Hallo zusammen,
heute möchte ich einen Vergleich zwischen einem normalen Löwenzahn und einer fasziierten bzw. proliferierten Form zeigen. Das Material wurde von meiner lieben Frau in Nenzing gesammelt.
Zunächst habe ich versucht, frisches Material zu schneiden. Das erwies sich allerdings als ziemlicher Krampf, insbesondere bei der ungewöhnlich stark ausgeprägten Pflanze. Daher existieren vom ,,Monster-Löwenzahn" leider keine brauchbaren Schnitte aus Frischmaterial.
Der restliche Pflanzenstängel wurde anschließend in 70 % Ethanol fixiert und etwa einen Monat später in PEG eingebettet. Dabei habe ich bewusst auf eine vollständige Infiltration verzichtet und das PEG lediglich als mechanische Stütze für den Schnitt verwendet. Entsprechend zügig erfolgte die Einbettung.
Das Verfahren funktionierte überraschend gut: Alle Präparate konnten mit 30 µm Schnittdicke angefertigt werden. Die Schnitte wurden anschließend mit FCA nach Etzold gefärbt und schließlich in Euparal eingedeckt.
Gezeigt werden Quer- und Längsschnitte des normalen Löwenzahns sowie Querschnitte der fasziierten bzw. proliferierten Form. Trotz der auffälligen äußeren Erscheinung lassen sich im anatomischen Aufbau des Stängels keine gravierenden Unterschiede erkennen. Gerade das fand ich interessant, da ich deutlich stärkere Abweichungen erwartet hätte.IMG_0769.jpegIMG_0768.jpegIMG_0766.jpegIMG_0765.jpegIMG_0764.jpegIMG_0763.jpeg
Probenvorbereitung usw.:IMG_1177.jpegIMG_1176.jpegIMG_0776.jpegIMG_0775.jpegIMG_0774.jpeg
Schnitte des Monsters:20260605210546223.jpeg20260605211555048.jpeg
Normale Form:
Nativ:20260427172751158.jpeg20260427172734320.jpeg20260427172330859.jpeg
LängsschnittUnbenannt.jpeg
Querschnitte:P6060088.jpegP6060082.jpegP6060086.jpegP6060144.jpeg
Eine freundliche Legearbeit:P6060003.jpeg
Liebe Grüße Daniel
Lieber Daniel,
wie kommt es denn zu solchen "Monster"-Formen?
Schnitte und Färbungen sind in jedem Fall gut, wobei ich nicht weiß, ob eine Einbettung in PEG in diesem Fall erforderlich war.
Schöne Grüße
Peter
Die Botanik-Liste freut sich jedenfalls auf Deinen Löwenzahn.
Lieber Peter,
Ich bin mir nicht sicher ob das vollumfänglich geklärt ist. Im folgenden link werden Bakterien, Viren und Pilze als mögliche Ursache genannt: https://natur-tagebuch.ch/phaenomen-verbaenderung-eine-wuchsanomalie/
Eine Recherche bei ChatGPT gibt folgende Faktoren an: eine Entwicklungsanomalie
* oft durch:
* hormonelle Störungen
* genetische Mutationen
* Verletzungen des Vegetationspunkts
* selten auch Umweltstress
Also Kurz gesagt, ich weiß es nicht und die Schnitte haben nichts zur Klärung beigetragen 😅
Ich fand es angenehm das der Stengel in dem Recht harten PEG eingebettet ist und bei den Verbänderten konnte ich wirklich große Schnitte erstellen. Das der Hohlraum gefüllt war schon etwas geholfen beim schneiden, beim großen wie beim kleinen... Und der Arbeitsaufwand ist wirklich marginal dabei.
Liebe Grüße, Daniel
Ich habe noch was gefunden: https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexikon-a-z/verbaenderung
Hallo Daniel,
sehr schöne, gleichmäßige Schnitte präsentierst Du uns hier, gefallen mir gut.
Ich benutze auch sehr oft PEG um Stengel zu fixieren,
meiner Meinung nach bei weichen Proben besser als eine Karotte oder ähnliches.
Weiterhin viel Spaß beim Schneiden
Matthias
Hallo Matthias,
Freut mich das dir die Schnitte gefallen.
Ich wollte da mit dem peg mal ausprobieren wie schlampig man arbeiten kann ohne das es Probleme gibt, und ja das Ergebnis ist: sehr sehr schlampig!
Die Proben habe ich abgetropft aus dem 70 ethanol, dann ein paar Minuten im flüssigen peg schwimmen lassen und dann wie oben ersichtlich in den Formen eingebettet. Danach haben sie eine Viertel Stunde Kühlschrank bekommen und wurden aus der Form genommen. Alles in allem wirklich keine Mehrarbeit mit dem Vorteil das ich die Blöcke ja später weiter schneiden könnte. Mir gefällt es deutlich besser als die Karotten. Ich werde demnächst mal Koniferen-Nadeln längs und Quer einbetten zum schauen wie das wohl klappt💪
Liebe Grüße, Daniel
Hallo Daniel,
das ist ein sehr interessanter Beitrag. Toll, dass du die Gelegenheit genutzt hast, so einen Löwenzahn findet man ja nicht jeden Tag.
LG
Gerhard
Servus Daniel,
Tolle Idee, informativ und reich bebildert umgesetzt
Schöne Grüße aus der Steiermark
Einfach toll, Daniel!
Lieber Daniel,
dein Beitrag gefällt mir sehr gut, die Querschnitte sind super.
Beste Gruße
Hans-Jürgen
Hallo Gerhard,
Ich habe in tatsächlich zuerst stehen gelassen und dann später ist meine Frau doch noch losgezogen um ihn zu ernten 😅 es liess mir keine Ruhe 💪
Servus Manfred,
Vielen Dank für dein Interesse 🙂 Lg aus Vorarlberg
Lieber Jürgen,
Vielen Dank für das Lob🙂
Lieber Hans-Jürgen,
Danke auch für dein Lob🙂