Die Vertreter der Gattung Fingerkraut bilden Dauerkräuter oder Sträucher, die in ungefähr 300 Arten fast ausschließlich in den gemäßigten und kalten Klimazonen der nördlichenHalbkugel vorkommen: sie wachsen von der Ebene bis hinauf in sehr große Höhen.
Der Fingerstrauch (wissenschaftlich Potentilla fruticosa), heute häufig auch (Dasiphora fruticosa) ist ein sommergrüner, dicht verzweigter Kleinstrauch aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Er ist wegen seiner außergewöhnlichen langen Blütezeit und seiner Robustheit ein beliebtes Ziergehölz.
Neben der Wildform gibt es zahlreiche Zuchtsorten mit unterschiedlich großen und weißen, rosafarbenen oder orangenen Blüten.
Blütezeit: Juni bis Oktober
Blüht über vier bis fünf Monate nahezu ununterbrochen.
Die Blüten liefern über viele Monate Pollen und Nektar und werden häufig von Wildbienen, Honigbienen und Schwebfliegen besucht.
Fingerstrauch (Potentilla fruticosa) bildet gedrungene aufrechte Sträucher, die 20 - 100 Zentimeter hoch werden. Die reich verzweigten jungen grünen Triebe verholzen mit der Zeit und bilden eine braunrote Rinde, die sich in langen Streifen ablöst.
Junge Triebe und Blätter besitzen häufig eine feine, seidige Behaarung.
Bild 01 Habitus, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37576971/1.jpg)
Quelle: Franz Xaver - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17366642
Bild 02 Blätter, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37576972/2.jpg)
Quelle: Bonsaigestaltung Uwe Krötenheerdt
07580 Linda b. Gera / Thüringen
Seine wechselständigen kurz gestielten Blätter haben drei bis fünf länglich-lanzettliche Fiederblättchen, die am Ende abgerundet und ganzrandig sind. Auf der Oberseite sind die dunkelgrün und kahl, auf der Unterseite heller und dicht weißfilzig behaar.
Bild 03
Radiärsymmetrische, fünfzählige Blüte im Detail, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37576973/3.jpg)
Quelle: Jamain - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15657995
Eine
aktinomorphe Blüte besitzt zwei oder mehr Symmetrieebenen. Das bedeutet, sie lässt sich in jedem beliebigen Winkel durch die Mittelachse in zwei identische Hälften spiegeln. Diese ursprüngliche Blütenform ist sternförmig aufgebaut.
Die bis zu 4 Zentimeter großen fünfzähligen und schalenförmigen Blüten stehen endständig einzeln oder in
Zymen und haben goldgelbe breitrunde Kronblätter.
Eine
Zyme ist in der Botanik ein Blütenstand (Infloreszenz), bei dem die Hauptachse jeweils mit einer Endblüte abschließt.
Gelb ist die ursprüngliche und am weitesten verbreitete Blütenfarbe. Durch Züchtungen gibt es den Kleinstrauch heute aber auch mit weißen, rosa, orangefarbenen oder roten Blüten.
Die Blüten stehen in kleinen Gruppen an den Triebenden.
Bild 04 Reife Früchte, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37576974/4.jpg)
Quelle: Wildfeuer - Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3153347
Aus den Fruchtknoten entwickeln sich zahlreiche behaarte braune Nüsschen (Achänen).
Eine Achäne ist eine einsamige, trockene Schließfrucht. Im Gegensatz zu echten Nüssen ist die Fruchtwand (Perikarp) bei der Achäne dünn und lederig. Sie verwächst oft eng mit der Samenschale, öffnet sich bei Reife nicht von selbst und der Same ist meist nur an einer Stelle mit ihr verbunden
Bild 05 Illustration (Kelch und Nebenkelch sind gesondert dargestellt),
Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37576975/5.jpg)
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Dies gilt für das Herkunftsland des Werks und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Systematik: Ordnung:: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Potentilla
Art: Fingerstrauch (in seiner Wildform)
Wissenschaftlicher Name: Potentilla fruticosa
Syn.: Dasiphora fruticosa
Trivialname: Strauch-Fingerkraut, Gemeiner Fingerstrauch, Gelber Fingerstrauch, Strauchiges Fingerkraut oder Strauchgänserich
Englische Bezeichnung: Cinquefoil
Dre Gattungsname Potentilla leitet sich vom lateinischen ,,potens" (mächtig) ab, Bezugnehmend auf die große Heilwirkung, die man er pflanze zumaß.
Die Droge Potentilla erecta wird bereits seit dem Altertum genutzt und ist bei den Hippokratikern beschrieben worden.
Ein Hypokrit (von griechisch hypokrites = Schauspieler) ist veraltet für einen Heuchler oder eine Person, die sich verstellt. Es bezeichnet jemanden, der unehrlich ist, Wasser predigt aber Wein trinkt oder der Werte und Tugenden vortäuscht, die er selbst nicht lebt.
Auch die Heilige Hildegard von Bingen (1098 - 1179) verwendete dieses alte Volksheilmittel.
Es werden die kurz vor oder während der Blüte gesammelten und getrockneten, ganzen oder zerkleinerten Blätter und Blüten verwendet.
Die wichtigste medizinisch wirksame Komponente in der Droge Potentilla erecta ist der hohe Anteil an Gerbstoffen (15 bis 22 Prozent). Diese sind maßgeblich für die stark zusammenziehende (adstringierende) und entzündungshemmende Wirkung verantwortlich.
Die Gerbstoffdroge kam im Ersten Weltkrieg wieder in Gebrauch und ist seit dieser Zeit Bestandteil der deutschen Arzneibücher.
Teil 1
Sprossgabel Querschnitt
25 Mikrometer
Bild 06 Schnittstellen, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577027/6.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Eine dichotome Verzweigung ist in der Botanik die Gabelung der Sprossachse. Dabei teilt sich das endständige Apikalmeristem (die embryonale Wachstumszone) in zwei gleichwertige neue Sprosse auf.
Grüne Triebe verholzen mit der Zeit und bilden eine braunrote Rinde, die sich in langen Streifen ablöst.
Bild 07 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577026/7.jpg)
Bild 08 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577028/8.jpg)
Bild 09 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577031/9.jpg)
Bild 10 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577029/10.jpg)
Bild 11 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577030/11.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577032/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577038/13.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 14 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577034/14.jpg)
Bild 15 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577035/15.jpg)
Bild 16 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577036/16.jpg)
Bild 17 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577037/17.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker
(Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung
Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5.
Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung
Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000 für (Übersichtsaufnahmen).
Bild 18 Übersicht, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577160/18.jpg)
Bild 19 Übersicht mit Beschriftung, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577294/19.jpg)
PE = Periderm, MP =Markparenchym, MST = Markstrahl, XY = Xylem, J = Jahresringgrenze, RP = Rindenparenchym
Die Verbindung zwischen Mark und Rinde wird durch sogenannte Markstrahlen ( Parenchymstrahlen) hergestellt, die aus lebenden Parenchymzellen bestehen.
Das sind bandartige Zellschichten aus Grundgewebe.
Bild 20 Detailaufnahme, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577162/20.jpg)
Bild 21 Detailaufnahme, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577165/21.jpg)
Bild 22 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577163/22.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 23 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577164/23.jpg)
Bild 24 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577166/24.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577167/25.jpg)
Bild 26 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577168/26.jpg)
Bild 27 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577170/27.jpg)
Teil 2
Sprossgabel, Längsschnitt
25 Mikromete
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 28 Pflanzenprobe auf einen kleinen Holzklotz geklebt
(https://www2.pic-upload.de/img/37577169/28.jpg)
Bild 29 Übersicht, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577269/29.jpg)
Bild 30 Übersicht, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577267/30.jpg)
Bild 31 Detailaufnahme, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577268/31.jpg)
Bild 32 Detailaufnahme, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577272/32.jpg)
Bild 33 Markparenchym, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577271/33.jpg)
Bild 34 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577270/34.jpg)
Bild 35 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)
(https://www2.pic-upload.de/img/37577273/35.jpg)
In der Fachliteratur wird der Fingerstrauch kaum erwähnt.
Literaturverzeichnis:Hans Joachim Coner ,,Flora in Farbe", 1965
Wikipedia; Freie Enzyklopädie
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
,,Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen", ISBN: 978-3-89996-508-7
Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.
Hans-Jürgen