Hallo,
Vor einigen Wochen fand ich einige Exemplare von Lacrymaria olor in einer Probe aus diesem flachen Weiher:
IMG_20260419_194334.jpg
Es gelang mir diesen interessanten Raubciliaten zu isolieren und bis heute in großer Anzahl zu vermehren. Genug um mir diesen interessanten Organismus unter dem Mikroskop einmal genauer anzuschauen.
Lacrymaria olor ist bekannt für seine extreme Kontraktilität/Dehnbarkeit.
Grund dafür ist der besondere Aufbau des Cytoskelettes v.a. im Bereich des Halses dieses Cilliaten.
Hier befindet sich ein raffiniertes Netzwerk aus Mikrotubuli, die wie eine Nürnberger Schere bzw. wie ein Storchenschnabel (Zeichengerät) angeordnete sind.
Diese Struktur ermöglicht es, den Hals innerhalb kurzer Zeit auf das bis zu 30fache(!) seiner Körperlänge zu strecken und wieder zusammenzuziehen.
Ein Rekord in der Tierwelt, der seinesgleichen sucht.
Ausserdem kann dieser superflexible Hals auch noch die unglaublichsten Richtungsänderungen und Capriolen ausführen.
Dadurch ist L. olor in der Lage, seinen mit Extrusomen bewehrten Kopf in einem großen Radius blitzschnell, und sogar um die Ecke herum, bewegen zu können, um damit Beute zu machen.
Mir sind dazu ein paar Aufnahmen gelungen, die ich zu einem kleinen Film zusammengefasst habe:
Hier noch ein paar Fotos/Screenshots:
IMG_20260419_150439.jpg
Bei dem Tier in der Mitte sieht man sehr schön, warum dieses Tier auch Schwanenhalstierchen genannt wird.
Die Aufnahme ist übrigens keine Kollage, sondern ein zufälliger Screenshot aus einem Video das im "Getümmel" entstanden ist.
Moooment, lieber Martin
Ich hab auch noch einen weiteren (kürzeren) Film:
Ohne Text, dafür aber mit Musik und Schwerpunkt auf den, wie ich finde, wunderschönen Zeiss "Color-Phasenkontrast".
(Zugegeben, ich hab das schöne Blau im Hintergrund nachträglich etwas angehoben.)