Ein Eindringling aus dem Himalaya.
Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt auf dem indischen Subkontinent. Im Norden wird das Gebiet durch den Himalaya, den Hindukusch und das Karakorum abgegrenzt, im Westen durch das Arabische Meer und im Osten durch den Golf von Bengalen.
Diese Art wurde 1839 aus Kaschmir erstmals nach England importiert und gelangte von dort als Zierpflanze auf den europäischen Kontinent. Sie gehört damit zu den sogenannten hemerochoren Pflanzen, die ethelochor – also gezielt – eingeführt wurden.
1937 säten Gärtner diese Pflanze erstmals in Dresden aus.
Beim Drüsigen Springkraut handelt es sich um einen Therophyten, der in kürzester Zeit Wuchshöhen von über 2,5 Meter erreicht und so andere Pflanzen schnell überdecken kann.
Das Drüsige Springkraut heißt so, weil es kleine, rotspitzige Drüsen besitzt-
Bild 01 Habitus, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580798/1.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) gehört zu den zweikeimblättrigen Pflanzen (Dicotyledoneae / Eudikotyledonen) und zur Familie der Balsaminengewächse.
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) besitzt zwittrige Blüten.
Jede einzelne Blüte der Pflanze trägt sowohl männliche Staubblätter als auch weibliche Geschlechtsorgane (Stempel/Fruchtknoten).
Diese einjährige Pflanze hat aufrechte, meist unverzweigte Stängel.
Systematik:Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Balsaminengewächse (Balsaminaceae)
Gattung: Springkräuter (Impatiens)
Art: Drüsiges Springkraut
Wissenschaftlicher Name: Impatiens glandulifera
Trivialnamen: Indisches Springkraut, auch Rotes Springkraut oder Himalaya-Balsamine, früher auch Bauernorchidee
Syn.: Balsamina macrochila, Balsamina roylei
Englische Bezeichnung: Glandular balsam
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) wurde im Jahr 1834 zuerst von dem britischen Botaniker John Forbes Royle (1798 – 1858) (in seinem Werk Illustrations of the Botany and other Branches of the Natural History of the Himalayan Mountains).beschrieben.
Die Pflanze besitzt einen Verbreitungsmechanismus, bei dem die reifen Samenkapseln unter anderem durch mechanischen Reiz aufspringen und die Samen weit herausgeschleudert werden.
Dabei rollen sich die 5 Klappen nach oben auf, und die reifen Samen werden ziemlich weit weggeschleudert; die noch nicht reifen Samen bleiben an der Mittelsäule haften und fallen später ab.
Daher stammt auch der Gattungsname Springkraut. Die vielen Drüsen geben der Art das Epitheton glandulifera = drüsig. Die andere Bezeichnung Indisches Springkraut ist auf das ursprüngliche ostindische Verbreitungsgebiet zurückzuführen.
In Europa wird das Drüsige Springkraut vielerorts als invasiver Neophyt bekämpft, da es als Bedrohung für andere Pflanzenarten oder ganze Pflanzengesellschaften in deren Lebensraum betrachtet wird.
Invasiver Neophyt: Die Art gilt in Europa als invasiv, da sie sich rasant entlang von Gewässern ausbreitet und einheimische Ufer- und Auenvegetation verdrängt.
Lehrreicher Versuch im Biologieunterricht:Die Demonstration des Wasseranstiegs im Stängel gelingt beim Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera) besonders eindrucksvoll, da die Pflanze über einen glasig-durchscheinenden (translucenten), stark wasserhaltigen Stängel verfügt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen lässt sich der Transport des gefärbten Wassers durch die Leitbündel hier direkt von außen mit bloßem Auge beobachten, ohne dass der Stängel aufgeschnitten werden muss.
Der "Aha-Effekt".
Volksmedizin & Äußerliche Anwendungen:Frisch zerriebener Pflanzensaft oder daraus hergestellte Extrakte werden traditionell bei leichten Hautirritationen, Insektenstichen oder Brennnessel-Berührungen genutzt.
In der Bachblütentherapie (Impatiens) wird die Pflanze bei Ungeduld, Nervosität und innerer Unruhe eingesetzt.
Meine Pflanzenprobe habe ich an der Innerstetalsperre im Harz gesammelt.
Die Innerstetalsperre ist ein Stausee im Nordwesten des Harzes zwischen Langelsheim, Wolfshagen und Lautenthal in Niedersachsen.
Bild 02 Blüte mit Blättern, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580797/2.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Blüten hängen an 2 – 20 cm langen Stielen in lockeren Trauben in den Achseln der oberen Blätter.
Die Blütezeit des Drüsigen Springkrauts (Impatiens glandulifera) reicht von Juni bis Oktober (gelegentlich bis zum ersten Frost im November).
Bild 03 Nahaufnahme einer Blüte von vorn mit Ober- und Unterlippe, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580799/3.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Blüten tragen an der Rückseite einem gekrümmten Sporn. Bei Berührung platzen die länglichen Fruchtkapseln explosionsartig auf und schleudern die Samen bis zu sieben Meter weit weg.
Eine Pflanze produziert 4000 Samen.
Bild 04 Blattoberseite, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580800/4.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Blätter werden 6 bis 25 cm lang und etwa 1,8 bis 6,5 cm breit. sind eiförmig, lanzettlich scharf gezähnt, an den Blattrandzähnen und am den Blattstielen sitzen zahlreiche rötliche Drüsen.
Bild 05 Blattunterseite, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580801/5.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Bild 06 Früchte, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580802/6.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Die Frucht ist 3 – 5 cm lang , keulenförmige, reife Früchte platzen bei Berührung auf.
Bild 07 Untypisch dünner Stängel und typischer dreizähliger Blattquirl des Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580803/7s.jpg)
Auttor: Mnolf
Bild 08 Aufgesprungene Kapselfrucht, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580804/8.jpg)
Quelle: Von Rasbak - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=344336
Bild 09 Samen, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580805/9.jpg)
Quelle: Von Stefan.lefnaer - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116045721
Teil 1
Spross, Querschnitt
30 Mikrometer
Bild 10 Schnittstellen, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580806/10.jpg)
Foto: H.-J_Koch
Der Spross ist hohl, die Zellwände sind dünn.
Den Hohlraum habe ich mit Gießseife ausgegossen.
Die Seife läßt sich sehr gut mit Wasser entfernen.
Bild 11 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580807/11.jpg)
Bild 12 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580808/12.jpg)
Bild 13 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580810/13.jpg)
Bild 14 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580811/14.jpg)
Bild 15 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) Autofluoreszenz,
(https://www2.pic-upload.de/img/37580809/15.jpg)
LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 16 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580812/16.jpg)
Bild 17 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580813/17.jpg)
W-3A-Färbung nach Wacker (
Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf:
1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung
Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5.
Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung
Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
Tipp:Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.
Ergebnis:Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000
Bild 18 Übersicht, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580862/18.jpg)
Dieser Schnitt ist 35 Mikrometer dick.
Die Stängel erreichen einen Durchmesser von bis zu 5
Zentimetern (in Ausnahmefällen sogar bis zu 6 Zentimetern).
Bild 19 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580863/19.jpg)
Bei diesem Schnittn (25 Mikrometer) gibt es keine Zellüberlagerungen.
Bild 20 Detailaufnahme mit Beschriftung, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580864/20.jpg)
EP = Epidernis, XY = Xylem, KP = Kantenparenchym, RP = Rindenparenchym, PH = Phloem, SK = Sklerenchym
Bild 21 Detailaufnahme. Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580865/21.jpg)
Bild 22 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580866/22.jpg)
Bild 23 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580868/23.jpg)
Bild 24 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580867/24.jpg)
Bild 25 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580869/25.jpg)
Bild 26 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580870/26.jpg)
Bild 27 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580871/27.jpg)
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485
Bild 28 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37580872/28.jpg)
Teil 2
Blattstiel, Querschnitt
25 Mikrometer
Nur mit Astrablau gefärbt.
Der Blattstiel des Drüsigen Springkrauts (Impatiens glandulifera) ist 30 bis 35 Millimeter lang, oft auffällig rötlich gefärbt und zeichnet sich anatomisch durch eine kurz geflügelte Struktur aus.
Der Großteil des Stielinneren besteht aus großen, dünnwandigen Parenchymzellen. Dieses Gewebe ist extrem wasserreich (turgorgefüllt) und sorgt für die spürbare Brüchigkeit ("Saftigkeit") des Krauts.
Bild 29 Übersicht, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37581013/29.jpg)
Bild 30 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37581014/30.jpg)
Bild 31 Detailaufnahme, Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
(https://www2.pic-upload.de/img/37581015/31.jpg)
Literaturverzeichnis:Wikipedia; Freie Enzyklopädie
Dietmar Archele ,,Was blüht denn da ?", I035535-5
Alois Kosch ,,Was blüht denn da ?", 1965
Bruno Kremer ,,Waldblumen"
Rita Lüders ,,Grundkurs Pflanzenbestimmung", ISBN: 3-494-10418-3
,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6
,,Samenpflanzen"
,,Wildblumen"
,,Was blüht denn da?", ISBN: 978-3-440-11379-0
,,Kosmos Blumenführer für unterwegs", ISBN: 978-6-440-13022-4
,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966
,,Neophyten", ISBN: 978-3-440-16874-5
,,Der neue Kosmos Tier- und Pflanzenführer", ISBN: 3-440-07286-X
Der Kosmos ,,Pflanzenführer", ISBN: 978-3-440-16318-4
,,Welche Blume ist das ?", ISBN: 978-3-440-16450-1
Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.
Hans-Jürgen