Hibiskus war die erste Pflanze, die den Weg in unseren Garten fand.
Er stammt aus China, Indien (Südostasien), nicht in Syrien vertreten, wird aber in den meisten Regionen mit tropischem bis gemäßigtem Klima kultiviert.
Der Straucheibisch kommt ursprünglich nur in China vor und ist dort in den folgenden Provinzen einheimisch: Anhui, Guangdong, Guangxi, Jiangsu, Sichuan, Taiwan, Yunnan und Zhejiang.
Dort kommt er an Küstenklippen, Abhängen, Flussufern und Straßenrändern bis in 1200 Meter Meereshöhe vor.
Seit ca. 200 Jahren er im Mitteleuropa angepflanzt.
Der Hibiskus und der Eibisch sind im Sprachgebrauch meistens dasselbe, botanisch gesehen aber ein Oberbegriff und eine Verwechslungsgefahr.
Der botanische Name für den Hibiskus lautet Hibiscus. Im deutschen Sprachraum wird diese Gattung traditionell ebenfalls als Eibisch bezeichnet.
Bild 01 Habitus, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579565/1.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Dieser Strauch wächst in unserem Garten.
Systematik:Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Malvoideae
Gattung: Hibiskus (Hibiscus)
Art: Straucheibisch
Wissenschaftlicher Name: Hibiscus syriacus
Syn.: Althaea frutex
Trivialnamen: Roseneibisch, Scharonrose, Syrischer Eibisch, Garteneibisch, Gartenhibiskus oder Festblume
Englische Bezeichnug: Rose of Sharon, Syrian hibiscus
Die Bezeichnung Sharonrose ist übrigens streng genommen Unsinn – damit wird in der Bibel (Hoheslied 2,1: Ich bin eine Blume in Sharon und eine Rose im Tal) eine Blumenzwiebel Chavatzelet HaSharon bezeichnet und unzutreffend übersetzt.
Bei der Übersetzung ins Griechische (Septuaginta) und später ins Lateinische (Vulgata) sowie Englische (King-James-Bibel) wurde daraus fälschlicherweise das Wort ,,Rose".
Wer dafür in Frage kommt ist zweifelhaft, aber zu biblischen Zeiten gab es die Pflanze in Palästina noch überhaupt nicht.
Der Straucheibisch (Hibiscus syriacus) ist zweikeimblättrig (dikotyl). Er gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae).
Der Straucheibisch wurde 1753 von
Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.
Kein echter Syrer: Der Zusatz syriacus im wissenschaftlichen Namen ist ein Irrtum des schwedischen Naturforschers Carl von Linné: Er nahm fälschlicherweise an, die Pflanze stamme aus Syrien.
Der Umfang der Gattung Hibiscus wird kontrovers diskutiert.
Es gibt je nach Autor 200 bis 675 Hibiscus-Arten.
Hibiscus syriacus wird etwa 1,5 bis 3 Meter hoch und bis zu 1,5 Meter breit.
Der Straucheibisch ist ein Herzwurzler.
Der Straucheibisch (Hibiscus syriacus) hat eine lange Tradition in der asiatischen Volksmedizin – insbesondere in China und Korea.
In Korea wird er als nationales Symbol verehrt und seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin verwendet.
Inhaltsstoffe:Flavonoide, Schleimstoffe, ätherische Öle, Anthocyane, Gerbstoffe, organische Säuren, Polysaccharide, Phytosterole, Saponine, Tannine. Vitamine (vor allem Vitamin C).
Hauptsächliche Anwendung in der Volksmedizin:Behandlung von Husten und Halsschmerzen
Linderung von Atemwegserkrankungen
Beruhigung gereizter Schleimhäute
Unterstützung bei Hautirritationen und Sonnenbrand
Förderung der Verdauung
Behandlung kleiner Wunden und Hautreizungen
Stress- und Angstlinderung
Verwendung in der Hautpflege
Unterstützung des Immunsystems
Bild 02 Blattunterseite, Blattoberseite, Straucheibisch Hibiscus syriacus
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Foto: H.-J_Koch
Die jährlich abfallenden Blätter sind dreigefiedert, rauh und fühlen sich unangenehm an.
Die Blattform ist rhombisch, eiförmig, und 3-lappig, der Blattrand ist gezähnt und 5 - 10 cm lang.
Sommergrün, dreifingrig oder gelappt, treiben relativ spät im Frühjahr aus.
Wechselständige Blattanordnung.
Bild 03 Blütenknospen, Straucheibisch Hibiscus syriacus
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Foto: H.-J_Koch
Bild 04 Blüte, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579566/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die großen, trichterförmigen breiten Blüten ( 7 - 8 cm) erinnern an Malven und zeigen sich in zahlreichen Farben von Reinweiß über Rosa und Rot bis hin zu Blau- und Violetttönen.
Die Blüte hat 5 Kronblätter, die Blütenblätter sind oft dunkel geadert.
Die Blüten sind duftlos und öffnen sich nur einen Tag,
Die trompetenförmigen Blüten sind eine reichliche Pollenquelle für Bienen und Hummeln.
Liefert Bienen reichlich Pollen, aber nur wenig Nektar.
Blütezeit: Sommer bis Frühherbst (Juli bis September).
Seine Blüten sind zwittrig (zweigeschlechtig);
monoklin.Monoklin: Dieser Begriff bezeichnet Blüten, die sowohl Staubblätter (männlich) als auch Fruchtblätter (weiblich) in derselben Blüte vereinen.
Beide Begriffe drücken aus, dass ein Geschlechtstyp allein nicht vorliegt, sondern beide Geschlechter in einer Einheit kombiniert sind.
Das bedeutet, dass jede einzelne Blüte sowohl männliche (Staubblätter) als auch weibliche (Fruchtblätter/Stempel) Fortpflanzungsorgane besitzt. Wie für Malvengewächse typisch, sind die vielen Staubblätter zu einer markanten Röhre verwachsen, die den Stempel in der Mitte schützend umhüllt.
Bild 05 Blüte, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579567/5.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Symbolik: Wegen seiner späten, reichhaltigen Blütezeit im Spätsommer steht er in vielen Kulturen für Beständigkeit und Anmut
Bild 06 Blüte, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579568/6.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Teil 1
Spross, Querschnitt
25 Mikrometer
Bild 07 Schnittstellen, Straucheibisch Hibiscus syriacus
Foto: H.-J_Koch
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Bild 08 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579495/8.jpg)
Bild 09 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579496/9.jpg)
Bild 10 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579494/10.jpg)
Bild 11 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt,Straucheibisch Hibiscus syriacus Autofluoreszenz,
(https://www2.pic-upload.de/img/37579497/11.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 12 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579498/12.jpg)
Bild 13 Lentizelle, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579499/13.jpg)
Bild 14 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579500/14.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) Arbeitsablauf:1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung
Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5.
Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung
Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000
Bild 15 Übersicht, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579501/15.jpg)
Bild 16 Detailaufnahme mit Beschriftung, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579544/16.jpg)
RP = Rindenparenchym, PHST = Phloem-Strahl, PH = Phloem, XY = Xylem, T = Trachee, ST = Steinzellen (Sklereiden), MP = Markparenchym
Bild 17 Detailaufnahme, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579504/17.jpg)
Bild 18 Detailaufnahme, . Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579505/18.jpg)
Bild 19 Detailaufnahme, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579503/19.jpg)
Bild 20 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579506/20.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 21 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579507/21.jpg)
Bild 22 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579508/22.jpg)
Bild 23 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579510/23.jpg)
Bild 24 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579509/24.jpg)
Teil 2
Dichotome Verzweigung, Längsschnitt
25 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Bild 25 Aufgeklebte Spross Gabel, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579533/25.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Astgabel: Die Triebe verzweigen sich oft spitzwinkelig. Das Holz des Hibiscus syriacus ist sehr zäh und hart. Veredelte oder ältere Exemplare neigen dazu, eine markante, straff aufrechte Basis mit stabilen Astgabeln zu bilden. Bei starker Schneelasten oder ungepflegtem Wuchs können enge Astgabeln (mit eingewachsener Rinde) allerdings anfällig für das Auseinanderbrechen sein.
In der Botanik wird eine gabelige Verzweigung des Sprosses als Dichotomie (oder dichotome Verzweigung) bezeichnet.
Dabei teilt sich die Scheitelmeristem-Zelle oder die Wachstumsspitze der Pflanze in zwei gleichwertige Äste auf.
Bild 26 Übersicht, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579534/26.jpg)
Bild 27 Übersicht, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579535/27.jpg)
Bild 28 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579536/28.jpg)
Bild 29 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579538/29.jpg)
Bild 30 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579537/30.jpg)
Bild 31 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579539/31.jpg)
Teil 3
Blattstiel, Querschnitt
20 Mikrometer
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)Bild 32 Übersicht, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579543/32.jpg)
Bild 33 Übersicht, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579541/33.jpg)
Bild 34 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Straucheibisch Hibiscus syriacus
(https://www2.pic-upload.de/img/37579542/34.jpg)
Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.
Hans-Jürgen