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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Daniel Scheibenstock in August 14, 2026, 16:16:52 NACHMITTAGS

Titel: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 14, 2026, 16:16:52 NACHMITTAGS
Hallo Zusammen,

Bei einer Probe aus Rimini, Italien, konnten mehrere kleine Foraminiferen gefunden werden. Die meisten Exemplare wurden als Globigerina sp. bestimmt.

Die Bestimmung erfolgte mithilfe von Gerhard Göke: ,,Einführung in das Studium der Foraminiferen", Veröffentlichung der NWV-Hagen e.V., Sonderheft SM 3, Dezember 1994.

Die Präparation diente gleichzeitig als Legeübung, bei der die sehr kleinen Gehäuse mit einer Legeborste unter dem Stereo-Mikroskop aufgenommen und gezielt positioniert wurden. Anschließend wurden die Exemplare in UV-Resin eingebettet. Die Photos habe ich mit dem Leica und dunkelfeld erstellt 🙂

Foraminiferen sind einzellige, meist marine Protisten, die charakteristische Gehäuse ausbilden. Diese bestehen bei den hier betrachteten Formen aus Kalk und können im Sediment erhalten bleiben.

Fundort: Rimini, Italien
Sammeldatum: 2026

Liebe Grüße,

Daniel20260814154151658.jpeg20260814154943135.jpeg20260814154825323.jpeg20260814154600249.jpeg20260814155223704.jpeg
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 15, 2026, 23:05:23 NACHMITTAGS
Und weiter geht es:20260815205236790.jpeg20260815210421453.jpeg20260815210307232.jpeg20260815205628171.jpeg20260815205236790.jpeg

Und noch ein Seeigelstachel:20260815205720473.jpeg
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Dr. Jekyll in August 16, 2026, 00:09:59 VORMITTAG
Hallo Daniel,
auf dem unteren Bild ist ein Echinodermatenstachel abgebildet, keine Foraminifere  ;)
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 16, 2026, 08:47:30 VORMITTAG
Hallo Harald,

Du meinst das was ich mit Seeigel angeschrieben habe?

Liebe Grüße Daniel
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: anne in August 16, 2026, 09:43:04 VORMITTAG
Hallo Daniel,
sehr schöner Start in dieses Thema!
Hattest Du keine Probleme mit Luftblasen in den Kammern der Foraminferen?
lG
anne
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 16, 2026, 10:26:41 VORMITTAG
Hallo Anne,

Trotz dilettantischer Vorgehensweise erstaunlich wenig🙈 ich habe ein paar Blasen in der Nähe der Objekte aber das Uv Resin hat sich als ziemlich gut erwiesen, ich werde demnächst mal probieren was passiert wenn ich ein Vakuum anlege ob ich es weiter verbessern kann🙂

Liebe Grüße Daniel

Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 16, 2026, 10:30:25 VORMITTAG
Nachtrag:IMG_3443.jpeg

Ich habe noch arge Probleme sie schön zu arrangieren. Die lagen alle sauber in Reihen und wurden dann vom Harz durcheinander gebracht😂
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Gerd Schmahl in August 16, 2026, 13:37:43 NACHMITTAGS
Hallo Daniel,
ZitatIch habe noch arge Probleme sie schön zu arrangieren. Die lagen alle sauber in Reihen und wurden dann vom Harz durcheinander gebracht😂
ohne Klebegrund wird das nichts, egal welches Eindeckmittel Du nutzt.
Welches UV-Harz nutzt Du denn für solche dicken Objekte?
LG Gerd
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 16, 2026, 13:51:39 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

Folgendes habe ich verwendet: https://amzn.eu/d/08RaWuyy

Ich habe mit dem recht gute Erfahrung gemacht bei diversen trockenen Sachen (Haare, Feder, insektenteile, Pollen....) es ist relativ dick flüssig aber es fließt unter dem Deckglas schön aus. Ich würde die Konsistenz ein ordentliches Stück höher schätzen wie von euparal 🙂

Liebe Grüße Daniel

Ps: ich werde mal versuchen das uv Harz als klebegrund zu verwenden, wenn ich ohne Sonneneinstrahlung arbeite sollte es recht lange klebrig bleiben🙃
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 16, 2026, 21:09:05 NACHMITTAGS
Ich hoffe ich nerve nicht🙈 aber da hat etwas meditatives und entspannendes 🤩Unbenannt.jpeg

Hier habe ich das Resin mit einem deckglas dünn aufgetragen und dann die Foraminiferen gelegt. Ich erwäge mich in Zukunft wirklich mal mit diatomen zu beschäftigen 😉
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Dr. Jekyll in August 17, 2026, 08:54:03 VORMITTAG
Moin Daniel,

Die kleine Überschrift am Bild habe ich übersehen 😉.
Ich verwende das UV-Harz schon länger auch als Klebegrund und es funktioniert recht gut. Ich lege auf dem Deckglas, nicht auf dem Objektträger.
Ich arbeite im Keller bei LED-Licht. Nach dem Legen härte ich direkt mit einer UV-Taschenlampe. Man kann, wenn man den richtigen Zeitpunkt wählt (Erfahrungswert), noch korrigieren. Dann gebe ich noch einen Tropfen Kleber auf den Objektträger und härte nochmal.
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: anne in August 17, 2026, 09:19:46 VORMITTAG
Hallo Daniel,
ich füge Dir hier einen link zu Peter Höbels Seite ein.
Hier siehst Du ein Präparat der hohen Kunst von Eberhard Raap mit gelegten Foraminiferen.
https://www.mikroskopie-ph.de/index-Foraminiferen.html

Aus Gesprächen mit ihm und aus eigener aber sehr bescheidener Erfahrung, weiß ich, dass die Luft in den Schalen sehr schwer auszutreiben ist. Ich gehe mal davon aus, bei Dir ist die Luft noch drin und das UV Harz ist nicht eingedrungen.
Das Thema Diatomeen ist zwei Dimensionen kleiner, dazwischen kommen noch die Radiolarien, aber sehr meditativ ;)
Ich unterstütze gerne bei Interesse.
lG
anne
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Dr. Jekyll in August 17, 2026, 09:39:06 VORMITTAG
Bei Problemen mit Luft im Objekt hilft die Verwendung dünnflüssigen Klebers.
Darin das Objekt über längere Zeit einlegen. In hartnäckigen Fällen lege ich noch Vakuum an 😉
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 17, 2026, 10:32:55 VORMITTAG
Hallo liebe Anne, lieber Harald,

vielen Dank für euer Interesse und die vielen hilfreichen Hinweise! 😊 Die Tipps nehme ich natürlich gerne an.

Ich mag das UV-Resin für anorganische Präparate eigentlich recht gerne, gerade weil es relativ lange flüssig bleibt und man dadurch noch etwas Zeit zum Positionieren und Korrigieren hat wie Harald schreibt. Aber wahrscheinlich hat Anne mit der Luft tatsächlich recht – ich vermute, dass bei mir einfach noch Luft in den Schalen steckt und das Resin nicht vollständig eingedrungen ist. Bei meinem Material fällt das zum Glück nicht so stark auf, da es nicht gebleicht ist. Das mit dem Vakuum könnte ich ja sogar machen ich habe mir mal eine Kammer gebastellt 8)

Ich vermute, dass das angehängte Beispiel tatsächlich das Ergebnis der von Göcke beschriebenen Vorgehensweise ist. Auf jeden Fall ist das für mich ein guter Ansporn, weiter daran herumzuprobieren. 😊

Und jetzt zum Thema Diatomea und Radiolarien: 😄
Wie kommt man denn am besten an entsprechendes Material? Gibt es Bezugsquellen oder kann man sich dafür selbst auf die Suche machen?

Liebe Grüße
Daniel
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: anne in August 17, 2026, 12:29:19 NACHMITTAGS
Hallo Daniel,
Radiolarienmergel aus Barbados gibt es bei Krantz Mineralien:

https://www.krantz-online.de/radiolarienmergel-bb/F64

Darin findest Du außer den Radiolarien auch sicherlich schöne Diatomeen.
Die Reinigung ist nicht ganz trivial.
Das Kanadabalsam, welches gerade im Mikromarkt angeboten wird, ist ideal dafür als Einbettungsmittel.

Daran kannst Du Dich erst mal erproben (abkämpfen).

lG
anne
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Gerd Schmahl in August 17, 2026, 20:59:11 NACHMITTAGS
Hallo Daniel,
lösungsmittelbasierte Eindeckmittel haben den Vorteil, dass man die Objekte zuvor im Lösungsmittel einlegen kann (bzw. "muss"), bevor man sie eindeckt. Diese dünnflüssigen Lösungsmittel wie z.B. Xylol bei Kanadabalsam, Malinol u.a. vertreibt (oder löst?) die Luft aus den Schalen. Wenn man sie dann eindeckt, vermischen sich Lösungsmittel und Harz mit der Zeit. Das gelöste Harz diffundiert in die Hohlräume und füllt sie somit vollständig aus. Das macht die Schalen auch durchscheinender. Aber das dauert natürlich. Ist mal wieder nichts für Ungeduldige.

LG Gerd
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 18, 2026, 09:22:43 VORMITTAG
Zitat von: anne in August 17, 2026, 12:29:19 NACHMITTAGSHallo Daniel,
Radiolarienmergel aus Barbados gibt es bei Krantz Mineralien:

https://www.krantz-online.de/radiolarienmergel-bb/F64

Darin findest Du außer den Radiolarien auch sicherlich schöne Diatomeen.
Die Reinigung ist nicht ganz trivial.
Das Kanadabalsam, welches gerade im Mikromarkt angeboten wird, ist ideal dafür als Einbettungsmittel.

Daran kannst Du Dich erst mal erproben (abkämpfen).

lG
anne

allo Anne,

danke für den Tipp, das klingt nach einem guten Anfang :-)

Hallo Gerd und Anne,

zum Thema Einbettmittel: Den Kanadabalsam habe ich leider verpasst (habe aber ohnehin eine Quelle dafür!).

Was spricht eigentlich gegen mein gerne verwendetes Euparal? Bei so großen Objekten vermute ich, dass der Brechungsindex des Einschlussmittels ohnehin noch keine allzu große Rolle spielen wird. ;-)

Liebe Grüße

Daniel
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Nordlicht in August 18, 2026, 19:57:36 NACHMITTAGS
Hallo Daniel,

ich bette meine Radiolarien auch in Euparal ein, es ist für
Sie vollkommen ausreichend.

Das einzige Problem ist die lange Zeit zum aushärten der Probe.
Ich habe meine letzten Streupräparate nach 4-6 Monaten in eine Objekträgerbox gestellt,
es war zu früh.
Die Radiolarien sind auf die untere Seite gesunken (hochkant).
Ich hab Sie jetzt auf die andere Seite gestellt und kann beobachten wie Sie langsam wieder
runterrutschen.(im Dez.2025 und Feb.2026 eingedeckt)

Es spricht nichts gegen Euparal, man darf nur nicht so ungeduldig sein wie ich. :)

Grüße aus dem Norden

Matthias
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 18, 2026, 22:54:50 NACHMITTAGS
Lieber Matthias,

Danke für deine Rückmeldung 🙂

4-6 Monate ist schon recht lang🙃 Hat das Euparal hier eine aufhellende Wirkung gezeigt?

Liebe Grüße Daniel
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: anne in August 19, 2026, 10:27:41 VORMITTAG
Hallo Daniel,
der Brechungsindex sollte idealerweise nahe dem Brechungsindex von Glas sein, so können auch die Strukturen in den Radiolarien erkannt werden. (genau das macht die Radiolarien so interessant)

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=31634.msg234896#msg234896

Euparal hat diesen Brechungsindex zwar, aber die lange Trocknungszeit ist doch recht unüblich, daher habe ich noch nie eine Empfehlung gelesen, dass Euparal für Radiolarien verwendet werden soll. Evtl. gibt es noch andere Nachteile, ich kenne Euparal überhaupt nicht.
Für erste Versuche ist es aber sicherlich sehr gut geeignet.
Alternativ geht natürlich auch ein UV Kleber.
lG
anne

(P.S. Aufhellen muss man an den Glasskeletten eigetnlich nichts)
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 19, 2026, 15:09:04 NACHMITTAGS
Hallo Anne,

ich werde den von dir empfohlenen Mergel auf jeden Fall einmal kaufen, eventuell aber erst im Herbst. Mir scheint, das könnte eine tolle Winterbeschäftigung werden :-) Dann kann ich auch einmal verschiedene Eindeckungen ausprobieren.

Das mit der aufhellenden Wirkung habe ich auf Foraminiferen bezogen. Da war ich gedanklich zu sehr darauf fixiert und habe das mit den Radiolarien komplett ignoriert (bzw überlesen!). Dazu werde ich aber eigene Tests machen, denn wenn sich das bei Foraminiferen bestätigt, würde Euparal gegenüber anderen Medien tatsächlich noch einmal deutlich interessanter werden.

liebe Grüße,

Daniel
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Gerd Schmahl in August 19, 2026, 17:39:59 NACHMITTAGS
Hallo Daniel,
die aufhellende Wirkung verschiedener Eindeckmittel beruht in erster Linie auf dem Angleichen der Brechungsindizes von Objekt und Eindeckmedium. Sind dieser sehr ähnlich, ist die Aufhellung maximal. Je größer die Unterschiede, desto "dunkler" erscheinen die Objekte. Eine Luftblase ist da ein Extrembeispiel, weshalb Luft in den Kammern der Foraminiferen "Gift" ist für die Beobachtung im Durchlicht ist. Wichtig ist dabei natürlich, dass das Eindeckmittel auch in das Objekt eindringen kann (und in alle seine noch so feinen Porenräume).

Somit könnte auch das UV-Harz aufhellend wirken. Allerdings müsste es Zeit haben richtig einzudringen, bevor es gehärtet wird. Du könntest ja mal ausprobieren, ob das einen Unterschied macht, wenn Du das Präparat sofort unter die UV-Lampe schiebst, oder erst 1..2 Tage später. Mit dünnflüssigem UV-Harz sollte das besser klappen. Das Harz von CONLOC, das ich seit Jahren nutze, ist sehr dünnflüssig, aber es ist für so dicke Objekte wie Foraminiferen nicht geeignet, weil so dicke Schichten nicht hart werden.

Einen sehr, sehr ausführlichen Faden zum Thema UV-Eindeckmittel findest Du hier: Lichtgehärtet  (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=47539.0)

LG Gerd
Titel: Aw: Foraminiferen aus Rimini
Beitrag von: Daniel Scheibenstock in August 20, 2026, 19:58:38 NACHMITTAGS
Hallo Gerd,

Ich habe gestern mal wie angekündigt mit Vakuum gearbeitet. War da aber leider nicht sehr erfolgreich. Nach meinem Urlaub probiere ich mal deine Idee aus mit dem sehr lange warten bis zum Belichten. Vielen Dank für deine Hilfe🙂

Liebe Grüße Daniel