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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Thomas Böder in Juni 02, 2026, 14:06:12 NACHMITTAGS

Titel: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 02, 2026, 14:06:12 NACHMITTAGS
Moin liebe Kolleginnen und Kollegen.

Habe gerade etwas viel Freizeit und spiele etwas mit meinen Mikroskopen rum.
Ich habe ein Problem mit diesem Auflichtrevolver.

IMG_7456.jpeg

Das Bild ist wirklich ziemlich unterirdisch.
Schärfe geht so, aber Kontrast und Farben sind echt mies.
Wenn ich dann mal das Ultropak anbaue und durchschaue, geht regelrecht die Sonne auf.
Knackscharf, hoher Kontrast und exzellente Farben.
Auch mein Reichert hat ein gutes Bild bei Auflicht.
Keine Ahnung was das Problem ist?!
Die Objektive sind sauber, Tubuslinse passt etc.
Es spielt auch keine Rolle, ob Panphot oder Ortholux.

Bin etwas ratlos und irritiert.

Habt ihr Ideen?

Gruß, Thomas.
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Peter V. in Juni 02, 2026, 14:13:10 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

mir wundert nur eine Sache an Deinen Ausführungen:

ZitatAuch mein Reichert hat ein gutes Bild bei Auflicht

Tatsächlich ist es so, dass Auflicht-Hellfeld eigentlich immer ein total matschiges, überstrahltes Bild liefert, das allenfalls durch entsprechende Verwendung der Leuchtfeld- und Aperturblende halbwegs "kontrastreich" ist. Das ist prinzipbedingt und ist bei allen Auflichteinrichtungen mit direkter (koaxialer) Beleuchtung durch das Objektiv so.

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 02, 2026, 14:23:00 NACHMITTAGS
Das braucht dich nicht wundern Peter.
Das Reichert funktioniert wie die Ultropak Objektive.  :D

Also ist das einfach so der Technik geschuldet und muss so sein.
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Peter V. in Juni 02, 2026, 14:27:20 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

genau so ist es!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: liftboy in Juni 02, 2026, 14:33:29 NACHMITTAGS
Hallo erstmal,

das gleiche Elend hatte ich auch; habs immer auf andere Ursachen geschoben. Mit "echten" Epi-Objektiven hats das nicht... obwohl... selbst die guten Zeiss/J Epiplane geben ein flaues Bild, solange da noch ein Deckglas dazwischen ist! Ohne Deckglas klar und knackscharf. Der "normale" Strahlengang mit Beleuchtung durch die Objektivoptik muss einfach mit Fehlern behaftet sein; hilft nix!
Grüße
Wolfgang
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Peter V. in Juni 02, 2026, 14:41:38 NACHMITTAGS
Hallo,

wir hatten hier kürzlich jemanden, der völlig unbeleckt von der Mikroskopie ein relativ nacktes Leitz-Polstativ mit Pol-(Hellfeld)Auflichtilluminator (Pol-Opak) bekommen hatte und überlegte, das zu einem für ihn funktionsfähigen Mikroskop aufzurüsten.
Es hat hat länger gedauert, ihn davon zu übrzeugen, dass sich das nicht lohnt und er als Hobbyist damit nichts Sinnvolles anfangen kann. Weil eben die Hellfeld-Auflichtmikroskopie nur ganz wenige spezielle Anwendungen im professionellen Bereich hat und für "schöne Bilder" nicht taugt.*

Herzliche Grüße
Peter

*Bevor aus irgendeiner Ecke Widerspruch kommt: Ja, für bestimmte Anwendungen (zum Beispiel hochpolierte Metallanschliffe in der Metallurgie) ist das ein geeignetes Verfahren, abr damit hat der gemeine Hobbyist in der Regel nichts zu tun.
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 02, 2026, 14:49:09 NACHMITTAGS
Naja, ICs im Auflicht sind schon cool.  8)
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: olaf.med in Juni 02, 2026, 14:59:48 NACHMITTAGS
Da muss ich jetzt doch einmal vehement widersprechen!!! Auflichtoptik ist nicht per se unscharf und nicht knackig - ganz im Gegenteil, gute Auflichtobjektive sind in ihrem Anwendungsbereich sicher besser als Standard-Durchlichtobjektive. Wenn etwas nicht so "knackig" erscheint wie Bilder im Durchlicht liegt das daran, dass die Objekte selbst in der Regel nicht so viel Kontraste zeigen. Wenn es unscharf ist liegt es sicher an eindeutigen Fehlern im System (Klassiker: ölverschmierte Frontlinsen bei Trockenobjektiven). Garkeinesfalls darf man mit Deckglas mikroskopieren wie von Wolfgang erwähnt. Diese bringt schon ein Reflektionsvermögen von ca 4% ein, was das gesamte Bild überlagert und verschleiert, ganz abgesehen von den optischen Effekten im Strahlengang bei Systemen, die dafür nicht gerechnet sind.

Grundsätzlich: Gute Auflichtoptik, und dazu gehört die von Thomas gezeigt zweifellos, muss gute Bilder liefern, allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Effekte anders sind als im Durchlicht.
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: purkinje in Juni 02, 2026, 15:32:57 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,
da ich annehmen darf dass Du klassisch geköhlert hast, oder?, lohnt auch immer ein "kritischer" Blick auf den Strahlenteiler, ich verwende dazu eine spaltförmige leicht schräge Beleuchtung um feinste Beschläge zu erkennen.
Beste Grüße Stefan
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Peter V. in Juni 02, 2026, 16:21:33 NACHMITTAGS
Lieber Olaf,

Du schreibst ja das Entscheidende: "...in ihrem Anwendungsbereich". Und der entspricht nicht dem, was der Hobbymikroskopiker üblicherweise erwartet. Man kann nicht "alles" unter das Hellfeld-Auflichtmikroskop legen und erwarten, dass man dann "schöne Bilder" bekommt. Auflichtmikroskopie ist für plane, polierte Oberflächen geeignet, aber alle anderen "Präparate" führen zu keinem befriedigenden Ergebnis. Der Ultropak hingegen erzeugt zumeist Bilder in der Art, wie sie der normale Hobbymikroskopiker erwartet.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 02, 2026, 18:52:37 NACHMITTAGS
Hier mal die Unterschiede:

Ultropak 6,5

IMG_7461.jpeg

C 5

IMG_7460.jpeg

Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Peter_le in Juni 02, 2026, 19:12:39 NACHMITTAGS
Fehlt beim "schlechten" vielleicht ein Polarisator/Analysator?
Wobei das strenggenommen kein Hellfeld mehr wäre

Ansonsten finde ich das zweite, wenn es Hellfeld ist, nicht schlecht.
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 02, 2026, 19:20:09 NACHMITTAGS
Bei beiden Varianten sind keine Filter im Spiel.
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 02, 2026, 19:26:20 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter_le in Juni 02, 2026, 19:12:39 NACHMITTAGSAnsonsten finde ich das zweite, wenn es Hellfeld ist, nicht schlecht.

Ich finde das Zweite, im Vergleich zum Ultropak als geradezu fürchterlich.
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Rawfoto in Juni 02, 2026, 20:02:28 NACHMITTAGS
Guten Abend,
wenn Leute aus der Makrofotografie in Richtung Mikroskopie gehen landen sie zwangsläufig im Auflichtbereich.

Wer dort eine hohe Qualität mit aktuellen Digitalkameras erwarten benötigen eine auch dafür geeignete Mikroskop/Objektiv-Ausrüstung. Es geht auch mit den meisten Analogobjektiven mit aktuellen Kameras nichts mehr, dafür wurden die einfach nicht gerechnet. Das waren andere Zeiten.

Deckglas hat da gar nichts verloren und meist müssen Polfilter eingesetzt werden, einer um das Licht zu polarisieren und einer für das Objekt selbst. Olympus setzt da z.B. bei seinem 2,5 APO für die BX-Serie haben sogar einen Lambda 1/4 Filter in das Objektiv eingebaut.

Die Mitutoyo APO Auflichtobjektive sind doch immer wieder eingesetzt und bringen gute Ergebnisse. Ob am Auflichtmikroskop oder in Kombination mit Tubuslinsen. Gerade zwischen den Endlichsystemen und den Unendlichsystemen ist die Qualität im Auflichtbereich mit einen Quantensprung in die richtige Richtung gegangen.

Und ja, Durchlichtsysteme sind da nicht so kritisch wie Auflichtsysteme. Ich habe die letzen 40 Jahre selbst mitgemacht und jeweils die aktuellen Systeme eingesetzt. Ich habe mit dem Olympus BHC begonnen und über das BH-2 im Auflicht in Richtung BX abgebogen. Das waren jeweils deutliche Verbesserungen.

Gerade zwischen 1950 und 1982 hat man begonnen von den klassischen Anwendungen wie Metallkunde und co durch REM und co abzulösen ...

Also nicht verzweifeln, jeder bestimmt selbst welche Qualität er/sie braucht. Es gibt am Markt aber zeitgerechte Lösungen im Top-Bereich.

Dank der geringen Nachfrage bekommt man um 2500.- bereits ein gut bestücktes BX51 Auflicht Mikroskop mit sehr guten Objektiv, ein bisschen Glück und Fachkenntnis gehört dazu. So ist die MGW zu einem spitzen Gerät über die Bucht gekommen.

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Peter V. in Juni 03, 2026, 01:10:59 VORMITTAG
Hallo,

ich wiederhole es nochmal: Das zweite Bild ist nicht ,,fürchterlich", sondern absolut erwartungsgemäß. Subjektiv mag man es natürlich als fürchterlich empfinden. Auflicht-Hellfeld ist aber nun einmal eine andere Beleuchtungsmethode als Auflicht-Dunkelfeld und bringt somit auch eine andere Darstellung des Objektes. Ich möchte einmal folgenden Vergleich aus der Durchlichtmikroskopie anbringen, um es hoffentlich verständlich zu machen: Wenn man Mundschleimhautzellen nativ im Hellfeld betrachtet, sind sie kaum zu erkennen, da extrem kontrastarm. Vergleicht man das HF-Bild mit schiefer Beleuchtung oder gar DIK, könnte man auch sagen, dass das Hellfeldbild ,,fürchterlich" ist.
Thomas, Dein Auflichtsystem ist in Ordnung und auch mit einem modernen System sähe es nicht wesentlich anders aus. Das ist einfach so! Methodenbedingt.
Das Anwendungsgebiet - auch hier wiederhole ich mich - der Hellfeld-Auflichtmikroskopie sind plane und polierte Proben wie zum Beispiel Erz- oder Metallanschliffe.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: liftboy in Juni 03, 2026, 11:20:46 VORMITTAG
Hallo estmal,

wie Peter schon gesagt hat: Anschliffe!
Ich hab hier ein Lomo-Auflicht-Testpräparat (vermutlich Granitanschliff, poliert) unters Epi gelegt:
restauriertes Euromex mit Zeiss/J Epi.Objektiven, hier:
Planacro-HD, 5x 0,10, oo-0A
Bilder: 1 Aufbau, 2 Hellfeld, 3 Dunkelfeld, 4 Pol/Polarisator, 5 Pol/Polarisator+Analysator
(die Polbilder mussten derbe aufgehellt werden und sind auch leider etwas unscharf)

Grüße
Wolfgang
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: olaf.med in Juni 03, 2026, 13:03:27 NACHMITTAGS
... es wurde hier wahrscheinlich schon hundertmal gesagt, aber ich tue es nun zum hundertundeinstenmal, da ich sehe, dass immer noch bei vielen Foristen Unklarheit herrscht...

Das Problem ist, dass der Begriff Auflichtmikroskopie synonym für zwei völlig unterschiedliche Verfahren der Mikroskopie verwendet wird, deren Schnittmenge praktisch gleich Null ist:


Die normalen Nutzer in diesem Forum verstehen unter dem Begriff Auflichtmikroskopie das erstgenannte Verfahren, bei dem man eine konturierte Probe seitlich beleuchtet und im besten Falle durch zwei getrennte Blickwinkel (im Greenough-Verfahren sogar durch zwei räumlich verschiedene Strahlengänge) ein dreidimensionales Bild des Objekts wahrnimmt.

Die Auflichtmikroskopie im engeren Sinne hat eine ganz andere Zielsetzung und erfordert völlig andere Proben. Hier beobachtet man unter senkrechter Einstrahlung auf eine perfekt ebene und hochpolierte Fläche das reflektierte Licht mit dem Ziel der Diagnose von meist opaken Festkörpern und deren Verwachsung miteinander. Wer also erwartet, dass man z.B. die Details eines Fliegenbeins oder eines anderen dreidimensionalen Körpers mit dieser anspruchsvollen und meist auch viel teureren Apparatur besser und höher vergrößert sieht, wird zwangsläufig eine herbe Enttäuschung erleben (siehe ersten Post in diesem Thread!).

Bei der Auflichtmikroskopie im engeren Sinne beobachtet (und mißt!) man die Wechselwirkung von Licht mit der Probe und benutzt diese Beobachtungen diagnostisch. Die wichtigste Eigenschaft ist das spektrale Reflektionsvermögen, das heißt wieviel des eingestrahlten Lichts bei einer bestimmten Wellenlänge reflektiert wird. Das äußert sich in Farbe und Helligkeit des Festkörpers im mikroskopischen Bild. Diese Größen kann man quantitativ messen und und zur Bestimmung nutzen. Ein zusätzlicher Parameter ist die Mikrohärte, die man relativ an Lichtlinien an Korngrenzen erkennt, oder aber die man durch spezielle Mikrohärteprüfer quantifizieren kann. Weiterhin gibt es noch eine Vielzahl anderer isotroper und anisotroper Bestimmungsmekmale.

Die Auflichtmikroskopie im engeren Sinne ist ein unverzichtbares Hilfsmittel bei vielen technologischen und wissenschaftlichen Problemstellungen.

Mittels der Erzmikroskopie (Auflichtmikroskopie im engeren Sinne im polarisierten Licht) erfolgt die Diagnose der Erzminerale in den Lagerstätten. Die Art der Verwachsung und die Korngröße, die man dabei ermittelt, sind wichtige Parameter für eine gezielte Aufbereitung (z.B. des Mahlgrads, damit die Phasen auch tatsächlich voneinader getrennt werden zur nachfolgenden Flotation (Konzentration durch "Schwimmaufbereitung").

In der Kohlepetrographie bestimmt man über das Reflektionsvermögen den Inkohlungsgrad und damit die Qualität der Kohle, in der Metallographie gewinnt man über die Gefüge (Korngröße und Verwachsung der Einzelkristalle im Metall) eine Aussage über die mechanischen Eigenschaften (Festigkeit, Zähigkeit etc.), in der Schadensanalyse erhält man Informationen über die Ursachen von Schäden (z.B. Rißbildung etc.).

Nachfolgend ein Beispiel im senkrechten Auflicht, die sowohl stellvertretend für Erzmikroskopie und Metallographie stehen könnte. Man sieht das Bild einer Probe von gediegen (metallischem) Eisen vom Bühl bei Kassel. Dort hat ein Basaltschlot Braunkohleflöze durchschlagen, wobei ein natürlicher Hochofenprozess Eisenkarbonate zu metallischem Eisen reduziert hat. Das Eisen ist hochreflektierend weiß im Bild, die rundlichen Formen zeigen, dass es aus der Schmelze erstarrt ist. Es ist schammig mit Silikaten aus dem Basalt verwachsen (Feldspäte und Olivin, dunkelgrau bis schwarz). In der Mitte erkennt man einen Ulvöspinell-Kristall (Fe2TiO4) mit nelkenbrauner Färbung. Dieser zeigt einen Zerfall zu Ilmenit (grau, linealförmig) und gediegen Eisen (Fe2TiO4 > FeTiO3 + Fe + 1/2 O2) was auf starke Reduktion während der Bildung hinweist. Im Eisen (Bildmitte, oben) ist ein Einschluß von Troilit (FeS) an seiner gelbbrauner Färbung erkennbar. Um das Eisen hat sich ein unregelmäßiger Saum von Brauneisen (Rost, FeOOH, mittelgrau) durch Verwitterung gebildet. Dies alles ist durch einen Blick ins Auflichtmikroskop für den Fachmann erkennbar!

Bühl.jpg

Die Anforderungen an die optische Qualität der Mikroskope ist z.T. wesentlich höher als in der Durchlichtmikroskopie, es werden z.B. viel bessere Vergütungen der Oberflächen benötigt. Das zeigt eine einfach Überlegung: ein normale unvergütete Glas-Luft-Fläche reflektiert ca. 4% des eingestrahlten Lichts. Damit wird das Bild einer niedrig reflektierenden Probe völlig verschleiert. Das Reflektionsvermögen von Kohle z.B. ist deutlich geringer als 4% und. Daher sind höchstvergütete Linsensysteme zwingend erforderlich. Bei der Erzmikroskopie sind die anisotropen Effekte der Kristalle z.T. nur in der Größenordnung von 1/1.000 der eingestrahlten Lichtintensität, und auch dies muss man erkennen.

Somit ist die Auflichtmikroskopie im engeren Sinne eine in der Technologie und Wissenschaft außerordentlich wichtige Methode und das Auflichtmikroskop (im engeren Sinne!) eine wertvolle Apparatur, aber für denjenigen, der den Vergrößerungsbereich von "Stereomikrokopen" bzw. "Binokularlupen" erweitern möchte, völlig unbrauchbar!

Mit herzlichen Grüßen,

Olaf
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: liftboy in Juni 03, 2026, 15:09:29 NACHMITTAGS
Hach Olaf,

das hast Du wunderbar erklärt (wie immer :-}  )

Grüße
Wolfgang
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: hugojun in Juni 03, 2026, 15:48:52 NACHMITTAGS
Hallo Olaf,
vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung der Verhältnisse in der Auflicht-Mikroskopie.
Das gediegene Eisen vom Bühl ist zudem ein ganz besonders schönes Beispiel, weil hier die Besonderheit der Genese dieses seltene Vorkommen geschaffen hat.
Zum Auflicht-Bild im Allgemeinen und zum Ulvöspinell-Kristall im Speziellen habe ich Fragen.
Sehen wir hier Auflicht – mit Immersion oder Ohne und ist die Kräftige Farbe des Ulvöspinell-Kristalls der Immersion geschuldet, zudem sind Innen Reflexe ohne Streuung erkennbar.
Welche Abmessungen haben die Ulvöspinell-Kristalle in deinem Beispiel?
Liebe Grüße
Jürgen

Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: olaf.med in Juni 03, 2026, 16:53:45 NACHMITTAGS
Lieber Wolfgang,

vielen Dank für die Blumen :)

Lieber Jürgen,

sehr gut beobachtet, es handelt sich tatsächlich um eine Aufnahme mit Ölimmersion, die man ja, anders als in der Durchlichtmikroskopie, nicht nur zur Erhöhung der Apertur, sondern auch zur Erzeugung diagnostischer Effekte nutzt. Der Ulvöspinell zeigt erst dann diese typische nelkenbraune Farbe - in Luft ist er eher grau. Auch werden die Kontraste zwischen transparenten und opaken Phasen größer. Daher sind die Silikate hier so dunkel und zeigen die typischen Innenreflexe.

Der Ulvöspinell ist ca. 100 µm groß.

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Peter V. in Juni 04, 2026, 07:30:26 VORMITTAG
Hallo,

hier ein schöner Vortrag von Olaf, exakt passend zum Thema dieses Threads:

https://youtu.be/gcxT_CcPORQ

Es fehlen wenige Sätze zu Beginn des Vortrages. Ab 09:30 geht es um die entsprechenden Illumintoren.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 04, 2026, 08:22:08 VORMITTAG
Danke Peter und Olaf!  :D
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: ortholux in Juni 05, 2026, 12:29:51 NACHMITTAGS
Vielleicht noch ergänzend:

Der Ultropak beleuchtet im Dunkelfeld, was der herkömmlichen Stereomikroskopie entspricht. Da ist kein beleuchtendes Licht im Abbildungsstrahlengang und somit automatisch mehr Kontrast.

Das kann noch gesteigert werden, indem man mit polarisiertem Licht beleuchtet.

Im Hellfeld ist das schwierig. Hierfür hat Leitz sog. Immersionskontrast-Objektive entwickelt. Das sind Immersionsobjektive mit vorgesetzer Lambda/4-Platte. Die dreht beim Durchgang die Polarisationsrichtung des beleuchtenden Lichts um 45°. Wenn dann beleuchtendes Licht an der Probe reflektiert wird, geht es wieder durch die Platte, wird nochmal um 45° gedreht und kann dann vom Analysator entfernt werden - im Gegensatz zum abbildenden Licht, welches ja nicht gedreht wurde.

Wolfgang
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: Thomas Böder in Juni 05, 2026, 12:55:07 NACHMITTAGS
Danke Wolfgang, das teste ich nachher mal!
Titel: Aw: Problem mit Ortholux Panphot Auflicht
Beitrag von: olaf.med in Juni 05, 2026, 13:47:17 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

schau mal bei "Suche" unter dem Begriff "Immersionskontrast", da findest Du viel Information über auflichtmikroskopische Kontrastverfahren.

Herzliche Grüße, Olaf