Der Kanadische Schneeball ist, wie der Name vermuten lässt, eine Pflanze, die im nördlichen Amerika beheimatet ist. Er gehört zur Familie der Viburnaceae (man findet ihn auch bei den Adoxaceae eingeordnet). Es handelt sich um einen kleinen Baum, meist 3 bis 6 m hoch.
Die Blätter sind gegenständig angeordnet, einfach, 5–10 cm lang, 2–5 cm breit.
Er hat kleine, weißliche Blüten, die in Trugdolden auftreten. Die Früchte enthalten einen Stein und sind essbar.
Mein Exemplar habe ich in New York entdeckt und ein Blatt mit Blattstiel mitgenommen.
Doch zunächst der Habitus:
Bild 1 (Wikimedia Commons, Keith Kanoti, Maine Forest Service, USA, CC BY 3.0 US)
Viburnum_lentago_5350059.jpg
https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/us/deed.en>, via Wikimedia Commons)
Die Schnitte vom Blattstiel und vom Blatt entstanden mit einem Schlittenmikrotom mit Einmalklinge. Sie sind durchgehend 30 µm dick und gefärbt nach Etzold mit FCA.
Hier die Übersicht über den Blattstiel:
Bild 2
(https://up.picr.de/50796643uk.jpg)
Bild 3
(https://up.picr.de/50796640bp.jpg)
Unter einer einschichtigen Epidermis zeigt sich ein subepidermales Kollenchym, also eine Schicht lignifizierender Zellen, die für Festigkeit sorgen. Daran schließt sich ein breiter Bereich relativ großlumiger, rundlicher Parenchymzellen mit dünnen, hellblau gefärbten Zellwänden an. Die Zellen besitzen deutliche Interzellularräume, was auf ein locker gebautes Parenchym mit guter Gas- und Wasserspeicherfunktion hinweist.
Dominant ist der bogenförmige Leitbündelbereich (offenes kollaterales Leitbündel mit Phloem, Kambium und Xylem). Rund um dieses Leitbündel befinden sich kleine, rötlich/bräunlich gefärbte Zellen, die als Sklerenchymfasern einen Schutz für das Leitbündel darstellen.
Auffällig sind weiterhin einige Trichome vor allem auf der Oberseite des Blattstiels.
Hier noch die Darstellung im polarisierten Licht:
Bild 4
(https://up.picr.de/50796641rq.jpg)
Wie man unschwer an den sich bildenden "Ohren" erkennen kann, sind die bisherigen Schnitte distal am Stiel, also blattnah. Direkt am Abgang aus dem Spross sind noch drei getrennte Leitbündel sichtbar, die sich dann auf ihrem Weg zum Blatt hin vereinigen. Danach schwärmen sie wieder aus in die Blattadern der Spreiten.
Hier noch der sprossnahe Querschnitt:
Bild 5
(https://up.picr.de/50796642ir.jpg)
Jetzt zwei Detailaufnahmen des Leitbündels im Hellfeld und in der Polarisation:
Bild 6
(https://up.picr.de/50796644nd.jpg)
Bild 7
(https://up.picr.de/50796645uj.jpg)
Im letzten Bild sind schön die Calcium-Oxalat-Kristalle zu sehen.
Nun zum Blatt. Zunächst einige Übersichtsbilder:
Bild 8
(https://up.picr.de/50796647im.jpg)
Bild 9
(https://up.picr.de/50796648bl.jpg)
Bild 10
(https://up.picr.de/50796649tx.jpg)
Die Spreiten zeigen im Querschnitt ein einreihiges Palisadenparenchym und ein lockeres Schwammparenchym:
Bild 11
(https://up.picr.de/50796652id.jpg)
Jetzt noch einige Bilder von den Trichomen. Bezeichnend für Viburnum lentago sind so genannte peltate Trichome (Schildhaare). Ich zeige einige der Trichome, die sich sehr abwechslungsreich darstellen.
Bild 12
(https://up.picr.de/50796650ip.jpg)
Bild 13 (DIC)
(https://up.picr.de/50796651ow.jpg)
Im nächsten Bild ist die Schildform sichtbar:
Bild 14
(https://up.picr.de/50796653cq.jpg)
Dieses Trichom noch einmal im DIC (100xOil). Man erkennt gut die Verankerung in der Epidermis.
Bild 15
(https://up.picr.de/50796646my.jpg)
Wie immer freue ich mich über Kommentare, Berichtigungen und Ergänzungen.