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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Alex H. in April 05, 2026, 11:07:51 VORMITTAG

Titel: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 05, 2026, 11:07:51 VORMITTAG
Hallo miteinander,

da ich seit ein paar Wochen mehr Zeit als üblich am Mikroskop verbringe (das Mikroskop ist für mich ,,nur" ein Hilfsmittel für meine Beschäftigung mit der Botanik), habe ich nun begonnen mich auch etwas mehr mit der Fotografie am Mikroskop zu befassen. Eines vorweg: meine Ausstattung ist im Vergleich zu der mancher Damen und Herren hier im Forum relativ bescheiden, aber ich versuche dennoch das Optimum aus dem vorhandenen Equipment herauszuholen. Improvisation und Bastelarbeiten inklusive.
Ich möchte euch daher hier ab und an mal was zeigen und freue mich sehr über eure ehrliche Meinung, sowohl was die Präparate, die Bilder als auch die technische Umsetzung betrifft.

Das erste Bild zeigt ein Präparat, welches ich am 30.04.2022 hergestellt habe. Es handelt sich dabei um Koniferenpollen, sehr wahrscheinlich überwiegend um den der Gewöhnlichen Fichte (Picea abies). Der Pollen wurde in Pflanzenöl eingedeckt und mit einer Lackumrandung versehen. Er stammt aus einer Probe, die ich im Rheindelta am südöstlichen Bodensee von einem stehenden Gewässer als gelblichen Film abgeschöpft habe.

(https://up.picr.de/50762882zh.jpg)
Bild 01: Pollen in Pflanzenöl, wahrscheinlich überwiegend Picea abies

Das Bild entstand am Lomo Biolam mittels eines adaptierten Smartphones. Als Okular verwendete ich ein Leitz Wetzlar Periplan 10x/18 Brille, sowie den schwarzen Geradetubus von Carl Zeiss Jena. Als Objektiv kam ein Lomo Achromat 20x 0.40 zum Einsatz. Als Lichtquelle diente der vor kurzer Zeit hier im Forum besprochene  LED-Spot von Baltimore (erhältlich u. a. bei Action). Das Bild ist das Ergebnis eines Stapels aus fünf Einzelbildern und wurde mit Hilfe von Picolay erstellt (an dieser Stelle vielen Dank an Heribert Cypionka für dieses tolle Programm). Der Hintergrund wurde mit ,Microsoft Fotos' bzw. ,Paint' entfernt bzw. ,,geputzt". Die Länge des Maßstabsbalken berechnete ich mit Hilfe eines Objektmikrometers.

Grüße
Alex
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: hebi19 in April 05, 2026, 12:34:27 NACHMITTAGS
Zitat von: Alex H. in April 05, 2026, 11:07:51 VORMITTAG....meine Ausstattung ist im Vergleich zu der mancher Damen und Herren hier im Forum relativ bescheiden, aber ich versuche dennoch das Optimum aus dem vorhandenen Equipment herauszuholen.


Hallo Alex

Whow....was Du da "mit bescheidener Ausstattung gezaubert hast ist toll !!!  Und das als erstes Bild...

Ich freue mich richtig auf weitere Bilder
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Jürgen H. in April 05, 2026, 12:35:15 NACHMITTAGS
Alex, das sind sehr schön plastisch wirkende Photos, Danke!

Viele Grüße

Jürgeb
n
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Gerd Schmahl in April 05, 2026, 20:19:20 NACHMITTAGS
Hallo Alex,
auch mir gefällt das Ergebnis. Wenn es allerdings darum geht, die Aufnahmetechnik etwas zu verbessern, ist so ein mit viel Aufwand zurechtgeputztes Bild nicht so optimal. An den unbearbeiteten Bildern kann man viel besser erkennen, ob es bei der Beleuchtung, dem Präparat oder sonstigen Einstellmöglichkeiten vielleicht doch noch Verbesserungspotential geben könnte. Vielleicht brauchst Du dann auch den Hintergrund nicht mehr so aufwendig zu entfernen. Mich würde mal das Original interessieren, oder zumindest der Original-Stak.
Bei PICOLAY, mit dem ich auch alle meine Staks mache, gibt es ja einige Einstellmöglichkeiten. Welche hast Du benutzt?

LG Gerd
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 05, 2026, 21:16:27 NACHMITTAGS
Hallo Martin, hallo Jürgen,

vielen Dank für euer Feedback! Freut mich, dass euch das Bild gefällt.

Hallo Gerd,

Zitat von: Gerd Schmahl in April 05, 2026, 20:19:20 NACHMITTAGSMich würde mal das Original interessieren, oder zumindest der Original-Stak.
Bei PICOLAY, mit dem ich auch alle meine Staks mache, gibt es ja einige Einstellmöglichkeiten. Welche hast Du benutzt?

hier der Original-Stack:
(https://up.picr.de/50748319jy.jpg)

Die Schlieren rühren daher, dass ich den Pollen aus einem Gewässer abgeschöpft und unbehandelt auf den Objektträger überführt habe. Da waren alle möglichen "Verunreinigungen" dabei.
Ich habe beim Stapeln nichts eingestellt, lediglich die fünf Bilder hochgeladen, dann die Funktion 'Stack with current parameters' geklickt und das Ergebnis gespeichert.

Grüße
Alex
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Gerd Schmahl in April 06, 2026, 08:09:45 VORMITTAG
Hallo Alex,
da hast Du ja eine beeindruckende Putzarbeit geleistet! Ein sauberes Präparat ist natürlich die Voraussetzung für gute Bilder, aber aus den Umständen hast Du wohl das Beste gemacht.

Bei durchsichtigen Objekten ist bei PICOLAY die Funktion "Prefer high/low frames" manchmal ganz hilfreich, um die Oberflächen besser herauszuarbeiten, also den Einfluss der tieferen Bildebenen auf die vorderen zu optimieren. Damit könntest Du mal experimentieren. Dazu musst Du aber nicht einfach "Stack with current parameters" klicken, sondern "Set staking parameters" oder F2 und dann hier die Funktion auswählen. Ich setze dann auch meist noch das Häkchen bei "Test 4 filter settings" und suche mir aus den 4 generierten Varianten die aus, die mir am besten gefällt. Allein die letzte Funktion, ohne Veränderung der anderen Parameter schafft oft schon deutliche Unterschiede.

Beste Grüße
Gerd
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Peter T. in April 06, 2026, 08:50:55 VORMITTAG
Hallo Alex,

das sind wirklich sehr ansprechende Bilder! Würde mich auch freuen, mehr von Deinen botanischen Aufnahmen zu sehen.

Beste Grüße

Peter
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: rlu in April 07, 2026, 14:04:02 NACHMITTAGS
Hallo Alex,

sehr schöne Vorgehensweise vor allem mit dem Maßstabsbalken. Der fehlt bei den meisten Fotos im Forum. Du kommst ja aus der Forschung, das ist es ja unumgänglich.
Habe versucht dein Bild zu verbessern, da war aber kein großer Verbesserungs-Spielraum. Oben eine leichte Vignette.
Das dezente Nachbearbeiten der Ränder ist auch schwierig, da man dann oft zuviel abschneidet. Aber auch hier OK.

Die Idee mit dem Pflanzenöl war nicht so schlecht. Pollen sind da zickig. In der Mikroskopie ist es oft eine Kontrast-Frage, welches Eindeckmittel man verwenden sollte oder nicht.

Der Gelbstich ist vermutlich dem günstigen Objektiv geschuldet. Da du ja jetzt eine Probe hast, ist es nicht verkehrt mit einem nahe gelegenen Verein Kontakt aufzunehmen, sich auszutauschen und Mikroskope zu testen.
Sind auf weitere Aufnahmen gespannt.

Liebe Grüße
Rudolf

Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: rhamvossen in April 08, 2026, 10:28:08 VORMITTAG
Hallo,

Schöne Bilder dieser Pollenkörner. Die ungeputzte Aufnahme "lebt' für mich etwas mehr.

@Rudolf
Zitatvor allem mit dem Maßstabsbalken

Wirklich???

ZitatHabe versucht dein Bild zu verbessern

Wozu?


ZitatDer Gelbstich ist vermutlich dem günstigen Objektiv geschuldet.

Warum sollte das sein? Und welche Gelbstich, ich sehe keine? Diese Pollenkörner haben eine gelbe Farbe.

Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: rlu in April 08, 2026, 11:13:23 VORMITTAG
Hallo Rolf,

klar mache ich oft. Ich nehme ein Bild und schaue ob ich noch was verbessern kann.
Bei Anfängern ist es oft nur der Kontrast. Es gibt so viele, die den anderen beim Scheitern zuschauen.
Deswegen, wäre es eigentlich immer hilfreich/lehrreich, wenn man nicht nur die fertigen Bilder sieht, sondern das Rohmaterial. Der Ansatz vom Gerd ist da vollkommen richtig.

Das Grundsätzliche ist eigentlich - für mich:
a. kann man selber noch was lernen.
b. kann man man lernen, indem man den anderen was zeigt und sich überlegt, wie es eigentlich richtig geht
c. will er/sie/* das?
und es gibt hier einige, die wirklich was drauf haben, sich aber nur in Ansätzen dazu äußern, Mikroskopiker halt ;-)

Beim Thema Maßstabsbalken überlege ich dann auch, wie kriege ich den überhaupt rein(einfach). Mit Picolay, mit einem Bildbearbeitungsprogramm, mit einer Software wie von Herrn Linkenheld angeboten. Lineal, Formel, Pixelzählen etc.

Die Bilder von meinen nicht so teuren Objektive sehen alle so aus(gelb). Meine Planapos nicht.
Vielleicht hat der Detrius einen Gelbstich, wer weiß.

Ich finde, ein guter erster Ansatz und man muss man jeden loben, der sich traut seine Bilder zu zeigen.
Wenn man in den anderen Foren unterwegs ist, z.B dem focusstackingforum , da werden immer die ganzen Parameter für die Bildbearbeitung angegeben.

Liebe Grüße
Rudolf
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: rhamvossen in April 08, 2026, 11:57:47 VORMITTAG
Hallo Rudolf,

ZitatDie Bilder von meinen nicht so teuren Objektive sehen alle so aus(gelb)

Ich finde der Hintergrund in das zweite Bild nicht gelb, eher warm weiss. Wir sollten hier auch die Farbtemperatur der Lichtquelle, der eingestellte Weissabgleich und die Farbe des verwendete Oel nicht vergessen. Und die Pollenkörner haben natürlich einfach eine gelbe Farbe. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: rhamvossen in April 08, 2026, 14:25:03 NACHMITTAGS
Hallo Alex,

Mit welchem Smartphone wurde das Bild aufgenommen? Die Bilder sind nur ungefähr 100kb, mich würde interessieren wie das Bild in höhere Auflösung aussieht. Und auch wie ein Einzelbild aussieht. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 08, 2026, 20:38:20 NACHMITTAGS
Hallo liebe Foristen,

vielen Dank an alle, die sich hier an diesem Thread beteiligen! Danke für eure Einschätzungen, Meinungen und Ratschläge.

Hallo Rudolf,

ich denke, dass die gelbliche Farbe des Fichtenpollens im Präparat bzw. auf den Bildern  zum einen auf die Eigenfarbe der Pollenkörner und zum anderen auf die Farbe des als Eindeckmedium fungierenden Speiseöls zurückzuführen ist. Präparate in Euparal, mit dem selben Objektiv betrachtet, weisen diese Färbung nicht auf, auch nicht auf Fotos. Jedoch habe ich den Eindruck, dass durch das öffnen der Kondensorblende die Farbe allgemein kälter erscheint.

Hallo Rolf,

ich finde auch, dass manche Präparate ,,ungeputzt" lebendiger wirken. Vor allem Bilder mit Wasserorganismen gewinnen für mich oft durch mitabgebildetem ,,Schmodder" an Leben, vor allem wenn die Organismen damit interagieren, und seien sie nur daran festgewachsen oder angehaftet. Im Fall des Fichtenpollens gefällt mir die ,,geputzte" Version aber besser, da die Schlieren auf dem ,,ungeputzten" Bild nicht natürlich entstanden, sondern durch das Auftragen des mit Tümpelwasser vermischten Pollens auf den OT zustande kamen.
Die Bilder sind mit einem Apple iPhone 12 mini entstanden. Ich habe die Bilder bisher extern hochgeladen, wo sie automatisch mit einer bestimmten Auflösung abgespeichert werden. Ich werde meine Bilder in Zukunft direkt in den Forenwebspace hochladen.
Anbei wie gewünscht ein originales Einzelbild des Fichtenpollenpräparats:

1a IMG_0644.jpeg
Einzelbild, unbearbeitet

Das zweite Bild das ich hier zeigen möchte ist weniger ,,spektakulär" als mein erstes. Es zeigt die rund 30 μm großen Sporen von Huperzia selago (Lycopodiaceae), dem Tannenbärlapp. Das Präparat habe ich am 21.09.2019 hergestellt. Zuerst habe ich die unbehandelten Sporen auf den OT gegeben und diese anschließend mit Isopropanol benetzt. Anschließend habe ich mit Euparal eingedeckt. Das Foto ist ein Einzelbild und entstand unter voll geöffneter Kondensorblende und schiefer Beleuchtung. Vom Ausschnitt und der Beschriftung abgesehen ist das Bild unbearbeitet.

Sporen Huperzia selago.jpg
Bild 02: Huperzia selago, Sporen, ungefärbt in Euparal

Irgendwie habe ich das Bild nicht besser hinbekommen. Auch durchs Stapeln wurde das Foto nicht besser und habe es daher als Einzelbild belassen. Vielleicht wäre die Abbildung besser, wenn ich die Sporen ebenfalls in Pflanzenöl eingedeckt hätte.

Grüße
Alex
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: A. Büschlen in April 08, 2026, 21:47:43 NACHMITTAGS
Hallo Alex,

Zitatda ich seit ein paar Wochen mehr Zeit als üblich am Mikroskop verbringe (das Mikroskop ist für mich ,,nur" ein Hilfsmittel für meine Beschäftigung mit der Botanik), habe ich nun begonnen mich auch etwas mehr mit der Fotografie am Mikroskop zu befassen.

ZitatIch möchte euch daher hier ab und an mal was zeigen

Danke, dass du uns an deinem Schaffen teilhaben lässt.

Was ist dein Ziel? Möchtest du mit deinen Bildern deine Bestimmungsarbeiten dokumentieren?

Grüsse Arnold
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: rhamvossen in April 09, 2026, 11:19:31 VORMITTAG
Hallo Alex,

Danke für die zusetzliche Informationen und das Einzelbild. Da kann man auch der Nachteil sehen von Stacking an einer Stelle wo nicht alle Körner freiliegen: manche Pollenkörner werden überlagert. Die Form des Pollenkorns im Vordergrund geht dadurch verloren (sehe Bild). Aber sonnst sehen deine Bilder sehr gut aus. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 09, 2026, 14:47:30 NACHMITTAGS
Hallo Arnold,

Zitat von: A. Büschlen in April 08, 2026, 21:47:43 NACHMITTAGSWas ist dein Ziel? Möchtest du mit deinen Bildern deine Bestimmungsarbeiten dokumentieren?

mein Ziel ist das Erstellen von Bildern, auf denen die morphologischen Details möglichst gut erkennbar sind. Dabei sollten die Bilder aber auch technisch halbwegs gut umgesetzt sein. Zumindest so gut, dass einem wissenschaftlich interessierten Betrachter nicht gleich der Gedanke kommt, was man bei der Erstellung des Bildes alles hätte besser machen können.
Was den Zweck der Bilder anbelangt habe ich keine konkrete Vorstellung, außer dass ich damit sicher nicht an einem Wettbewerb teilnehmen möchte  ;)
Wäre aber schon prima, wenn ich sie nicht nur zur Dokumentation ablegen, sondern auch mal für die eine oder andere Veröffentlichung verwenden könnte.

Hallo Rolf,

vielen Dank für den Bildvergleich. Übereinander liegende transparente Objekte wie Pollen sind in dieser Hinsicht sicher kritisch.

Grüße
Alex

Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Peter T. in April 09, 2026, 15:44:42 NACHMITTAGS
Hallo Alex,

also Bild Nummer 1 kannst Du definitiv in einer Veröffentlichung verwenden. Ich persönlich finde es auch besser als das "ungeputzte" Bild.


Schöne Grüße

Peter
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Gerd Schmahl in April 10, 2026, 13:36:42 NACHMITTAGS
Hallo Rudolf,
ZitatBeim Thema Maßstabsbalken überlege ich dann auch, wie kriege ich den überhaupt rein(einfach). Mit Picolay, mit einem Bildbearbeitungsprogramm, mit einer Software wie von Herrn Linkenheld angeboten. Lineal, Formel, Pixelzählen etc.
Das ist eine einmalige Arbeit, die man mit einem Objektmikrometer für alle Objektive durchführen muss, damit es dann später schnell geht. Hier habe ich mein Vorgehen beschrieben (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=39659.msg292321#msg292321). Es gibt sicher noch viele andere Wege.
Beste Grüße
Gerd
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 11, 2026, 11:47:25 VORMITTAG
Hallo Gerd,

danke für den Link zu deinem Vorgehen bei der Erstellung des Maßstabsbalkens.

Mein nächstes Bild zeigt Pollen den ich heute von den Staubblättern einer Pulsatilla vulgaris (Gewöhnliche Kuhschelle), Familie Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) abgenommen habe, die derzeit bei mir in Kultur blüht.
Das Präparat ist in Leinöl eingedeckt und mit einem Lackrand versehen. Die Pollenkörner sind dreifurchig, was am Pollenkorn links oben durchaus erkennbar ist.

Pulsatilla vulgaris Pollen.jpg
Bild 03: Pulsatilla vulgaris, Pollen

Dieses Bild entstand bei schiefer Beleuchtung und ist eine weitgehend unbearbeitete Einzelaufnahme. Wie beim vorherigen Bild mit den Sporen des Tannenbärlapp, ließ sich das Bild durch Stapeln nicht aufwerten.
Weiß jemand wie die gelblichen Schlieren im Hintergrund zustande kommen?

Grüße
Alex


Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 11, 2026, 14:42:56 NACHMITTAGS
Als Grid sieht es dann so aus:

Pollen Pulsatilla vulgaris Grid.jpg
Bild 03a: Pollen, Pulsatilla vulgaris

Grüße
Alex

Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 11, 2026, 15:20:58 NACHMITTAGS
Noch ein Bild eines anderen Präparats, ebenfalls in Leinöl und mit schiefer Beleuchtung fotografiert. Ausgeschnitten und beschriftet, ansonsten unbearbeitet.

Pollen P. vulgaris.jpg
Bild 04: Pollen, Pulsatilla vulgaris

Grüße
Alex
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: jcs in April 11, 2026, 18:07:39 NACHMITTAGS
Zitat von: Alex H. in April 11, 2026, 11:47:25 VORMITTAGWeiß jemand wie die gelblichen Schlieren im Hintergrund zustande kommen?

Hallo Alex,

sehr gelungene Aufnahmen!

Bei den Schlieren tippe ich darauf, dass das Leinöl gelben Farbstoff aus den Pollen herauslöst.

Beim Trocknen bzw. in diversen Lösungsmitteln können Pollen in vielen Fällen "einfallen" oder anderweitig ihre Form ändern. Ist in Deiner Erfahrung Leinöl "formerhaltend" wenn die Pollen länger darin gelagert sind?

LG
Jürgen
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 11, 2026, 22:17:19 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

vielen Dank für dein Feedback.

Mit Leinöl experimentiere ich selber erst seit sehr kurzer Zeit. Ich kann jedoch sicher sagen, dass Pollenkörner in anderen Pflanzenölen wie Raps-, Sonnenblumen- oder Olivenöl eingedeckt mindestens mehrere Jahre ihre Form behalten. Mein ältestes Pollenpräparat in Pflanzenöl eingedeckt und mit einem Lackrand versehen stammt aus dem Jahr 2020 und der Pollen darin hat sich seither optisch nicht verändert.

Grüße
Alex
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: A. Büschlen in April 11, 2026, 23:07:23 NACHMITTAGS
Hallo Alex,

ZitatWeiß jemand wie die gelblichen Schlieren im Hintergrund zustande kommen?
Bei den Pollen gibt es zwei grosse Gruppen: Pollen von Pflanzen die zu den Windstäuber gehören und Pollen von Pflanzen die zu den Insektenbestäuber gehören. Pollen aus Blüten der Insektenbestäuber sind mit einer gelblichen Masse, dem Pollenkitt überzogen. Dieser Pollenkitt hilft, dass die Pollen an den blütenbesuchenden Insekten besser haften bleiben.
Wird der Pollenkitt vor der Präparation nicht entfernt, überdeckt er oftmals die mikroskopischen Strukturen der Polllenoberfläche.

Wo findest du die Anleitung zur Eindeckung mit Pflanzenoelen? Gibt es dazu Literaturangaben?

Grüsse Arnold
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 12, 2026, 10:31:47 VORMITTAG
Hallo Arnold,

vielen Dank für dein Feedback.

Zitat von: A. Büschlen in April 11, 2026, 23:07:23 NACHMITTAGSWo findest du die Anleitung zur Eindeckung mit Pflanzenoelen? Gibt es dazu Literaturangaben?

Ich glaube mich erinnern zu können, dass ich die Idee mit der Eindeckung mit Pflanzenöl hier aus dem Forum habe. Der älteste Beitrag den ich per Suchfunktion finden konnte, der dieses Medium für die Polleneindeckung erwähnt, stammt von Rolf (rhamvossen) aus dem Jahr 2012: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11679.msg86619#msg86619
Bei dieser Suche im Forum bin ich eben auch auf einen alten Thread gestoßen, in dem ich bereits "meine ersten herzeigbaren Mikrofotos" gepostet hatte. An den habe ich gar nicht mehr gedacht, wahrscheinlich weil ich mich danach mehrere Jahre kaum mehr mit der Fotografie am Mikroskop beschäftigt habe. In diesem Thread gehe ich ebenfalls kurz auf die Frage nach der Herkunft der Idee Pollen in Pflanzenöl einzudecken ein und beschreibe kurz meine Vorgehensweise: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=35204.msg272958#msg272958

Grüße
Alex

Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 12, 2026, 19:57:32 NACHMITTAGS
Hallo,

hier nochmal Pollen der Gewöhnlichen Fichte (Picea abies) in Leinöl:
Pollen Picea abies2.jpg
Bild 05: Pollen, Picea abies

EDIT 15.04.2026, Fehler in der Beschriftung im Bild: Das verwendete Objektiv hat keine n. A. von 0.45 sondern ist ein Lomo Achromat 20x 0.40

Was mir an den Bildern nicht gefällt, ist, dass es ihnen an Leuchtkraft und Brillanz fehlt. Bild 04 zum Beispiel wirkt auf mich wie mit Holzbuntstiften gezeichnet. Bilder von Farnsporangien, die ich heute ebenfalls angefertigt aber nicht gezeigt habe, sehen aus wie gemalt. Liegt das am günstigen Objektiv?

Grüße
Alex
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: rhamvossen in April 14, 2026, 12:35:23 NACHMITTAGS
Hallo Alex,

Deine ersten Bilder sahen doch prima aus? Und vegiss nicht das du mit einem Handy fotografierst, eine Systemkamera dürfte da noch etwas mehr rausholen.

Zitatdass es ihnen an Leuchtkraft und Brillanz fehlt

Sieht das visuell durchs Mikroskop auch so aus?

Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Gerd Schmahl in April 14, 2026, 16:56:56 NACHMITTAGS
Hallo Alex,
was ist denn das eigentlich für ein Objektiv? Die LOMO-Achromate mit 20facher Vergrößerung, die ich kenne, haben nur eine n.A. von 0,40 nicht von 0,45.
LG Gerd
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Jakob_Wittmann in April 14, 2026, 21:46:36 NACHMITTAGS
Zitat von: Alex H. in April 12, 2026, 19:57:32 NACHMITTAGSHallo,



Was mir an den Bildern nicht gefällt, ist, dass es ihnen an Leuchtkraft und Brillanz fehlt. Bild 04 zum Beispiel wirkt auf mich wie mit Holzbuntstiften gezeichnet. Bilder von Farnsporangien, die ich heute ebenfalls angefertigt aber nicht gezeigt habe, sehen aus wie gemalt. Liegt das am günstigen Objektiv?

Grüße
Alex


Servus Alex,

gleich mal voran geschickt: Deine Bilder sind nicht bloß ,,in Ordnung", sondern erstklassig.

Da Du meintest, dass bei Bild 4 es an Leuchtkraft und Brillanz fehle, habe ich ein klein wenig versucht, das Bild zu bearbeiten.

Alles mit der Software Fitswork, die eigentlich für Astrofotografie konzipiert ist, aber ein Bündel an Features bietet, die ebenso für die Mikrofotografie sehr nützlich sind.

Zu aller erst habe ich Bild 4 auf 1200 Pixel Breite vergrößert.

Danach habe ich das Tool ,,Hintergrund Gradient ebnen automatisch" angewandt, da ein ganz leichter Gradient zu sehen war.

Das Ergebnis habe ich dann per Histogramm bearbeitet. Es waren abgeschnittene Bereiche links und rechts bemerkbar und ich habe entsprechend dies ausgeglichen.

Das Bild wirkte danach etwas flau, daher habe ich die Gammawerte der Histogramm Kurve im dunklen Bereich abgeschwächt und bei den hellen Tonwerten angehoben.

Das Bild hatte danach einen leichten Überhang an Blau, also habe ich diesen mittels Blaukanal-Gamma per Gamma-Histogramm abgeschwächt.

Das Ergebnis ist noch nicht perfekt, ich vermute dass die hellsten Bereiche ein wenig Feintuning vertragen könnten.

Lieber Alex, das ist mir bitte wichtig, betrachte dies nicht als eine ,,oberlehrerhafte" Verbesserung, sondern als Beschäftigung mit einem Deiner erstklassigen Bilder! :)


Liebe Grüße aus Graz

Jakob
Titel: Aw: Mein Schritt in die Mikrofotografie - Feedback willkommen
Beitrag von: Alex H. in April 15, 2026, 10:31:19 VORMITTAG
Hallo Gerd,

Zitat von: Gerd Schmahl in April 14, 2026, 16:56:56 NACHMITTAGSDie LOMO-Achromate mit 20facher Vergrößerung, die ich kenne, haben nur eine n.A. von 0,40 nicht von 0,45.

du hast natürlich recht, vielen Dank für den Hinweis! Da ist mir bei der Beschriftung ein Fehler unterlaufen. Ich habe das jetzt im Beitrag angemerkt.

Hallo Jakob,

vielen Dank für dein Feedback und deine Bemühungen mit der Bildkorrektur! Das Bild ist durch deine Bearbeitung wesentlich leuchtkräftiger und brillanter geworden. Mit dem richtigen Bearbeitungsprogramm scheint man, wenn man weiß wie, durchaus noch was aus den Bildern herausholen zu können. Ich bleibe auf alle Fälle weiterhin dran.

Grüße
Alex