Hallo Zusammen,
Ich habe in meinem letzten Projekt versucht, Thuja-Material in PEG (Polyethylenglykol) einzubetten, um die Eignung dieses Einbettmediums für mykroskopische Pflanzenpräparate weiter zu testen. Das Material lag bereits länger bei mir und war leider dilettantisch in Spiritus gelagert.
Methodik
Ich habe:
* den vorderen Sprossbereich von Thuja verwendet
* sowohl quer als auch längs orientiert eingebettet im selben Block
* in PEG eingebettet, schnelles Verfahren!
IMG_1235.jpeg
Schnitt & Färbung
* Schnittgerät: Jung HN40
* Schnittdicke: ca. 30 µm
* Färbung: Etzold FCA
Ergebnis / Bewertung
Insgesamt war der Versuch eher mäßig erfolgreich. Die Schnittqualität und Konsistenz der Präparate waren nicht optimal, vermutlich eine Kombination aus:
* vorgeschädigtem (Spiritus!) Material
* nicht vollständig idealer PEG-Infiltration
* relativ hoher Schnittdicke für feine Zellstrukturen
Fazit & Ausblick
Trotz der Einschränkungen war das Projekt wertvoll als Testlauf. Thuja bleibt zytologisch sehr interessant (insbesondere Holzstruktur, Harzkanäle und sekundäres Xylem), weshalb ich den Versuch bei Gelegenheit mit frischem Material wiederholen werde.
Liebe Grüße Daniel
1 HF interessante Kringel 20260612154042997.jpeg
2 Kringel im DiC20260612153706869.jpeg
3 Kristalle dic20260612153900005.jpeg
4 granulierte Zellen HF20260612154443981.jpeg
5 Übersicht mit Massstab0007.jpeg
6Querschnitt P6120010.jpeg
7 detail im PolP6120095.jpeg
8 detailP6120098.jpeg
Ps.: Ich habe mal mit Ki experimentiert zur Erstellung von Grafiken oder Illustrationen und fand das hier ganz Nett☺️
Weiter
9 HF quer0008.jpeg
10hf längs übersichtUnbenannt 4.jpeg
11 Übersicht HF weitere Ansicht Unbenannt.jpeg
12Unbenannt 5.jpeg
13 quer ungefärbt
Unbenannt 2.jpeg
Lieber Daniel,
interessante Sache, diese Einbettung in PEG. Ich habe mal damit experimentiert, bin aber nie so richtig warm damit geworden, ebenso wie mit Gießseife.
Was ich an den Schnitten sehe: Thuja ist auch eine Pflanze mit erheblichem Schleim-Anteil. Beim Schneiden und Färben färbt sich der ausgetretene Schleim blau, das sind die blauen Fetzen, die sich überall im Präparat finden. Eine wirkliche Lösung für dieses Schleim-Thema habe ich noch nicht.
Schöne Grüße
Peter
Lieber Peter,
Die Thuje hat sich tatsächlich als ziemlich widerspenstig erwiesen 😂 wenn du schöne Schnitte sehen willst musst du den Beitrag von Hans Jürgen raussuchen. bei deinem sind die Bilder leider nicht mehr gehostet☹️
Ich mag es irgendwie mit peg zu arbeiten. Ich habe ein sehr rudimentäres Setup aber es funktioniert passabel und ich kann im peg Block mehrere Schnitte gleichzeitig machen. Was dann die etwas höhere Vorbereitungszeit wieder wettmacht. Und es kann Tage später der selbe PEG Block geschnitten werden falls einem noch was einfällt das man versuchen wollte.
Vielen Dank für deinen Kommentar (das mit dem Schleim hatte ich gar nicht auf dem Schirm!)
Hat Giesßseife wahrscheinlich die selben Nachteile wie Paraffin( xylol!)?
Liebe Grüße Daniel
Ps.: so kommen doch einige Präparate zusammen:IMG_1239.jpeg
Hallo Daniel,
sehr feine Aufnahemn! Solche nadeligen Strukturen sind immer eine Herausforderung, offenbar hat das hier mit PEG gut funktioniert.
LG
JÜrgen
Hallo Daniel,
na, das war sicher nicht ganz einfach, aber ein gutes Resultat!
Nebenfrage: Wo bekommt man die schönen Objektträger-Trays?
Hallo Jürgen,
Danke für den Zuspruch 🙂 ich bleibe dran💪
Hallo Jürgen,
Danke für den netten Kommentar 🙂
Die trays habe ich bei Temu bestellt (ca. 5€ das Stück). Ich habe 2 bestellt da man sie stapeln kann, so habe ich ein Staub Schutz und kann die Trays ins Regal stellen. Ich kann sie empfehlen 🙂
Liebe Grüße Daniel
Ps,: https://share.temu.com/a4K1AJaA5sB
Hallo Daniel,
der Testlauf war erfolgreich. Meine PEG-Lösungen lagern im Kühlschrank.
Gruß
Hans-Jürgen
Lieber Hans Jürgen,
In dem Fall arbeitest du auch mit PEG🙂
Ich habe meine Botanischen Objekte bisher nur ummantelt, also keine Infiltration!
Gehe ich richtig davon aus das du die verdünnten PEG Stufen im Kühlschrank hast und diese dann bei Bedarf im Trockenbad erwärmst und dann sauber in mehreren Stufen Infiltrierts?
Vielen Dank für deinen Zuspruch und schönen Sonntag,
Daniel
Lieber Daniel,
Deinen Beitrag stelle ich jetzt mal unter Thuja sp. in die Botanik-Liste. Solltest Du die genaue Art wissen oder noch bestimmen können, sag bitte Bescheid.
Schöne Grüße
Peter
Lieber Peter,
Ich kann die Hecke immer wieder besuchen. Ich müsste mich nur einlesen wie die Handvoll Arten unterschieden werden können 😅
Lg Daniel
Hallo Daniel,
Gerhard Zimmert hat eine super Beitrag geschrieben:
,,Einbetten in PEG, Anfertigen und Schneiden von Blöckchen"
https://www.mgw.or.at/einbetten-in-peg/
Gruß
HansJürgen
Hallo Hans Jürgen,
Ja das kenne ich bereits und ist sehr ausführlich beschrieben. Danke Fürs verlinken 🙂
Liebe Grüße Daniel
Hallo Daniel,
bei Mikrotomschnitten von Pilzen habe ich mit PEG sehr gute Erfahrungen gemacht und verwende dies seither gerne.
Meine Arbeitsweise ist deutlich einfacher, führt aber zu guten Ergebnissen.
Das Pilzfragment (max 5x5x5 mm) kommt über Nacht in Fixierlösung.
Am Folgetag wird 1 h gewässert.
Dann in eine Mischung von PEG/Wasser (ca. 1:10) und einem Tropfen Glyzerin einlegen. Dort wird das Teil infiltriert.
Nach ein paar Tagen ist das Wasser verdunstet und das PEG mit dem Pilzstückchen (fast) fest geworden. Im Winter lege ich das Glas einfach auf die Heizung.
Dann einen Edding-Stift unten mit Alufolie umwickeln, so dass beim Abziehen ein "Becherchen" (max. 2 cm Höhe) entsteht.
Warm gemachtes, flüssiges PEG (mit einem Tropfen Glyzerin) in den Becher ca. 1/3 voll gießen.
Wenn das PEG hart wird, das Pilzstückchen einlegen und mit PEG weiter aufgießen.
Das Töpfchen in den Kühlschrank geben.
Wenn das PEG hart geworden ist, die Alufolie entfernen, dann hat man einen PEG-Zylinder mit eingeschlossenem Pilzfragment.
Zum Schneiden schmelze ich das Blöckchen auf einen Holzquader und lege es für einige Zeit in den Kühlschrank. Dann wird mit einem alten Rotationsmikrotom geschnitten.
Mikrotomschnitt Genea.jpg
Im Idealfall bilden sich sogar Schnittbänder.
Die Schnitte werden in Wasser gelegt, das PEG löst sich und es können Färbungen vorgenommen werden.
Bei der obigen Prozedur kann auch auf das Fixieren verzichtet werden. Bisher habe ich bei über 10 Jahre alten Präparaten keine Unterschiede bemerkt. Die Glyzerinzugabe bewirkt, dass die Schnitte nicht "bröseln" oder brechen.
Die Zeiten- und Mengenangaben sind nur ungefähr und unkritisch. Es braucht einfach etwas Erfahrung.
Gruß
Peter
PS: Glycerineinbettung funktionierte bei mir gar nicht.
Hallo Peter,
vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung.
Von Schnittbändern bin ich noch meilenweit entfernt. Geht das auf einem Schiebemikrotom überhaupt, oder ist das eher nicht möglich?
Das Wässern der Proben habe ich bisher tatsächlich ziemlich vernachlässigt. Das werde ich beim nächsten Mal ausprobieren. Auch die Zugabe von Glycerin werde ich testen. Mit bröselnden Schnitten habe ich eigentlich kein Problem, eher mit dem Aufrollen der Schnitte. Bei zusammenhängenden Strukturen ist das meist kein großes Thema, aber dadurch bin ich bei komplizierteren Präparaten natürlich noch nicht in der Lage, die Schnitte sauber aufzuziehen – etwa so, wie Jürgen es einmal mit Eiweiß-Glycerin auf OB-Trägern beschrieben hat.
Deine Idee mit dem Edding gefällt mir sehr gut. Damit wäre ich deutlich freier in der Formgebung. Bisher habe ich mit Einbettkassetten und Formen gearbeitet, was allerdings ebenfalls ziemlich gut funktioniert. :-)
liebe Grüße
Daniel