliatrix !
Warum soll sterben ein Mensch, in dessen Garten der Salbei wächst ?
Gegen des Todes Gewalt gibt es im Garten kein Heilkraut !
Salbei stärkt die Nerven und löst das Zittern der Hände, und durch seine Kraft flieht das akute Fieber
Mit seiner Hilfe weicht auch so heftiges Fieber
Heilbringender Salbei, Gesundheitsvermittler der Natur !
Die stark riechende Pflanzen wurden schon immer auch zu kultischen Zwecken und als Schutzpflanze gebraucht. Der Salbei gilt als Zauberpflanze ersten Ranges und wird heute noch gerne zum Räucherungen verwendet.
Systematik:Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Salbei (Salvia)
Art: Echter Salbei
Wissenschaftlicher Name: Salvia officinalis
Syn.: Salvia chromatica et papillosa, Salvia cretica, Salvia grandiflora
Viele Synonyme sind nur Kulturformen
Alternative Bezeichnungen: Garten-Salbei, Heilsalbei, Küchensalbei, Gewürz-Salbe, Fischsalbei, Rauchsalbei, Salbeikraut, Tugendsalbei, Königssalbei, Edelseibei oder Apotheker-Salbei.
Englische Bezeichnung: Garden sage, Common sage, Kitchen sage
Die Gattung Salvia ist eine der artenreichsten Gattungen innerhalb der Lamiaceae, sie umfasst über 900 Arten. Auch von Salvia officinalis existieren verschiedene Unterarten und zahlreiche Kulturformen.
Die Erstveröffentlichung von Salvia officinalis erfolgte 1753 durch Carl von Linné i(1707 – 1778) in Species Plantarum Band 1 Seite 23
Bild 09 Illustration, Echter Salbei(Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570455/9.jpg)
Quelle: Walther Otto Müller - List of Koehler Images, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=255453
Teil 1
Viereckiger Spross, Querschnitt
30 Mikrometer
Bild 10 Schnittstellen, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570456/10.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Ältere Triebe braungrau, Borke streifig abösend.
Bild 11 Übersicht, Negativaufnahme, ungefärbter Schnitt, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570457/11.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570458/12.jpg)
Bild 13 Xylem, ungefärbter Schnitt, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570459/13.jpg)
Bild 14 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570460/14.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 15 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570461/15.jpg)
Bild 16 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570462/16.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung
Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5.
Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung
Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony
Bild 17 Übersicht, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570463/17.jpg)
Bild 18 Kantenkollenchym, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570464/18.jpg)
Das Kantenkollenchym ein häufiges Merkmal, besonders in den vier Ecken des typischen vierkantigen Stängels.
Bild 19 Detailaufnahme mit Beschriftung, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570466/19.jpg)
SK = Sklerenchym – Inseln, RP = Rindenparenchym, PH = Phloem, HST = Holstrahl, XY = Xylem, MP = Markparenchym
Bild 20 Detailaufnahme, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570465/20.jpg)
Bild 21 Detailaufnahme, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570469/21.jpg)
Bild 22 Detailaufnahme, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570470/22.jpg)
Bild 23 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570471/23.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 24 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570474/24.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570472/25.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
25 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 26 Lentizelle, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570473/26.jpg)
Strichförmige Erhebungen auf der Oberfläche von verholzten Stängeln sichtbar.
Im Laufe der Zeit verändert sich der Spross: Während die jungen Triebe weich und stark behaart sind, verholzt der Echte Salbei von der Basis her und wird zum Halbstrauch, in der diese Poren für den Gasaustausch notwendig werden.
Bild 27 Detailaufnahme, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570475/27.jpg)
Bild 28 Trichome, Tangentialschnitt, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570476/28.jpg)
Die dichte Behaarung bildet eine isolierende Luftschicht direkt über der Epidermis, was die Wasserverdunstung reduziert – eine Anpassung an sonnige, trockene Standorte.
Bild 29 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570477/29.jpg)
Mehrzellige, unverzweigte Gliederhaare mit verbreiteter Basalzelle.
Die Zellwände sind oft dick und können eine warzige Oberfläche aufweisen. In reifem Zustand sterben diese Zellen oft ab und füllen sich mit Luft, was ihnen ihr weißes, reflektierendes Aussehen verleiht.
Teil 3
Blattstiel, Querschnitt
20 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Die Anatomie des Blattstiels beim Echten Salbei (Salvia officinalis) ist durch die typischen Merkmale der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) geprägt. Besonders markant ist die starke Behaarung, die als Verdunstungsschutz dient.
Anatomischer Aufbau des Blattstiels:Epidermis & Behaarung:Die äußere Schicht ist dicht mit Drüsenhaaren und Gliederhaaren besetzt. Diese Haare verleihen dem Stiel sein charakteristisches graufilziges Aussehen und enthalten die wertvollen ätherischen Öle wie Thujon und Cineol.
Grundgewebe (Parenchym):Unter der Epidermis liegt ein Festigungsgewebe (Kollenchym), das dem Blattstiel Stabilität verleiht. Das restliche Innere besteht aus Füllgewebe (Parenchym), in dem die Leitbündel eingebettet sind.
Leitbündel (Vaskularsystem):Im Querschnitt zeigt der Blattstiel oft eine u-förmige oder halbmondförmige Anordnung der Leitbündel.
Das Xylem (Wasserleitung) liegt zur Oberseite hin, während das Phloem (Nährstoffleitung) zur Unterseite orientiert ist.
Faszinierende Vielfalt an Haaren (Trichomen).Diese lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen:
Gliederhaare (Schutzfunktion) und Drüsenhaare/-schuppen (Produktion ätherischer Öle).
1. Gliederhaare (Peitschenhaare)Diese Haare sind für den typischen grauen Filz verantwortlich. Sie bestehen aus einer Reihe hintereinanderliegender Zellen.
Aussehen: Langgestreckt, oft mehrzellig und uniseriat (einreihig). Die Basis ist oft etwas breiter, während das Ende spitz zuläuft.
Mikroskopisches Merkmal: Die Zellwände sind oft warzigen (verrucosen) Oberflächenstrukturen überzogen.
Funktion: Sie bilden ein Luftpolster über der Epidermis, das die Verdunstung reduziert und Licht reflektiert (Hitzeschutz).
2. Drüsenhaare (Köpfchenhaare)Diese sind deutlich kleiner als die Gliederhaare und oft in der "Filzschicht" versteckt.
Kurzstielige Drüsenhaare: Bestehen meist aus einem ein- bis zweizelligen Stiel und einem ein- bis zweizelligen Köpfchen.
Bild 30 Schnittstelle, Blattstiel, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570481/30.jpg)
Bild 31 Übersicht, Nagativaufnahme, ungefärbter Schnitt, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570480/31.jpg)
Bild 32 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570479/32.jpg)
Bild 33 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570478/33.jpg)
Bild 34 Übersicht, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570510/34.jpg)
Bild 35 Detailaufnahmet, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570509/35.jpg)
Bild 36 Detailaufnahme, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570508/36.jpg)
Bild 37 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570511/37.jpg)
Bild 38 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Echter Salbei (Salvia officinalis)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570512/38.jpg)
Verzeichnis der benutzten Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
D. Aichele ,,Die Blütenpflanzen Mitteleuropas", ISBN: 3-440-0619-9
Walter Eschrich ,,Pulver-Atlas der Drogen", ISBN: 3-7692-2505-8
Frank Erdnüß ,,Pflanzen bestimmen für Dummies", ISBN: 978-3-527-71428-5
Manfred Jäger ,,Die moderne Naturheilkunde", 1978
Anton Kerner von Marilaun (1831-1898) ,,Pflanzenleben", 1896
Bettina Rahfekd ,,Mikroskopischer Farbatlas der pflanzlichen Drogen", ISBN: 978-3-8274-1951-4
Hans Jürgen Pfänder ,,Farbatlas der Drogenkunde", ISBN: 3-437-00627-4
Rettenmaier", ,,Botanik -Drogenkunde", 1973
Schönfelder ,,Das neue Handbuch der Heilpflanzen", ISBN: 978-3-440-12932-6
Richard E. Schultes ,,Pflanzen der Götter", ISBN: 3-44-1082-5
Schmeil ,,Leitfaden der Pflanzenkunde", 1952
Florence Thinard ,,Das Herbarium der Entdecker", ISBN; 978-3-258-07818-2
Max Wichtl ,,Teedrogen", ISBN: 3-8047-1009-3
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
,,Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen", ISBN: 978-3-89996-508-7
,,Das neue Handbuch der Heilpflanzen", ISBN: 978-3-440-12932-6
,,Pflanzen des Mittelmeerraums", ISBN: 978-3-527-71428-5
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966
,,Lexikon der Heilpflanzen", ISBN: 3-8299-5488-3
,,Heilpflanzen und ihre Kräfte", 1985
Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.
Hans-Jürgen
Lieber Hans Jürgen, wie immer ein genialer Beitrag, Frage: Warum kommt es bei diversen Schnitten zu Ablöungen einzelner Zellverbände (kommt auch bei meinen Schnitten immer wieder vor und hab keine Erklärung dafür, deshalb meine Frage)
Jetzt aber auf zum "Eierpecken"- Ein alter steirischer Osterbrauch - danach gibt's a Gsölchts
Frohe Ostern
Einen schönen Oster-Montag wünsche ich Dir Hans-Jürgen.
Wieder ein suuupeeer-Hans-Jürgen.
In der Schule begrüßte uns der Lateinlehrer:
Salvete discipuli und wir antworteten: salve magister!
Soweit noch etwas Senf von mir
Gruß Peter W
Hallo Peter W. Und Gerd,
danke für euer Interesse und die netten Worte.
@ Peter,
einige meine Lehrer waren in meiner Schulzeit schon im Ruhestand und arbeiteten weiter.
Ein alter Professor streifte sich vor Stundenbeginn seine abnehmbare Manschetten ab und stellte diese auf seinen Pult.
Seine ersten Worte zu Stundenbeginn: ,, Koch, an die Tafel !"
Smartboards oder Interaktive Whiteboards gab es noch nicht.
Es hat mir trotzdem Spass gemacht.
@ Gerd,
ein lehrreiches Video, danke.
Ich sage nur, faszinierende Natur.
Gruß
Hans-Jürgen