Hallo,
in dem Faden hier Endictya/Stephanopyxis (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=54089.0)
hatte ich nach der Bestimmung einer Kieselalge gefragt. Ich zeige das Bild hier nochmal:
a1_stack.jpg
Bild 1: Endictya/Stephanopyxis gestackt
Sogar Anne konnte nicht weiter helfen.
Das erklärt sich einfach (nach 4 Stunden Recherche): Das ist gar keine Kieselalge.
Wenn man sich die "Poren" ansieht, erkennt man, dass die zwischen 4 und 7 µm groß sind. Das sind keine Kieselalgen-Poren. Das sind Scheunentore.
Mit Hilfe von Gemini (ohne hat es zu meiner Schande nicht gereicht) lag die Lösung darin, bei den Radiolarien zu suchen.
Der feine Herr Russel hat hier eine Callimitra, vermutlich eine Callimitra carolatae (Haeckel, 1887) auf den "Selected Diatoms" Objektträger gepappt. Leider ist sie an einer der 120° Radien gebrochen, was die Bestimmung nicht vereinfacht hat.
Hier gibt es einen Link zu der "Mutter aller Originale": Ernst Haeckel (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Radiolaria_(Challenger)_Plate_063.jpg)
Viel Spaß beim Betrachten,
Carsten
Hallo Carsten,
👍!
Das passt, sehrschön.
lG
Anne
Kriminalistische Glückwünsche!
Gruß, Heiko
Hallo,
eine kleine Korrektur. Bei dem Tierchen handelt es sich ziemlich eindeutig um Lampromitra pentalactis.
Ein Bild gibt es hier (https://www.mikrotax.org/images/rads_cat/S/Sethophormis/Sethophormis%20pentalactis/Sethophormis%20pentalactis%20Haeckel%201887.jpg)
Und nachlesen kann man es hier (https://www.mikrotax.org/radiolaria/index.php?taxon=Lampromitra&module=rads_cenozoic&dpage=1)
Das Kieselgur-Material aus Santa Martha wurde ab 1874 verkauft. Russel hat in dieser Zeit noch keine Dünnschliffe gefertigt und von Diatomeen-Präparaten gelebt. Die Lampromitra wurde von Haeckel erst 1887 nach der Challanger-Expedition beschrieben. Vermutlich hat Russel also "diese schöne Kieselalge" auf sein Slected Diatoms Präparat geklebt und gar nicht erkannt, was er vor sich hatte. Er hätte dann quasi diese Radiolarie vor Haeckel "entdeckt".
Einen Schönen Tag,
Carsten