Bauchweh-Koralle (Ramaria pallida, Synonym R. mairei)
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Bild 1 – Junger Fruchtkörper, Schonwald ,,Heselmiss", Nordschwarzwald, saurer Boden, direkt neben kalkgeschottertem Weg. Foto: Liss Hoffmann.
Bei dieser auf den ersten Blick recht unscheinbar wirkenden Bauchweh-Koralle (Ramaria pallida) haben wir eine der größten Arten der Gattung vor uns. Man erkennt sie an den cremefarbenen Ästen mit rosalichen Astspitzen. Sie geht eine Mykorrhiza mit Laub- und Nadelbäumen, wie Fichten, Rotbuchen, Eichen, Hainbuchen, ein. Voraussetzung sind Kalkböden. In der Rote Liste gefährdeter Pilze Deutschlands (2016) wird sie in der Kategorie 3 (gefährdet) geführt.
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Bild 2 - Fruchtkörper derb, flach aufsitzend, mit weißem Strunk, cremefarbenen Ästen und rosa Astspitzen. Foto: Liss Hoffmann.
Makroskopische Merkmale
Der gesamte Fruchtkörper wird gemäß CHRISTAN 2008 bis 15 cm hoch und 16 cm breit. Eigene Beobachtungen zeigten Breiten von bis zu 20 cm. Im jungen Zustand besitzt der Pilz eine blumenkohlartige Form, reife Fruchtkörper sehen eher strauchartig aus. Der Strunk ist weiß, meist kräftig und sitzt dem Boden breit auf, wobei er mit benachbarten Fruchtkörpern zusammenwachsen kann. Die Äste sind beigefarben und enden bei nicht zu alten Exemplaren in einem rosafarbenem ,,Krönchen". Das Fleisch ist weiß und marmoriert, anfangs fest, später weich. Im Geruch ist die Art angenehm würzig, im Geschmack säuerlich.
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Bild 3 – Man erkennt marmoriertes, weißes Fleisch. Foto: Liss Hoffmann.
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Bild 4 – Junge Exemplare, Weißtannen-Rotbuchenwald auf Kalkboden, Mittlerer Schwarzwald. Foto: Udo Schäfer.
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Bild 5 - Reifes Exemplar, Weißtannen-Rotbuchenwald, Mittlerer Schwarzwald. Foto: Udo Schäfer.
Mikroskopische Merkmale
Die Sporen sind ellipsoid und besitzt ein unregelmäßig warzig-wulstig, teils längsgerichtetes Ornament. Die Maße im Mittel: L x B 9,2-11,5 x 4,9-5,9 µm, Q 1,7-2,2. Die Hyphen besitzen an ihren Septen keine Schnallen.
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Bild 6 – Sporen ellipsoid mit schwach erhabenem, wulstig-warzigem Ornament. Präpariert in Baumwollblau. Foto Bernd Miggel.
Verwechslungsmöglichkeiten
Beachtet man Größe und Farbe der Fruchtkörper, besteht keine Verwechslungsgefahr mit anderen Arten der Gattung.
Literatur
BREITENBACH, J. & KRÄNZLIN F. (1986): Pilze der Schweiz Bd. 2: Nr. 473.
CHRISTAN, J. (2008): Die Gattung Ramaria in Deutschland: 220-221.
DÄHNKE, R.M. (1993): 1200 Pilze in Farbfotos: 1029.
GMINDER, A. (2014): Handbuch für Pilzsammler: 316.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bauchweh-Koralle
Viel Vergnügen beim Anschauen!
Bernd
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Hallo Bernd,
warum hast du die Sporen in Baumwollblau eingedeckt? Sollen die Sporen eine Cyanophilie zeigen?
Grüsse Arnold
Hallo Arnold,
beim Anfärben folge ich Josef Christan in seinem Buch "Die Gattung Ramaria in Deutschland". Es geht um das Sichtbarmachen der Ornamente. Möglicherweise funktioniert das auch mit anderen Reagenzien, womit ich aber keine Erfahrung besitze.
Viele Grüße
Bernd
Danke Bernd.
Jetzt, nach dem Regen könnte man wieder Ramaria finden. Ich suchen um diese Ornamentierung vergleichend (mit unterschiedlichen Kontrastverfahren) zu dokumentieren.
Grüsse Arnold
Hallo Arnmold,
andere, bei Ramariasporen wirksame Kontrastverfahren interessieren mich sehr! Vor allem, da ich weiß, dass du sehr gut mikroskopieren kannst.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd und Arnold,
bin zwar kein Pilzler, aber auch ich finde das eine sehr ansprechende Fragestellung. Was außer Baumwollblau zeigt die Ornamentierung? Vielleicht gibt es ja sogar noch etwas besseres? Insbesondere DIC würde mich da interessieren.
Bin gespannt und wünsche gutes Sammelglück!
Schöne Grüße
Peter
Zitat von: Peter T. in Oktober 08, 2026, 22:35:59 NACHMITTAGSHallo Bernd und Arnold,
bin zwar kein Pilzler, aber auch ich finde das eine sehr ansprechende Fragestellung. Was außer Baumwollblau zeigt die Ornamentierung? Vielleicht gibt es ja sogar noch etwas besseres? Insbesondere DIC würde mich da interessieren.
Bin gespannt und wünsche gutes Sammelglück!
Schöne Grüße
Peter
Hallo Peter,
Josef Christan empfielt in seiner Monografie, wie gesagt, Baumwollblau. Auch in seinen Ramaria-Kursen wurde nur Baumwollblau verwendet. Insofern kann ich leider nicht weiterhelfen.
lg - Bernd
Zitat von: Bernd Miggel in Oktober 08, 2026, 22:28:39 NACHMITTAGSHallo Arnmold,
andere, bei Ramariasporen wirksame Kontrastverfahren interessieren mich sehr! Vor allem, da ich weiß, dass du sehr gut mikroskopieren kannst.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Arnold,
wenn du mir per PN deine Adresse zukommen lässt, kann ich dir ein Exsikkat dieser Art zuschicken. Die Sporen bekommt man, indem man mit einer Rasierklinge die Oberfläche eines Astes ganz fein abhebt.
lg - Bernd