Hallo,
ich habe ein Invertoskop D. Die Telanlinse ist am Randbereich delaminiert. Das stört für das zentrale Bild nicht. Jetzt bin ich auf ein anderes Mikroskop gestoßen, das ein Vorgänger oder Nachfolgermodell sein könnte. Vielleicht passt davon die Telanlinse?
Weiß jemand was das genau ist? Ob es passen könnte. Und wo man eventuell eine Telanlinse her bekommt.
Die Telan-Linse ist 24mm breit und vermutlich verklebt.
Liebe Grüße
Rudolf
Invertoskop D
2026-09-12 15_07_31-VERKAUFT_ Carl Zeiss Invertoskop D.jpg
Alternativen? Welches Mikroskop ist das? Könnte davon eine Telanlinse passen?
2026-09-12 13_28_19-Mikroskop Stativ, Carl Zeiss, Standard inverses, unvollständig _ eBay.de.jpg
2026-09-12 14_55_38-Carl Zeiss 4768414 Microscope with power supply, eyepieces and 3 objectives _ eB.jpg
Vielleicht ein
https://histoiredumicroscope.com/384-zeiss-carl-1980/
Standard UPL?
Zess Standart UPL - Zeiss Standard UPL
(https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11647.0&utm_source=chatgpt.com)
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11647.0&utm_source=chatgpt.com
"Das Standard UPL ist speziell aus dem älteren Utermöhl-Planktonmikroskop hervorgegangen."
Delaminiert. Hier ist sie noch ans Invertoskop D angeschraubt.
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Delamination sichtbar gemacht
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Bilder von der Fassung der Telanlinse
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Hallo Rudolf,
das ist das Planktonmikroskop nach Utermöhl, der graue Nachfahre des schwarzen (GFL-) Planktonmikroskops.
Statt der Linse würde ich lieber die ganze Kugel tauschen, das ist einfacher, weil nichts justiert werden muss, hab ich vor Jahren mal gemacht.
Die Telanlinsen sind leider häufig delaminiert, wäre schön wenn's dafür eine ordentliche Lösung gäbe.
Hallo zusammen,
insbesondere die Telanlinsen von Großfeldsystemen delaminieren sehr gerne und lassen sich meist nur sehr schlecht bis gar nicht re-laminieren.
Die Telanlinsen von Optovaren und den Tubuskopfgeräten habe ich schon mehrfach erfolgreich von der Delamination befreit. Ein Utermöhl habe ich nicht, habe daher auch keine Erfahrung mit den Telanlinsen dieser Instrumente.
@ Rudolf: Solltest Du tatsächlich den ganzen Kopf tauschen kann ich gerne einmal versuchen, ob ich die defekte Linse wieder hinbekomme.
Hallo Jürgen,
danke für das Angebot, ich kann Dir gerne die Linse mit der Halterung schicken und du kannst dich daran versuchen.
Nimmst du dazu Xylol und dann Caedax oder Canadabalsam und lässt du das dann länger einwirken?
Dazu müsste man aber die Linse irgendwie aus dem Halter ausbauen, weil man sie sonst schwer von der Seite behandeln kann.
Und ich befürchte, sie ist geklebt.
Hallo Hugo,
ich weiß nicht mehr wo im Forum, es hat schon mal jemand so eine Telanlinse bei einem ostdeutschen Linsenfertiger gekauft(dazu hat er die Brennweite experimentell ermittelt) und er hat sich dann eine Halterung gedreht, weil diese Linse größer/kleiner war.
Das wäre auch eine Option.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
ich würde es tatsächlich gerne versuchen. Ja, ich nehme Xylol und Caedax (habe noch einen erklecklichen Vorrat davon, den ich mir speziell für solche Aufgaben zugelegt habe). Für´s weitere: Ich habe >Dir eine PM geschrieben.
Hallo Jürgen,
du hast ein PM. Und vielen Dank für dein Angebot. Ist unterwegs. Ich bringe Geduld mit.
Wäre toll, wenn es funktioniert.
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo zusammen,
Rudolf hat mir das Teil zugeschickt. Es handelt sich um eine großflächige zirkuläre Delamination, die ausschließlich peripher liegt. Daher war ich eigentlich zuversichtlich, dass eine Re-Lamination klappen könnte. Da die Linse entweder eingeklebt oder mit sehr schmalem Bördel fixiert ist, sehe ich keinen "gefahrfreien" Weg sie aus der Fassung herauszubekommen, d.h., das ganze Teil muss letztlich in Xylol. Daher habe ich als erstes Schraube mit dem Federstift entfernt; es handelt sich in diesem Fall um die ältere, luxuriöse Variante, bei der die Hohlschraube nicht eingeklebt, sondern mittels Mini-Stiftschraube im Tubus-Ring fixiert ist. Der Federmechanismus war durch altes, grün gewordenes Fett schon recht schwergängig, also hab ich den zerlegt gesäubert und mit Zeiss-Fett neu geschmiert. Die fixen Zentrierschrauben hatte Rudolf bereist entfernt. So konnte ich jetzt als erstes das ganze Teil mit Wundbenzin sorgfältig entfetten.
Anschließend wurde es in einem Marmeladenglas in Xylol versenkt. Davor schaue ich mir die Optik immer genau an und versuche, sie so einzulegen, dass die Verbindung der Delamination mit dem Linsen-Rand möglichst am höchsten zu liegen kommt.
Zur Erinnerung hier ein Foto, wie die Delamination im konkreten Fall aussah:
SAM_5381.JPG
Der "Perlmutt"-Ring ging übrigens ganz herum und bildete nicht nur einen Halbkreis.
Nach ca. 20 min sah das Ganze bereits so aus:
b SAM_5385.JPG
Und nach nicht einmal ganz einer Stunde war von der Delamination nichts mehr zu sehen!
Das Teil bleibt jetzt noch bis morgen in Xylol, anschließend wird Caedax zugefügt. Dann brauchts viel Geduld, am Ende bleibt noch die Säuberung, immer wieder eine Erzschmiererei.
Hallo Jürgen,
Zitat"Und nach nicht einmal ganz einer Stunde war von der Delamination nichts mehr zu sehen!"
Hast du eine Theorie, was das Xylol mit der Delamination bewirkt?
Wird der Effekt dadurch erzeugt, dass das Xylol in die Hohlräume eindringt, wodurch die Klarheit zunimmt oder löst das Xylol die Schichten an und macht sie wieder "flüssig"?
Eigentlich hätte ich mit Hohlräumen gerechnet, die nicht vom Xylol erreicht werden, weil die Linse so stark eingefasst ist.
Ich frage deshalb, weil mir der Charakter der Delamination nicht klar ist.
Ich stelle mir das so vor. Es ist keine Beschichtung, sondern eine zuvor eingebrachte Caedax-Schicht(o.Ä, Kanadabalsam), die zwei Linsenelemente verklebt hat, hat sich durch Temperaturunterschiede abgelöst.
Xylol löst das Caedax an. Neues Caedax füllt den fehlenden Hohlraum auf.
So wäre es im optimalen Sinne.
Neue oder andere Verkittungen funktionieren damit nicht, z.B. eine mit UV-Kleber.
Ich gehe davon aus, dass Zeiss in der Zeit Caedax verwendet hat.
Wäre das Xylol nicht vollständig in die Linse eingedrungen, hätte vielleicht ein Vakuum helfen können.
Super, dass du die Schraube hast lösen können, ich bin da nicht weitergekommen.
Ein König, der "drei Liter Caedax" zu Hause hat. :-)
Liebe Grüße
Rudolf
Hallo Rudolf,
wenn Caedax tatsächlich der verwendete Kitt ist, dann ist das sicher der Idealfall. Man kann das allerdings nicht von außen erkennen. Die Methode funktioniert durchaus auch bei mit UV-Kleber verbundenen Elementen; habe das z.B. erfolgreich auch schon bei delaminierten Okularen der Axio-Serie gemacht.
Zum Xylol: Wir schätzen das Zeug in der Mikroskopie ja auch wegen seiner physikalischen Eigenschaften. Es hat eine ausgeprägte Kriechfähigkeit und dringt daher in die feinsten Ritzen ein. Zum anderen treibt es Luft sehr gut aus. Dadurch wird es zunächst zum Platzhalter, der im weiteren Verlauf per Diffusion gegen ein Harz ersetzt wird. Periphere Delaminationen werden natürlich besser und schneller erreicht und aufgefüllt als zentrale. Verzweigte, sehr feine Delaminationsfäden sind manchmal auch nach langer Zeit nicht zu erreichen. Auch spielt m.E. so wie Du das ja auch siehst- die Art der Einfassung eine große Rolle; eingebördelte Optik hasse ich da geradezu. Als Beispiel seien die Großfeld-Telanlinsen in den Revolvern der Tubusgeräte genannt; das oberste Glied ist da nahezu immer delaminiert und per schmaler Bördelung quasi verpresst; eine Relamination ist mir da bisher noch nie gelungen, die Lösungsmittel kommen einfach nicht an die Grenzflächen ran. Habs mit (vorsichtigem!!!) Erwärmen und verschiedenen Lömis erfolglos versucht, ein solches Glied liegt nun schon seit Jahren in Xylol und es tut sich absolut nichts (habe mir auch schon überlegt mal die Fassung in Höhe der Grenzfläche von außen anzubohren).
Nach meiner Erfahrung spielt auch die Geometrie der Linsenelemente eine große Rolle, sehr starke Krümmungen sind schwieriger als flachere.
Zum Caedax: Wissend, dass Zeiss nach Canadabalsam ja eine Zeitlang dieses Harz verwendet hat, habe ich mir gedacht, dass es auch für mit Klebern verbundene Linsen gut sein könnte, weil Zeiss möglicherweise den RI und andere optische Eigenschaften des Kitts nicht exorbitant verändert hat. Zudem dunkelt es nicht so sehr nach wie Candabalsam oder Malinol. Auch schrumpft es kaum und härtet nicht zu rasch aus. Letzteres bedingt manchmal Geduld. Es kann durchaus nach einigen Wochen wieder ein schmaler Saum einer Delamination auftreten; nach meiner Erfahrung ist das aber immer peripher und nicht in Form bäumchenartig verzweigter Gänge; man gibt dann einfach etwas Xylol und anschließend ein paar Tropfen Caedax drauf und wartet.
Vakuum und Kochen könnte evtl. hilfreich sein, aber beides möchte ich mit bedenklichen und entflammbaren Lömis nicht in der Wohnung machen, abgesehen davon, dass mir auch keine entsprechenden professionellen Gerätschaften dafür zur Verfügung stehen.
Zum Entfernen des ausgehärteten überschüssigen Harzes auf der Optik und den Fassungsteilen kann man übrigens das weniger bedenkliche Aceton auf Wattestächen verwenden.
Natürlich ist es schön, wenn man die Kittglieder getrennt bekommt; aber gerade die neuen Kleber sind da ausgesprochen resistent (ich erinnere da nur beispielhaft an Klaus Herrmanns Bericht, dass er einmal ein Kittglied über eine Woche lang erfolglos in Toluol gekocht hat). Zwar habe ich ein Mischungsrezept, mit dem ich bisher -wenn ich das wollte- immer in recht kurzer Zeit eine Trennung erreicht habe, aber von der Vergütung bleibt dann i.d.R nichts mehr übrig und nicht alle Glassorten sind resistent dagegen; d.h., den endgültigen Totalschaden muss man da immer einkalkulieren (ich selbst habe da ein KPl 10/20 in Erinnerung, bei dem nach der Prozedur das mittlere Glied des Tripletts beiderseits mattiert war).
All diese Überlegungen kann ich natürlich nicht wissenschaftlich untermauern, sie entsprechen nur meinen eigenen Erfahrungen mit dem Problem.