Hallo zusammen,
wie im Farnbeitrag angekündigt, habe ich mich gestern an den Schnitt eines Efeu Blattstieles gewagt. Am Freitag kam ja auch von Morphisto mein FCA Färbemittel nach Etzold. Ich hatte mich vor Jahren schon einmal mit dem schneiden von Efeu befasst, aber damals viele zerrissene Schnitte bekommen. Welch ein Wunder, diesmal kein einziger Riss. Ich nehme an, vor Jahren hatte ich den Efeustiel frisch geschnitten, diesesmal 3 Tage vorher in 70%igem Ethanol aufbewahrt. Also gestern etliche Schnitte mit meinem Mikrotom von Ernst Leitz Berlin gemacht.
Dann wie üblich in dest. Wasser überführt und in der FCA Lösung 8min gefärbt, dann wieder in dest. Wasser. Einen Teil habe ich dann noch 5 min. in Acridinorange weitergefärbt. Wieder schrittweise in ISO bis 99% überführt und mit Euparal eingedeckt. Heute nun von der Heizplatte runter und erste Schnitte dokumentiert.
Hier nun Hedera helix und der Blattstiel mit dem 5er Objektiv.
Hedera helix.jpg
Efeublattstiel 5.jpg
LP-Leitbündel EP-Epidermis SK-Sekretkanal MP-Markparenchym RP-Rindenparenchym
hier ein Bild mit dem 12,5er Objektiv
Efeublattstiel1.jpg
hier ein Bild mit zusätzlicher Färbung FCA und Acridinorange. Muß aber dazusagen, diesmal hatte ich keinen Effekt mit Floureszenz Auflichtbeleuchtung.
Ursache muß ich noch herhausfinden.
Efeublattstiel2.jpg
hier ein Bild mit dem 12,5er in grün
Efeublattstiel3.jpg
und zu Schluß mit dem 25er Objektiv.
Efeublattstiel 25.jpg
SK-Sekretkanal LP-Leitbündel MP-Markparamenchym RP-Rindenparamenchym
Sollte meine Beschriftung fehlerhaft sein, bitte ich um Korrektur. Auch diesesmal hat mir es Spass gemacht, vielleicht mache ich weiter.
Gruß von Siegfried und eine gute neue Woche
Hallo Siegfried,
Du legst da aber ein gewaltiges Debüt hin💪💪
Das mit der Fluoreszenz könnte daran liegen das euparal eine eigen Fluoreszenz hat und da feine Signale wahrscheinlich maskiert😟
Nochmal mein Lob und meinen Respekt für die Schnitte und Färbung ☺️
Daniel
Hallo Siegfried,
sauber! Da kann man nicht meckern, ein schöner Einstand mit dem Efeu. Sogar mit Beschriftung, dafür habe ich Wochen und Monate gebraucht.
Einziger, dafür aber sehr ernster Einwand:
Zitat von: Siegfried in Juli 05, 2026, 18:03:13 NACHMITTAGSAuch diesesmal hat mir es Spass gemacht, vielleicht mache ich weiter.
Was heißt hier "vielleicht"???
Ich hoffe, doch, Du ersetzt das durch ein "bestimmt" ;)
Vielleicht motiviert es Dich ja, wenn Dich Dein Efeu von der Botanik-Liste aus anlächelt. Da gehört er nämlich hin und da landet er, sobald ich dazu komme.
Beste Grüße
Peter
Hallo Siegfried,
Wunderschön, wie dick sind die Schnitte?
Auf jeden Fall weitermachen...
Grüße aus der Steiermark
Hallo Daniel Peter und Manfred,
danke für euere Meinung zu meinem Beitrag und zu meinen Schnitten.
Daniel, mit dem Floureszieren bei den Schnitten, die ich noch zusätzlich mit Acridinorange gefärbt habe bin ich mir noch unsicher. Ich hatte ja bei diesem Bild
Farn Blattspindel Floureszenz.JPG
im Farnbeitrag nur mit Acridinorange gefärbt und es war auch mit Euparal eingedeckt und es hat da ja flouresziert.
Ich werde mal einen Efeuschnitt nur mit Acridinorange färben und dann mal schauen.
Peter, danke für die Tipps, die du mir per PN gesendet hast.
Manfred, die Schnitte sind 50µ stark, ich habe beim Mikrotom den Vorschubhebel bei Einstellung 0,025, 2x gedrückt.
Da mich botanische Schnitte nun tatsächlich interessieren und ich Freude daran habe, mach ich natürlich weiter.
Meinen anderen Interessengebieten zB. die Tümpelei usw., bleibe ich selbstverständlich treu. Am Wochenende haben bei uns in Thüringen allerdings auch die Sommenferien begonnen, da fordern Enkel und Familie aber auch gewisse Aufmerksamkeit.
Gruß von Siegfried
Hallo Siegfried,
ich bin begeistert von deiner Arbeit, super Schnitte.
Ich freue mich über neue Beiträge in der Botanik, weiter so.
Gruß aus dem Harz
Hans-Jürgen
Zitat von: Siegfried in Juli 06, 2026, 10:16:40 VORMITTAGDaniel, mit dem Floureszieren bei den Schnitten, die ich noch zusätzlich mit Acridinorange gefärbt habe bin ich mir noch unsicher. Ich hatte ja bei diesem Bild
Hallo Siegfried,
jetzt habe ich mir einmal einen meiner letzten Schnitte von Taraxacum officinale angesehen. Der Schnitt wurde mit FCA (von Morphisto) gefärbt, in Euparal eingedeckt und ist bereits einige Wochen alt.
Unter Fluoreszenz sehe ich etwas Signal an den Leitbündeln sowie das grünliche Hintergrundleuchten des Euparals. Meine Schlussfolgerung ist, dass die Färbung die natürliche Autofluoreszenz weitgehend maskiert. Die FCA-Farbstoffe sind keine Fluorochrome und tragen daher selbst kaum zur Fluoreszenz bei.
Interessanterweise zeigt ein Schnitt einer Rose sowohl ungefärbt als auch mit FCA-Färbung durchaus schöne Fluoreszenzfarben. Offenbar hängt das also auch stark vom jeweiligen Pflanzenmaterial und dessen Inhaltsstoffen ab.
Da müsste man wohl eher mit WA3sim arbeiten – die Ergebnisse damit sind wirklich spektakulär. Und AO brauchst du dann vermutlich auch nicht mehr. 😊
Lass uns auf jeden Fall wissen, was bei dem nur mit AO gefärbten Schnitt herauskommt. Vielleicht wäre auch ein Kontrollschnitt ohne jede Färbung interessant, um die natürliche Autofluoreszenz direkt vergleichen zu können.
Liebe Grüße
Daniel
Hallo Siegfried -
toller Beginn in einem neuen Feld!
Viele Grüße
Rolf
... und noch möglichst lange weiter so!
PS.
Was die Fluoreszenz betrifft würde ich von allem was man fixieren, färben und schneiden will auch Schnitte von unbehandeltem Material und fixierte, aber ungefärbte Schnitte in die Untersuchungen einbeziehen.
Solche Voruntersuchungen können auch an relativ dicken Handschnitten gemacht werden, denn es geht erst mal nicht um Perfektion und man arbeitet ja im Auflicht.
Vielleicht entdeckt man dann mal bezüglich der Inhaltsstoffe was Neues und der nicht allzugroße Zusatzaufwand hätte sich gelohnt!
Hallo Hans-Jürgen, Daniel und Rolf,
danke für euere Feedbacks zu meinem Neuanfang. Ich hatte mich ja schon 2019 an Schnitten mit Efeu versucht. Damals mit Wacker ASimIII von Klaus Herrmann gefärbt. Davon habe ich noch einen minimal Rest. Muß mal testen ob es nach 7 Jahren noch zu verwenden ist. Weiß jemand ob man ASIM III noch irgendwo her bekommt?
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?msg=260196
Klaus wird mir ewig in guter Erinnerung bleiben. Er hat mich damals sowohl mit Färbemitteln, als auch mit Euparal versorgt und mir auch übers Forum als auch per Telefon gute Ratschläge gegeben.
Hans-Jürgen, besonders freue ich mich über dein Lob. Dir noch einen guten Aufenthalt im Harz. Solltest du im Südharz sein, wäre es ja nicht weit zu unserem gemeinsamen Freund Eberhard R.
Daniel und Rolf, danke für euere Ratschläge und Hinweise zur Floureszenz. Spätestens am Wochenende, werde ich einige Versuche diesbezüglich machen. Die Woche über haben wir einen Enkel bei uns, es sind ja Sommerferien, da weiß ich nicht ob ich dazukomme.
Gruß von Siegfried
Hallo zusammen,
ich bin nun doch heute Nachmittag dazugekommen (Enkel hat mir assistiert), einige Schnitte vom Efeu Blattstiel zu machen und nur mit Avcridinorange zu färben. Diesmal sind sie allerdings in der Mitte etwas leicht eingerissen. Aber mit dem Planapo 25/0,65 konnte ich außerhalb des Risses ablichten. Ich bin dabei am Ergaval mit Auflichttubus mal fremdgegangen. Der PA ist von Zeiss West. (in den letzten 8 Jahren hat sich schon einiges ,Querbeet, angesammelt) Wie schon letzlich geschrieben, Erregungsfilter BG12 hinter der Halogen Lampe und Sperrfilter OG515 zwischen Auflichttubus und Projektiv. Eingedeckt mit Euparal. Ich habe auch mal mit einem ungefärbten Schnitt probiert, da war keine Floureszenz zu erkennen, alles grün. Ob in diesem Fall mit nur Acridinfärbung ein Erkenntnisgewinn eintritt, kann ich nicht beurteilen. Schön anzuschauen aber allemal.
Gruß von Siegfried
Hallo Siegfried -
das Ergebnis finde ich ganz toll!
Bei der Auflichtfluoreszenz werden die Schnittkanten der Zellen senkrecht getroffen und fluoreszieren kräftig, die tieferliegenden Zellwände werden streifend beleuchtet und fluoreszieren schwach. Das erzeugt trotz der Schnittdicke ein kantenscharfes und trotzdem plastisches Bild - selbst für mich als Monokularmikroskopiker.
Eventuelle Fehler durch das "Fremdobjektiv" spielen hier kaum eine Rolle, da es sich nur um gelbes bis rotes Licht, also einen engen Wellenlängenbereich handelt.
Viele Grüße
Rolf
Hallo Rolf,
ja ich habe am Auflichttubus beim Ergaval diesmal auch noch einige Einstellungen verändert, bei den Blenden und war selbst angenehm überrascht, als ich das Ergebnis sah. Nun will ich mich aber auch noch belesen, welche Erkenntnisse man bei Aufnahmen von Pflanzenschnitten mittels Floureszenz, gewinnen kann, oder ob man halt nur einen anderen Eindruck hat. Sollte jemand hierüber etwas wissen, dann würde ich mich freuen.
Gruß von Siegfried
Hallo Siegfried -
klar hat man erst nur einen anderen Eindruck - aber man weiß halt, dass die Fluoreszenzfarben nicht von den Farbstoffen sondern von eigenen Inhaltsstoffen der Pflanze stammen. Herauszufinden um was es sich genau handelt bleibt allerdings meist den Biochemikern vorbehalten :'( .
Aber zur Anregung hier noch ein alter Beitrag vom Anfang des Jahres. Unter Nr.3 siehst du was der Wechsel des Anregungslichtes (vom UV über Blau, Grün und Rot) bewirken kann ...
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=53214.msg387009;topicseen#msg387009
Viele Grüße
Rolf
Hallo Rolf,
danke für deine Antwort. Mit den Biochemikern hast du schon recht. Soweit werde ich nicht vordringen können und wollen. Desto trotz, macht mir neuerdings das Arbeiten und experimentieren mit Floureszenz am Ergaval viel Freude.
So ist es manchmal, nachdem ich mein Jenaval-Kontrast hatte, stand das Ergaval meist immer im Hintergrund. Jetzt auf einmal im Mittelpunkt.
Ergaval.JPG
Auflicht.JPG
Nochmals danke an Kurt, der mir den Auflichttubus besorgt hatte und dir, Dank für deinen Link zu meiner Anregung.
lg von Siegfried
Hallo Sigfried
Wenn du dich in Autofluoreszenz versuchen willst darf das Material nicht mit einem Fixiermittel in Kontakt kommen. Frisch schneiden und in Wasser eindecken und mit Blau, Blauviolett oder Violett ansehen.
Autofluoreszenz gibt keine Dauerpräparate, man muss schnell sein um was zu sehen.
Zahlt sich aber aus 👌👌👌
Du musst aber dünner schneiden, 0,035 mm maximal. Wenn möglich sogar dünner ...
Die Schnittqualität erreichst du ja schon, da sollte dünner auch kein Problem sein.
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
vielen Dank für deine praxisnahen Hinweise. Habe mich gleich gefreut und werde in der kommenden Woche es genau so probieren.
lg von Siegfried
PS: Gerhard, du bist beileibe nicht der Erste, der meinen Vornamen falsch schreibt. Von Siegfrid, bis Seifried
über Sigrid usw., war schon alles dabei. :D Ich amüsiere mich aber auch selbst. ;)
Dann sorry für falschschreiben Siegfried, bin schon auf die Ergebnisse gespannt
Schönen Abend
Gerhard
Hallo Gerhard,
alles i.O. hier noch ein kleiner Spass zu meinem Namen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_der_Drachent%C3%B6ter
Ich wünsche dir eine gute neue Woche