Die Parrotie ist im nördlichen Iran sowie in Transkaukasien beheimatet.
Er stammt aus Vorderasien und wächst dort in feuchten Niederungswäldern.
Der Zusatz "persica" deutet auf die natürliche Verbreitung des Gehölzes in feuchtwarmen Laubwäldern Persiens, dem heutigen Iran, hin.
Man findet diese dekorative Pflanzenart als Ziergehölz gelegentlich in Parkanlagen und auch in fast allen botanischen Gärten.
Der Persische Eisenholzbaum (Parrotia persica) ist ein typischer Flachwurzler mit horizontalem Wurzelsystem.
Der Eisenbaum ist auf der ganzen Welt mit lediglich einer Art verbreitet.
Bild 01 Habitus, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570697/1.jpg)
Quelle: Jean-Pol GRANDMONT - own workCanon EOS 350D – Canon Zoom Lens EF-S 18-55mm F3,5-5,6 II, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2097539
Bild 02 Baum im Herbst, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570699/2.jpg)
Urheber: Author: A. Savin
Die Herbstfärbung der Laubblätter ist leuchtend gelb, orangefarben oder orangerot. Die Blattform erinnert an die Blätter der Rot-Buche.
Bild 03 Typische Rinde der Parrotie, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570698/3.jpg)
Quelle: Hans G. Oberlack - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7274477
Der Eisenholzbaum ist ein langsam wüchsiger Baum, der Wuchshöhen bis 12 Meter erreichen kann. Er gehört in die Familie der Zaubernussgewächse.
Die Hauptäste streben bei jüngeren Bäumen trichter- bis bogenförmig nach oben und bilden später eine ausladende Krone.
Auffällig sind die Verwachsungen (
Anastomosen) an Ästen und Zweigen.
Natürliche Astverschmelzung:Der Eisenholzbaum neigt dazu, dass sich berührende Äste oder Stämme miteinander verwachsen, was als
Anastomose bezeichnet wird.
Struktur: Diese Verschmelzungen tragen zur besonderen Stabilität und skulpturalen Form des Baumes bei.
Der Eisenholzbaum hat ein außergewöhnlich hartes, schweres Holz, nicht zu verwechseln jedoch mit dem im Holzhandel erhältlichen "Eisenholz", welches meist von tropischen Bäumen stammt.
Das Holz vom Eisenholzbaum ist so dicht, dass es nicht im Wasser schwimmt, sondern untergeht.
Während die meisten Holzarten eine Dichte von
( >1 g/cm3 ) aufweisen und daher auf der Wasseroberfläche treiben, übersteigt die Dichte von Eisenhölzern diesen Wert. Nach dem Archimedischen Prinzip sinkt ein Körper, wenn sein Eigengewicht größer ist als die Masse des Wassers, das er verdrängt.
Botanisch liegt dies an einer extrem dichten Zellstruktur mit sehr geringen Zelllumina (Hohlräumen) und einer extrem dicken Zellwand, die oft zusätzlich mit Harzen oder Mineralien ausgefüllt ist.
Es eignet sich sehr gut als Kübel- oder Troggehölz für Pfähle, Brücken oder hochwertige Messergriffe.
Der Persische Eisenholzbaum (Parrotia persica) ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch).
Männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt voneinander, aber auf demselben Baum.
Bild 04 Blätter, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570700/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Blätter sind wechselständig lang gestielt.
Die Spreite (Lamina) ist eiförmig bis länglich, 3 – 10 cm lang, symetrisch, einzeln behaart.
Die Blattspreite ist der flache Teil, in dem der Großteil der Fotosynthese stattfindet.
Bild 05 Blütenstand, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570701/5.jpg)
Quelle: Vojtěch Zavadil - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21915949
Persische Eisenholzbaum blüht früh im Jahr:Die Blüten entfalten sich im Februar/März und stehen in köpfchenartigen Blütenständen zusammen. Auffallend sind die roten Staubbeutel.
Die purpurroten, kugeligen Blüten entfalten sich noch vor den Blättern. Aus dem Fruchtknoten entwickelt sich eine Fruchtkapsel, die sich, wenn reif, explosionsartig öffnet und die Samen herausschleudert.
Systematik:Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae)
Unterfamilie: Hamamelidoideae
Gattung: Parrotia
Art: Parrotia persica
Wissenschaftlicher Name: Parrotia persica
Trivialnamen: Persisches Eisenholz, Eisenbaum
Englische Bezeichnng: Persian ironwood, Persian ironwood tree
Augustin-Pyrame de Candolle ordnete den Persischen Eisenholzbaum im Jahr 1830 zunächst der Gattung der Zaubernüsse (Hamamelis) zu.
Erst im Jahr 1831 (oft auch als 1832 zitiert) wurde die Pflanze von
Carl Anton von Meyer in die heute bekannte, eigenständige Gattung Parrotia überführt. Benannt wurde sie zu Ehren des deutschen Arztes und Naturforschers
Friedrich Wilhelm Parrot 1792 -1841).
Die Erstbeschreibung von Parrotia persica erfolgte 1830 durch
Augustin-Pyrame de Candolle als Hamamelis persica.
Augustin Pyrame de Candolle (1778 - 1841), Augustin Pyramus de Candolle, war ein Schweizer Botaniker und Naturwissenschaftler.
Carl Anton von Meyer kombinierte 1831 die Art in die von ihm neu aufgestellte Gattung Parrotia um.
Karl Anton Meyer (1795 – 1855) war ein russlanddeutscher Botaniker.
Das Eisenholz gelangte 1841 über St. Petersburg nach Mitteleuropa
(Kew Garden).Die Royal Botanic
Gardens in Kew (Südwest-London) gehören zu den ältesten und bedeutendsten botanischen Gärten weltweit.
Seit 2003 sind die Gärten als UNESCO-Welterbe anerkannt.
Meine Proben stammen aus dem Arboretum Schloss Erbhof Thedinghausen (Niedersachsen).
http://www.schloss-erbhof.de/
Teil 1
Spross, Querschnitt
25 Mikrometer
Bild 06 Schnittstellen, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570702/6.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Bild 07 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570837/7.jpg)
Bild 08 Steinzellen, ungefärbter Schnitt, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570836/8.jpg)
Steinzellen (Sklereiden) sind spezialisierte, oft abgestorbene Pflanzenzellen mit stark verholzten, dicken Zellwänden. Sie verleihen Pflanzenteilen Druckfestigkeit.
Bild 09 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570835/9.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 10 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570840/10.jpg)
Bild 11 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570838/11.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung
Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5.
Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung
Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000
Bild 12 Übersicht, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570839/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme mit Beschriftung, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570843/13.jpg)
RP = Rindenparenchym, PH = Phloem, T = Trachee, MST = Markstrahl, XY= Xylem, K = Kambium, MP = Markparenchym
Bild 14 Xylem, Markparenchym, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570841/14.jpg)
Bild 15 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570842/15.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 16 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570844/16.jpg)
Bild 17 Xylem, Markparenchym, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570845/17.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
25 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 18 Übersicht, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570846/18.jpg)
Bild 19 Detailaufnahme, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570847/19.jpg)
Bild 20 Detailaufnahme, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570856/20.jpg)
Bild 21 Sprossgabel, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570851/21.jpg)
Bild 22 Sprossgabel, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570855/22.jpg)
Bild 23 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570849/23.jpg)
Bild 24 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570853/24.jpg)
Bild 25 Leitertracheiden, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)
(https://www2.pic-upload.de/img/37570852/25.jpg)
Tracheiden sind langgestreckte, zur Festigung und Wasserleitung dienende Zellen im Xylem der Pflanzen.
Bei der Bezeichnung Leitertracheiden handelt es sich um eine spezifische Form, die durch leiterförmige (skalariforme) Verdickungen der Zellwand gekennzeichnet ist.
Quellenangaben und verwendete Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Peter A. Schmidt/ Ulrich Hecker ,,Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
Ulrich Hecker ,,Bäume und Sträucher", ISBN: 10: 3-8354-0021-5
Bachofer ,,Der Kosmos Baumführer", ISBN: 978-3-440-14660-6
Spohn, ,,Kosmos - Baumführer Europa, ISBN: 978-3-440-11741-5
Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
Christoper Brickell (Editor-in-chief): RHS A-Z Encyclopedia of Garden Plants. Third edition. Dorling Kindersley, London 2003, ISBN 0-7513-3738-2. (engl.)
Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.
Hans-Jürgen
Unglaublich .... der Hammer ... ein echt toller Beitrag