Feuerfarbene Koralle (Ramaria ignicolor)
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Bild 1 - Ramaria ignicolor Dottenweiler 6.9.2025 Alis (2).jpg
Bild 1 – Einzelner Fruchtkörper, Distrikt ,,Weinsümpfle" nahe Dottenweiler, Mittlerer Schwarzwald, bei Fichte und Weißtanne, Kalkboden. Foto: Alois Ehret.
Die Fruchtkörper der Feuerfarbenen Koralle (Ramaria ignicolor) sind nicht groß, wirken aber bei näherem Hinsehen durch ihr Farbspiel sehr apart. Bei dieser ,,Koralle" kann man verstehen, dass Hermann Jahn (1985) von ,,schönfarbigen Korallen" spricht. Diese sehr seltene Art benötigt Kalkboden und geht eine Mykorrhiza mit Nadelbäumen, wie Fichten und Weißtannen, ein. Die hier gezeigten Fruchtkörper wurden Anfang September 2025 in einem Bergnadelwald nahe Dottenweiler im Mittleren Schwarzwald während einer Pilzexkursion des Mykol. Arbeitskreises Hornberg aufgesammelt und fotografiert.
In der Roten Liste gefährdeter Pilze Deutschlands (2016) ist die Feuerfarbene Koralle der Kategorie R (extrem selten) zugeordnet.
Ramaria ignicolor Dottenweiler 6.9.2025 Alis (1).jpg
Bild 2 – siehe Bild 1.
Makroskopische Merkmale
Die Fruchtkörper werden (CHRISTAN 2008) bis zu 11 cm hoch und 6 cm breit. Der Strunk ist büschelig verwachsen, unten weiß, weiter oben rosalich creme bis blass lachsfarben. Die Äste sind mehrfach verzweigt und deutlich aufwärtsstrebend, ihre Oberfläche glatt, die Astgabelungen spitz oder eng gerundet, die Astenden in Form eines Krönchens ausspitzend. Die Astfarben sind leuchtend rosalich lachsfarben, die Astenden gelblich. Das Fleisch ist anfangs elastisch, später spröde, faserig, gelatinös, rosalich, hell orange bis blass lachsorange, anfangs in den Ästen voll, später hohl. Der Geschmack des Fleisches ist mild, etwas säuerlich, der Geruch schwach, leicht säuerlich.
Mikroskopische Merkmale
Die Sporen sind breit ellipsoid bis fast kugelig und besitzen eine fast glatte Oberfläche mit einem sehr flachen, unregelmäßig warzig-wulstigem Ornament. Die Maße sind im Mittel L x B 6,8-8,5 x 4,7-5,7 µm, Q 1,3-1,6.
Die Hyphen besitzen an ihren Septen keine Schnallen.
Verwechslungsmöglichkeiten
Achtet man auf den büschelig verwachsenen Strunk und die leuchtend rosalich lachsfarbenen Äste mit gelben Enden und die fast kugeligen Sporen, dann sind Verwechslungen mit anderen Arten der Gattung nahezu ausgeschlossen.
Literatur
• CHRISTAN, J. (2008): Die Gattung Ramaria in Deutschland: 212-213.
• JAHN, H. (1985): Erfahrungen mit schönfarbigen Korallen (Ramaria) in Kalkbuchenwäldern. – Myk. Mitteilungsblatt, Jg. 28 (1): 9-19.
• KRIEGLSTEINER, G.J. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 2: 81.
• LÄSSÖE, T. & PETERSEN, J (2019): Fungi of Temperate Europe, Volume 2: 1149.
Viel Vergnügen beim Anschauen!
Bernd
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