Liebe KollegInnen
Für eine Ausstellung über Mikrofotografie will ich auch gerne 6 Stück Diatomeenbilder zeigen, dazu fehlt es mir aber noch an Erfahrung. Daher bitte ich Euch um Tipps, wie ihr da vorgehen würdet.
Das Folgende Bild ist mit Hellfeld entstanden, Olympus BX-60, UPlanSAPO 40x Na:095 Trocken und zeigt die Diatomee Kittonia elaborata.
(https://www.naturfoto-zimmert.com/wp-content/uploads/2026/05/Diatome-Kittonia-elaborata-2026-05-16-17-34-44-BR8S1-Single-Retusche-004_filtered-WEB-1400-x-933-Pix.jpg)
Würdet ihr da mit DIC drangehen, funktioniert das denn mit so vielen Schichten?
Zusammengerechnet habe ich die ca. 400 Bilder in 2 Paketen
Gespannte Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
mir fällt auf, daß die Diatomee sehr duftig (high key) dargestellt wird. Wenn das so von Dir gewollt ist, ist es in Ordnung.
Ich hab mir mal erlaubt, die Kontraste zu spreizen (automatisch, mit gimp), das Bild zu entsättigen (Diatomeen benötigen im allgemeinen keine Farbe) und den Hintergrund zu putzen, der bei der automatischen Kontrastspreizung unruhig wird.
Das Ergebis anbei.
Glückwunsch zu dem schönen Präparat!
Viele Grüße!
Rainer
Hallo Gerhard,
ich würde sagen dass DIC für Ausstellungsfotos - sofern es auf technisch möglichst realitätsnahe Darstellung ankommt - eine ungeeignete Technik für Diatomeen ist. Zwar erhält man einen viel höheren Helligkeitskontrast, und das könnte für die Darstellung einzelner schwach brechender Strukturen sinnvoll und sogar notwendig sein. Aber der allgemeine räumliche Eindruck, speziell von den auch im Hellfeld ausreichend gut kontrastierenden Schalenöffnungen, ist bei DIC in der Regel schlecht bis miserabel, jedenfalls nicht realitätsnah.
Hier ein Beispiel der Kittonia elaborata als REM-Aufnahme https://live.staticflickr.com/65535/53507770018_8297ef8575_h.jpg
Bei DIC-Aufnahmen werden die Schalenöffnungen als Helligkeitsgradient dargestellt, ein Laie hat dann falsche Vorstellungen von der räumlichen Struktur.
Der geringe Kontrast im Hellfeld (der auch vom Brechungsindex des Einbettmediums abhängt), speziell wenn optimalerweise für geringe Interferenzartefakte und max. Auflösung mit möglichst offener Aperturblende gearbeitet wird, kann m.E. problemlos in der Nachbearbeitung erhöht werden wenn die Aufnahmen rauscharm sind. Und Du hast ja dazu an den rechten Histogrammrand belichtet.
Diatomeen sind optisch glasähnlich, im Hellfeld eigentlich fast wie geschliffene Trinkgläser im Gegenlicht. Um diesen Eindruck zu erreichen sollte m.E. Schwarz im Bild nicht vorkommen, max. eher mittlere Grautöne, aber auf jeden Fall "Glanzlichter". Nur wohl nicht so ausgeprägtes High-key wie in dem Beispiel, aber das ist auch Geschmacksache.
Hubert
Hallo Gerhard,
bei deinem obigen Bild bin ich im ersten Moment erschrocken, weil es so hell ist.
Mein Tipp bei Diatomeen ist einfach: Invertieren! Vor schwarzem Hintergrund treten die glasähnlichen Körper zerbrechlich hervor. Das ist natürlich Geschmackssache.
Habe es gerade schnell ausprobiert (geht bestimmt noch viel besser), mir gefällt es.
(Wenn es dich stört, nehme ich das Bild wieder raus.)
Hier traut sich ein einfacher Amateurs, einem Fachmann einen Rat zu geben.... ;)
Gruß
Peter
Rumgespielt.jpg
Guten Morgen Rainer, Hubert und Peter
Bei Diatomeen bin ich bei weitem kein Fachmann, daher bin ich über jeden Tipp dankbar und hoffe noch weitere zu bekommen.
Da gibt es bei der Aufnahme und der Bildbearbeitung noch einiges zu lernen. Der Hintergrund ist dann am Ende leicht zu tauschen.
Gespannte Grüße
Gerhard
Ps: an den Präparaten liegt es eindeutig nicht, da habe ich in den letzten beiden Jahren einiges zusammengesammelt .-)
Hallo Gerhard,
die inverse Version ist nicht schlecht.
Hier noch in 3D, quick and dirty
2026-05-18 12_10_58-PICOLAY_ pyRL_zax40_pd1_vie3_x0_y0_z0.jpg.jpg
2026-05-18 12_12_42-.jpg
Liebe Grüße
Rudolf
Lieber Gerhard,
ich kann mir nicht vorstellen, dass Dein Bild so von Dir in einer Ausstellung gezeigt werden würde...(oder doch?), das ist doch kein "normales Hellfeld", so völlig blass und ohne Kontrast. (oder stimmt mit meinem Monitor etwas nicht?), Oder ganz schlechter RI beim Harz?
Hast Du das Bild absichtlich so verändert oder aufgenommen? Willst Du diesen Effekt?
Was willst Du hören?
Es ist sauber gestackt, das beherrscht du ohne unsere laienhafte Auskunft als Profifotograf und mit der vorhanden Technik sowieso. Bestimmt stimmt auch alles andere was man einstellen kann (Histogramm usw.), Du bist ja Profi.
Wie auch bei allen Wettbewerben kommen bei einer solchen Ausstellung plakative Bilder am besten an, dass weißt Du aber als Profifotograf auch. Daher ist mir nicht klar was Du mit Deiner Fragestellung erreichen willst.
Nimms mir nicht krumm, aber ich verstehe nicht was Du mit dem Zeigen dieses Bildes bezwecken willst.
lG
anne
Liebe KollegInnen, liebe Anne
Was will ich lernen? Wie man mit Diatomeen zu einem ansprechenden Bild kommt. Ich bin mit meinen Ergebnissen nicht zufrieden.
Wo will ich hin? Duftige, räumliche Darstellung auf einer Bildhöhe von 70 bis 85cm
Diatomeen sind für mich glasähnliche Gebilde, also ist der Start für mich ein weiches Bild (wie gelernt). Kontrast dazugeben ist kein Problem, Kontrast wieder weg zu bekommen geht nicht ohne Qualitätsverlust. Das macht man im Film und in der Fotografie so.
Ich bin sehr froh über die Interpretationen, die Kollegen bereits in diesem Faden gezeigt haben, auf die Farbumkehr bin ich selbst nicht gekommen. Ist aber eine spannende Anregung.
Also ja, das gezeigte Bild ist das Ausgangsprodukt für die Bildbearbeitung, der Hintergrund ist z.B. auch noch nicht retuschiert. So würde ich das natürlich nie in einer Ausstellung zeigen.
Ich habe schon mit den Olympus DIC Systemen Versuche unternommen, aber wieder gelöscht. Gerade bei so räumlichen Diatomeen ist das zum Vergessen (oder ich mache was falsch?).
Schiefe Beleuchtung und Dunkelfeld sind natürlich auch möglich ...
Ich zeige einmal ein Bild auf Basis des Feedbacks, Hintergrund ist getauscht:
(https://www.naturfoto-zimmert.com/wp-content/uploads/2026/05/Beide-Schichten-zusammen-2026-05-16-17-34-44-BR8S1-Single-Retusche-004_filtered-WEB-1400-x-933-Pix-hoeherer-Kontrast-und-Hintergrund.jpg)
So richtig am Ziel bin ich aber noch nicht, aber das Feedback der Kollegen ist bereits eingeflossen.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
Du sagtest glasartig, Glas ist immer etwas bläulich wenn es nicht eingefärbt ist. Ich habe bei deinem
Bild den blauen Kanal leicht erhöht.
Im Bild selber gibt es noch Stackingfehler. Auch die Flecken in den Poren würde ich reduzieren oder
ganz löschen. Ich habe es mal am linken Porenrand und etwas zur Mitte hin gemacht.
Ich nehme an das das Originalbild viel höher aufgelöst ist als hier das Forumsbild.
Hier erst mal das leicht abgeänderte Bild.
LG
Michael
Hallo Gerhard,
in meinem Verständnis willst Du für die Ausstellung ein Kunstwerk darstellen und keine wissenschaftliche Abbildung. Für eine wissenschaftliche Abbildung ist eine korrekte, möglichst naturgetreue Darstellung der beobachteten Organismen das Ziel. In so einem Fall wäre ich z.B. mit Stacking sehr vorsichtig, da es bei transparenten Objekten sehr leicht zu Artefakten kommt. Für eine künstlerische Darstellung gelten klarerweise andere Regeln, und die Freiheit in der Darstellung ist naturgemäß viel größer.
Beide Ansätze haben ihren Wert und sind legitim. Ich würde mich nur klar für einen Ansatz entscheiden und keinesfalls versuchen, alle Aspekte der künstlerischen und wissenschaftlichen Mikrofotografie unter einen Hut zu bringen. Deine Aufnahmen gefallen mir eigentlich beide recht gut, die zweite allerdings besser. Sie vermittelt die "Luftigkeit" dieser Glasskelette recht schön und hat dennoch ausreichend Kontrast. Sie wirkt fast wie eine Bleistiftzeichnung, deshalb würde ich auch bei s/w-Darstellung bleiben. Hintergrund sollte natürlich sauber sein, ausgedruckt auf schönem Papier wird das dann sicher ein Blickfang.
LG
Jürgen
Hallo Gerhard,
ZitatIch habe schon mit den Olympus DIC Systemen Versuche unternommen, aber wieder gelöscht. Gerade bei so räumlichen Diatomeen ist das zum Vergessen (oder ich mache was falsch).
Schiefe Beleuchtung und Dunkelfeld sind natürlich auch möglich ...
zum Thema DIC habe ich im vorangegangenen Beitrag schon meine kritische Meinung geäußert. Anne hat früher schon einmal die gleiche Diatome sowohl in HF als auch DIC abgebildet - da sieht man den Unterschied. M.E. ist DIC grundsätzlich nicht geeignet für Deinen Zweck.
Siehe 1. und 3. Bild: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=26296.msg197661;topicseen#msg197661
Das Gleiche gilt auch für die von Dir erwähnte schiefe Beleuchtung, da ist im Ergebnis kein Unterschied zum DIC.
Ich hatte im Rahmen einer Diskussion über ringförmige Beleuchtung einmal vier Beleuchtungsmethoden an einer Diatomee demonstriert: Offene Aperturblende, abgeblendete Aperturblende (zur Kontraststeigerung), ringförmige Beleuchtung (wegen behaupteter höherer Auflösung) und schiefe Beleuchtung (zur Kontrasterhöhung und um den Reliefeffekt zu erhalten).
(https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?action=dlattach;attach=45379;preview)
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48001.msg363637;topicseen#msg363637
Bei den drei Alternativen zur offenen Aperturblende sehe ich nur Nachteile in der Objektwiedergabe, insbesondere Beugungsartefakte und verzerrte Darstellung der Strukturen sowie stärkere Interferenzeffekte bei Änderung der Fokuslage (hell-dunkel Übergang der Schalenöffnungen).
Eine weitere Alternative könnte Auflicht vor schwarzem Hintergrund sein, da hast Du selbst zu Zeiten des "Foto des Monats" ein Bild ausgezeichnet. Mit der Methode kann der glasartige Charakter sehr gut hervorgehoben werden wenn der Brechungsindexunterschied nicht eingebetteter Diatomeen sehr groß wird:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=31664.msg234775;topicseen#msg234775
Oder hier: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=28246.msg211396;topicseen#msg211396
Hubert
Danke Michael
Das mit dem Blauanteil ist ein wirklich guter Tipp, muss mich damit spielen.
Ja, das Bild gibt es zum Glück höher aufgelöst, ist mit der Nikkon Z9 aufgenommen. Für das Forum herunter gerechnet.
Danke, Retusche steht an wenn ich sicher bin das dieses Bild passt.
Liebe Grüße
Gerhard
Danke natürlich auch an Jürgen und Hubert
Danke auch auf die Verlinkung zu den Bildern von Anne ...
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
aus heutiger Perspektive waren die Bilder von 2016, die ich von Kittonia elobarata gemacht hatte, die Hubert verlinkt hat grauenhaft, Stackingfehler ohne Ende und auch ansonsten wären diese Bilder heute für mich keine Bilder mehr die ich zeigen würde und auch nicht mehr so machen würde. Ist schon erschreckend was man so schon ins Netz gestellt hat.....
Aber als Eindruck von DIC hilft es Dir evtl. weiter.
DIC gibt aber sicherlich keine duftige räumliche Darstellung.
lG
anne
P.S., evtl. wäre es fürs nächst Mal hilfreich, wenn Du vorher erklärt hättest, dass das erste Bild eine Art Rohbild ist.
Da möchte ich mich Jürgen anschließen: Kommt ganz darauf an, wofür das Bild gedacht ist. Soll es eine wissenschaftliche Abbildung sein oder ein Eyecatcher a la "was es nicht alles gibt"?
Über die "korrekte" Darstellung von Diatomeen wurde ja schon viel diskutiert. Schwierig, schwierig ...
Meine Einstellung: Alles, was Werbung macht für diese unglaublichen Strukturen, ist erlaubt.
Schöne Grüße
Peter
Hallo Gerhard,
der Schatten fehlt in deinem Bild. Also vielleicht künstlich erzeugen oder evtl. gibt es auch eine andere Möglichkeit, das auf Basis der Tiefenkarte zu machen.
Vielleicht das Modell mit Knete nachbauen und den Schattenwurf studieren?
2026-05-20 00_51_06-REM_ Wieder mal Diatomeen _2_.jpg
hier wäre der Schatten da.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Gerhard,
das wäre ein Versuch, wenn die Diatomeen von oben links auf makroskopischer Ebene mit Licht bestrahlt wird.
Der Fokus liegt auf der glasartigen Struktur der Diatomeen und dem erzeugten Schattenwurf.
Zugegeben nicht sehr wissenschaftlich.
Glas_Diatomeen.jpg
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
und hier noch ein Entwurf, wenn man etwas Farbe ins Spiel bringt:Glas_Diatomeen_schwarz.jpg
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
Das sind gute Bilder, mir bleibt da die Spuke weg. Ich frage mich wie du das gemacht hast.
Hast du da ein KI Tool benutzt? Oder hast du jede Pore einzeln händisch bearbeitet?
LG
Michael
elaborata, die Überarbeitete, wie wahr ;)
Hallo Michael, hallo Stefan,
elaborata = kunstvoll, anspruchsvoll, aufwendig ;-)
Danke für das Lob. We are the music-makers and we are the dreamers of dreams. Willy Wonka.
https://youtu.be/1M0eMkcc91E?t=38
With a little help of my friends.
Die nächste Idee wäre, REM und Durchlicht zu verheiraten, da die Strukturen nicht aufgelöst werden und zu Artefakten führen. Das was man im Ursprungsbild sieht, ist vermutlich nicht die Wahrheit verglichen mit den Oberflächen aus den REM-Bildern. D.h. man benutzt KI, um sich der Realität möglichst anzunähern.
Der Hinweis mit dem Blaukanal fand ich gut.
Also der Weg wäre das Lichtbild mit KI-Elementen anzureichern, um eine höhere Auflösung zu suggerieren. Gleichzeitig bietet es sich an mit Licht, Schatten und Spiegelungen zu spielen.
Ich bin ja ein Fan von den Merano-Glasbläsern und natürlich auch von Leopold Blaschka.
Vielleicht gibt es ja einen Kunststoff, der sich ähnlich wie flüssiges Glas manipulieren lässt.
Ich finde Plastiken, hier stimmt der Name, sind eine gute Idee in Ausstellungen.
Liebe Grüße
Rudolf
Guten Abend
Ich finde den Beitrag spitze, danke an alle Beiträge und ich freue mich auf die nächsten Beiträge.
Meine aktuelle Interpretation:
(http://www.naturfoto-zimmert.com/wp-content/uploads/2026/05/Beide-Schichten-zusammen-2026-05-16-17-34-44-BR8S1-Single-Retusche-004_filtered-WEB-1400-x-933-Pix-Tiefen-und-Lichter-gespreizt.jpg)
Lichter und Mitten gespreizt.
Morgen muss ich mir die Lichter einspiegeln von Photoshop näher ansehen, da hatte ich bei meinen Motiven noch nie damit zu tun. Aber eure Beiträge motivieren dazu.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo,
diesmal ohne KI, aber mit Handarbeit.
Das Konzept/Idee ist REM-Bilder, die die Oberflächenstruktur wahrheitsgetreu wiedergeben mit den Lichtbildaufnahmen zu vereinen. Dabei sollen die glasartigen Strukturen und das Lichtspiel erhalten bleiben, welches bei REM-Bildern fehlt. Insbesondere der dreidimensionale Eindruck, der durch den Schattenwurf entsteht. Das Beste aus beiden Ansichten.
Mashup_REM_Durchlicht_018.jpg
2026-05-21 10_16_09-Greenshot.jpg
Vielleicht noch eine Idee glasartiger? Ich muss warten.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
noch ein Entwurf
Mashup_REM_Durchlicht_020.jpg
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
das hat doch weder Ähnlichkeit mit den Details einer REM Aufnahme noch mit einem Mikrofoto. ::)
Hubert
Hallo Hubert,
das ist das was rauskommt, wenn man eine Frequenztrennung von dem angehängten REM-Bild vornimmt und die High-Frequency, also die Feinstruktur auf das Hellfeldbild projiziert. Das sollte die Oberflächenstruktur sein.
Diese Linsen im Hellfeldbild gibt es nicht; meine Meinung.
Ein großes Glasobjekt, das so aussieht wie diese Diatomeen, sollte die Richtung vorgeben.
Jetzt muss ich den Glaseffekt wieder einschalten.
Dazu braucht es aber wieder die KI.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
die Oberflächenstruktur stimmt doch überhaupt nicht. Weder die der Diatomee in REM Auflösung noch ist die Struktur des Mikrofotos irgendwie richtig erkennbar.
Den spiegelnden Glaseffekt mit den auf die Schalenöffnungen aufgesetzten "Glasperlen" finde ich gruselig. So sieht man eine Diatomee nicht im Durchlicht. Im Auflicht bei nicht eingebetteten Diatomeen kann man eine Spiegelung an der Oberfläche erkennen (durch den sehr hohen Brechungsindexunterschied).
Hubert
Hallo Hubert,
warum soll die Oberflächenstruktur nicht stimmen. Die habe ich mir nicht ausgedacht, sie kommt von der REM-Aufnahme(siehe oben). Jetzt kann ich aber nicht die REM-Oberfläche nehmen, es muss ja durchscheinend sein.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
das Ganze ist doch nicht sehr sinnvoll, hat jedenfalls auch nichts mehr mit dem Gegenstand dieser Diskussion zu tun wo es um die Fotografie von Diatomeen geht.
Die von Dir verwendete REM Aufnahme ist m.E. nicht sehr gut, so wie es aussieht wurde vielleicht in Teilbereichen zu viel gesputtert, oder es lag an der Reinigung der Diatomee. Jedenfalls sind die gitterähnlichen Feinstrukturen in den runden Schalenöffnungen nur im Zentralbereich zu sehen, die peripheren Öffnungen sind komplett mit einer Schicht überzogen. Zum Vergleich rechts daneben eine andere REM Aufnahme aus dem Link darunter. Hier fehlen die Gitter vollständig - aber das ist die Grundstruktur der Schale. Vielleicht kann ein Diatomeen-Spezialist erklären, ob das Fehlen von zu intensiver Reinigung kommen kann.
Kittonia elaborata REM Vergleich.jpg
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?p=294578#p294578
Hier noch eine hochauflösende REM Aufnahme dieser Gitterstrukturen der LMU München
https://www.ultrastruktur.bio.lmu.de/de/forschung/rem1/rem/diatomee_marin.html
Und nachdem man auch mikrofotografisch diese Feinstrukturen darstellen kann (hier mit UV-Licht 365nm) weil die Schalenöffnungen relativ groß sind, kann man sich Deine Kombinationsversuche eigentlich sparen. ;)
Kittonia elaborata Beats 365nm.jpg
Dieses hoch aufgelöste Foto der Kittonia elaborata hat Beatsy in unserem Forum gezeigt
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=49063.msg364751;topicseen#msg364751
Das Bild stammt ursprünglich aus einer Diskussion im photomacrography.net, viel besser kann man die Diatomee wohl nicht fotografieren. Das Stereobild ist auch beeindruckend:
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=14&t=46914
Hubert
Hallo Hubert,
wie heißt das Thema?
"Erfahrung bei der Fotografie von Diatomeen gesucht"
Es geht nicht darum wie sieht "Kittonia elaborata" in Wirklichkeit aus.
Ich suche nach anderen Möglichkeiten, wie man eine Diatomeen abseits der bekannten Möglichkeiten darstellen kann.
Es ging um Schatten, Lichteinfall, Darstellung von glasartigen Strukturen, Überblenden und Anreichern von Bildern. Ich kann daraus was lernen, vielleicht andere auch. Und mir macht das auch noch Spaß.
Es soll ja die nächsten zwei Wochen richtig warm werden, hoffentlich werde ich nicht unleidig, ich vertrage zu warme Temperaturen nicht. ;-)
Abgesehen davon ist es natürlich schon interessant, wie sich vielleicht irgendwelche Sputter-Artefakte einschleichen oder vielleicht sind auch die Feinstrukturen zerstört worden. Bis zu welcher Grenze man bei Lichtmikroskopie Strukturen erkennen kann usw.
Ich lese deine Sachen gerne. Weiter so. Die 3D-Ansicht werde ich mir merken.
Interessant, dass Beatsy hier Farbe reingebracht hat.
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=14&t=46914
:o
Glas und Wellen sind ziemlich schwierig, besonders wenn man diese Strukturen editieren will.
Liebe Grüße und eine gute Nacht
Rudolf
Hallo,
hier noch wie angekündigt, das Merge Bild aus Durchlicht mit dem REM-Bild glasartig dargestellt.
Ob die Basis von dem REM-Bild stimmt, kann vielleicht noch jemand beantworten für die Versuche hier ist das eher nicht so wichtig.
Jetzt noch ein paar Weintrauben oder ein Humus auf die Glasplatte, sehr dekorativ. 8)
Merge_Glas_Like_26.jpg
Liebe Grüße
Rudolf
Sieht aus wie Murano Glas. :P
Hallo Rudolf
Ich finde es spannend was da so geht, es ist natürlich auch hilfreich zu wissen wo es noch zusätzliche Struktur gibt.
Ich überlege seit zwei Tagen sie noch einmal neu zu fotografieren, mit dem 60er und Öl.
Die Frage ist da natürlich, ob diese Diatomee dafür nicht zu hoch ist.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
war eine interessante Sache. Eine tolle Diatomeen. Dir viel Erfolg mit deiner Ausstellung.
Du kannst das Foto natürlich dafür verwenden...
Merge_Glas_Like_29.jpg
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
das ganze Spiel mal mit ChatGPT mit folgenden Anweisungen: ;)
Ausgangsbild die schon gezeigte REM-Aufnahme
Kittonia elaborata REM.jpg
"Mache aus dieser REM Aufnahme der Diatomee Kittonia elaborata ein Bild, das aussieht als wäre die Diatomee aus Glas."
Kittonia elaborata glasig.jpg
"Zeige die Diatomee vor hellem Hintergrund"
Kittonia elaborata Durchlicht Glas.jpg
"Lasse die Diatomee wie Glas glänzen."
Kittonia elaborata Durchlicht glänzendes Glas.jpg
Das mit dem Schlüsselwort "glänzen" war dann wohl etwas zu viel. :)
Hubert
Wertes Forum,
da ja verbürgt ist, das László Moholy-Nagy (https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A1szl%C3%B3_Moholy-Nagy) wie auch Ludwig Mies van der Rohe (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Mies_van_der_Rohe) sich von den Formen der Natur inspirieren ließen, dabei sich von ihr entfernt haben, ist natürlich alles erlaubt was gefällt: einfach ein drittes "Bein" dran und fertig ist der coffee table "elaborated"... oder doch eher Omas Kuchenplatte...?
elaborated coffee table.jpg
Beste Grüße Stefan
Hallo Gerhard,
ZitatIch überlege seit zwei Tagen sie noch einmal neu zu fotografieren, mit dem 60er und Öl.
Die Frage ist da natürlich, ob diese Diatomee dafür nicht zu hoch ist.
So hoch dass sie nicht in den Arbeitsabstand passt ist sie wohl kaum. Beatsy hat sie auch mit einem 100/1.4 aufgenommen.
Seine Technik ist natürlich sehr ausgefeilt, z.T. mit Pixelshift-Kamera um weniger Rauschen mit mehr Dynamikumfang zu erhalten. Zum Vergleich in den folgenden Bildern
1. die Aufnahme in Weißlicht mit Farbnuancen (40/0.75), dann
2. mit UV-Licht 365 nm (100/1.4), schließlich
3. beide Aufnahmen überlagert um hohe UV-Auflösung mit Farbe zu kombinieren.
Im 3. Farbbild sind dann sogar die Feinstrukturen der Schalenöffnungen erkennbar.
Das wird in diesen drei Beiträgen von Beatsy genauer beschrieben:
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=14&t=46914
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=8&t=47821&p=301051&hilit=kittonia+elaborata#p301051
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?f=8&t=48556&p=306333&hilit=kittonia+elaborata#p306333
Kittonia elaborata 40_0.75 Beatsy.jpg
Kittonia elaborata 100_1.4 365nm Beatsy.jpg
Kittonia elaborata 40_75+100_1.4 Beatsy.jpg
Hubert
Hallo Freunde der Fotografie, Glaskunst, Glasbläser, Naturfreunde, Physiker, Zauberlehrlinge,
um hier wieder die nötige Lockerheit in das Thema zu bekommen,
das Kind braucht natürlich einen Namen, RLU-Merge, was soviel heißt wie der REM-Lightmicroscopy-Unify-Merge. Die Kombination von REM- und Lichtbildaufnahmen. 8)
,,Nicht darum geht es, beliebige Worte aus künstlicher Hand zu rufen und sodann den Geistern zu verfallen, die man selbst entfesselte – wie der Lehrling, der des Meisters Bann vergaß –, sondern um die Kunst in ihrem eigentlichen Sinne.", frei nach Goethe.
Übrigens für das Design der Platten ist es alles andere als unerheblich, ob jetzt da Löcher drin sind oder nicht. Es geht hier weniger um die naturidentische Abbildung, sondern ob die Sauce nach unten durchläuft und die Tischdecke verkleckert. ;)
@Hubert, gefällt mir gut, besonders, dass jetzt Farbe reingekommen ist.
@Stefan:
Ein guter Hinweis mit László Moholy-Nagy und Ludwig Mies van der Rohe, bin immer wieder erstaunt wie du die Verbindungen ziehst. Eine Bereicherung.
Futuristischer Pavillon bei Dämmerung, mit naturalisitischen Elementen der Natur im Stile von László Moholy-Nagy und Ludwig Mies van der Rohe.
MashUp_László Moholy-Nagy und Ludwig Mies van der Rohec.jpg
Was jetzt noch super-cool wäre, wenn diese Höcker als Lichtsammler, das Licht in den Innenraum leiten.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo,
und hier noch der Entwurf mit den Hörnern als Lichtsammler:
Wäre schon cool so ein Gebäude in Wien. Ich komme dann gerne vorbei.
Futuristischer Pavillon bei Dämmerung, mit naturalistischen Elementen der Natur im Stile von László Moholy-Nagy und Ludwig Mies van der Rohe. Wobei die Hörner der "Kittonia Elaborata" als Lichtsammler auf dem Dach dienen und den Innenraum wie eine blaue Grotte oder Kristallhöhle ausleuchten.
Es gibt ja auch Hinweise, dass diese Strukturen die gleiche Aufgabe in der Natur haben, nur im mikroskopischen Maßstab, um Licht für die Photosynthese ins Innere der Diatomeen zu transportieren.
MashUp_László Moholy-Nagy und Ludwig Mies van der Rohe_f.jpg
Hallo Rudolf,
warum zeigst Du alle Bilder immer zweimal in jedem Beitrag? Das müllt doch die ganze Diskussion zu.
Hubert
Hallo Hubert
Danke für die Links
Zu meinen BH2 Zeiten habe ich eine Durchlicht-UV Beleuchtung mit 365nm gebaut, auf die Idee eine Auflichtversion für das BX zu bauen bin ich noch gar nicht gekommen.
Da muss ich drüber nachdenken, man müsste einen Filterwürfel umbauen. Das sollte kein großes Problem sein.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
die Bilder von Beatsy sind aber Durchlicht.
Auflicht sieht dann so aus (hier nicht in UV) https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=31630.msg234501;topicseen#msg234501
Hubert
Hallo,
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=31630.msg234501;topicseen#msg234501
das ist ja eine phantastische Aufnahme vom Michael, ditto die Idee vom Kugeltisch.
Auf diesem 3D-Bild sieht man diesen feinen, fast durchsichtigen Rand, insbesondere vorne. 3D hat seine Vorzüge. Es ist ja eh immer ein Wunder, wie sich so etwas hält, ohne dass es kaputt geht.
ZitatHier noch zwei Stereos (Schielerei), das zweite mit dem Herrmannschen Kugeltisch und einem 50er Mitutoyo ist von der Qualität besch....eiden, aber der Stereoeffekt ist ganz nett mit der Spiegelung.
3D_Michael.jpg
@Lupus
Also, meistens sehe ich noch was und ändere dann das Bild im Anhang und schraube die dpi auf 300 hoch.
Das kann dann schon mal "grueslig" und müllig werden, wie du ganz treffend schreibst.
Lieber eine ehrliche Meinung, als keine.
Hier noch ein weiteres Konzeptbild
ChatGPT Image 22. Mai 2026, 11_03_21_052c.jpg
ZitatDas müllt doch die ganze Diskussion zu.
Und daher noch etwas Bitch&Bites 8) , Homo homini lupus
Keine Diskussion im Forum ohne Zugewinn: es gibt auch ,,Homo homini deus" (Feuerbach)
Hallo Rudolf,
ZitatAlso, meistens sehe ich noch was und ändere dann das Bild im Anhang und schraube die dpi auf 300 hoch.
Das kann dann schon mal "grueslig" und müllig werden, wie du ganz treffend schreibst.
Unter zumüllen verstehe ich wenn sinnlos die
identischen Bilder jeweils zweimal angehängt werden, einmal im Text und dann nochmal am Ende.
Screenshot.jpg
Hubert
Hallo Gerhard,
ein sehr interessanter Beitrag mit Ideen für Darstellungsformen.
Bin schon auf deine UV Ergebnisse gespannt :)
Liebe Grüße
Gerhard