Grüss euch
Ich habe ein Zeiss Standard 16 mit Neofluaren und einem Phasenkontrastkondesor. Ich hab das Gerät jetzt lange nur sporadisch genutzt. Jetzt brauche ich es beruflich wieder zur Bestimmung von Zieralgen. Mir ist ein schlechter Kontrast und beim Köhlern einiges an Streulicht aufgefallen. Je höher die Objektiv Brennweite, desto auffälliger ist das. Ich hab dann alles durchgeschaut. Die CPL-Okulare sind sauber und nicht delaminiert. Der Binoansatz weißt leichte, randliche Delaminationen auf. Die Objektive sind alle einwandfrei. An der Unterseite des herausgenommenen Phakokondensors sind mir dann Störungen in der Vergütung / Trübungen / leicht irisierende Bereiche, zentral auf etwa 70% der Glasfläche aufgefallen. Das sieht man bei schräg reflektiertem Licht... Vorsichtiges Putzen mit "Optical Wonder" von Baader (bin passionierter Amateur Astronom und das Zeug ist toll) brachte eine leichte Verbesserung in der Abbildung aber löste das Problem nicht wirklich. Bei Astroeqipment würde man sagen: Die Vergütung ist defekt. Kennt das Problem jemand bzw. gibt's eine Lösung?
LG David
Hallo David,
Wie hast du denn die Objektive auf Delamination geprüft?
Ich nehme an es sind Phasenkontrastobjektive. Die sind im Hellfeld nicht so brillant wie die Hellfeld-Neofluare.
Ich habe auch einen Bino mit Delamination quer durch ein optisches Element. Merkt man negativ aber nur wenn die Beleuchtung dürftig ist. Aber Delaminationen sind teilweise rechr individuell.
Die Irisiserenden Phänomene sind meiner Erfahrung nach harmlos.
Grüße
Peter
Hallo Peter
Danke für deine Antwort. Es sind normale Neofluare, also nicht Phasenkontrast. Der Phasenkontrastkondensor beinhaltet zusätzlich noch eine Dunkelfeld Blende und eine Rheinbergblende. Das hat mir vor schon einigen Jahren Herbert Dietrich so zusammengestellt und ich bin ihm noch immer sehr dankbar dafür.
Ich hab die Objektive mit einer Stereolupe in unterschiedlichen Beleuchtungen / Winkeln begutachtet und konnte nichts negatives feststellen bzw. keine Delaminationen erkennen. Ist alles sehr klar und einwandfrei ... Auch keine Kratzer oder ähnliches.
LG David
Hallo David,
kannst Du mal ein Foto der Störung des Kondensors einstellen?
Wenn Du willst, kannst Du mir das Teil auch schicken; wenn möglich richte ich es dann. Schreib mir ggf. eine PM.
Hallo
Ich bekomme das nicht ordentlich fotografiert. Hinzu kommt: Ich hab als einziges den Kondensor noch nicht genauer beäugt. Das hab ich jetzt mit einer Lupe getan. Man sieht im Phasenkontrastkondensor drinnen eigenartige, netzartige Strukturen. Ich glaube das sind Delaminationen, sofern da drin etwas delaminiertes kann?? Ich glaube auch an Glaspilz, zumindest teilweise. Ich meine, der Kondensor ist hinüber. Ich werde das vorerst jetzt noch weiter nutzen und mich um einen neuen bzw. halt gut erhaltenen gebrauchten umschauen. Technisch kenne ich mich mit dem Teil halt nicht aus. Wie kann ich denn die Dunkelfeldblende und die Rheinbergblende aus dem defekten herausholen bzw. Vice versa in den neuen einbauen. Und wo krieg ich sowas ... Thilo Immel? Vor dem Hintergrund der beginnenden Delaminationen im Binotubus hab ich auch schon an den Erwerb eines anderen Mikroskops gedacht. Ein etwas jüngeres als das Zeiss, vielleicht ein Olympus oder ein Leitz (so ein Dialux würde mir gut gefallen). Ich werde den Mikro Markt jedenfalls auch im Auge behalten. Was würdet ihr tun?
LG David
Hallo David,
ich dachte bei dem Kondensor schon an Delamination, Deine Beschreibung bestärkt mich nun. Wie gesagt, wenn Du willst, schick ihn mir und ich versuche in zu "re-laminieren", bin ganz gut darin. Bis auf Porto kostet Dich das nichts, möchte nur nicht, dass diese Dinge im Müll landen. Also ggf. PM.
Hallo David,
Pilz und viel Schmutz können das Bild erheblich verschlechtern insbesondere wenn die Aperturblende weit zugezogen ist und der Kondensor (z.B. in strenger Köhlerstellung) den Staub auf der Feldlinse im Bild vergrößert abbildet.
Die meisten Defekte an Phasenkontrastkondensoren sind Verharzung, Ablösen oder Fehlen von Blenden, Sturzschäden. Delamination - ich weiß es nicht genau, mir fällt gerade kein reiner Phakokondensor ein, der aneinander gekitte Linsen hat.
Glasbruch kann auch sehr netzartig sein (kennt eigentlich jeder).
Jürgen war schneller aber ich lösche das deswegen nicht alles.
Grüße
Peter
Hallo David,
intuitiv bin ich von einem achromatisch-aplanatischen Kondensor (NA 1,4) ausgegangen; der ist sehr komplex aufgebaut mit einem verkitteten Element im unteren Teil, kann delaminieren. Ist es der oder ist es der mit klappbarer Frontlinse? Bei letzterem gibt es keine Kittelemente, kann nichts delaminieren.
Es ist der mit klappbarer Frontlinse. Dann muss es was anderes sein. Irgendwelche Verschmutzungen oder sonst was. Ich schreib dir morgen Mal eine PM.
LG David
Hallo
Ich hab jetzt mal herumgespielt ...
Das Bild "Kondensor_1" zeigt einegnartige Strukturen / Verunreinigungen auf einer Glasfläche innerhalb des Kondensors. Das Bild "Kondensor_2" zeigt die Unregelmäßigkeiten der Glasoberflä#che an der Unterseite des Kondensors.
Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Ebene mit irgendwelchen Verunreinigungen, die ich aber nicht auf Foto bannen konnte.
LG David
Hallo David,
da ist unten noch die Hilfslinse II eingeschraubt, Wenn Du die herausdrehst (die vier Schlitze) klärt sich vielleicht schon einiges. Das können durchaus nur Verunreinigungen sein. Wenn die Linse heraus ist blickt man auf die Unterfläche der ersten eigentlichen Kondensorlinse, der Feldlinse.
Hallo
Die Feldlinse hab ich herausbekommen - die ist bis auf diese wolkige struktur in der Vergütung (Fungus?) ok! das Poblem liegt tiefer. die nächste Linse bekomme ich nicht heraus. Tips?
LG David
Und: Danke gleich einmal allerseits für die wiedereinmal echt unglaublich tolle Hilfeleistung hier!
DANKE!
LG David
Ach sorry. Die Hilfslinse II hab ich herausgebracht. Die Feldlinse sitzt leider fest - bei der liegt (auf der Innenseite) glaub ich das Problem.
LG David
Hallo David,
würdest Du Dich als feinmechanisch talentiert oder als jemand mit 2 linken Daumen einstufen?
Sorry, das soll keine Unverschämtheit sein, sondern nur, weil jetzt dann doch einige Feinheiten kommen werden beim weiteren Zerlegen.
Hallo David,
wenn die Mechanik noch gut läuft und es nur um die Feldlinse geht geht´s auch einfacher:
Schraube die Deckplatte ab. Dazu muss die große Linsenkopfschraube in der Mitte der Abdeckplatte entfern werden, dann kann die Platte nach oben herausgenommen werden. Wenn es eine aus Metall ist, ist sie mit einem Stift gegen Verdrehen gesichert; den Stift kann man von oben neben der Zentralschraube erkennen. Wenn die Platte aus Kunststoff ist, besteht die Verdrehsicherung in einem nach innen gerichteten Zapfen, der innen in eine Bohrung greift.
Dann Klappe die Frontlinse zur Seite, und drehe die Revolverscheibe so, dass eine Leerstelle auf Durchlass steht; dann kommt man durch die Öffnung an die obere Fläche der Linse.
Hallo Jürgen
Hahaha ... Super. Also 2 linke hab ich definitiv nicht! Feinmechanisch allzu erfahren bin ich aber auch nicht. Ich hab im Astrobereich schon etliches herum gebastelt ... Kurzum .. ich kann nicht sagen, ob ich da talentiert bin. Das wird sich herausstellen müssen. Ich kenne aber solche Linseneinschraubungen wie bei der Kondensor-Feldlinse von Filterfassungen. Wie ginge es denn weiter...? Vielleicht lasse ich es dann eh lieber...
LG David
Hallo Jürgen
Ich werde das von oben in den nächsten Tagen Mal probieren. Danke
LG David
Grüss euch
Ich hab den Kondensor wie beschrieben aufgemacht und von oben die Feldlinse gereinigt. Keine Ahnung was das war ... bis auf kleine, randliche Bereiche könnte ich alles entfernen. Die Abbildung ist jetzt wieder deutlich besser und kontrastreicher. Und jetzt weiß ich auch wie man die Dunkelfeldblende und die Rheinbergblende einbaut.
Danke vielmals für die Hilfestellung.
LG David
Hallo David,
dann erstmal Gratulation! Wenn weitere Probleme auftreten sollten, melde Dich gerne.
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