Das natürliche Verbreitungsgebiet der Zwerg-Kiefer (Pinus pumila) erstreckt sich vom nordöstlichen Sibirien über Kamtschatka bis nach Japan und dem nördlichen China.
Die Zwerg-Kiefer wächst an ihrer Nordgrenze an der klimatischen Grenze des Waldes auch in den Tieflagen und steigt nach Süden hin immer höher in die Berglagen bis in die Krummholzzonen auf. Hier bildet sie wie die europäische Pinus mugo oft ausgedehnte Bestände. Die Wuchsform ist hier fast polsterartig.
Die Kiefern unterscheiden sich von den anderen Nadelbäumen dadurch, dass ihre Nadeln in Zweier -.Dreier- oder Fünfergruppen zusammenstehen.
Betrachtet man den Rand unter der Lupe, so stellt man eine feine knorpelige Zähnung fest, die die Nadeln rau macht.
Bild 01 Habitus, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571123/1.jpg)
Quelle: Dieses Werk ist gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=470893
(Pinus pumila) ist en wertvolles Ziergehölz und etwa 1807 in Europa in Kultur genommen.
Die Zwergkiefer ähnelt der europäischen Latschen-Kiefer und bildet gut 3 Meter hohe und bis 5 Meter breite, buschige Strauchformationen aus. Die Nadeln sind grün.
Die Zwerg-Kiefer ist robust und anspruchslos.
Die Zwerg-Kiefer (Pinus pumila), auch als Japanische Steinkiefer oder Kriechkiefer bekannt, ist – wie alle Kieferngewächse – einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch).
Das bedeutet:Keine echten Zwitterblüten: Die Pflanze ist nicht ,,zwittrig" im botanischen Sinne einer einzelnen Blüte mit beiden Geschlechtsorganen.
Beide Geschlechter auf einem Baum: Es befinden sich sowohl männliche Pollenzapfen als auch weibliche Samenzapfen auf demselben Individuum.
Bild 02 Junger Baum, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571122/2.jpg)
Quelle: Alpsdake - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28966082
Die Zwergkiefer (Pinus pumila) gehört nicht zu den einkeimblättrigen Pflanzen (Monokotyledonen). Als Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) zählt sie zu den Gymnospermen (Nacktsamer).
Hier sind die wichtigsten biologischen Einordnungen:Keimblätter: Kiefern wie Pinus pumila besitzen in der Regel mehrere Keimblätter (Polykotyledon) – oft zwischen 5 und 15 – und unterscheiden sich damit grundlegend von einkeimblättrigen (z. B. Gräser, Lilien) oder zweikeimblättrigen Pflanzen (viele Laubbäume).
Die Nadeln der Zwerg-Kiefer (Pinus pumila) stehen in Fünferbündeln, weshalb sie botanisch zu den fünfnadeligen Kiefern zählen.
Im Gegensatz zur heimischen Waldkiefer (2 Nadeln) sind die Nadeln dieser Gruppe in Bündeln zu fünft angeordnet und oft weicher.
Beispiele als Zwergform: Eine häufige Art mit 5 Nadeln ist die Mädchen-Kiefer (Pinus parviflora), die oft als langsam wachsende Zwergform (z.B. 'Gimborn's Ideal') in Gärten gepflanzt wird. Auch die Sibirische Zwergkiefer (Pinus pumila) gehört zu dieser Gruppe.
Unterschied zur Zwerg-Bergkiefer: Nicht zu verwechseln mit der Zwerg-Bergkiefer (Pinus mugo var. pumilio), die 2 Nadeln pro Bündel hat.
Systematik:Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Untergattung: Zwerg-Kiefer
Wissenschaftlicher Name: Pinus pumila
Trivialname: Japanische Zwerg-Kiefer, Zwerglatsche, Kniekiefer, Zwerg-Zirbe oder Zwerhkrummholz-Kiefer
Englische Bezeichnung: dwarf pine
Zur Gattung Pinus gehören wenigstens 100 Arten.
Sie ist fossil bereits seit der Unteren Kreide (vor etwa 145 bis 100,5 Millionen) Jahren bekannt.
Der lateinische Name Pinus ist abgeleitet von ,,pix, picis" = Harz, harzliefernder Baum.
Bild 03 Zweig mit Zapfen, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571121/3.jpg)
Author: Alpsdake
Die Schuppen des Zäpfchens schließen sich nach der Bestäubung und werden mi Harz versiegelt.
Hierdurch finden die jungen Samen Schutz gegen die Unbilden der Witterung.
Das Wort
Unhilden Unbilden bezieht sich auf Widrigkeiten, Ungemach oder schädliche Einflüsse, oft im Zusammenhang mit dem Wetter.
Der Zapfen wird nun grasgrün, und im Inneren reifen die vom Pollen befruchteten Eizellen noch über ein Jahr lang zum Samen zusammen.
Im ersten Jahr neigt sich der Zapfen nach unten und vergrößert sich etwas. Im zweiten Jahr wächst er schneller; gleichzeitig verholzen seine Fruchtschuppen und werden braun. Im März oder April des dritten Jahres endlich trocknen die Schuppen so stark ein, dass sie – falls sonniges Wetter herrscht – von der Achse abspreizen. Dann fallen die Samen heraus.
Bild 04 Blüten, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571125/4.jpg)
Author: Alpsdake
Die roten bis blau-roten Blüten im Juni/Juli sind zierend.
Die Blüte der Kiefer und das Wunder Ihres Zapfens.
Die Begriffe Zirbeldrüse (Epiphyse) und Zwergkiefer (Zirbe) sind eng miteinander verknüpft, da die Drüse ihren Namen ihrer Form verdankt, die an einen Kiefernzapfen erinnert.
Sie befindet sich im Zentrum unseres Gehirns und wird durch Licht angeregt bzw. durch Dunkelheit stimuliert "drittes Auge".
Ärzte und Anatomen der griechischen Antike hielten sie für die ,,Eintrittspforte der Gedanken).
Bild 05 Zapfen, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571124/5.jpg)
Author: Alpsdake
Bild 06 Samen, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571126/6.jpg)
Author: Alpsdake
Teil 1
Spross, Querschnitt
25 Mikrometer
Meine Pflanzenproben habe ich aus dem Arboretum Bad Grund (Harz).
https://www.landesforsten.de/erleben/unsere-naturtalente/weltwald-harz/
Bild 07 Schnittstellen, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571127/7.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Bild 08 Übersicht, Negativaufnahme, ungefärbter Schnitt, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571128/8.jpg)
Bild 09 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571129/9.jpg)
Bild 10 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571131/10.jpg)
Bild 11 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571132/11.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 12 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571130/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571133/13.jpg)
Bild 14 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571134/14.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung
Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5.
Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung
Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000
Bild 15 Übersicht, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571135/15.jpg)
Bild 16 Detailaufnahme, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571136/16.jpg)
Bild 17 Detailaufnahme mit Beschriftung , Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571137/17.jpg)
XY = Xylem, PH = Phloem, ST = Holzstrahl, K = Kambium, H = Harzkanal, RP = Rindenparenchym
Bild 18 Markparenchym, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571138/18.jpg)
Bild 19 Harzkanal, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571139/19.jpg)
1 = ausgebildete Epithelzellen, 2 = verdickte Zellen
Als Harzkanal ( Harzgang) bezeichnet man einen langgestreckten, röhrenförmigen interzellularen Raum, der mit harzausscheidenden Epithelzellen ausgekleidet ist. Diese lebenden Zellen umgeben den Kanal und geben das dort produzierte Harz in das Lumen (den Hohlraum) ab.
Bild 20 Detailaufnahme, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571140/20.jpg)
Bild 21 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571142/21.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Jahresringgrenzen wenig ausgeprägt. oft gewellt mit Wölbungen im Bereich der Harzkanäle im Spätholtz.
Bild 22 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571144/22.jpg)
Bild 23 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571143/23.jpg)
Bild 24 Markparenchym, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571145/24.jpg)
Teil 2
Spross, Längsschnitt
26 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 25 Übersicht, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571215/25.jpg)
Bild 26 Detailaufnahme, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571217/26.jpg)
Bild 27 Tangentialschnitt, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571216/27.jpg)
Bild 28 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571219/28.jpg)
Teil 3
Nadelblatt, Querschnitt
25 Mikrometer
Diese Nadel hat einen Durchmesser von unter 1 mm.
Ich habe das Nadelblatt in Gießseife (Gütermann Gießseife) eingebettet und dann mit dem Mikrotom geschnitten.
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 29 Übersicht, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571218/29.jpg)
Bild 30 Detailaufnahme, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571220/30.jpg)
Bild 31 Detailaufnahme, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571222/31.jpg)
Bild 32 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571221/32.jpg)
Bild 33 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Zwerg-Kiefer (Pinus pumila)
(https://www2.pic-upload.de/img/37571223/33.jpg)
Verzeichnis der benutzten Literatur:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Andreas Hase ,,Bäume", ISBN: 978-3-440-15869-2
Bernd Miggel ,,Holzbestimmung mit dem Mikroskop", ISBN: 978-930167-81-4
Peter A. Schmidt ,,Taschenlexikon der Gehölze", ISBN: 978-3-494-01448-7
Schmeil ,,Leitfaden der Pflanzenkunde", 1952
Fritz Hans Schweingruber ,,Anatomie europäischer Hölzer", ISBN: 978-3-941300-51-4
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966
,,Das Kosmos Wald & Forst-Lexikon", ISBN: 978-3-440-15219-5
Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.
Hans-Jürgen